Ikonographie der IKEA-Toilette (Update)

Eini­ge wis­sen es schon: wir zie­hen end­lich um! In die­sem Zusam­men­hang war ich dann vor ein paar Tagen auch bei IKEA, und habe dort u.a. auch die Toi­let­te besucht. Die Män­ner­toi­let­te war wie folgt beschriftet:

Männertoilette bei IKEA

Was mir prin­zi­pi­ell sehr gut gefal­len hat, im Detail aber noch nach­bes­se­rungs­wür­dig wäre. Gut ist: IKEA bie­tet nicht nur ers­tens gene­rell eine kos­ten­lo­se Toi­let­te an, und zwei­tens (sowohl in der für Män­ner wie in der für Frau­en) auch eine klei­ne­re für Kin­der, son­dern drit­tens in bei­den Räu­men auch einen Wickeltisch. 

Das Signal, dass auch Väter wickeln kön­nen sol­len, wird aller­dings durch die Iko­no­gra­phie teil­wei­se wie­der in Fra­ge gestellt. Auf dem Bild (s.o.) ist ja nun ein­deu­tig zu erken­nen, dass nur Men­schen mit Rock Babys wickeln. Stan­dard­deu­tung: Frau. Es mag eine Klei­nig­keit sein und an die For­de­rung nach Rad­weg­be­schrif­tun­gen mit und ohne Stan­ge (im Rad­bild) erin­nern: aber noch bes­ser fän­de ich es, wenn auf dem Schild ganz selbst­ver­ständ­lich auch ein Mann beim Wickeln zu sehen wäre. Alter­na­tiv­deu­tung: gera­de die Bei­be­hal­tung des Ste­reo­typs macht klar, dass hier nicht nur Män­ner Kin­dern wickeln kön­nen sol­len, son­dern dass sie dadurch ein biß­chen wie ste­reo­ty­pe Frau­en sind, was aber durch­aus – aus Sicht der IKEA-Tür­be­schrif­tung – erwünscht wäre. 

Noch etwas radi­ka­ler gedacht stellt die funk­tio­na­le Auf­wer­tung von Toi­let­ten die Gen­der-Tren­nung in Fra­ge: wie könn­te eine intim­sphä­ren­wah­ren­de Toi­let­ten­an­la­ge aus­se­hen, die auf der sel­ben Grund­flä­che die sel­be Funk­tio­na­li­tät anbie­tet (und den Wickel­raum dann geschlechts­am­big beschriftet?).

War­um blog­ge ich das? Vor allem aus Freu­de über die rela­tiv gro­ße Selbst­ver­ständ­lich­keit eines zwei­ge­schlecht­lich zugäng­li­chen Wickel­tisches bei IKEA.

Update: Es gibt noch einen zwei­ten Feh­ler im Bild, auf den mich „riech­t­laut“ bei Flickr hin­ge­wie­sen hat. Wer fin­det ihn, ohne nachzuschauen?

Vor dem 27. Parteitag

Nächs­te Woche fin­det die Bun­des­de­le­gier­ten­kon­fe­renz, sprich, der Bun­des­par­tei­tag, von Bünd­nis 90/Die Grü­nen in Nürn­berg statt. So die Bahn bis dahin wie­der fährt, bin ich einer der etwa 800 Dele­gier­ten, die dort über eini­ge wich­ti­ge The­men ent­schei­den wer­den. Auf der Tages­ord­nung steht nicht nur die grü­ne Markt­wirt­schaft, son­dern auch die Fra­ge „Zukunft der sozia­len Siche­rung“ (samt bis­her etwas schwach­brüs­ti­ger Online-Debat­te) und das immer wie­der ger­ne dis­ku­tier­te The­ma Neu­es Logo.

Die Zukunft des Sozia­len wird sich letzt­lich um die Fra­ge Grund­si­che­rung oder Grund­ein­kom­men dre­hen. Dazu lie­gen inzwi­schen etwa fünf leit­an­trags­fä­hi­ge Anträ­ge und hau­fen­wei­se Ände­rungs­an­trä­ge (Kate­go­rie „Z“) vor. Der Antrags­schluss für Ände­rungs­an­trä­ge ist übri­gens Sonn­tag; auch ich suche noch nach drei Unter­stüt­ze­rIn­nen für einen Antrag zur Abmil­de­rung von Z‑01 (bzgl. der Brü­cken­exis­tenz-Siche­rung). Eine Syn­op­se der zen­tra­len Anträ­ge hat Dirk Wer­hahn zusam­men­ge­stellt. Kurz gesagt gibt es den (teil­wei­se recht wol­ki­gen) Grund­si­che­rungs­an­trag des Bun­des­vor­stan­des (Z‑01), den Beschluss der LDK Baden-Würt­tem­berg zum Sockel­grund­ein­kom­men, über den ich hier ja schon aus­führ­lich geschrie­ben habe (Z‑02). Dann gibt es noch ein paar ähn­li­che Anträ­ge u.a. aus Rhein­land-Pfalz, und den Antrag Z‑08, der sich – wie­der­um wol­ki­ger, aber dafür etwas radi­ka­ler – für ein wei­ter­ge­hen­des Grund­ein­kom­men ausspricht. 

