Frühlingsanfang – und immer mal wieder Graupel, Hagel, Schnee und Minusgrade. Wird besser, spätestens am 13. März. Land begrünen und so.
Kurz: Noch zehn Tage bis zur Wahl
Noch zehn Tage bis zur Wahl. Die letzte Umfrage sieht erstmals wieder eine eigenständige grün-rote Mehrheit. Und Grüne und CDU liegen fast gleichauf, in einigen Umfragen werden wir sogar mit 0,5 Prozentpunkten vor der CDU ausgewiesen. Ein völliges Novum in der baden-württembergischen Landespolitik. Kretschmann zieht, insofern war es wohl richtig, im Wahlkampf auf klare Personalisierung zu setzen. Eine Wechselstimmung gibt es nicht. Das war 2011 ganz anders.
Noch zehn Tage bis zur Wahl. Die CDU begreift allmählich, dass das mit dem Wahlsieg im Schlafwagen nicht so richtig klappen wird. Wolf entpuppt sich als Spitzenkandidat, der im Vergleich mit Kretschmann konservative Wählerinnen und Wähler eher abschreckt. In der um sich greifenden Panik gehen die letzten Reste an Wahrhaftigkeit und Anstand verloren. Die CDU lauert nur darauf, dass Fehler gemacht werden. Und die Junge Union setzt auf das pefide Streuen von Gerüchten. Angstmachen – das hat schon 2011 nicht geklappt. Aber jetzt ist die Union wieder ganz bei sich, bei Mappus. Regieren ist auch eine Stilfrage.
Noch zehn Tage bis zur Wahl. Ob die Umfragen sich in Stimmen niederschlagen, ob der grün-rote Vorsprung hält bzw. ausgebaut werden kann – oder ob es doch ganz anders kommt: das wissen wir erst am Wahlabend, am 13. März. Und dank des baden-württembergischen Einstimmenwahlrechts wird auch erst am 13. März klar sein, wer einzieht, wer ein Direktmandat erringt und wer aus dem Landtag fliegt. Die Spannung steigt – und damit auch die Nervosität auf allen Seiten. Jetzt heißt es: Ruhe bewahren, souverän bleiben und auf den letzen Metern noch einmal alles geben.
Photo of the week: First trees are flowering II
Vor einigen Tagen waren hier im Rieselfeld die ersten blühenden Bäume zu bewundern – nur um dann wieder unter Schneemassen begraben zu werden. Inzwischen ist der Schnee wieder weg, aber kalt ist es weiterhin. Eigentlich fängt ja demnächst der Frühling an – wäre nett, wenn’s dann auch tatsächlich so wäre – und wir nicht weiße Ostern bekommen.
Kurz: Der Wind verstreut die Samen der Pusteblume
All zu einfache Medienwirkungstheorien rufen in mir immer noch Skepsis hervor. Dennoch war es – sage ich als Kind der 1980er Jahre – völlig gerechtfertigt, dass der Tod des Fernsehmoderators Peter Lustig es bis auf die Titelseite der FAZ geschafft hat. Löwenzahn war eine Sendung, die in tiefer Resonanz mit dem Zeitgeist der 1980er Jahre stand. Für mich stellte der öko-besserwissende Tüftler im Bauwagen, der Konventionen mit entwaffnender Freundlichkeit außer Kraft setzte, den Ein-anderes-Leben-ist-möglich-Gegenpol zu den als Jugendbuch getarnten Dystopien von Gudrun Pausewang dar. Und das zur Hauptkindersendezeit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
Insofern bin ich mir ganz sicher, dass Löwenzahn gewirkt hat – als Welterklärsendung, aber auch als moralsetzende Instanz für eine ganze Generation. So jemand wie Paschulke wollten wir nie werden. Jedenfalls hat Peter Lustig seinen Teil dazu beigetragen, dass Umweltschutz, Toleranz und ganz unterschiedliche Lebensmodelle zum westdeutschen Maßstab wurden. Und ja: als Welterklärer im besseren Sinne. Als einer, der Experimente macht, der tüftelt, der Dinge lernt und der für Neues offen ist. Der nicht nur auf „öko“ setzt, sondern sich auch einen Roboter bastelt. Einer, der für seine Haltung Belege mitbringt und gegen die Autoritäten nicht mit Wut, sondern mit Expertise vorgeht. Und am Ende bricht der Löwenzahn durch den Asphalt und verwandelt die Stadt in eine grüne Welt.
Die Sendung Löwenzahn lief bis 2005 mit Peter Lustig. Dank meiner Kinder habe ich inzwischen die eine oder andere Folge mit seinem Sendungsnachfolger Guido Hammesfahr alias „Fritz Fuchs“ gesehen. Und ich bin froh, dass im manchmal doch schon sehr kommerziell wirkenden Programm des Kika weiterhin ein unkonventioneller Mensch im Bauwagen vorbildlich die Welt erklärt, und dabei nebenbei die Werte vermittelt, die wir dringend brauchen.






