Kurz: Carta, mal durchgezählt (mit langen Updates)

Ich schät­ze Car­ta sehr. Laut Selbst­be­schrei­bung ist Car­ta ein »Autoren­blog für digi­ta­le Öffent­lich­keit, Poli­tik und Öko­no­mie«. Ich neh­me es eher als kura­tier­te, neue Form digi­ta­ler Öffent­lich­keit wahr denn als Blog, fast schon mehr ein Maga­zin neu­en Typs. Umso mehr freut es mich, dass eini­ge mei­ner Tex­te auch bei Car­ta erschie­nen sind. Und ich lese Car­ta eben­falls sehr gerne.

Heu­te aller­dings wun­der­te ich mich – nicht zum ers­ten Mal – über das Gefühl, in einem rei­nen Män­ner­me­di­um zu lesen. Jeder Arti­kel ist mit einem klei­nen, schwarz-wei­ßen Autoren­bild ver­se­hen, und es sind eben ganz über­wie­gend Män­ner, die einen da anbli­cken. So jeden­falls mein Gefühl. Und weil so ein Gefühl trü­gen kann, habe ich halb­wegs empi­risch ein­fach mal die letz­ten 100 Bei­trä­ge genom­men – ein Zeit­raum, der von Mit­te Febru­ar bis heu­te reicht – und durch­ge­zählt. Mei­nem sub­jek­ti­ven Emp­fin­den nach ist das kein Zeit­raum, der durch beson­de­re Män­ner­the­men gekenn­zeich­net gewe­sen wäre, Fuß­ball oder so; ich ken­ne mich da aller­dings zuge­ge­be­ner­ma­ßen nicht so beson­ders aus, was Män­ner­the­men wären. 


AutorIn­nen der zwi­schen Mit­te Febru­ar und heu­te erschie­ne­nen 100 Arti­kel in Car­ta, geord­net nach Anzahl der Arti­kel pro Autor/​pro Autorin. Lese­bei­spiel: Der Autor mit den meis­ten Arti­keln hat im Unter­su­chungs­zeit­raum elf Arti­kel ver­öf­fent­licht, die Autorin mit den meis­ten Arti­keln zwei. Klei­nes Bild: Geschlech­ter­ver­tei­lung der AutorIn­nen bezo­gen auf die 100 zuletzt erschie­nen Artikel.

Jeden­falls bestä­ti­gen die Daten mein Gefühl doch recht deut­lich. 89 Pro­zent der Bei­trä­ge stamm­ten von Män­nern. Von den 53 Per­so­nen, die in die­sem Zeit­raum auf Car­ta ver­öf­fent­lich haben oder ver­öf­fent­licht wur­den, waren gera­de ein­mal sie­ben Frau­en (13% der Per­so­nen, 8/​100 Bei­trä­gen). Fast alle davon sind nur mit einem ein­zi­gen Bei­trag in die­sem Zeit­raum ver­tre­ten, eine ein­zi­ge Frau mit zwei Bei­trä­gen. Das wun­dert mich dann doch, weil es natür­lich sehr viel mehr Frau­en gibt, die zu »digitale[r] Öffent­lich­keit, Poli­tik und Öko­no­mie« lesens­wer­te Din­ge im Netz schrei­ben. War­um tau­chen die auf Car­ta kaum auf? Ich las­se das jetzt ein­fach mal so ste­hen. Viel­leicht löst es ja eine Debat­te aus.

* * *

P.S.: Vera Bun­se von Car­ta mach­te mich dar­auf auf­merk­sam, dass die­se Debat­te nicht ganz neu ist (und sie kei­ne Lust dar­auf hat, sich aktu­ell dar­an zu betei­li­gen). Was ich ein Stück weit nach­voll­zieh­bar finde.

Dazu ein Aus­flug in die His­to­rie: Anne Roth frag­te im Novem­ber 2009 danach, wor­an es liegt, dass die Alpha-Blogs von Män­nern stam­men. Bun­se reagiert im Dezem­ber 2009 mit einem Text zu unter­schied­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sti­len und ‑bedürf­nis­sen von Frau­en und Män­nern, auf den es eine gan­ze Rei­he an Reak­tio­nen gibt. In einem wei­te­ren Text vom Janu­ar 2010 geht sie der The­se nach, wor­in unter­schied­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sti­le begrün­det sind. Sie schreibt:

Wit­zig. Heu­te erscheint ein Bei­trag von Clay Shir­ky, in dem er zu dem­sel­ben Schluss gelangt, den auch ich nach län­ge­rem Nach­den­ken ges­tern Abend noch gezo­gen habe: Frau­en behaup­ten sich schlech­ter als Män­ner. Und wahr­schein­lich liegt es an der jahr­hun­der­te­lan­gen Kon­di­tio­nie­rung, der Frau­en unter­wor­fen waren (sage ich, nicht Clay Shirky). 

… und endet nach einer aus­führ­li­chen Dis­kus­si­on zum The­ma männ­li­cher und weib­li­cher Sozia­li­sa­ti­on mit der Aufforderung:

Aber sie soll­ten es lau­ter tun. Eine Flüs­ter­tü­te neh­men und rufen, ‘seht her, ich hab was geschrie­ben, das euch inter­es­sie­ren wird!’. Mit Leucht­far­be auf Twit­ter, face­book, identi.ca – wo auch immer, annon­cie­ren. In ande­ren Blogs Wer­bung machen. Sich ver­net­zen. Sich was trau­en. Für Öffent­lich­keit sorgen. 

Die­se Auf­for­de­rung wie­der­holt sie – nach Reflek­ti­on – im August 2010 noch einmal.

Im Janu­ar 2011 kommt Bun­se zu der Dia­gno­se, dass sich etwas zum Guten gewan­delt hät­te, und dass deut­lich mehr Auf­merk­sam­keit für »Frau­en­blogs« ent­stan­den ist. Etwas pes­si­mis­ti­scher fällt ihr Fazit in einer erneu­ten Wie­der­auf­nah­me des The­mas im Dezem­ber 2012 aus: »Es hat sich gleich­zei­tig viel und wenig geändert.« 

Dabei geht sie zunächst auf den dog­ma­tisch-femi­nis­ti­schen Ton in der Netz-Gen­der­de­bat­te (in 2012 viel­leicht am deut­lichs­ten an der Ent­wick­lung des Blogs ›Mäd­chen­mann­schaft‹ zu sehen) ein, den sie für absto­ßend hält. Den Unwil­len vie­ler Frau­en, sich mit poli­ti­schen The­men zu beschäf­tig­ten und sich selbst als poli­tisch zu sehen, macht sie an einem ver­brei­te­ten fal­schen Bild des Poli­ti­schen fest. Gleich­zei­tig ist das Netz »nor­ma­ler« gewor­den – weni­ger enthusia­tisch, aber dafür selbst­ver­ständ­li­cher. Blogs wer­den bei­spiels­wei­se auch in Minis­te­ri­en wahr­ge­nom­men. Letzt­lich kommt sie zu dem Schluss, dass die For­de­rung »Traut euch!« wei­ter gilt – Frau­en äußern sich selbst­ver­ständ­lich poli­tisch, aber vie­le wol­len ihre Mei­nun­gen nicht ins Netz schrei­ben und dafür Auf­merk­sam­keit erzeu­gen. Als mög­li­che Lösung schlägt sie einen Ort vor, an dem qua­si das Schwim­men geübt wer­den kann, der sanf­te Über­gang von Tweets und Kom­men­ta­ren zu eige­nen Blog­tex­ten. Tumb­lr ist ein Bei­spiel für einen sol­chen Ort.

