Photo of the week: Amrum

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Hun­der­te von Fotos aus dem Nord­fries­land-Kurz­ur­laub war­ten noch auf der DSLR-Spei­cher­kar­te. Als Foto der Woche daher fast live: unend­li­cher Sand­strand vom Tages­aus­flug auf die Insel Amrum, auf­ge­nom­men mit dem Fairphone.

Kurz: Faktencheck

Trump lügt – deut­lich mehr als ande­re US-Politiker*innen. Auch der hie­si­ge rech­te Rand – egal ob CSU oder AfD – fällt ger­ne mal durch den Fak­ten­check. Teils mit gro­bem Unsinn, teils mit an den Haa­ren her­bei­ge­zo­ge­nen Behaup­tun­gen, teils mit fein zise­lier­ten Ver­dre­hun­gen der Tat­sa­che. Wir erin­nern uns: de Mai­zie­re erfin­det Pro­zent­zah­len ohne Grund­la­ge. Und auch man­che Ple­nar­de­bat­te wür­de einen Fak­ten­check nicht bestehen.

Nur: das scheint nicht wei­ter zu inter­es­sie­ren. Sto­ry schlägt Wahr­heit, und je lau­ter das zum eige­nen Welt­bild pas­sen­de Gebrüll, des­to weni­ger inter­es­sie­ren die Fak­ten. Da kann sich z.B. das Netz noch so mühen – die „Das stimmt gar nicht? Dann über­le­ge ich es mir noch­mal anders.“-Fälle sind und blei­ben sel­ten. Der Wir­kungs­grad des mühe­vol­len, ehren­haf­ten, auf­klä­re­ri­schen Fak­ten­che­ckens scheint mir doch gering zu bleiben.

Und nun? Ver­zweif­lung? Zumin­dest das blö­de Gefühl, dass es nötig ist, mit der eige­nen Poli­tik nicht nur bei den Tat­sa­chen zu blei­ben, authen­tisch und wahr­haf­tig, son­dern zugleich auch noch die bes­se­re Geschich­te erzäh­len zu müs­sen, um anzu­kom­men. Und ohne der Ver­lo­ckung zu erlie­gen, sozia­le Kon­struk­ti­on der Wirk­lich­keit mit einer Lizenz zum frei­en Erfin­den der Din­ge zu verwechseln.

Photo of the week: Wildtal V

Wildtal V

 
Heu­te Nacht um 4.30 hat es mas­siv gewit­tert, seit­dem reg­net es immer wie­der. Bis dahin war’s heiß und son­nig, und dem­entspre­chend heiß wur­de es uns auch beim Ein­stieg in die Som­mer­fe­ri­en mit einem Aus­flug durchs Wild­tal zur Zäh­rin­ger Burg. Wobei wir die selbst links lie­gen gelas­sen haben und uns dann lie­ber ins Gast­haus gesetzt haben. Auf dem gewähl­ten Weg sind das rund sie­ben Kilo­me­ter, mit Kin­dern und viel, viel Son­ne, als wir außer­halb des Wal­des das Wild­tal durch­quer­ten (vom Schüm­per­le­hof zum Wald­brun­ner­hof), hat’s dann doch etwas gedau­ert. Dafür gab’s Muf­fins (unter­wegs), Eis und Limo (im Gast­hof), einen Bus­sard und auf dem Rück­weg sogar eine Ringelnatter.

Kurz: Angewandte Physik auf dem Balkon

imageUm mei­ne Bal­kon­to­ma­ten auch in Abwe­sen­heit bewäs­sern zu las­sen, habe ich mir ein ein­fa­ches Bewäs­se­rungs­sys­tem gekauft: Ton­spit­zen, auf die PET-Fla­schen geschraubt wer­den kön­nen. Durch den porö­sen Ton wird jeden Tag etwa ein Glas Was­ser in die Erde abge­ge­ben. Oben (also am Boden) in die PET-Fla­sche muss eine Öff­nung. Die kann sogar so groß sein, dass bequem die Fla­sche mit der Gieß­kan­ne befüllt wer­den kann. Funktioniert.

Da die­se Spit­zen rela­tiv teu­er sind, freu­te ich mich, bei „Wasch­bär“ deut­lich güns­ti­ge­re zu fin­den. Die kamen heu­te an, und ent­täusch­ten mich zunächst: sel­bes Vor­ge­hen wie oben, und inner­halb weni­ger Minu­ten ent­leer­ten sich 1,5 l Was­ser in die Blu­men­er­de – bzw. tropf­ten unten aus dem Kas­ten wie­der raus. Kein Wun­der, han­delt es sich hier doch ein­fach um per­fo­rier­te Plas­tik­trich­ter mit Gewinde.

