till we *) . Blog

Das Blog von Till Westermayer – seit 2002

Ziemlich entsetzt krieg ich heute einen Link: Herr Güldner aus Bremen schafft es, in einem kleinen Kommentar deutlich zu machen, dass er erstens keine Ahnung vom Internet hat, ihm das zweitens völlig egal ist, er drittens Probleme mit Demokratie und politischer Beteiligung der Bürger hat, und dass er viertens ziemlich gut darin ist, Wähler zu beleidigen. Man kann natürlich eine andere Meinung zu den Plänen der Bundesregierung haben eine umfassende Sperrinfrastruktur aufzubauen, diese aber in dieser Form und besonders in diesem Ton vorzutragen, geht meiner Meinung nach nicht. Zwei Dinge aber sorgen dafür, dass ich darüber nicht einfach zur Tagesordnung übergehe: (1) dieser Text ist auch als Kommentar bei Welt.de erschienen und seither viel zitiert und noch mehr verlinkt worden – (2) dieser Mensch ist nicht irgendein Bürgerschaftsabgeordneter, sondern Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Dass prominente VertreterInnen unserer Partei sich in so verkürzter und populistischer Art und Weise gegen die eigenen Parteitagsbeschlüsse stellen, […] macht es uns in den nächsten Monaten nicht leichter.

Der Beitrag von Matthias Güldner vom 27. Juli 2009 in der WELT widerspricht deshalb nicht nur unserer grünen Programmlage, sondern schlägt gegenüber denjenigen, die sich für ein freies Internet engagieren, einen aus unserer Sicht nicht akzeptablen Ton an.

Don’t feed the trolls.

6 Personen gefällt dieser Eintrag.
pixelstats trackingpixel
Ist mir was wert! [?]
 

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Montag, 27. Juli 2009 und wurde abgelegt unter "Digitales Leben, So grün, so grün". Du kannst die Kommentare verfolgen mit dem Kommentarfeed. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

9 Kommentare

  1. […] @chris97 moin,ja es gibt da einen ganzen rattenschwanz: http://blog.till-westermayer.de/index.php/2009/07/27/kurz-es-ist-alles-schon-gesagt/ […]

  2. 2 – JoergNo Gravatar am Montag, 27. Juli 2009 um 21:39 – Permalink

    Hallo Till, ich finde es nicht so dramatisch, dass der Herr Güldner sich über Parteitagsbeschlüsse hinwegsetzt. Viel schlimmer finde ich es, WIE der Herr Güldner dies tut. Der bewegt sich auf dem selben argumentativen Niveau wie Ursula von der Leyen. Und das nach einigen Monaten heftiger gesellschaftlicher Diskussion – auch bei den GRÜNEN. Bei Spreeblick wird er mit einem Forentroll verglichen. Der Vergleich ist gar nicht mal so abwegig.

  3. 3TillNo Gravatar am Montag, 27. Juli 2009 um 22:02 – Permalink

    @Joerg: Sag ich ja. Bzw. die von mir zitierten Blogbeiträge und Beschlüsse. Samt Spreeblick (letzter Satz).

  4. 4 – JoergNo Gravatar am Montag, 27. Juli 2009 um 23:43 – Permalink

    @Till
    Ja, sorry. Hab wieder nur die Hälfte gelesen.

  5. 5TillNo Gravatar am Dienstag, 28. Juli 2009 um 00:11 – Permalink

    @Joerg: geht mir auch häufiger so, die schnelllebigen Blogs etc. verleiten ja auch dazu, …

  6. 6Christian S.No Gravatar am Dienstag, 28. Juli 2009 um 01:53 – Permalink

    Sehr cooler Blog-Eintrag. Die Generation Remix schlägt zurück. ;)

  7. 7Wolfgang G. WettachNo Gravatar am Dienstag, 28. Juli 2009 um 04:20 – Permalink

    Um meinen Kommentar bei Malte Spitz und mir selbst zu zitieren, in Antwort auf deine Überschrift:

    Zur Sache bei Matthias Güldner ist nun deutlich genug gesagt dass er auf verlorenem Posten steht.

    Zur Personalie Güldner aber ist meines Erachtens das letzte Wort noch nicht gesprochen. Wer sich so abseits und gegen Beschlüsse von Vorstand und Partei stellt, sollte sich fragen (lassen) ob er noch in der richtigen Partei ist – und da bleiben sollte.

    Die polemische Wählerbeschimpfung die nicht nur zu deklaratorischem Grünen-Abschied von künftigen WählerInnen der Piratenpartei geführt hat, sondern auch zu echten Grünen Parteiaustritten, ist Parteischädigung und sollte auch so behandelt werden.

    Ich hoffe, dass die antragsberechtigte GJ Bremen unter Berufung auf §5 Abs2 der Landessatzung Bremen ein Schiedsverfahren beantragt, in dem die Frage der Zukunft Matthias Güldners in der Partei (ergebnisoffen) behandelt wird. Angemessen wäre es.

  8. 8TillNo Gravatar am Dienstag, 28. Juli 2009 um 08:50 – Permalink

    @Christian: Danke! (Auch wenn ich den Generationenbegriff hier fehl am Platz finde).

    @Wolfgang: Jein; ich sehe das Verhalten Güldners zwar auch als parteischädigend an (ob ihm die Tragweite seines Kommentars bewusst war, ist noch einmal eine andere Frage), stelle aber auch fest, dass es zwischen »nichts tun« und »Ausschluss« kaum formale Sanktionsinstrumente gibt.

    Letzters halte ich für die ganz falsche Reaktion, zudem entscheidet über Ämter in der Bürgerschaft diese bzw. die grüne Fraktion – eigentlich bräuchte es sowas wie eine offizielle Rüge. Ob da aber das Landesschiedsgericht gefragt ist oder nicht eher der Bremer Landesvorstand, ist mir nicht so klar.

  9. 9juliaNo Gravatar am Freitag, 14. August 2009 um 17:05 – Permalink

    Super Artikel – witzige Idee, gut umgesetzt!

Kommentar hinterlassen

 
Kommentare sind gerne gesehen. Ein paar Spielregeln bzw. Hinweise dazu sind hier nachzulesen.

XHTML erlaubte Tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>


till we *) . Blog läuft unter Wordpress 2.8.4
Anpassung und Design: Gabis Wordpress-Templates

Der Inhalt dieser Seite steht unter einer CC-BY-NC-SA-Lizenz | 2010 Till Westermayer | Impressum