Mir ist klar, dass das nur ein klit­ze­klei­ner Aus­schnitt der seit 2009 geführ­ten Debat­te um das selt­sa­me Feh­len von Frau­en unter den »Alpha­blog­gern« und um Netz­fe­mi­nis­mus gene­rell ist. Ich schrei­be das hier so aus­führ­lich, weil ich deut­lich machen möch­te, dass hin­ter mei­nen Zah­len oben eine Geschich­te steht. 

Trotz­dem hal­te ich die Zah­len nach wie vor für bedenk­lich und für einen Grund, über die Struk­tu­ren der digi­ta­len Öffent­lich­keit unter Gen­der­aspek­ten nach­zu­den­ken. Anders gesagt: Wenn es stimmt, dass Frau­en sich an vie­len Orten poli­tisch poin­tiert äußern (und klar stimmt das), müss­te es dann nicht gera­de die Auf­ga­be eines publi­zis­ti­schen Medi­ums wie Car­ta sein, Schüt­zen­hil­fe für mehr Sicht­bar­keit zu leis­ten? Auch wenn’s eben nicht von selbst statt­fin­det und natür­lich jede Men­ge Men­schen nervt?

* * *

Ist das alles nur eine Moment­auf­nah­me? Sah es frü­her bes­ser aus? Weil die­se Fra­ge kam, habe ich mir die sel­ben Daten noch ein­mal für einen frü­he­ren Zeit­punkt ange­schaut, näm­lich für die 100 Bei­trä­ge zwi­schen dem 9. Juli und dem 9. Sep­tem­ber 2012. Das Bild, das sich ergibt, ist nahe­zu identisch:


Ana­ly­se der Geschlech­ter­ver­tei­lung für den Zeit­raum 9. Juli bis 9. Sep­tem­ber 2012.

In Zah­len: 85 Pro­zent der Bei­trä­ge stam­men von Autoren (das sind vier weni­ger als im neue­ren Zeit­raum), fünf von der Redak­ti­on (zwei mehr) und zehn von Autorin­nen (zwei mehr). Ins­ge­samt haben in Som­mer 2012 – abzüg­lich der Redak­ti­on – 52 Per­so­nen Bei­trä­ge für Car­ta gelie­fert (eine Per­son weni­ger als im neue­ren Zeit­raum). Fünf (= 9,6%) davon waren Frau­en, drei davon haben im Som­mer 2012 nur einen Bei­trag geschrie­ben, eine zwei und eine fünf Bei­trä­ge. Auch wenn damit der Frau­en­an­teil in die­sem hal­ben Jahr leicht gestie­gen ist: Das alles dürf­te kei­ne signi­fi­kan­te Dif­fe­renz zur Situa­ti­on in den neu­es­ten hun­dert Bei­trä­gen dar­stel­len. Ich gehe daher davon aus, dass zumin­dest vor einem hal­ben Jahr das struk­tu­rel­le Geschlech­ter­ver­hält­nis bei Car­ta nicht grund­le­gend anders aus­sah als heu­te. Und ich ver­mu­te, auch eine Kom­plett­aus­wer­tung wür­de kein ganz ande­res Bild ergeben.

Übri­gens: auch bei der Fra­ge, wer denn die (männ­li­chen) »Viel­schrei­ber« sind, gab es nur klei­ne Verschiebungen. 

* * *

Mei­ne Daten­grund­la­ge war übri­gens die Lis­te der Arti­kel bei Car­ta – aller­dings sind da wohl nicht alle Bei­trä­ge erfasst. Nach wel­chen Kri­te­ri­en Tex­te dort auf­tau­chen oder nicht auf­tau­chen, erschließt sich mir noch nicht so ganz.

68 Antworten auf „Kurz: Carta, mal durchgezählt (mit langen Updates)“

  1. Weil auf Twit­ter die Annah­me geäu­ßert wur­de, ich wür­de Car­ta vor­wer­fen, das bewusst so zu steu­ern – das tue ich defi­ni­tiv nicht. Ich glau­be zwar, dass Car­ta (die hier ja nur das kon­kre­te Bei­spiel sind) aktiv gegen­steu­ern könn­te, was aber mit eini­gem Auf­wand ver­bun­den wäre (also kon­kret: Frau­en kon­tak­tie­ren mit der Bit­te, was für Car­ta zu schrei­ben), sehe die Zah­len oben aber vor allem als Indiz dafür, wie sich auch in der Struk­tur der digi­ta­len Öffent­lich­keit gesell­schaft­li­che Geschlech­ter­ver­hält­nis­se abbil­den. Auch das ist kei­ne ganz neue Nach­richt (vgl. Zahl der Männer/​Frauen als Spre­che­rIn­nen auf Kon­fe­ren­zen etc. etc.), aber in empi­ri­scher Unter­le­gung viel­leicht doch ein Anstoß für eine Debatte.

  2. Das Gen­dergap ist eine Sache. Ihm ent­ge­gen­zu­wir­ken eine ande­re. Das ist zum einen kein Selbst­zweck, es geht um Inhal­te. Solan­ge nicht mehr Frau­en in den Berei­chen schrei­ben, die für Car­ta inter­es­sant sind, wird es sie dort nicht geben. Umge­kehrt bin ich mir sicher: Sobald es mehr Frau­en gibt, die über The­men schrei­ben, die für Car­ta inter­es­sant sind, wird es dort auch mehr geben. Man kann sie nicht aus dem Zylin­der zau­bern oder backen. Es liegt an den Frau­en, in der Blo­go­sphä­re aktiv zu wer­den und zu schrei­ben, zu schrei­ben, zu schrei­ben… dann wer­den sie von der Redak­teu­rin von Car­ta mit Sicher­heit auch beach­tet werden.

  3. Dan­ke für das ver­dienst­vol­le Durch­zäh­len. Bei ande­ren Zeit­räu­men dürf­te die Zahl der Autorin­nen wohl gering­fü­gig höher lie­gen, aber natür­lich sind es viel zu wenig. Intern haben wir schon meh­re­re Run­den mit der For­de­rung »Mehr Frau­en« bestrit­ten, Vera hat auch gezielt gesucht, und der enge­re Kreis der Car­ta-Macher besteht auch zu 50 Pro­zent aus Frau­en. Es gibt auch her­vor­ra­gen­de Autorin­nen wie Ant­je Schrupp oder Mei­ke Lobo oder Petra van Cro­nen­burg, die Car­ta ein biss­chen schub­sen könn­ten, aber das eige­ne klei­ne Blog ist Frau­en oft näher (was viel­leicht auch mit dem Mode­rie­ren und Zulas­sen von Kom­men­ta­ren zusam­men­hängt. Ant­je Schrupp schreibt ja des öfte­ren über die­ses Thema).

