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Zur Kategorie ›Umgang mit Natur‹

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Manchmal haben auch zwölf Jahre alte Texte noch eine gewisse Relevanz. Heute erreichte mich eine Mail, ob ich denn wohl zu einem 2005 gehaltenen Vortrag ein Manuskript hätte. Habe ich, und das zum Anlass genommen, dieses Manuskript mit einer gewissen Verspätung heute in mein Blog zu stellen. Es handelt sich dabei um den Vortrag Zur Kategorie ‚Umgang mit Natur’. Wie kann Praxistheorie zum Verständnis des Natur/Gesellschafts-Verhältnisses beitragen?, den ich auf der 2. Tagung der Nachwuchsgruppe Umweltsoziologie in Düsseldorf vom 7.-9. April 2005 gehalten habe. Die damals angedachte Veröffentlichung wurde nicht weiterverfolgt, und auch die Funktion, Denkanstoß, Steinbruch und Material für das eigene Promotionsvorhaben darzustellen, hat sich mit dem Abbruch desselben erledigt.

Insofern: wer wissen möchte, welche Gedanken ich mir 2005 zum Verhältnis von Praxistheorie, Umwelt und Natur gemacht habe, findet nun hier das Manuskript

»Zur Kategorie ‚Umgang mit Natur’. Wie kann Praxistheorie zum Verständnis des Natur/Gesellschafts-Verhältnisses beitragen?«.

Besser als auf der Festplatte zu verstauben, ist das allemal …

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Kurz: Brauchen wir ein Nachhaltigkeitsministerium?

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Nur so ein Nebenbeigedanke, aber durchaus blogbar:

Teil 1: In seinem Schlussvortrag auf dem 2nd German Environmental Sociology Summit in Leipzig zeichnete Hellmuth Lange unter anderem die Entwicklung der realen Umweltpolitik im Norden von »Naturschutz« (schöne Tiere retten) im 19. Jahrhundert über »Umweltschutz« (Gesundheit, Abwasser, …) seit den 1960er Jahren des 20. Jahrhunderts bis zur heutigen (letztlich 1972 begonnen) realpolitischen Debatte über »nachhaltige Entwicklung« in einem systemischen und umfassenden Sinn nach.

Teil 2: Die Aufregung um den Fall des Entwicklungshilfeministeriums an die FDP, die das ja erst abschaffen wollte, hat mir noch mal vor Augen geführt, dass die Ressortschnitts letztlich kontingent sind, also auch anders sein könnten. Auch die Künast’sche Stärkung des Verbraucherschutzes (aus BMELF wird BMVEL) und die erneute Schwächung in der großen Koalition (BMVEL wird BMELV) macht dies deutlich.

Beides zusammengedacht: warum nicht das 1986 gegründete Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit mit seinen etwa 800 MitarbeiterInnen fusionieren mit dem seit 1961 bestehenden Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit ca. 600 MitarbeiterInnen im Ministerium. Das Ergebnis wäre dann ein deutlich gestärktes Bundesministerium für nachhaltige Entwicklung und globale Umweltfragen (BMNEU) mit einem zeitgemässen Zuschnitt. Gute Idee?

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Kurz: Zweimal zwei Beiträge

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Ein bißchen Werbung für das »Green-Renaissance«-Blog-Projekt. Da gibt es nämlich zweimal was zum Thema Weihnachten …

… und zweimal was zur neuen Studie »Umweltbewusstsein 2008«, die als groß angelegte Repräsentativerhebung dieses Jahr auch soziale Milieus berücksichtigt hat …

Nur, falls das hier jemand interessiert.

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Kaffeefragebogen, ausgefüllt

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Cafe LatteBlogs lassen sich nicht nur als Kolumne mit integrierter Leserbrieffunktion verwenden, sondern auch im Sinne sozialer Netzwerke. Da sind mancherlei Spielereien denkbar, z.B. die »Blogparade«, d.h. in einem bestimmten Zeitraum schreiben viele Blogs was zum selben Thema. Finde ich meistens nicht so sinnvoll, den »Kaffeefragebogen« hier musste ich dann aber doch ausfüllen.

