Into the heat

Mit Blick auf ein Wie­der­fin­den in zehn Jah­ren mal kurz aufgeschrieben:

Der Juni 2026 ist heiß, sehr heiß. Grund dafür ist ein „heat dome“ über Euro­pa, und, ein biss­chen wei­ter zurück­ge­blät­tert, der Kli­ma­wan­del. Fak­tisch heißt es, dass es hier die­se Woche tags­über bis zu 38 Grad hat, nachts sin­ken die Tem­pe­ra­tu­ren auf – wenn es gut läuft – 24 Grad. Die Apps war­nen vor „Hit­ze­warn­stu­fe rot“.

Die Bahn ruft dazu auf, geplan­te Fahr­ten zu stor­nie­ren. In Frank­reich (dort ist es noch wär­mer) wer­den AKWs abge­schal­tet. Es gibt inten­si­ve Debat­ten über Hit­ze­frei, nicht kli­ma­ti­sier­te Schul­ge­bäu­de und die Fra­ge, wie Kin­der betreut wer­den, wenn die Schu­le aus­fällt. Sport­li­che Ver­an­stal­tun­gen im Frei­en wer­den abge­sagt, und auch eine Kon­fe­renz zu Extrem­hit­ze. Es wird hef­tig dar­über dis­ku­tiert, ob es ange­mes­sen ist, Hit­ze­re­kor­de mit plant­schen­den Baden­den zu illus­trie­ren – und was die bes­ten Metho­den sind, eini­ger­ma­ßen kühl zu bleiben.

In mei­ner Dach­ge­schoss­woh­nung in Ess­lin­gen begrüß­ten mich am Mon­tag­abend trotz zuge­zo­ge­ner Fens­ter­lä­den 39,4 Grad; ich war dann schon froh, dass das mit Lüf­ten über die Nacht auf 29 Grad am Mor­gen abge­sun­ken ist.

Im Haus in Gun­del­fin­gen sieht es etwas bes­ser aus. Mit nächt­li­chem Lüf­ten, Ver­schat­tung der Fens­ter und den recht dicken – und zwi­schen­zeit­lich gedämm­ten – Mau­ern eines Rei­hen­hau­ses aus den 1970ern sind es im Schnitt viel­leicht 26 oder 27 Grad. Der Kel­ler bie­tet eisi­ge 20 Grad. Für Mit­tag­essen auf der Ter­ras­se ist es viel zu heiß (der Appe­tit hält sich bei die­sen Tem­pe­ra­tu­ren eh in Gren­zen), die Toma­ten wach­sen präch­tig (wol­len aber auch stän­dig gegos­sen wer­den) und die Regen­was­ser­ton­ne ist trotz gar nicht so lan­ge zurück­lie­gen­der hef­ti­ger Regen­fäl­le leer.

Am Wochen­en­de soll es dann mit Gewit­tern zu einem Wet­ter­wech­sel kom­men. Mal sehen, ob das so ein­trifft, und wir den Juli wirk­lich mit Regen und 25 Grad begrü­ßen dürfen.

Photo of the week: Rebberg, Gundelfingen

Rebberg, Gundelfingen

 
Das Foto ist zwar schon ein paar Tage alt, passt aber ganz gut – denn erstaun­li­cher­wei­se haben wir schon wie­der Som­mer­son­nen­wen­de, sind, war­um auch immer, plötz­lich mit­ten im Som­mer ange­kom­men. Line­ar fließt die Zeit in die­sem Jahr jeden­falls defi­ni­tiv nicht. 

Science Fiction und Fantasy im Mai 2026

Very little moon

Defi­ni­tiv weder Sci­ence Fic­tion noch Fan­ta­sy ist die ARTE-Doku, auf die ich auf­merk­sam gemacht wur­de, nach­dem ich auf Mast­o­don über mein Mai-Rab­bit­ho­le berich­tet hat­te. Das bestand, wie im neben­ste­hen­den Bild zu sehen, dar­in, in Brick­link Stu­dio viel Zeit damit zu ver­brin­gen, die typi­sche Archi­tek­tur von Städ­ten wie Kopen­ha­gen oder eben Ams­ter­dam in vir­tu­el­len Lego-Model­len nach­zu­bau­en. Das macht Spaß, weil anders als in rea­lem Lego a. viel Platz da ist (die aktu­el­le Datei mit über 140.000 Lego­bau­stei­nen bringt mei­nen PC dann aller­dings an sei­ne Gren­zen), b. die Model­le nichts kos­ten und c. modu­la­ri­sier­tes Bau­en ein­fach mög­lich ist. Jeden­falls führ­te das zu Tors­tens Hin­weis auf die lei­der nur noch bei You­tube und nicht mehr in der ARTE-Media­thek zu fin­den­de, drei­ein­halb­stün­di­ge Doku The Magni­fi­ci­ent Three: Ams­ter­dam – Lon­don – New York. Eigent­lich gar nicht mein Gen­re, aber dann doch ein sehr gut gemach­ter Blick auf die eng mit ein­an­der ver­wo­be­ne Geschich­te aus Kapi­ta­lis­mus, Reli­gi­ons­krie­ge, Städ­te­bau und Kolo­nia­li­sie­rung, die auch erklärt, war­um die drei Städ­te so aus­se­hen, wie sie aus­se­hen. Etwas diver­se­re Expert*innen hät­ten der Serie gut getan, aber das ist auch schon mein ein­zi­ger Kri­tik­punkt. Dan­ke also für die Empfehlung! 

Gele­sen habe ich natür­lich auch – unter ande­rem einen der dies­jäh­ri­gen Locus-Gewin­ner, näm­lich das sehr cute Comic­buch The Space Cat (2025) von Nne­di Oko­ra­for und Tana Ford. Die etwas außer­ir­di­sche Kat­ze Peri­wink­le erzählt von ihren Aben­teu­ern in den USA und in Nige­ria, und ret­tet neben­bei die Welt – es pas­siert also gar nicht so viel, trotz­dem eine sehr net­te Sache.

„Sci­ence Fic­tion und Fan­ta­sy im Mai 2026“ wei­ter­le­sen