    1. Dan­ke für die Reak­ti­on! (Und für das Ver­ständ­nis dafür, dass ich Car­ta als Symptom/​Indiz hernehme …)

      Was mir auf­fällt, und was die Gewich­te ver­mut­lich schnell doch deut­lich ver­schie­ben wür­de, sind die Beiträge/​Kopf. Auch da domi­nie­ren die Män­ner ja sehr deut­lich. Schon ein oder zwei Frau­en, die sehr regel­mä­ßig für Car­ta schrei­ben wür­den, wür­den hier die Sta­tis­tik – und die Wahr­neh­mung – deut­lich verändern.

    2. Es wer­den ja öfter the­ma­tisch pas­sen­de Tex­te aus mei­nem Blog bei Car­ta gecross­pos­tet, was ich auch gut fin­de, weil sich das Publi­kum bei­der Blogs wohl nur wenig über­schnei­det. Bei den Kom­men­ta­ren, die dann dort rein­kom­men, habe ich aber dann kaum Lust, mit­zu­dis­ku­tie­ren. Und ich bin auch immer sehr erstaunt, wie sehr sie sich von den Kom­men­ta­ren in mei­nem eige­nen Blog unter­schei­den. Ehr­lich gesagt, wür­de mir bei die­sem Publi­kum die Lust feh­len, extra etwas zu schrei­ben – wobei man natür­lich auch nicht von denen, die kom­men­tie­ren, auf die, die lesen, zurück­schlie­ßen kann. Aber was mir am Blog­gen eben gera­de so gut gefällt ist eben die Mög­lich­keit der Debat­te, und das fällt bei Car­ta eigent­lich weit­ge­hend flach. Sowas wirkt sich natür­lich irgend­wie atmo­sphä­risch aus :)

  4. Es gibt ja durch­aus meh­re­re Wege, mehr Frau­en zu Car­ta zu finden.
    Weg 1 ist der übli­che: Frau­en traut Euch, Frau­en macht doch mal, Frau­en soll­ten viel­leicht, Frau­en brau­chen mög­li­cher­wei­se etc.
    Weg 2 ist der (nicht zwin­gend unüb­li­che, aber) sel­te­ne­re Weg: Frau­en anspre­chen und um Bei­trä­ge bitten.

    Ich kann hier nur ora­keln, aber ver­mut­lich haben sich die ande­ren Autor_​innen auch nicht unbe­dingt auf­ge­drängt, son­dern wur­den mit­un­ter nach Bei­trä­gen gefragt. Zumin­dest gilt das sowohl für mei­nen Bei­trag auf Car­ta als auch für die Bei­trä­ge von mir bekann­ten Per­so­nen. Dass Män­ner also mehr ver­tre­ten sind, liegt in ers­ter Linie an den Netz­werk­struk­tu­ren und weni­ger an den feh­len­den Frauen.

    (auf das übli­che »Frau­en inter­es­sie­ren sich nicht für die rele­van­ten The­men« gehe ich nur inso­weit ein: http://media.tumblr.com/f3ed7a963f09fccb32bb4848ebb23e55/tumblr_inline_mjhbo1k3sS1qz4rgp.gif).

    Was zudem hel­fen wür­de: nicht pau­schal den »dog­ma­tisch-femi­nis­ti­schen Ton der Netz-Gen­der-Debat­te« zu ver­ur­tei­len und statt­des­sen netz­fe­mi­nis­ti­sche The­men auf­grei­fen. Der Klei­ner­drei-Blog sei hier als ein Bei­spiel genannt. Dort fän­den sich auch Autor_innen.

  5. @totalreflexion: Das spricht mir aus der Seele!

    Die Lösung des Pro­blems den Frau­en in die Schu­he zu schie­ben, hal­te ich für nicht ziel­füh­rend und höchst pro­ble­ma­tisch. Geht es um Män­ner­netz­wer­ke, müs­sen die­se sich öff­nen. Per­sön­li­che Anspra­che, geziel­tes Suchen, klar­zu­ma­chen: Ja, wir wol­len expli­zit Frau­en als Autor*innen gewin­nen, ist sehr wichtig.
    Ich kann nur für mich spre­chen, aber selbst in mei­ner (Grüne-Jugend-)Filterbubble ist Blog­gen – und das Ver­lin­ken, Tei­len, Pro­mo­ten von Blog­bei­trä­gen (eige­nen oder ande­ren) eine ziem­lich männ­li­che Ange­le­gen­heit. Was mich übri­gens davon abhält, mehr zu bloggen.

  6. Nein, nicht die Mäd­chen­mann­schaft stößt mich ab – hat­te ich geschrie­ben -, son­dern ganz all­ge­mein der dog­ma­ti­sche Ton:

    Die Mäd­chen­mann­schaft war eine Anlauf­stel­le, die auch Men­schen ange­spro­chen hat, die sich selbst als “nicht poli­tisch” bezeich­nen. Dis­kus­sio­nen wur­den dort offen, sach­lich und höf­lich geführt, außer­dem waren vie­le Män­ner unter den regel­mä­ßi­gen Kom­men­ta­to­ren, was der Lebens­wirk­lich­keit ent­spricht. Lei­der hat sich das geändert.

    Es war die­ser neue, dog­ma­ti­sche Ton, der eine Zeit­lang die gesam­te Femi­nis­mus­de­bat­te im Netz bestimmt und mich abge­sto­ßen hat. Ich woll­te mir nicht anhö­ren, was ich erst mal alles lesen müs­se, um über­haupt mit­re­den zu dürfen 

    Das ist ein Unterschied.

    Toll, dass du die letz­ten hun­dert Arti­kel aus­ge­wer­tet hast. Reprä­sen­ta­tiv für Car­ta wären aber die Arti­kel seit dem Neu­start, denn seit­dem haben wir tat­säch­lich gezielt Frau­en ange­spro­chen, für Car­ta zu schrei­ben – da sähe dein Quer­schnitt doch schon anders aus. 

    Ich hab vor Weih­nach­ten aus Neu­i­gier mal gezählt: Es waren fast 30 Frau­en, die seit­dem was geschrie­ben haben. Hab lei­der nicht die Zeit, dem jetzt im Ein­zel­nen nachzugehen.

    1. Ich lese »Lei­der hat sich das geän­dert.« mit dem Absatz, der dar­auf folgt, so, dass du sagen willst, dass die Debat­te um die Mäd­chen­mann­schaft ein Bei­spiel dafür ist, wie eine femi­nis­ti­scher Bezug zu Lebens­wirk­lich­keit durch einen neu­en dog­ma­ti­schen Ton ersetzt wur­de – zumin­dest »eine Zeit­lang«. So war dann mein Ver­weis dar­auf oben zu verstehen.

      Zu Car­ta: Ich kann das ger­ne auch noch­mal mit mehr Arti­keln wie­der­ho­len, wenn ich die mal die Zeit dazu fin­de. Ich wür­de aber wet­ten, dass das Bild auch für eine grö­ße­re Fall­zahl nicht wesent­lich bes­ser aus­sieht. Wie gesagt: Ich unter­stel­le euch abso­lut nicht, bewusst nur Män­ner schrei­ben zu las­sen. Und du schreibst ja eben­so wie Wolf­gang Michal davon, dass ihr intern durch­aus dis­ku­tiert habt, wie Frau­en gewon­nen und dafür gezielt ange­spro­chen wer­den kön­nen. Des­we­gen ganz nüch­tern betrach­tet: Wenn es stimmt (ich bin da noch nicht über­zeugt von), dass in einer Zeit­pe­ri­ode x (z.B. vor einem hal­ben Jahr) deut­lich mehr Frau­en bei Car­ta geschrie­ben haben als in den letz­ten ein­ein­halb Mona­ten, dann wäre es doch inter­es­sant, danach zu fra­gen, wor­an das liegt – und ob etwas dage­gen getan wer­den kann. Und ich glau­be, dass eine Lösung tat­säch­lich sowas wie eine Hand­voll Stam­m­au­torin­nen sein könn­ten. Die sehe ich – das mag aber auch ein Bias mei­ner­seits sein – der­zeit jeden­falls nicht, Stam­m­au­toren dage­gen einige.