Wie bereitest Du Dir Deinen Lieblingskaffee zu und was muss für Dich in einen »perfekten« Kaffee rein: nix, Milch(schaum), Zucker, Sirup …?

Wenn ich ihn selbst zubereite: Per Percolator (also das italienische Alu-Espressokännchen für die Herdplatte), mit Espresso-Pulver. Dazu dann Milchschaum (mit dem handbetriebenen Glasmilchschäumer zubereitet); genauer gesagt: erst (viel) Milchschaum, dann Espresso in die Tasse, obendrauf je nachdem noch Zucker und/oder Kakao.

Ansonsten trifft kommerziell erhältlicher »Milchkaffee« ohne weitere Extras meist meinen Geschmack.

Kaffee ohne Milch trinke ich sehr ungern, und wenn, dann mit Zucker. Schwarzen Kaffee ohne Zucker nur, wenn’s gar nicht anders geht.

Achtest Du beim Kaffeekauf auf bestimmte Siegel (Bio, Transfair, UTZ Certified, Rainforest Alliance)? Wenn ja, warum?

Auf jeden Fall »Transfair« (weil ich das Prinzip eines gerechteren Welthandels von unten sinnvoll finde). Und wenn auch das Biosiegel mit drauf ist, greife ich noch lieber zu.

Ist Kaffee Deiner Meinung nach ein Problem für die Umwelt? Warum (nicht)? (CO2-Verbrauch, Anbau, Pestizid- u. Herbizideinsatz, Energieverbrauch etc.)

Gute Frage. Und wahrscheinlich (Pestizide etc.) ein Grund mehr, auf Biosiegel und ähnliches zu achten. Und vage erinnere ich mich, auch schon mal was von Bodenproblemen durch (Monokultur-)Kaffeeanbau gehört zu haben. Wie bei allen Importwaren hängt an Kaffee – wenn ich mal drüber nachdenke – natürlich ziemlich viel transportbedingtes CO2. Andererseits kann das pro Tasse oder so nicht sehr viel sein, weil dafür ja nicht sehr viel Kaffeepulver verwendet wird.

Ein Punkt, mit dem ich in meinen Kaffeegewohnheiten selbst nicht so glücklich bin, ist der Herdplatten-Percolator (nebenbei bemerkt: ist grade in »Öko-Kreisen« sehr beliebt, glaube ich). Da bin ich mir ziemlich sicher, dass die Energiebilanz nicht optimal ist. Gleichzeitig würde ich allerdings vermuten, dass bei einer Gesamtproduktbetrachtung der Löwenanteil des Energieverbrauchs (und der Klimaemissionen) in Trocknung und Transport steckt.

Nebenbei bemerkt: Kaffee eignet sich gut, um über globale Beziehungen nachzudenken. Wolf Göhring hat das bei oekonux mal gemacht.

So. Und jetzt habe ich doch nochmal bei Ryan/Durning (1997) nachgeschaut – in einem netten kleinen Buch namens Stuff, in dem für die amerikanische »Northwest Environment Watch« den globalen Beziehungen (unter Umweltgesichtspunkten) hinter Alltagsgegenständen nachgegangen wird. Ein paar Faktenschnippsel aus diesem Buch:

