Es soll ja wieder kälter werden, nachdem es in den letzten Tagen erst frühlingshaft und dann regnerisch war. Das Foto ist noch aus der Zeit vor diesem kurzen Frühlingseinbruch und zeigt das Neue Schloss in Stuttgart (in dem u.a. das Finanzministerium untergebracht ist) an einem der Schneetage.
Photo of the week: Snowdrop time!
Massig Schneeglöckchen im Vorgarten, als erster zarter Hinweis darauf, dass der Winter bald mal vorbei sein könnte. Wobei wir hier in der Freiburger Gegend schon einige Tage mit frühlingshaften Temperaturen in diesem Jahr hatten, und Eisschollen, Schnee und glatte Straßen nur etwas ist, was in den Social-Media-Feeds aus dem Norden der Republik zu sehen ist.
Architektur im Kleinformat
Ich gebe zu: ich gehöre zu der Zielgruppe, auf die Lego mit „18+“-Modellen und „Lego Ideas“ zielt. Nachdem die Kiste fast ein Jahr bei mir rumstand, habe ich im Januar den Botanischen Garten (Modell 21353) dann tatsächlich mal aufgebaut. Mit immerhin 29 Papierbeuteln, 463 Bauschritten und einer knapp 400 Seiten umfassenden Anleitung nimmt der Aufbau doch einiges in Zeit in Anspruch, hat aber auch etwa sehr meditatives.
Ob das ein sinnvoller Zeitvertreib ist, darüber lässt sich sicherlich trefflich streiten. Man gibt recht viel Geld aus, und hat am Schluss ein Modell eines Gewächshauses im Regal stehen. Das aus meiner Sicht einigermaßen ansehnlich ist, sonst hätte ich es mir nicht gekauft. Und auch hier ist der Weg dahin natürlich ein großer Teil des Vergnügens. Königsklasse wäre natürlich der Bau ohne Vorlage bzw. nach Herumexperimentieren im digitalem Lego-Designer. Aber da bin ich (noch?) nicht, aktuell baue ich nach Anleitung.
Dabei sind mir zwei Dinge aufgefallen. Zum einen die Liebe zum Detail, die dieses Modell kennzeichnet. Dazu gehören die kreativen Lösungen, um eine Vielzahl unterschiedlicher Pflanzen darzustellen, wie es sich für ein ordentliches Gewächshaus in einem botantischen Garten gehört, und das halbwegs realistisch. Zahnräder bilden den Stamm einer Palme, Rollschuhe in pink eignen sich als Blüte, und so weiter. Zu dieser Liebe zum Detail gehören auch Dinge, die nur beim Aufbau zu sehen sind, oder gut versteckt sind. So enthält das Modell zwei Frösche (einer davon im Keller), ein Eichhörnchen, eine Reihe von Vögeln (einer davon auf einem Nest unter dem Dach des Hauses) und einen Hasen, der einen Rosenstock kahlgefressen hat. Im Cafe ist ein Kuchenbuffet aufgebaut, und hinterm Haus läuft Wasser aus einem Schlauch. Da entspinnen sich sofort Geschichten.
Zum anderen finde ich es faszinierend, wie weit Lego (und ähnliche Bausysteme) architektonisch gekommen ist. Damit meine ich, dass hier eben nicht einfach Klötze aufeinander gestapelt werden, sondern mit einer Reihe von technischen Kniffen Dinge nachgebaut werden wie Wendeltreppen oder große Glasfenster mit Säulen und Rundbögen, und das alles aus relativ herkömmlichen Elementen. Es gibt ein Fundament, der Boden ist gefließt, die Beete im Gewächshaus sind von geschwungenen Mauern umfasst, und über dem Eingang finden sich Zierelemente, die recht „echt“ wirken.
Als kleiner Ersatz für eine echte viktorianische Glashaus-Orangerie im Garten (würde ich auch gerne nehmen) macht sich der botanische Garten im Regal jedenfalls ganz gut, und passt auch halbwegs zu der Buchhandlung, die dort schon steht. Viel mehr Platz für große Modelle – Dinosaurierskelette, ein Mondlander und die ISS sind auch noch da – ist allerdings nicht mehr. Insofern ist Zurückhaltung angebracht.
Photo of the week: Winter solstice morning – VI
Schöne neue Medienwelt, Ausgabe 2025
In meinem Blog finden sich einige Beiträge zu meiner Mediennutzung im Wandel. 2013 habe ich einen langen Beitrag dazu geschrieben, warum ich mit Zeitungen nicht mehr so richtig viel anfangen kann. 2020 geht es dann um die Wiederentdeckung der täglichen Lokalzeitung und um das neu angefangene regelmäßige Zeitungslesen trotz täglichem Pressespiegel. Und Anfang 2024 habe ich mir das komplette „Medienmenü“ angeschaut, das ich nutze.