      P.S.: Wenn du mir einen Zeit­raum ähn­li­chen Umfangs nennst, der reprä­sen­ta­ti­ver ist, wür­de ich den noch­mal auswerten.

  7. Orrr, das Ton-Argu­ment: „auf Blog xy ist der Ton so doof.“ Das hat mei­nes Erach­tens kein biß­chen was damit zu tun, wer bei Car­ta schreibt. Wenn wir es doch auf­ma­chen wol­len: Solan­ge Talk­shows im Öffent­lich-Recht­li­chen noch mit „sind Frau­en hys­te­risch?“ auf­ma­chen, müs­sen wir uns über Ver­bit­te­rung unter Frau­en nicht wundern.

    Dar­an schließt sich an, dass vie­le Femi­nis­tin­nen sicher ger­ne mal über was ande­res schrei­ben wür­den, als jeden Tag dafür zu kämp­fen, nicht betatscht zu wer­den und im Fal­le einer Ver­ge­wal­ti­gung wirk­lich ernst genom­men zu wer­den. Auch die Kin­der­buch-N-Wort-Debat­te oder die all­täg­li­che Homo­pho­bie sind Pro­ble­me, auf die ich lie­bend gern ver­zich­ten wür­de. Aber solan­ge sich die gesamt­ge­sell­schaft­li­che Ein­stel­lung über Lip­pen­be­kennt­nis­se hin­aus nicht ändert, muss irgend­wer die täg­li­che Drecks­ar­beit machen.

    Dar­aus kom­men für mich zwei kon­kre­te Vor­schlä­ge. Zum einen: Autorin­nen anfra­gen. Wur­de hier schon mehr­fach gesagt. Und dabei out­side the box den­ken. Auch wenn eine Blog­ge­rin bis­her vor allem über The­ma x geschrie­ben hat, kann es durch­aus sein, dass sie auch von The­ma y Ahnung habt oder sich in ganz neue The­men ein­ar­bei­tet. In vie­len Netz­de­bat­ten tau­chen die immer glei­chen männ­li­chen Köp­fe auf, die aber zu allem eine Mei­nung haben. Traut Autorin­nen zu, sich eben­falls über meh­re­re The­men zu informieren.

    Zum ande­ren: Aus den Debat­ten der letz­ten Mona­te ler­nen, auch wenn die Umset­zung sau­hart ist. Kei­ne Tex­te, for the clicks, bei denen eine mar­gi­na­li­sier­te Grup­pe unter den Bus geschmis­sen wird. Ordent­li­che Kom­men­tar­spal­ten – war­um soll­ten wir die eigent­lich den Trol­len über­las­sen, war­um neh­men wir hin, dass Frau­en ihre Dis­kus­sio­nen nur in geschütz­ten Face­book­grup­pen aus­tra­gen? Wir haben jetzt Mona­te damit ver­bracht, den all­täg­li­chen Ras­sis­mus, die all­täg­li­chen sexis­ti­schen Grenz­über­schrei­tun­gen, all­täg­lich hete­ro­nor­ma­ti­ves Den­ken, limi­tie­ren­de Spra­che, wenn es etwa um Behin­de­run­gen geht, sicht­bar zu machen. Wenn dar­aus Kon­se­quen­zen fol­gen, haben femi­nis­ti­sche, anti-ras­sis­ti­sche, anti-homo­pho­be, anti-trans­pho­be Blogger_​innen Zeit, auch über ande­re Din­ge zu schreiben.

    1. »Solan­ge Talk­shows im Öffent­lich-Recht­li­chen noch mit „sind Frau­en hys­te­risch?“ auf­ma­chen, müs­sen wir uns über Ver­bit­te­rung unter Frau­en nicht wundern.«

      solan­ge frau­en sich hys­trisch ver­hal­ten, wer­den talk­shows damit aufmachen. 

      und was car­ta (wiki­pe­dia et. al.) betrifft, sehe ich das ganz genau­so. solan­ge frau­en sich selbst othern und »ande­re« inter­es­sen, »ande­res« ver­hal­ten kul­ti­vie­ren, wer­den sie auf die­sen platt­for­men nicht maß­geb­lich ver­tre­ten sein und die spiel­re­geln nicht in rich­tung »frau­en­freund­lich« ver­än­dern kön­nen. wobei letz­te­res natür­lich auch auf der essen­tia­lis­ti­schen annah­me beruht, frau­en wür­den tat­säch­lich »ande­re« wasau­chim­mer benö­ti­gen und bevorzugen.

        1. Wer lesen kann ist klar im Vor­teil Ort­mei­er. Frau­en schrei­ben über­all dort gern und viel ins Inter­net, wo Du nicht bist. Über­all da, wo ihnen nicht erst daher­ge­lau­fe­ne Kom­men­ta­to­ren gei­fern­de Behaup­tun­gen vor die Füße rot­zen, die sie dann aus­räu­men müs­sen, bevor ihre Mei­nung ernst genom­men wird und sie mit Respekt behan­delt werden.

          1. »daher­ge­lau­fe­ne Kom­men­ta­to­ren gei­fern­de Behaup­tun­gen vor die Füße rotzen« 

            hel­ga, ich mag dei­nen humor. echt.

  8. @Till
    Kur­ze Fra­ge: Geht es dir dar­um, dass Frau­en schrei­ben, oder meinst du aus­drück­lich femi­nis­ti­sche Bei­trä­ge? Hab dich da wohl ziem­lich falsch verstanden.

    1. In dem Arti­kel oben geht es mir schlicht dar­um, wie vie­le Bei­trä­ge von wie vie­len Frau­en und wie vie­le von wie vie­len Män­nern stam­men. Die Ebe­ne, über was die jeweils schrei­ben, wäre auch inter­es­sant, ist hier aber erst­mal kein Thema.

    2. Die Maxi­me „Frau­en fra­gen“ sehe ich unab­hän­gig von der Fra­ge „Femi­nis­ti­sche Autorin oder nicht“.

      Wer über Femi­nis­mus wie schreibt, mit wel­chem Geschlecht, und über wel­che The­men all­ge­mein aus einer fem­ins­ti­schen Per­spek­ti­ve, ist, wie Till schreibt, eine wei­te­re Ebene.

  9. @Helga

    Ach Hel­ga, wie­der den bösen Trol­len die Schuld geben war­um sich Frau­en nicht zu Wort mel­den. Als hät­ten die­se so viel Macht einen ande­ren Men­schen kom­plett fern­zu­steu­ern und des­sen Ver­hal­ten zu bestimmen…das ist ein­fach die umge­kehr­te Logik des Vic­tim Bla­ming. Und es so lang­wei­lig das Du inmer wie­der das glei­che Argu­ment bringst. So langweilig.
    Wer schrei­ben will, der oder die schreibt!