  • Bei zwei Tassen Kaffee pro Tag (das ist so etwa mein Konsum) liegt der Jahresverbrauch bei 18 »pound« Kaffeebohnen, das sind etwa acht kg. Dem Buch zufolge entspricht dies der Ernte von 12 Kaffeebäumen.
  • Ertragsstarke Kaffeeplantagen (in Kolumbien) sind tatsächlich monokulturell, verfügen nicht mehr über Schattenbäume und die entsprechende Biodiversität – und werden häufig mit Pestiziden besprüht.
  • Die von Hand geernteten Kaffeebohnen werden maschinell von dem sie umgebenden Fruchtfleisch getrennt. Pro Kilogramm Kaffeebohnen fallen damit etwa zwei Kilogramm Fasern an, die Stuff zufolge (die dem Weg kolumbianischen Kaffees gefolgt sind) einfach in einen Fluss gekippt werden, was diesem Sauerstoff entzieht.
  • Die sonnengetrockneten Kaffeebohnen werden dann in Säcken zu 60 kg per Schiff weitertransportiert und am Zielort etwa eine Viertelstunde bei 200°C geröstet, verpackt und weitertransportiert (per Lastwagen). Mit diesen Angaben ließe sich jetzt der direkte CO2-Ausstoß abschätzen.

Stuff empfiehlt, am besten auf lokal angebauten Kräutertee umzusteigen. Das habe ich nicht vor – die Hintergrundinfos bestärken mich aber darin, wenn schon Kaffee, dann zumindest biologisch angebauten zu verwenden. Was im übrigen beim Kaffeetrinken »auswärts« gar nicht so klar ist: die Kaffeemaschinen in der Cafeteria der Uni werben damit, organisch angebauten Kaffee zu verwenden. Wie das bei sonstigen Lokalitäten aussieht, bleibt erstmal unklar.

Fühlst Du Dich beim Kaffeekauf genügend informiert (Angaben auf der Packung, Webseite des Herstellers etc.) oder welche Informationen vom Kaffeeanbau bis zur Zubereitung vermisst Du?

Im Prinzip finde ich die Labels (»Transfair«, Biosiegel) da ausreichend. Was ich vermisse, ist vielmehr das gerade eben angesprochene: Infos über den Hintergrund beim Kauf zubereiteten Kaffees in Restaurants und Cafes (oder auch am Arbeitsplatz – also immer da, wo der Kaffeeeinkauf durch jemand anderes erfolgt). Wäre für mich jedenfalls durchaus ein Grund, bestimmte Cafes zu meiden bzw. zu bevorzugen.

Was war bislang Dein schönstes Kaffee-Erlebnis (Flirt am Kaffee-Automaten, Diskussionen in der Espressobar … was auch immer)?

Politikertypisch weiche ich der Frage mal aus und erzähle lieber, dass ich lange selbst keinen Kaffee getrunken habe. Das regelmäßige Kaffeetrinken – das ja dann, typisch Suchtmittel, das Nichttrinken von Kaffee mit Entzugserscheinungen verbindet, sprich: Kopfweh – also, das regelmäßige Kaffeetrinken habe ich erst auf politischen und sonstigen Konferenzen kennengelernt. Und im Arbeitsalltag des u-asta, also im Studium. Während meiner Magisterarbeit dann exzessiv, inzwischen mit etwa zwei Tassen Kaffee (oder Espresso) pro Tag in einem wie ich finde einigermaßen sinnvollen Rahmen. Das dann aber schon!


Ryan, John C. / Durning, Alan Thein (1997): Stuff. The Secret Lives of Everyday Things. Seattle: Northwest Environment Watch.

Warum blogge ich das? Weil ich die Fragen interessant finde. Ausgangspunkt des Ganzen sind übrigens Vitalgenuss und Maskal.

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Notizen zu Praxistheorie und Umweltverhalten, Teil II

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I am a hard bloggin' scientist. Read the Manifesto.

Das hier ist der zweite Blogeintrag einer Serie, in der ich den Zusammenhang von Praxistheorie und Umweltverhalten erläutern will – vor allem, um meine eigenen Gedanken zu ordnen. Insofern bitte ich darum, keinen glatten und in jedem Punkt ordentlichen Text zu erwarten, sondern das als – vielleicht auch für andere interessantes – Rohmaterial zu betrachten. Im ersten Teil ging es um eine kurze Einführung in die Praxistheorie, nach dem Klick auf »Weiterlesen« gehe ich erst einmal auf menschliches Umweltverhalten ein.

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