Optimistische Politik statt AfD: Lasst uns mehr Star Trek wagen

Wind power with rainbow

Bei der Prä­si­dent­schafts­wahl in Öster­reich wur­de ein FPÖ-Prä­si­dent Hofer nur knapp ver­hin­dert, mit 50,3 Pro­zent der Stim­men set­ze sich der Grü­ne Alex­an­der Van der Bel­len am Schluss, nach Aus­zäh­lung der Brief­wahl­stim­men, doch noch durch. Die Trenn­li­ni­en lie­gen dabei ähn­lich wie auch bei der Wäh­ler­schaft der AfD: (jun­ge) Män­ner, for­mal weni­ger Gebil­de­te, Land statt Stadt, nied­ri­ger Aus­län­der­an­teil – das sind alles Fak­to­ren, die eine rech­te Wahl wahr­schein­li­cher machen.
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Photo of the week: Colours of green

Colours of green

 
Aller­hei­li­gen ist eine Klos­ter­rui­ne im Schwarz­wald, am Rand des Natio­nal­parks, ganz in der Nähe gibt es bestau­nens­wer­te Was­ser­fäl­le. Mobil­funk­emp­fang gibt es dage­gen eher nicht. Freun­de von mir haben dort in den letz­ten Tagen ihre Hoch­zeit (nach-)gefeiert. Schön, auch mal nicht erreich­bar gewe­sen zu sein, und sich auf Leu­te, Kin­der, Natur, Bewe­gung und die gro­ße gemein­sa­me Fei­er mit allem, was zu so einer Fei­er eben gehört, kon­zen­trie­ren zu können. 

Photo of the week: Gardening box I

Gardening box I

 
Die Erd­bee­ren hier blü­hen bei mei­nen Eltern im Gar­ten, und auch die Blu­men­töp­fe ste­hen da. Auch auf mei­nem Bal­kon hat die Gar­ten­sai­son begon­nen – blü­hen­de Erd­bee­ren, eine inner­halb weni­ger Wochen wie­der kräf­tig ergrün­te Min­ze, Knos­pen an der Rose und Blät­ter an der Kas­ta­nie. Die selbst her­an­ge­zo­ge­nen Toma­ten­pflänz­chen sind umge­topft. Jetzt muss es nur wie­der wär­mer wer­den. Und wenn der Bal­kon etwas grö­ßer wach­sen wür­de, hät­te das auch was …

Kleiner Hinweis dazu, warum das mit dem Frauenanteil im grün-schwarzen Kabinett nicht ganz so einfach ist, und warum 2016 trotzdem ein Erfolg ist

Ges­tern hat Win­fried Kret­sch­mann mit Tho­mas Strobl die Minister*innen und Staatssekretär*innen für das ers­te grün-schwar­ze Kabi­nett vor­ge­stellt. Und gleich hieß es: die For­de­rung, die Hälf­te der Macht im Kabi­nett den Frau­en zu geben, sei mal wie­der ver­fehlt wor­den. Dabei zeigt sich, wie wich­tig es für der­ar­ti­ge Aus­sa­gen ist, vor­her die Sys­tem­gren­zen fest­zu­le­gen. Denn je nach­dem, wie hier gezählt, und wer alles berück­sich­tigt wird, sieht’s ganz unter­schied­lich aus. 

Dazu ist es zunächst ein­mal wich­tig, fest­zu­hal­ten, dass es in Baden-Würt­tem­berg eine gan­ze Rei­he unter­schied­li­cher Regie­rungs­äm­ter gibt: den Minis­ter­prä­si­den­ten bzw. die Minis­ter­prä­si­den­tin, Minister*innen, ehren­amt­li­che Staatsrät*innen, Staatssekretär*innen mit Stimm­recht im Kabi­nett, „poli­ti­sche“ Staatssekretär*innen ohne Stimm­recht im Kabi­nett, bis 2016 auch Staatsminister*innen (also Minister*innen im Staats­mi­nis­te­ri­um), den Chef (oder die Che­fin) der Staats­kanz­lei und schließ­lich die Amts­chefs der Häu­ser (Ministerialdirektor*innen, kurz: MDs). Dann gibt es wei­te­re her­aus­ge­ho­be­ne Pos­ten – die (Vize-)Präsident*innen des Land­tags und die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den der Regie­rungs­frak­tio­nen. Die­ses Tableau – mehr oder weni­ger eng zuge­schnit­ten – ist es, um das es hier geht. Wenn nur die Minister*innen betrach­tet wer­den, fällt die Ant­wort auf die Quo­tie­rungs­fra­ge anders aus als bei einer Berück­sich­ti­gung aller Per­so­nen mit Stimm­recht im Kabi­nett oder aller Minister*innen, Staatsrät*innen und Staatssekretär*innen.