    Es ist so ein­fach ande­re in Repra­tur zu schi­cken anstatt sein eige­nes ver­ba­les ver­hal­ten zu reflek­tie­ren. Aber nein, Män­ner haben sich zu ändern, denn deren Sozia­li­sa­ti­on war ja ein Feh­ler was sich auch in furcht­ba­ren männ­li­chen Dis­kurs­stra­te­gien bemerk­bar macht, die die armen Frau­en ver­grau­len. Lol.

    1. Eine Atmo­sphä­re schaf­fen, in der vie­le Men­schen – es sind ja nicht nur Frau­en – kei­ne Lust haben, sich zu unter­hal­ten != fern­steu­ern. Und ich wür­de mal tip­pen, du (als anschei­nend männ­li­cher Kol­le­ge) hast auch in der H&M‑Abteilung mit BHs und Röcken und High Heels das Gefühl, da nicht hin­zu­ge­hö­ren und ver­bringst nur wenig Zeit da. Steu­ert H&M dich fern?

  10. Aus gege­be­nem Anlass möch­te ich auf mei­ne Kom­men­tar­re­geln hin­wei­sen: Kurz gesagt habe ich nichts dage­gen, wenn eine/​r hier Din­ge äußert, die ich für völ­li­gen Unsinn hal­te (idea­ler­wei­se soll­te dies nicht anonym gesche­hen – und mög­lichst höf­lich). Soviel Mei­nungs­frei­heit muss ertra­gen wer­den. Ich fin­de aber, dass das gehen muss, ohne belei­di­gend zu wer­den, und behal­te mir vor, Kom­men­ta­re zu löschen. Eini­ge Äuße­run­gen oben fin­de ich in die­sem Sin­ne bereits grenzwertig.

    1. Da fängt es schon an. Ich ken­ne eini­ge Frau­en, die schon auf den völ­li­gen Unsinn kei­ne Lust haben. Wenn man in bestimm­ten Debat­ten wei­ter­kom­men will, hat das nichts mit man­geln­der Mei­nungs­frei­heit zu tun, einen Raum zu schaf­fen, in dem nicht jeder Quatsch will­kom­men ist. Beson­ders dann nicht, wenn die­ser Quatsch beinhal­tet, dass Kom­men­ta­to­ren Macht­spiel­chen begin­nen, in denen Kommentator_​innen sich erst­mal Respekt ver­schaf­fen müs­sen, im schlimms­ten Fall durch z.B. die Abgren­zung zu ande­ren Frau­en. Da kann man die Mess­lat­te auch anders legen und sich gleich mit Respekt begeg­nen. Sonst wird jede Dis­kus­si­on zur Grund­satz­dis­kus­si­on und grund­le­gen­de Din­ge müs­sen jedes Mal neu aus­ge­han­delt wer­den. Das ermüdet.

      Schließ­lich gibt es dazu inzwi­schen For­schung zu Kom­men­ta­ren und je kras­ser der Ton wird, umso eher bezie­hen Leu­te Posi­ti­on, selbst wenn sie eigent­lich noch gar kei­ne Ahnung haben.

      1. Ich fin­de schon, dass es mög­lich ist, zwi­schen Tona­li­tät und Inhalt zu unter­schei­den. Und ich glau­be – nai­ver­wei­se? – dar­an, dass gro­ßer Unsinn sich selbst ent­larvt. Bis­her habe ich den Ein­druck, dass das – in die­sem Blog – recht gut funk­tio­niert. Aber das kann natür­lich auch täuschen.

        1. Manch­mal bestimmt. Aber gera­de der ers­te Kom­men­tar von Ort­win hat bei­des hin­ge­kriegt. Der Inhalt „Frau­en sind hys­te­risch“ ist dane­ben. Gleich­zei­tig setzt er damit einen Ton, der alle Kom­men­ta­to­rin­nen unter Gene­ral­ver­dacht stellt. Damit muss eine Kom­men­ta­to­rin umge­hen (und Frau­en lesen eher alle Kom­men­ta­re und schrei­ben sel­te­ner ein­fach nur ihren Senf dazu). Selbst „igno­rie­ren“ erfor­dert, den Kom­men­tar gele­sen und sich dar­über einen Gedan­ken gemacht zu haben. Bei allem, was nun pas­siert, steht das Kli­schee „hys­te­ri­sche Frau“ schon im Raum – hal­lo Bedro­hung durch Ste­reo­ty­pe.

          1. Hel­ga,
            ich möch­te dich bit­ten, kor­rekt zu zitie­ren. auch das gehört zur diskussionskultur.
            ich schrieb näm­lich nicht:

            „Frau­en sind hysterisch“

            son­dern: »solan­ge frau­en sich hys­trisch verhalten«

            wenn dir der unter­schied jetzt nicht sofort klar ist, frag ein­fach, wie es gemeint sein könnte. 

            »Frau­en schrei­ben über­all dort gern und viel ins Inter­net, wo Du nicht bist.«

            mut­ma­ßun­gen über mei­ne auf­ent­halts­or­te im inter­net gehö­ren nicht zum the­ma. vul­go: ich ver­bit­te mir der­ar­ti­ge bezug­nah­men auf mei­ne person. 

            ich möch­te mich auch nicht (expli­zit oder impli­zit) als daher­ge­lau­fen bezeich­nen las­sen oder mein als kom­men­tie­ren »hin­zot­zen« bezeich­net wissen. 

            du for­derst einen respekt­vol­len umgang und musst dein ver­hal­ten an die­ser for­de­rung mes­sen lassen.

        2. Noch eine Anmer­kung zum Ton: Es ist lei­der auch heu­te noch so, dass der Ton von Män­nern und Frau­en anders bewer­tet wird. Die Män­nern zuge­schrie­be­nen Ver­hal­tens­for­men (bestim­mend, aggres­siv, her­aus­for­dernd) wer­den posi­tiv bewer­tet, wenn sie von Män­nern ver­wen­det wer­den. Die Frau­en zuge­schrie­be­nen Ver­hal­tens­for­men (pas­siv, es allen recht machend) ver­hin­dern schon, dass sie sich über­haupt zu Wort mel­den. Wenn doch, wer­den sie sel­te­ner ernst genom­men. Aber männ­li­che Ver­hal­tens­wei­sen zu kopie­ren geht eben auch nicht, da ist die Wer­tung »Gren­ze über­schrit­ten« viel schnel­ler zur Hand. Sexua­li­sier­te Belei­di­gun­gen und Dro­hun­gen kom­men dann noch ein­mal oben drauf.

          Das wird aber lei­der immer wie­der ver­ges­sen und statt­des­sen davon aus­ge­gan­gen, alle Kommentator_​innen hät­ten die glei­chen Aus­gangs­be­din­gun­gen. Aber das Spiel­feld ist ziem­lich schräg und die Frau­en müs­sen sich noch durch Schlag­lö­cher kämpfen.