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Was tun? Kurz nach­ge­dacht, und dann (in einem ande­ren Blu­men­topf) mit einer PET-Fla­sche ohne Loch im Boden pro­biert. Jetzt perlt alle paar Minu­ten eine Luft­bla­se nach oben. Damit scheint es also zu funk­tio­nie­ren – auch ohne porö­se Tonspitze.

P.S.: Dün­ne PET-Fla­schen wer­den bei die­ser Lösung nach und nach zer­quetscht. Ins­ge­samt erscheint mir die Vari­an­te mit Ton­spit­ze doch wesent­lich ausgereifter. 

P.P.S.: Nach Rück­kehr aus dem Urlaub – durch­wach­se­ne Ergeb­nis­se, so rich­tig zuver­läs­sig schei­nen mir bei­de Sys­te­me nicht zu sein, eini­ges an tro­cke­nen Pflan­zen, wobei die porö­sen Ton­spit­zen doch noch etwas bes­ser abschnei­den als das Plastik-System.

Kurz: State of the AfD

Jetzt ist es also amt­lich: Geset­ze und Land­tags-GO ent­hal­ten kei­ne Rege­lung, die eine Frak­ti­ons­meh­rung ver­bie­ten. Zum Schnäpp­chen­preis von rd. 0,6 Mio. Euro pro Jahr (Steu­er­gel­der für Sockel­fi­nan­zie­rung Frak­ti­on) kann die AfD sich also im Land­tag von Baden-Würt­tem­berg durch zwei Frak­tio­nen ver­tre­ten las­sen. Mit ent­spre­chend dop­pel­ter Rede­zeit, dem Recht, Unter­su­chungs­aus­schüs­se zu bean­tra­gen (zwei Frak­tio­nen), einer dop­pel­ten Anzahl an Slots für Aktu­el­le Debat­ten und so wei­ter. Dazu kom­men dann noch zwei Minu­ten Rede­zeit für das AfD-Mit­glied Gede­on. Unschön, gera­de auch des­we­gen, weil die AfD-Bei­trä­ge bis­her weni­ger durch Sach­kennt­nis und mehr durch eine gewis­se Rüpel­haf­tig­keit hervorstachen.

Die Gren­ze für eine Frak­ti­on lie­gen bei sechs Abge­ord­ne­ten. Theo­re­tisch könn­te die FDP/DVP sich jetzt in zwei tei­len, die SPD könn­te drei Frak­tio­nen bil­den, und auch eine wei­te­re Zell­spal­tung der Meu­then-Grup­pe wäre for­mal abbild­bar (ob Meu­then sei­ne Idee einer „drit­ten Frak­ti­on“ zur Über­win­dung der von ihm her­bei­ge­führ­ten Spal­tung so mein­te?). Rea­lis­ti­scher ist ver­mut­lich eine Über­ar­bei­tung der Geschäfts­ord­nung. Die kann rück­wir­kend nicht das Frak­ti­ons­meh­rungs­ver­bot ein­füh­ren, wohl aber für die Zukunft. Bis­her habe ich es als sehr wohl­tu­end emp­fun­den, dass im Land­tag – anders als im Bun­des­tag – Rede­zei­ten und Debat­ten­an­rech­te weit­ge­hend nicht von der Frak­ti­ons­grö­ße abhän­gen. Ich befürch­te, dass sich hier in Zukunft etwas ändern wird. 

Und ob es im Unter­su­chungs­aus­schuss­ge­setz dabei bleibt, dass zwei Frak­tio­nen einen Unter­su­chungs­aus­schuss bean­tra­gen kön­nen, wird – so mei­ne Ein­schät­zung – auch davon abhän­gen, ob die AfD-Frak­tio­nen die­ses bis­her sehr schar­fe Instru­ment nut­zen wer­den, um ihre poli­ti­sche Are­na aus­zu­deh­nen. Der AfD-Abge­ord­ne­te Räpp­le hat ja schon ange­kün­digt, dass er ger­ne einen Unter­su­chungs­aus­schuss „Mau­sche­lei­en des Minis­ter­prä­si­den­ten“ ein­set­zen wür­de – laut Unter­su­chungs­aus­schuss­ge­setz wäre dies als Min­der­hei­ten­recht mög­lich, wenn die bei­den AfD-Frak­tio­nen es wol­len. So wird ein schar­fes Instru­ment stumpf.

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