Mit den Umfragen ist das ja so eine Sache. Alle Verzerrungen, Fehler und Propagandawünsche abgezogen, bleibt die Frage, wie sich bundesweite Umfragewerte in Mandate umsetzen würden. Diese Frage beantwortet wie bereits 2009 auch dieses Jahr – mit dem neuen Wahlrecht – wieder der Mandatsrechner von Christian Brugger – auf der Grundlage beliebig auswählbarer Umfrage und mit unterschiedlichen, auswählbaren Datengrundlagen zur Verteilung der Bundesergebnisse auf die Länder. Für die grünen Listen lässt sich sogar einblenden, wer drin wäre. Und im ExpertInnen-Modus lässt sich an jeder Zahl drehen, um zu sehen, wie die Auswirkungen auf die Zusammensetzungen des Bundestags wären, was passiert, wenn FDP oder AfD oder Piraten knapp rein oder raus fallen, oder wenn alle baden-württembergischen Direktmandate an die CDU gehen sollten. Gute Sache! Und wir drehen das!
Photo of the week: Green leafs
Ich kann es nicht oft genug sagen: In Kürze wird gewählt, und die Wahlentscheidung bedeutet tatsächlich etwas. Übrigens nicht nur nächstes Wochenende im Bund und in Hessen, sondern auch morgen in Bayern. Menschen aus Franken, Ober- und Niederbayern, die noch Fragen an uns Grüne haben, können die bei der Bayern-Ausgabe von Drei-Tage-Wach loswerden. Und wer sich im Bund noch unschlüssig ist, mag vielleicht etwas darüber lesen, was andere an Lügen und Gerüchten über Grün erzählen, und wie es wirklich ist, oder den grünen Steuerrechner ausprobieren. Die Devise heißt: Vom Umfrageherbst nicht bange machen lassen!
Kurz: Süße Mogelpackung
Ich bin ja mehr so der Bioladenkäufer. Heute überfiel mich allerdings auf dem Mannheimer Bahnhof (Teil der schnellsten Verbindung von Ravensburg nach Freiburg – lacht nicht!) der Wunsch nach Schokolade. Der Bahnsteigsautomat warf dann auch brav einen mit Sn… beginnenden Schokoriegel aus.
Beim Öffnen der Verpackung stutzte ich kurz. In der Mitte auseinandergebrochen? Folge des Automatensturzes? Nö – in der Schokoriegelverpackung fanden sich zwei halblange Schokoriegel.
Komisch, war das bei Sn… schon immer so? Erinnerte ich mich gar nicht dran, und ich glaube, dass das stimmt. Warum also zwei halbe statt ein ganzer Riegel? Ich vermute, der Grund steht im Kleingedruckten, nämlich bei den Ernährungshinweisen. Da heißt es, dass die Packung zwei Portionen a 40g enthält. Und die Tagesverbrauchswerte sind dann je Portion angegeben. Weil ja üblicherweise nur ein halber Riegel gegessen wird. Eine Portion deckt demnach beispielsweise 23 Prozent des täglichen Zuckerbedarfs. Schon viel. Stände da die Angabe für zwei „Portionen“, wären es schon 46 Prozent. Dass der Hersteller da lieber durch zwei teilt, liegt nahe – bleibt aber eine süße Mogelpackung.
Photo of the week: Nightly visitor II
Nachts sind alle Katzen grau. Auch wenn sie, wie diese hier, etwas kleiner als andere Katzen sind, nur über zwei Schnurrhaare verfügen und das flauschige Fell äußerst kurz und spärlich ausgefallen ist. All das ist nicht wichtig. Denn das Internet liebt Katzenbilder. Also muss Katze sein, was grade da ist.
Beschwert euch nicht, wählt!
Ich finde Steinbrück nicht sonderlich sympathisch. Aber darum geht es nicht. Die Umfragewerte sehen nicht so toll aus. Aber auch darum geht es nicht. Unser Parteien- und Koalitionssystem führt dazu, dass die Wahl am 22.9. realistischerweise drei Ergebnisse haben kann:
1. Merkel und ihre schwarz-gelbe Koalition werden bestätigt und nehmen das als Signal dafür, den bisherigen Kurs verschärft fortzusetzen. Klar, der Blick in die Zukunft bleibt ein bisschen nebulös, weil Merkels Kurs nicht so klar ist. Die letzten vier Jahre zeigen jedenfalls, dass dazu Bonuspolitik für Lobbygruppen und Besserverdienende gehört, dass es gesellschaftspolitisch immer wieder Rückschläge gibt und die wenigen Verbesserungen oft vor dem Bundesverfassungsgericht erstritten werden mussten, und dass Umwelt oder Klima für Merkel keine Themen sind, und entsprechend Murks betrieben wird.




