Kein Kommentar zur politischen Lage; ich erzähle euch jetzt auch nicht, was der begeistert ans Werk gehende junge Künstler über den symbolischen Gehalt seiner Schöpfung zu sagen hatte.
Am Ende eines Experiments – einmal Neuwahlen, bitte
Im Oktober 2009 habe ich einen längeren Text zur damals gerade anstehenden Jamaika-Koalition im Saarland geschrieben. Und ja – die damalige Analyse trägt durchaus noch. Jetzt ist das ja auch schon wieder Geschichte, und die Idee, mal eben eine große Koalition herbeizuführen, fällt Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer auf die Füße. Oder ist’s nur ein taktisches Spiel der dortigen SPD, um möglicherweise nach einer Neuwahl in einer großen Koalition ein bisschen besser dazustehen als es jetzt der Fall wäre?
Wie dem auch sei – es scheint nun ziemlich sicher zu sein, dass es 2012 nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern auch im Saarland zu Neuwahlen kommt. Stimmt eigentlich mein subjektiver Eindruck, dass die Haltbarkeit von Landesregierungen in den letzten Dekaden deutlich abgenommen hat? Und ist es, wie manche es twitterten, ein Zeichen dafür, dass PolitikerInnen den Auftrag der WählerInnen nicht mehr ernst nehmen – Neuwahlen als Demokratieproblem?
Übrigens: Mein Tweet, es könne doch auch mal jemand danach fragen, was mit rot-rot-grün als Alternative zu Neuwahlen sei, wurde erwartungsgemäß eher belächelt. Und ja, ich halte das (wie ich schon 2009 geschrieben habe) aufgrund der lokalen Animositäten zwischen Linkspartei-Oskar und seiner Altpartei auch nicht für eine realistische Option. Trotzdem schade, dass das so gar nicht denkbar ist. (Und bei der Gelegenheit: Wie schon in Hamburg scheitert eine schwarz-grüne Koalition am/beim Wechsel des schwarzen Personals – was will uns das sagen?).
Ich hoffe mal, dass die Grünen im Saarland die Chance des Wahlkampfs nutzen. Simone Peter als ehemalige Umweltministerin hat sich, was so zu hören ist, in der Regierung durchaus wacker geschlagen. Wie wär’s diesmal mit einer Spitzenkandidatin?
Warum blogge ich das? Mit Blick auf die politische Großwetterlage scheint das Saarland wichtiger zu sein, als allgemein so gedacht wird …
P.S.: Wenn dieser Artikel der Saarbrücker Zeitung so stimmt, dann geht’s nicht drum, dass SPD und CDU nicht zueinander finden würden, sondern dass die große Koalition lieber gleich für fünf Jahre laufen soll!
Photo of the week: Colour
Eine Aufnahme vom Besuch der Jungen Kunsthalle in Karlsruhe. Vielleicht aber auch eine Metapher für das anlaufende Jahr 2012. Angeblich soll es – habe ich auf Facebook gelesen – das chinesische Jahr des Drachen sein, das ein bisschen turbulenter werden wird als das ja doch eher ruhige Jahr des Hasen, also, äh, 2011?! Wie dem auch sei – mein Jahr hat gleich mal mit der Fraktionsklausur samt Besuch der Hochschule Aalen (mit Laborrundgang im Stil von Looking-at-Things) angefangen. Neben dem eigentlichen Klausurprogramm samt Haushaltsanträgen und ähnlichen Leckereien gab es – im kulturellen Beiprogramm – auch einen Abend im Theater der Stadt Aalen, wohl das kleinste Stadttheater. Dafür war das Programm ganz und gar nicht kleinstädtisch; der Landtagsfraktion wurde eine Inszenierung von T.C. Boyles Wildem Kind gezeigt – auf einer winzigen Bühne, die es ermöglichte, an allen Nuancen des Textes (über den Versuch der Disziplinierung eines Wolfskindes im 18. Jahrhundert) in ihrer ganzen Intimität und abschreckenden Nähe teilzuhaben. Politisch geht mein Jahr dann nächstes Wochenende gleich mit einem Treffen der BAG Wissenschaft, Hochschule, Technologiepolitik weiter. Bunt wird’s auf jeden Fall.
In der Buchhandlung
Seit fast einem Jahr war da noch dieser Gutschein über 25 Euro, den ich geschenkt bekommen hatte, und den ich in der großen Buchhandlung hier vor Ort einlösen konnte.
Eigentlich eine gute Sache, so ein Gutschein: Ich lese ziemlich viel; die letzten Bücher, die ich zur Unterhaltung gelesen habe, können hier besichtigt werden. Dann habe ich – darauf werde ich gleich noch zurückkommen – manchmal ziemlich spezielle Vorstellungen davon, was ich gerne lese. Insofern: Gute Idee, einen Gutschein statt ein Buch zu verschenken, das mir vielleicht letztlich doch nicht gefallen hätte.
Dass der Gutschein noch immer uneingelöst von mir hierher und dorther geschleppt wurde, hatte wohl etwas damit zu tun, dass ich seltener in die Innenstadt kam. Aber, das muss ich zugeben, die Tatsache, dass ich den ganz überwiegenden Teil meiner Bucheinkäufe seit einigen Jahren über ein großes Internetversandhandelsunternehmen abwickle – auch diese Tatsache wird dazu beigetragen haben, dass der Gutschein so lange uneingelöst blieb. Kurzum: Erst heute hatte ich die Zeit und die Muße, mich in die große Buchhandlung im Stadtzentrum zu begeben, um das Geschenk endlich aus dem Virtuellen ins Reale zu verwandeln.





