Ein paar Notizen zu David Brin, Existence

Existence - David Brin

Gute Vor­sät­ze, da war doch was. Genau: Ich habe mir vor­ge­nom­men, häu­fi­ger über das, was ich lese, zu schrei­ben. Das betrifft vor allem Sci­ence Fic­tion. Nicht mit dem Anspruch einer hoch­wer­ti­gen Kri­tik von vor­ne bis hin­ten, und auch nicht immer, aber dafür öfter. Zu dem, was mir so auf­ge­fal­len ist beim Lesen, und was nach dem Lesen hän­gen­ge­blie­ben ist.

Ich fan­ge mal mit David Brins 2012 erschie­ne­nem Roman Exis­tence an, der mich meh­re­re Näch­te dazu ver­lei­te­te, viel zu lan­ge wach zu blei­ben. Brin ist einer der eso­te­ri­sche­ren Hard-SF-Autoren; sei­ne Bücher sind – wie es sich für einen aka­de­misch täti­gen Astro­phy­si­ker gehört – zunächst wis­sen­schafts­nah und sehr rea­lis­tisch, fan­gen aber irgend­wann an, extrem spe­ku­la­tiv zu wer­den (wenn auch nicht in dem Aus­maß wie bei Greg Egan). Trotz­dem gefällt mir die ers­te Hälf­te des um die 650 Sei­ten umfas­sen­den Wer­kes Exis­tence deut­lich bes­ser als die zwei­te Hälf­te. Gleich mehr dazu, war­um, aber zunächst ein Blick aus der Vogelperspektive.

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Eine kurze Frage zum Jahreswechsel

Vor ein paar Tagen warf ich mit Fra­gen um mich. Dan­kens­wer­ter­wei­se wur­den die sogar beant­wor­tet (Hen­dryk, Eber­hard, Ella). Zum Jah­res­wech­sel möch­te ich eine der Fra­gen, die ich da gestellt hat­te, noch ein­mal her­aus­pi­cken und sie (euch allen) erneut stel­len – auch des­we­gen, weil ich die Ant­wor­ten beach­tens­wert fand, und gespannt bin, ob ande­re (weni­ger grü­ne) Men­schen das anders sehen.

Hier also die Fra­ge. Ant­wor­ten dazu ger­ne in den Kommentaren:

Glaubst du, dass es ins­ge­samt und über­haupt so wei­ter­ge­hen kann? Und wenn nicht: was ziehst du für Schlüs­se daraus?

Achtung, ein Best Blog Award kommt geflogen

bestblogawardKaum schrei­be ich, dass ich gera­de unter aku­ter Blogun­lust lei­de (ein Bei­trag, dem noch immer die Kom­men­ta­re feh­len!), trifft mich ein gut gewor­fe­nes Blog-Preis­chen Ket­ten­brief­chen Blog-Stöck­chen*.

Und weil die hier eher sel­ten auf­schla­gen, und die Fra­gen span­nend sind, will ich drauf ant­wor­ten. Über den Ket­ten­briefteil (11 Fra­gen beant­wor­ten, 10 Blog­ge­rIn­nen 11 neue Fra­gen stel­len, das Bild ver­lin­ken) muss ich noch nachdenken.

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Kurz: Dreizehenspecht, MdL

Wilder See IEs wäre über­trie­ben, zu behaup­ten, ich hät­te Bru­no Latours Das Par­la­ment der Din­ge. Für eine poli­ti­sche Öko­lo­gie (2001) tat­säch­lich ver­stan­den. Manch­mal wür­de ich sogar bezwei­feln, dass die­ser Text, der davon lebt, eine Viel­zahl an Begrif­fen neu zu defi­nie­ren, über­haupt im Gan­zen ver­ständ­lich ist. Ein zen­tra­les Ele­ment des Tex­tes ist die Fra­ge nach dem Rede­recht und der Reprä­sen­ta­ti­on nicht-mensch­li­cher Wesen im (hier dann doch eher meta­pho­ri­schen) Par­la­ment der Din­ge, der neu­en Ver­fas­sung der Welt. 

