Die Wahllokale in Baden-Württemberg sind geöffnet, der 18. Landtag wird gewählt Dabei gilt zum ersten Mal das neue Wahlrecht mit zwei Stimmen.
Meine fünf Key Questions für den Wahlausgang sind:
- Wer liegt vorne bei den Zweitstimmen – Grüne mit Cem Özdemir oder die CDU mit Manuel Hagel? Die letzte Umfrage (Politbarometer vom Donnerstag) sieht beide bei 28 Prozent. Insofern können einige wenige Stimmen darüber entscheiden, wer Ministerpräsident wird – andere Konstellationen sind politisch ausgeschlossen (mit AfD) oder rechnerisch sehr unwahrscheinlich („Schwarze Ampel“).
- Wie groß ist der Abstand zwischen Grünen und CDU? Und damit verbunden: Ist bereits um 18 Uhr klar, in welche Richtung es geht, oder müssen wir bis spät in die Nacht warten, weil to close to call (dazu kommt: neues Wahlsystem, das dürfte Prognose-Unsicherheiten eher vergrößern).
- Wie wird das neue Zweistimmensystem genutzt? Kommt es zu (taktischem) Stimmensplitting, oder wird einheitlich gewählt? Können viele der bisherigen grünen Direktmandate gehalten werden, oder setzt sich die bessere lokale Vernetzung der CDU in vielen Wahlkreisen durch? Das hat dann auch Auswirkungen auf die Landtagsgröße – je stärker Direktmandate und Zweitstimme auseinander gehen, desto größer wird der Landtag über die Mindestgröße von 120 (70 Direktmandate, 50 Listenmandate) hinaus. (Bei der letzten Wahl gingen 58 der 70 Direktmandate an Grüne, der Rest an die CDU. Diesmal halte ich einige AfD-Direktmandate für möglich. Diesmal halte ich einen deutlich kleineren Landtag als 2021 – 154 Sitze – für möglich.)
- Zur Wahlrechtsreform gehört auch das Wahlrecht ab 16 – wie intensiv wird dieses genutzt werden, und wo gehen die Stimmen der Erstwähler*innen hin?
- Und schließlich: wie sieht es an der Fünf-Prozent-Hürde aus? Linke und FDP sind in der letzten Umfrage bei 5,5 Prozent, die SPD bei acht. Kommt die Linke das erste Mal ins Landesparlamente in Baden-Württemberg? Wie sieht es mit der FDP aus – die seit Landesgründung ununterbrochen im Landtag sitzt?