Das sieht dann so aus:

Kurz: Tief durchdachte Kunst

Deep Art - BeispielIch bin durch­aus beein­druckt davon, was DeepArt.io kann. DeepArt.io ist ein aus For­schun­gen der Uni Tübin­gen, der ETH Lau­sanne und der Katho­li­schen Uni­ver­si­tät Löwen her­vor­ge­gan­ge­nes Pro­jekt, das tie­fe neu­ro­na­le Netz­wer­ke zur Bil­der­ken­nung ver­wen­det. (Ja, das geht in eine ähn­li­che Rich­tung wie das, was Goog­le mit Deep Lear­ning und Ten­sor­Flow macht). 

Wie gut die kom­mer­zi­el­len Ange­bo­te von DeepArt.io funk­tio­nie­ren, habe ich nicht aus­pro­biert. Für hoch­auf­lö­sen­de Bil­der, Dru­cke oder Lein­wän­de muss gezahlt wer­den – oder auch dafür, die heu­te im Schnitt 50 Minu­ten dau­ern­de War­te­schlan­ge zu umge­hen. Ich habe aber mit eini­gen Fotos her­um­pro­biert, und als „Style“ Gemäl­de von mir ver­wen­det. Das funk­tio­niert erstaun­lich gut, solan­ge es eine gewis­se Über­ein­stim­mung zwi­schen dem neu­en Bild­mo­tiv und der Stil­vor­la­ge gibt. Wenn also, wie links, bei­des eher in Rich­tung Landschaft/Gebäude geht, oder wenn bei­des ein Por­trät ist. Soweit, einen Stil völ­lig vom Motiv zu abs­tra­hie­ren, ist DeepArt.io noch nicht – aber um aus einem Gemäl­de eine gan­ze Rei­he in einem ähn­li­chen Stil gehal­te­ner „Fäl­schun­gen“ ähn­li­cher Moti­ve zu machen, dafür eig­net sich das Pro­gramm sehr gut. Spa­ßes­hal­ber habe ich auch ein­mal aus­pro­biert, was pas­siert, wenn Motiv und Style bei­des Fotos sind – also z.B. ein Foto von Kin­dern und ein Foto von Blü­ten. Tech­nisch kommt DeepArt.io damit natür­lich klar. Das Ergeb­nis ist dann aller­dings weni­ger über­zeu­gend, son­dern sieht mehr wie eine etwas dane­ben gegan­ge­ne Dop­pel­be­lich­tung aus. 

Auch aktu­el­le Bild­be­ar­bei­tungs­soft­ware hat Funk­tio­nen, die durch die algo­rith­mi­sche Fil­te­rung von Bil­dern Effek­te erzeu­gen sol­len, die nach Ölge­mäl­de oder Blei­stift­skiz­ze aus­se­hen sol­len. Das funk­tio­niert halb­wegs gut, aber längst nicht so über­zeu­gend wie die Kunst­ko­pien, die DeepArt.io lie­fert. Was die Fra­ge auf­wirft, was eigent­lich einen künst­le­ri­schen Stil aus­macht, wie die­ser (bei Men­schen) erlernt, ver­fes­tigt und repro­du­ziert wird, und wie ein­ma­lig gro­ße Kunst­wer­ke noch sind, wenn nicht nur Fälscher*innen in müh­se­li­ger Klein­ar­beit, son­dern auch Soft­ware in weni­gen Minu­ten neue Bil­der im sel­ben Stil pro­du­zie­ren kann (und wem der abs­tra­hier­te Stil eines Künst­lers oder einer Künst­le­rin eigent­lich gehört …). Das Kunst­werk in den Zei­ten der digi­ta­len Repro­du­zier­bar­keit betrifft eben nicht mehr nur die 1:1‑Kopie in glän­zen­den Bits, son­dern inzwi­schen auch das algo­rith­mi­sche Imi­tat eines bestimm­ten Stils. Tie­fe Fra­gen, die ange­wand­te KI hier auf­wirft. (Vgl. auch Visu­al Turing Test, Bericht der SZ dazu vom Februar).