          Wie schnell Kom­men­ta­to­rin­nen zurecht gewie­sen wer­den, zei­gen die Ort­win-Kom­men­ta­re. Jeder ein­zel­ne ent­hält Bemer­kun­gen, die eine sexua­li­sier­te Atmo­sphä­re (hys­te­ri­sche Frau­en) auf­bau­en, mich iro­ni­siert schel­ten (»ich mag dei­nen humor«, »weiß­te selbst ;)«) oder ein­fach gleich abwer­ten (mimi­mi). Es macht auch kei­nen Unter­schied, ob ich pole­misch oder inhalt­lich ant­wor­te. Und wenn sei­ne Aus­sa­gen so ste­hen blei­ben, wer­den die sich für (zuvie­le) Men­schen nicht selbst ent­lar­ven, weil die­se Tak­ti­ken über­all ange­wandt, aber sel­ten hin­ter­fragt und auf­ge­deckt werden.

          Das ein­zig gute: Die­se Debat­te eig­net sich schön als Anschau­ungs­ob­jekt für mei­ne Aus­sa­ge, dass wir aus den Debat­ten der letz­ten Mona­te ler­nen müs­sen. Für die Gestal­tung von Kom­men­tar­spal­ten gibt es eini­ge Ansatz­punk­te. Die Fra­ge ist nur, wer dar­aus ler­nen wird.

          1. Dan­ke für den Hin­weis. Ich befürch­te, du hast recht. (Und ja, die Idee herr­schafts­frei­er Kom­mu­ni­ka­ti­on im Netz, die ein­fach so ent­steht, ist wohl eine schö­ne Uto­pie, mehr nicht).

            Ich den­ke noch drü­ber nach, was das für mich für »Kom­men­tar­spal­ten« bedeu­tet. Kann es sowas wie Kom­mu­ni­ka­ti­ons­räu­me im Netz geben, in denen das Spiel­feld eben ist (sagen wir, in Begrif­fen vor­herr­schen­der Deu­tun­gen – die dann eini­ge der Kom­men­ta­re oben per se ähn­lich lächer­lich erschei­nen las­sen wie jemand, der/​die in einem auto­no­men Ple­num meint, auf die Geschäfts­ord­nung des Bun­des­tags ver­wei­sen zu müssen?)

          2. »Und wenn sei­ne Aus­sa­gen so ste­hen bleiben«

            IHRE aus­sa­gen, hel­ga. nicht sei­ne. du bist ste­reo­ty­pen annah­men aufgesessen.

          3. Dann wun­dert mich aller­dings die Mail­adres­se etwas, die ich ja im Admin-Inter­face sehe. (Ein Grund, war­um ich es lie­ber habe, wenn Leu­te mit offe­nen Kar­ten spielen …)

            Aber viel­leicht zeigt das gan­ze auch schön, dass es nicht auf bio­lo­gi­sche Geschlech­ter, son­dern auf geschlechts(stereo)typische Ver­hal­tens­wei­sen ankommt.

          4. Till, um spam zu ver­mei­den den­ke ich mir meist mail­ad­dis aus. die kön­nen dann einen vor­na­men beinhal­ten oder auch badelatsch@badematte.de lauten.

            die­se addis sind ent­we­der neu­tral oder männ­lich, da mir natür­lich bekannt ist, dass ein­las­sun­gen von frau­en, die als sol­che erkenn­bar sind, ande­res bewer­tet werden.

          5. Na dann. Macht aber kei­nen Sinn, weil Kom­men­tar­mail­adres­sen ja nicht öffent­lich sind. Ich ver­kau­fe die jeden­falls nicht weiter …

            (Und der Nach­satz zur Begrün­dung eines geschlechts­neu­tra­len Auf­tritts zeigt doch gra­de, wie wich­tig eine ande­re Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kul­tur wäre …)

  11. @Helga

    1: Kann es sein das es Orte gibt an denen ich nicht sehr will­kom­men bin. Ich ver­su­che trotz­den erleb­nis­of­fen zu blei­ben und mich dahin zu bege­ben wo ich eigent­lich ein ungu­tes Gefühl habe. Mal abge­se­hen davon, das ich kei­nen Bedarf an Damen­wä­sche habe, wüss­te ich kei­nen triff­ti­gen Grund mich nicht in der Damen­ab­tei­lung von H&M auf­zu­hal­ten bzw. was mich zwin­gen wür­de dort nicht hin­ge­hen zu können.

    2: Unter ›Jungs‹ oder im Boys club herrscht nun mal ein rau­he­rer Ton. Auch mir wird oft wenig Respekt in eher männ­lich fre­quen­tier­ten Foren ent­ge­gen gebracht.
    Viel­leicht kommt es Dir ja irgend­wann mal im den Sinn, das die­se ›respekt­lo­sen‹ Rüpe­lein auch als Ein­la­dung in den Boys club gedacht sind, da man Frau­en eben wie den Rest der Jungs behan­delt. Ob Du bei­tre­ten willst oder nicht ist Dei­ne Sache und eine Fra­ge der inter­kul­tu­rel­len Kompetenz.

  12. Ich igno­rie­re mal bewusst die diver­sen Anfein­dun­gen, und sage auch nichts dazu, dass ich zwi­schen »Frau­en sind hys­te­risch« und »Frau­en ver­hal­ten sich in der Regel hys­te­risch« kei­nen wirk­lich gro­ßen Unter­schied sehe, son­dern will einen von »Kol­le­ge« auf­ge­wor­fe­nen Aspekt auf­grei­fen, den ich inter­es­sant finde. 

    Er schreibt nämlich:

    Viel­leicht kommt es Dir ja irgend­wann mal im den Sinn, das die­se ›respekt­lo­sen‹ Rüpe­lein auch als Ein­la­dung in den Boys club gedacht sind, da man Frau­en eben wie den Rest der Jungs behandelt. 

    Das mag sogar stim­men. Aber dahin­ter steht die Annah­me, dass poli­ti­sche Dis­kus­sio­nen im Netz (ganz selbst­ver­ständ­lich?) ein »Boys club« sind. Mal ganz abge­se­hen davon, dass ich (als Mann) von Rüpe­lei­en wenig hal­te, stellt sich mir hier die Fra­ge, ob der »Boys club« wirk­lich die rich­ti­ge Meta­pher für netz­ba­sier­te Debat­ten ist. Mei­ne per­sön­li­che Ide­al­vor­stel­lung wäre eher der Salon (also nicht der aus dem wil­den Wes­ten, son­dern der aus dem 18. Jh./19. Jh.).

  13. Ganz gro­ßes Kino. Mir die Wor­te im Mund umdre­hen und mit »mimi­mi« und »hys­te­risch« kom­men und dann jam­mern, dass ich die­sen respekt­lo­sen Umgang als sol­chen bezeichne.

    @Kollege: Für Frau­en ist es nicht so ein­fach dahin zu gehen, wo sie kein gutes Gefühl haben. Hast Du mit­be­kom­men, wie oft Frau­en im Inter­net Ver­ge­wal­ti­gungs- und Mord­dro­hun­gen bekom­men haben? Fürs »im Inter­net sein«? Was Till sagt: Die Erwar­tung, das Inter­net sei ein Boys Club, ist ein Pro­blem. Und all die Kom­men­ta­to­ren, die Frau­en erst­mal mit »hys­te­risch« abkan­zeln, sind ein Pro­blem. All die Leu­te, die dann noch Dro­he­mails schrei­ben, klei­nen Mäd­chen den Tod wün­schen und »Schlag Ani­ta Sarkeesian«-Spiele bas­teln sind ein Problem.