Falls es jemand gibt, der oder die sich inten­si­ver mit die­sen Ideen aus­ein­an­der­ge­setzt hat, und noch nach einem Bei­spiel jen­seits des von Latour ange­führ­ten Rin­der­wahn­sinns sucht, um die Phi­lo­so­phie der poli­ti­schen Öko­lo­gie zu kon­kre­ti­sie­ren, dann wür­de ich dem oder der die Debat­ten im baden-würt­tem­ber­gi­schen Land­tag rund um den Natio­nal­park als Mate­ri­al emp­feh­len. Der Natio­nal­park wur­de heu­te im Land­tag beschlos­sen, und sowohl in der Spra­che als auch in Form mit­ge­brach­ter Foto­gra­fien wur­den immer wie­der die Rech­te von Drei­ze­hen­spech­ten, Bart­flech­ten und Auer­hüh­nern ange­spro­chen, ins­be­son­de­re (aber nicht nur) von den Regie­rungs­par­tei­en und den Bewe­gun­gen für den Natio­nal­park. Auf der ande­ren Sei­te kamen dann häu­fig die Rech­te von den in der Natio­nal­park­re­gi­on leben­den Men­schen zur Spra­che, ins­be­son­de­re (aber nicht nur) von der Oppo­si­ti­on und den Natio­nal­park­geg­nern ins Feld geführt. Oder die öffent­li­che Aus­schuss­an­hö­rung: die einen saßen in Form eines Ver­tre­ters der Natio­nal­park­geg­ner im Raum, die ande­ren wur­den ver­tre­ten durch Exper­ten etwa des Naturschutzbundes. 

Viel­leicht lie­ge ich auch falsch, und der Blick auf die Natio­nal­park­de­bat­te mit Latours poli­ti­scher Öko­lo­gie ist ent­we­der lang­wei­lig (weil evi­dent), oder fehl am Platz (weil Natur, Reprä­sen­ta­ti­on und nicht-mensch­li­ches Wesen hier per se eine Rol­le zuge­wie­sen bekom­men) – aber ich glau­be, es wür­de sich loh­nen, die­se Debat­ten, von den par­la­men­ta­ri­schen Reden bis zu den Zei­tungs­be­rich­ten, mal genau­er zu untersuchen. 

2013kretschmannmitbaumpilzP.S.: Sowas wie das hier mei­ne ich: Minis­ter­prä­si­dent Kret­sch­mann spricht in sei­ner Rede hier die „zitro­nen­gel­be Tra­me­te“, einen sel­te­nen Pilz, an – und bringt ihn zumin­dest als Bild gleich mit ans Redepult.

Kurz: Mein Name ist Kohl, Rosenkohl

Kohlrabi detail

Mit Kohl ist das ja so eine Sache. Rot­kohl schmeckt in Maßen als Salat. Blu­men­kohl und Wir­sing kann gekocht lecker sein. Kohl­ra­bi wird unter­schätzt. Grün­kohl erin­nert an nord­deut­sche Groß­el­tern­be­su­che im Winter. 

Aber Rosen­kohl ist nicht mei­nes – ent­we­der bit­ter oder fros­tig-quietsch­süß, mei­ner Erfah­rung nach eigent­lich fast immer semi­pam­pig gekocht. Nicht lecker. (Und über­haupt: eigent­lich sind Spi­nat oder auch Man­gold und rote Bete viel wohl­schme­cken­der als die­se gan­zen Kohlvarianten).

Das mit dem Rosen­kohl sehen ande­re genau­so. Man­che auch nicht. Eigent­lich müss­te das heu­te noch auf Twit­ter tren­den – jeden­falls ent­brennt da gera­de der gro­ße Rosen­kohl­streit. Und selbst in mei­ner ver­schla­fe­nen Face­book-Time­line weckt ein Ein­trag zu Kohl­sor­ten die dis­kus­si­ons­wü­ti­gen Geis­ter. Aber bes­ser schmeckt das dadurch nicht, Sai­so­na­li­tät hin oder her.