Jetzt wollte ich darüber schreiben, was sich bezüglich Büchern (meist E‑Reader, das eine oder andere Buch aus Gründen inzwischen wieder auf Papier), abonnierten (E-)Zeitungen, Mastodon als bevorzugter Social-Media-Plattform und der Nutzung diverser Streamingdienste in den letzten zwei Jahren getan hat. Ich stelle fest: das ist erstaunlich stabil geblieben.
Neu ist vielleicht das eine oder andere gedruckte Magazin (Spektrum der Wissenschaft, Science Notes; daneben Katapult und Futurzwei, diese beiden lese ich aber viel zu selten), das in dem 2024-Text noch nicht erwähnt wird. Dazu kommen, sehr special interest, die Andromeda Nachrichten des Science Fiction Clubs Deutschland. Und das eine oder andere mich dann doch nicht begeisternde Abo-Experiment bei Magazinen auf Papier gab’s in den letzten zwei Jahren auch.
Bei den Podcast sind neben Das Universum und Sternengeschichten noch ein paar dazugekommen, hauptsächlich aus dem Bereich Geschichte, und ja, special interest, Science Fiction. Ist aber weiter eher sehr beschränkt auf „Höre ich beim Kochen.“
Prime Video nutze ich kaum noch (eigentlich nur noch, um dort Paramount+ anzugucken), Netflix weiter recht intensiv, dazu kommt immer mehr anguckbarer Content auf Apple TV. Und ja, auch bei Spotify bin ich weiterhin, inzwischen allerdings mit schlechtem Gewissen.
Was 2024 nur ganz am Rande vorkommt, ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk. Den ich in der Theorie extrem wichtig finde, in der Praxis aber meist enttäuschend finde. Linear höre/schaue ich so gut wie gar nichts (einzige Ausnahme in den letzten Monaten war vielleicht die ESC-Übertragung). Die Website der Tagesschau finde ich halbwegs brauchbar, die des SWR (SWR Aktuell Baden-Württemberg) meist unterirdisch und boulevardesk neben dem stehend, was politisch im Land gerade vor sich geht. Ab und zu nutze ich die ZDF-Mediathek (Die Anstalt und ZDF Magazin Royale decken wahrscheinlich 95 Prozent der Nutzungsfälle bei mir ab). Hmm. Eigentlich bräuchte es gerade jetzt einen Rundfunk, der sich als Kämpfer für die Demokratie sieht. Nicht als umlagefinanziertes Unterhaltungs- und Sportprogramm, und erst recht nicht als neutrale Spiegelung der letzten Sonntagsfrage in Prozent der Redezeit in Talkshows. Kein Vorwurf an viele engagierte Journalist*innen, aber das Gesamtergebnis überzeugt mich immer weniger. Und das hat viel mit der zunehmenden medialen Normalisierung der AfD zu tun.
Jetzt arbeite ich in der Politik. Wie informiere ich mich? Zusammenfassend: ich kriege viel mit, weil es auf Mastadon oder in meinem Feedreader auftaucht. Ich lese taz und Spiegel digital, wobei das eher artikelweise als „als Heft“ passiert, und eben bei Bedarf die Website der Tagesschau. Insofern hat die Umstellung der taz aufs digitale Erscheinen unter der Woche bei mir wenig geändert. Manchmal lese ich auch die Zeit und den Guardian (und denke über die FAZ nach). Dazu kommt die tägliche Badische Zeitung (als E‑Paper auf dem Tablet) und der Pressespiegel. Dazu kommt dann noch der eine oder andere Newsletter (inkl. des nächtlichen „Briefings“ von Table.Media). Insgesamt habe ich damit den Eindruck, durchaus informiert zu sein. Talkshows tauchen in der Nachberichterstattung auf, virale Social-Media-Phänomene ignoriere ich weitgehend. Altmodisch? Vielleicht – aber vielleicht hilft’s für den Überblick.
Letzter Punkt: bisher gab es ein Papier-Magazin meiner Partei, wobei auch hier die Qualität meinem Eindruck nach in letzter Zeit nachgelassen hat. Das wurde jetzt durch „grünblog.com“ (warum um alles in der Welt: „.com“?) ersetzt. Mich überzeugt das nicht. Mal sehen.