    1. »Mir die Wor­te im Mund umdrehen«

      Hel­ga, ich glau­be, du soll­test noch­mal dein und mein pos­ting checken.
      was das »jam­mern« angeht, na … das weiß­te ja selbst ;-)

      1. Ich: »Knal­ler-Kom­men­tar bei @_tillwe_ der illus­triert, war­um Frau­en oft kei­ne Lust auf Kom­men­tar­spal­ten haben!«

        Du: »*mimi­mi*

        ICH bin schuld! wegen mei­nes obi­gen kom­men­ta­res trau­en sich frau­en nicht ins inter­net zu schrei­ben!!!

        … nee. klar. «

  14. @Till @Helga

    Das Inter­net ist an sich ist ja nicht regu­liert (obwohl es kein rechts­frei­er Raum ist) und dort wer­den sich eben die Leu­te durch­set­zen die am lau­tes­ten rum­schrei­en bzw. einen ›wett­be­werbs­ori­en­tier­ten Sprach­stil‹ pfle­gen und das sind in der Regel Männer.
    Das Netz ist kein ›boys club‹ aber durch die unre­gu­lier­te Struk­tur wird es dazu.

    Eine Mög­lich­keit ist natür­lich eine strick­te Mode­ra­ti­on in Foren, Chats, Blogs etc. Aber auch da ist auf das Maß zu ach­ten. Femi­nis­ti­sche Blogs sind mir (als Mann) in die­ser Hin­sicht beson­ders übel auf­ge­fal­len. Dort wird nicht mehr dif­fe­ren­ziert zwi­schen berech­tig­ter Kri­tik & Trollerei.

    1. »Das Netz« und »aus­ge­wähl­te Poli­tik­blogs« sind zwei unter­schied­li­che Din­ge. Mal abge­se­hen davon, dass auch die The­se, dass ein unre­gu­lier­ter Raum auto­ma­tisch durch Rüpel über­nom­men wird, mir so nicht zu stim­men scheint. Aber selbst wenn dem so wäre, wür­de das ja letzt­lich – im Inter­es­se eines zivi­len Umgangs, ganz unab­hän­gig vom Geschlecht – für recht kla­re und hart durch­ge­setz­te Mode­ra­ti­ons­re­geln für all die­je­ni­gen Ange­bo­te spre­chen, die vir­tu­el­le Räu­me ange­neh­men Umgangs anbie­ten wollen.

  15. @Helga

    »Die Fra­ge ist nur, wer dar­aus ler­nen wird.«

    Ja, wer wird dar­aus lernen?
    Für Femi­nis­tin­nen ist es natür­lich klar wer das sein wird, näm­lich die Män­ner. Da Femi­nis­tin­nen nun mal den ›männ­lich‹ bestim­mend, aggres­siv, her­aus­for­dern­dend Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stil als defi­zi­tär auf­fas­sen und den auf pas­si­vi­tät & Kon­sens aus­ge­rich­te­ten ›weib­li­chen‹ Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stil als ›bes­ser‹ bzw. ›fort­schritt­li­cher‹ ein­stu­fen haben sich gefäl­ligst die Män­ner zu ändern und auf iro­nie, kri­tik, pole­mik & rhe­to­rik oder ande­re ›Tak­ti­ken‹ zu verzichten.

    Wie öde, lang­wei­lig & auto­ri­tär das dann wird, sieht man auf Blogs wie Mäd­chen­mann­schaft oder bei den Regeln für die geplan­te PiratinnenKon.

  16. Ich glau­be, es wäre gut, den Zank hier mit etwas mehr Posi­ti­vis­mus zu dämp­fen. Daß sich Frau­en auf car­ta unwohl fühl­ten, und des­halb fern­blie­ben, ist ja nur eine Hypo­the­se, die über­prüft wer­den müß­te. Zu prü­fen wäre auch, ob Frau­en auch an ande­ren Orten sich für die auf car­ta behan­del­ten The­men nicht inter­es­sie­ren. Über­haupt nei­gen Femi­nis­tin­nen wie die hier anwe­sen­de Hel­ga zu wag­hal­si­gen Ver­all­ge­mei­ne­run­gen. Ziem­lich all­ge­mein sind ihre Aus­sa­gen über das Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­hal­ten von Ver­tre­tern der bei­den Geschlech­ter, die sich eher auf patri­ar­cha­li­sche Mus­ter als auf per­sön­li­che Erfah­rung grün­den. Wenn man nicht sorg­fäl­tig argu­men­tiert, dann sind Dis­kus­sio­nen sinnlos.

    Der zwei­te Punkt ist die Fra­ge nach der Sinn­hal­tig­keit, an der Geschlech­ter­ver­tei­lung bei car­ta etwas ändern zu wol­len. Wir erken­nen in libe­ra­len Par­tei­en wie der Pira­ten­par­tei einen Män­ner­über­schuß. Wäre es denn zweck­mäß nur des­halb ihr Pro­gramm fal­len­zu­las­sen, und es durch ein ande­res zu erset­zen, das erfah­rungs­ge­mäß Frau­en bes­ser anspricht, etwas das der RAF, der PLO, der PKK, der ame­ri­ka­ni­schen Tea-Par­ty-Bewe­gung, Job­bik, Bür­ger­rechts­be­we­gun­gen der Roma & Sin­ti, der ame­ri­ka­ni­schen Urein­woh­ner, und isla­mi­schen und ande­ren reli­giö­sen Ver­ei­nen etc.

  17. @Till

    Das ist auch eine grund­sätz­li­che Fra­ge die ich nicht so ein­fach beant­wor­ten kann.

    Wenn tat­säch­lich Män­ner & Frau­en anders sozia­li­siert wer­den, dann wach­sen sie in unter­schied­li­chen Kul­tu­ren auf. Und das macht sich wie­der­um an unter­schied­li­chen Sprach­sti­len (Gen­der­lek­ten) bemerkbar.

    Die Fra­ge was man nun bes­ser fin­det (den ›männ­li­chen‹ oder ›weib­li­chen‹ Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stil) läßt sich auch auf ande­re Berei­che über­tra­gen. Z.B. fin­det man die west­lich christ­lich gepräg­te Kul­tur bes­ser oder über­le­ge­ner als die mus­li­misch oder asia­ti­sche Kultur?

    Die Fra­ge ist also auch ob man eher zu einem Kul­tur­re­la­ti­vis­mus neigt, oder tat­säch­lich davon aus­geht das ein Sprach­stil eine Kul­tur der ande­ren über­le­gen ist?
    Schwer zu ent­schei­den imho.

    Dazu wür­de mich die Mei­nung von @Helga wirk­lich interessieren.

    1. 1. Das mit dem die­sen Fra­gen inhä­ren­ten Dua­lis­mus ist so eine Sache. Es gibt defi­ni­tiv unter­schied­li­che weib­li­che und unter­schied­li­che männ­li­che Sozialisationen. 