Die Ein­schät­zun­gen, wel­cher Antrag mehr­heits­fä­hig ist, gehen weit aus­ein­an­der – von „der Buvo darf nicht schon wie­der bla­miert wer­den, des­we­gen wird Z‑01 gewin­nen, egal was drin­steht“ bis zu „vie­le Lan­des­ver­bän­de haben sehr knapp für bzw. gegen ein Grund­ein­kom­men gestimmt; es wird auch dies­mal sehr knapp wer­den und bei guter Argu­men­ta­ti­on und guter Bünd­nis­ar­beit zu gewin­nen sein“ (und das Gerücht, das es Anträ­ge geben wird, die tat­säch­li­che Abstim­mung zu ver­ta­gen, weil gera­de da und dort Land­tags­wah­len statt­fin­den, habe ich auch schon gehört). Ich per­sön­lich fän­de es sehr schön, wenn der Bun­des­par­tei­tag sich dem baden-würt­tem­ber­gi­schen Votum anschlie­ßen wür­de, und ein zukunfts­wei­sen­des, aus­ge­ar­bei­te­tes Kon­zept für ein Grund­ein­kom­men unter­stützt, das durch­aus finan­zier- und umsetz­bar ist. Frei­tag voram Abend der BDK (21 Uhr) wird es noch ein Tref­fen des grün-inter­nen Netz­werks Grund­ein­kom­men geben – viel­leicht ergibt sich dort ja auch noch eine Ver­dich­tung der Antrags­la­ge. Ich wür­de das begrüßen.

Zu Z‑01 ist – ähn­lich wie beim ent­spre­chen­den in Baden-Würt­tem­berg geschei­ter­ten Grund­si­che­rungs­an­trag – vor allem zu sagen, dass eine schö­ne Rhe­to­rik mit eini­gen posi­ti­ven For­de­run­gen und viel Wei­ter-so und einer ganz anders lau­fen­den Pra­xis zusam­men­kommt. In der jet­zi­gen Form kann ich die­sen Antrag nicht unter­stüt­zen; wenn er zu einem ech­ten Kom­pro­miss erwei­tert wird, der Türen für das Grund­ein­kom­men auf­macht, statt es pau­schal zu ver­dam­men, müss­te ich mir das noch­mal überlegen.

Wäh­rend mei­ne Auf­merk­sam­keit der­zeit also vor allem auf der Grund­ein­kom­mens-Grund­si­che­rungs-Debat­te liegt, ist natür­lich auch die Logo-Ent­schei­dung nicht unspan­nend. Ich den­ke, ich wer­de für ein neu­es Logo, und zwar für den Ent­wurf 2 stimmen:

Logo 2

War­um blog­ge ich das? Weil auf Par­tei­ta­gen vie­les schon ent­schie­den ist, wo die wich­ti­ge Mei­nungs­bil­dung im Vor­feld – also jetzt – abläuft. Und weil es auf dem Par­tei­tag selbst wohl nur kos­ten­pflich­ti­ges T‑Lan geben soll.

Bionade: Neue Geschmacksrichtung? (Update: „forte“ jetzt „aktiv“)

Colours of Bionade I

Bio­na­de schmeckt bes­ser als nach­ge­mach­te Kon­kur­renz­pro­duk­te und auch die Wer­bung und Gestal­tung passt. Und bis­her galt die eher­ne Regel: Bio­na­de gibt’s in den Geschmacks­rich­tun­gen Kräu­ter, Holun­der, Oran­ge-Ing­wer und Lit­chi – bis auf let­ze­re mag ich die alle ger­ne, oft gibt’s auch nur Holun­der. Vor ein paar Tagen im loka­len Alna­tu­ra dann was neu­es, qua­si die Qua­dra­tur der Natür­lich­keit: Bio­na­de pur for­te (s.o.), sprich: Malz­li­mo ohne Geschmacks­zu­satz. Schmeckt – gar nicht so anders als z.B. die Kräu­ter­va­ri­an­te, ein biß­chen sau­rer, ziem­lich erfri­schend. Anders gesagt: zumin­dest die Kräu­ter-Bio­na­de schmeckt eigent­lich weni­ger nach Kräu­ter und mehr nach dem Grund­pro­dukt. Und der Fir­men­web­site lässt sich ent­neh­men, dass das „For­te“ auf einen dop­pelt so hohen Cal­ci­um- und Magne­si­um­ge­halt hin­weist. Aha.

War­um blog­ge ich das? Ich fand vor allem die Namens­ge­bung amü­sant. Und hof­fe, dass Bio­na­de sich nicht zu einem „jede Sai­son was neues“-Markenthema ent­wi­ckelt. Und weil mein Ede­ka inzwi­schen schon wie­der kei­ne mehr hat – noch nicht mal mit Geschmack.

Update: (Mai 2008) Inzwi­schen ist die Vari­an­te „Bio­na­de for­te“ als „Bio­na­de Aktiv“ im Han­del zu fin­den. Schmeckt genau­so wie oben, und hat auch wei­ter­hin das erfri­schend schlich­te Ver­pa­ckungs­de­sign aller Bio­na­de­fla­schen, nur ohne Far­be (kon­se­quen­ter­wei­se ist auch der Deckel nur blau-weiß und nicht blau-weiß-rot). Neu (bis­her hier und bei „Holun­der“ gese­hen): zusätz­lich zum „Kün­ast-Sie­gel“ jetzt auch das EU-Bio-Siegel.