      2. Inter­sek­tio­na­li­tät, oder: neben der Dif­fe­ren­zie­rung nach Geschlecht gibt es noch eine gan­ze Rei­he wei­te­rer sozia­ler Unter­schei­dun­gen, die zu unter­schied­li­chen »Kul­tu­ren« füh­ren. Her­kunfts­schich­t/-klas­se, Ethnizität, …

      3. Die meis­ten die­ser Unter­schei­dun­gen sind macht­för­mig struk­tu­riert, und.nur begrenzt frei­wil­lig. Soll hei­ßen: ob wir als Mann oder Frau, arm oder reich sozia­li­siert wer­den, ent­schei­den nicht wir, und es erfor­dert erheb­li­chen Auf­wand, dar­an im Nach­hin­ein etwas zu ändern. (→Posi­tio­nie­run­gen und Pri­vi­le­gi­en, hier wird’s dann aka­de­misch, und im Extrem­fall auch dogmatisch).

      Aus 1. und 2. folgt, dass es Quatsch wäre, Kom­mu­ni­ka­ti­on auf Geschlecht zu redu­zie­ren. Aus 3. folgt, dass es Quatsch ist, über gleich­ar­ti­ge oder über-/un­ter­ge­ord­ne­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kul­tu­ren zu phi­lo­so­phie­ren. Es geht nicht um funk­tio­nal bes­ser, son­dern um Mecha­nis­men des Aus­schlus­ses unter­pri­vi­le­gier­ter Posi­tio­nen (oder, so wür­de ich die berich­te­te Mode­ra­ti­ons­pra­xis der Mäd­chen­mann­schaft inter­pre­tie­ren, um den bewuss­ten Aus­schluss pri­vi­le­gier­ter Diskurspositionen).

  18. Ich bin mir übri­gens sicher, das mei­ne Kom­men­ta­re hier in die­ser Form auf der MM NICHT durch­ge­kom­men wären! Es sind also nicht nur die Trol­le & der Umgangs­ton in Foren wie z.b. dem Hei­se Forum das man kri­tisch beob­ach­ten kann.

  19. @Till

    Es gibt aber in der Sozio­lin­gus­tik Unter­su­chun­gen die zwi­schen ›männ­li­chen‹ & ›weib­li­chen‹ Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sti­len unter­schei­den? Bei­spiel: Das unter­bre­chen des Gesprächs­part­ners wird als männ­li­che Domi­nanz­stra­te­gie gewer­tet, den­noch ist es z.B. bei New Yor­ker Juden durch­aus üblich dazwi­schen zu reden bzw. sich zu unter­bre­chen ohne das dass als unhöf­lich wahr­ge­nom­men wird. Es ist ein­fach ein ande­rer Stil.

    Wenn also durch die MM sol­che ›Tak­ti­ken‹ unter­bun­den wer­den dann kri­ti­sie­ren sie damit auch bestimm­te ›Kul­tu­ren‹ in der sol­che rhe­to­ri­schen Mit­tel üblich sind.

    1. Die Schluss­fol­ge­rung, dass eine Kri­tik an hier (und noch dazu schrift­lich erfol­gen­den) statt­fin­den­den als männ­lich kon­no­tier­ten Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sti­len eine Her­ab­set­zung der (münd­li­chen) Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sti­le ande­rer Grup­pen in ande­ren Kon­tex­ten bedeu­tet, ist ent­we­der dumm oder perfide.

  20. @Till

    Die The­se ist nicht von mir son­dern von Lin­gu­is­tik­pro­fes­so­rin Debo­rah Tannen.
    Scha­de, ich hät­te gedacht Du hät­test ein paar ernst­haf­te Argu­men­te dage­gen, bis jetzt fand ich die Dis­kus­si­on eigent­lich ziem­lich konstruktiv.

    Viel­leicht möch­ten die ande­ren Mit­dis­ku­tan­tIn­nen etwas dazu sagen? Von @Helga kommt ja lei­der gar nichts mehr. Schade.

    1. Noch­mal: Mei­ne Kri­tik bezieht sich nicht auf die The­se, son­dern auf ihre Anwend­bar­keit für die Fra­ge, wie im Kon­text deutsch­spra­chi­ger Blogs gegen geschlechts­spe­zi­fi­sche Aus­schlüs­se gear­bei­tet wer­den kann. Nur weil etwas in Kon­text A stim­mig erscheint, muss es in Kon­text B kein Argu­ment sein.

      Eine gut begrün­de­te Ableh­nung von Tan­nens popu­lär­wiss. The­se zwei­er *ganz* unter­schied­li­cher sprach­li­cher Geschlechts­kul­tu­ren fin­det sich übri­gens bei Ruth Ayaß (2008): Kom­mu­ni­ka­ti­on und Geschlecht, S. 93ff. Fazit: die The­se zwei­er unver­än­der­li­cher Kul­tu­ren igno­riert die Gemacht­heit sozia­ler Ver­hält­nis­se eben­so wie sozia­le Machtverhältnisse.

  21. Das Buch von Ayaß habe ich nur Aus­zugs­wei­se bei Goog­le gele­sen. Dar­um ist mir auch nur eine gro­be Zusam­men­fas­sung der Kri­tik an Tan­nen bekannt.
    Ayaß wirft Tan­nen vor kein ›wis­sen­schaft­li­ches‹ Buch geschrie­ben zu haben, son­dern eins das Geschlech­ter­ste­reo­ty­pe repro­du­ziert. Dazu kann ich nicht viel sagen, fra­ge mich aber ob der Ver­wurf auch auf Trö­mel-Plötz Buch ›Frau­en­spra­che‹ zutref­fen würde?

    So blei­ben bei mir also eini­ge Fra­gen offen. Scha­de das vie­le femi­nis­ti­sche Blogs so ein dog­ma­ti­sche Aus­rich­tung haben und Fra­gen & Anmer­kung von ›fach­frem­den‹ nicht zulas­sen. Ist ja eigent­lich ein inter­es­san­tes Thema.

    1. Klar ist das inter­es­sant. Aber die Trenn­li­nie zwi­schen Trol­len und »fach­frem­den« Neu­lin­gen ist oft sehr dünn. Und dann kommt hin­zu, nicht stän­dig wie­der von vor­ne anfan­gen zu wol­len, weil jemand irgend­wel­che Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten nicht kennt – kann ich schon ver­ste­hen. Wenn ich in einem Fuß­ball­blog fra­gen wür­de, ob das Spiel nicht mit zehn in einer Mann­schaft, aber dafür zwei Bäl­len viel span­nen­der wäre, und viel­leicht ohne Abseits­re­gel – so kom­men »Fach­frem­de« in femi­nis­ti­schen Blogs oft an.

  22. @Till

    Ein femi­nis­ti­sches Blog ist aber kein Fuß­ball­blog. Ich den­ke wer sich für Femi­nis­mus enga­giert möch­te auch etwas in der Gesell­schaft ver­än­dern & und das betrifft mich dann viel mehr als die The­men die auf nem Fuß­ball­blog dis­kut­tiert werden. 

    Ich sehe es ein­fach nicht ein jemand Auto­ri­tät zuzu­bil­li­gen der mich nicht über­zeu­gen kann oder kei­ne Lust dazu hat (weil das kann man ja alles nachlesen)
    Mal abge­se­hen davon ist es eine sehr patri­ar­cha­li­sche Art von Kom­mu­ni­ka­ti­on alles von ›oben‹ nach ›unten‹ durch­zu­rei­chen ohne Rück­fra­gen zuzulassen.

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