Schlagwort-Archive: praxistheorie

Zur Kategorie ›Umgang mit Natur‹

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Manchmal haben auch zwölf Jahre alte Texte noch eine gewisse Relevanz. Heute erreichte mich eine Mail, ob ich denn wohl zu einem 2005 gehaltenen Vortrag ein Manuskript hätte. Habe ich, und das zum Anlass genommen, dieses Manuskript mit einer gewissen Verspätung heute in mein Blog zu stellen. Es handelt sich dabei um den Vortrag Zur Kategorie ‚Umgang mit Natur’. Wie kann Praxistheorie zum Verständnis des Natur/Gesellschafts-Verhältnisses beitragen?, den ich auf der 2. Tagung der Nachwuchsgruppe Umweltsoziologie in Düsseldorf vom 7.-9. April 2005 gehalten habe. Die damals angedachte Veröffentlichung wurde nicht weiterverfolgt, und auch die Funktion, Denkanstoß, Steinbruch und Material für das eigene Promotionsvorhaben darzustellen, hat sich mit dem Abbruch desselben erledigt.

Insofern: wer wissen möchte, welche Gedanken ich mir 2005 zum Verhältnis von Praxistheorie, Umwelt und Natur gemacht habe, findet nun hier das Manuskript

»Zur Kategorie ‚Umgang mit Natur’. Wie kann Praxistheorie zum Verständnis des Natur/Gesellschafts-Verhältnisses beitragen?«.

Besser als auf der Festplatte zu verstauben, ist das allemal …

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In eigener Sache: Swap, share, experience

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2014-swap-share-experienceDie Vorträge der Degrowth 2014 sind inzwischen in einem Online-Dokumentationssystem verfügbar.

Dazu gehört auch der Vortrag, den ich im letzten September zusammen mit Jenny Lay zum Thema »Swap, share, experience« geschrieben und gehalten habe. Genauer gesagt: Sowohl unsere hübsche Powerpoint-Datei (englisch) als auch das (deutschsprachige) Manuskript »Tauschen, teilen, Erfahrungen sammeln: Das transformative Potential sozial-ökologischer Praxisformen« sind jetzt online abrufbar (beides sind PDF-Dateien).

Inhaltlich geht es darum, mal auszuprobieren, wie weit ein praxistheoretisches Vokabular hilfreich dabei sein kann, sich unterschiedlichen Praxisformen der – im weiteren Sinne – Share Economy – zu nähern, und mit Bezug auf u.a. Elizabeth Shoves Raster aus stuff, images und skills zu untersuchen, wo das transformative Potenzial dieser Praxisformen liegt. Ausprobiert haben wir das an den Beispielen urbaner Gärten und Umsonstläden.

Das ganze ist ein erster Entwurf, aber vielleicht trotzdem interessant für alle, die sich umweltsoziologisch derartigen Phänomenen nähern wollen.

Lay, Jenny; Westermayer, Till (2014): »Swap, share, experience: the transformative potential of socio-ecological forms of practice«, in Fourth International Conference on Degrowth for Ecological Sustainability and Social Equity, Leipzig, 2014, URL: http://degrowth.co-munity.net/conference2014/scientific-papers/3543. (Bzw. persistente URL bei SSOAR: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-420416).

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Aneignung, Macht und kultureller Wandel

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Rieselfeld culture

Wintersonnenwende – ein Fest, das in ziemlich vielen Religionen/Kulturen gefeiert wird. Ausgangspunkt ist eine beobachtbare Tatsache: die Tage werden wieder länger, es wird heller; gleichzeitig setzt oft der »richtige« Winter ein. Was daraus gemacht wird, wie gefeiert wird, all das ist Kultur. Und die ist bekanntlich extrem wandlungsfähig.

Ich mag das Konzept der kulturellen Aneignung. Menschen sind in der Lage dazu, sich Stücke aus unterschiedlichen Traditionen herauszubrechen und in ihre eigenen Traditionen zu übernehmen. Bei dieser Übernahme verändern sich Ideen und Rituale, es entsteht etwas Neues. Insofern ist kulturelle Aneignung ein Motor für kulturellen Wandel, für Innovation, ganz pathetisch gesagt auch für Fortschritt.

Was genau von wem wann erfunden wurde, interessiert vielleicht HistorikerInnen, spielt aber eigentlich keine Rolle. Finde ich jedenfalls. Oder ist das zu einfach? Wie weit müssen Traditionslinien und historische Assoziationen mitgedacht werden, wenn ein Ritual, ein Fest, eine kulturelle Angewohnheit, kurz, eine Praktik, angeeignet, verändert und übernommen wird?

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Das grüne Distinktionsproblem

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Green eggs I

Müslis und Ökos. Das gehörte lange zu den Klischees, wenn es um grüne WählerInnen und Mitglieder ging. Oder, etwas arrivierter, soziologischer und mit einem Hauch Sozialneid versehen: Angehörige des postmaterialistischen Bürgertums, die es sich leisten können, die Welt zu retten. Pointiert: AnhängerInnen eines »Lifestyle of Health and Sustainability«, kurz: Lohas, mit Glitzer, Yoga-Flugreisen und veganer Wellness.

Ob Grüne »grau und bürgerlich« geworden sind, darüber lässt sich lange streiten. Zumindest bis vor einigen Jahren – das ist mein Stand der sozialwissenschaftlichen Literatur – gab es durchaus recht enge Überschneidungen zwischen einer (wie auch immer gearteten) Orientierung an im weitesten Sinne nachhaltigen Lebensstilen und Haltungen einerseits und Sympathien für Bündnis 90/Die Grünen andererseits. Vielleicht hat sich da was auseinandergelebt, in den letzten Jahren. Aber wenn wir nicht über tatsächliche Praktiken sprechen, sondern über vorherrschende Bilder – auch Selbstbilder? – dann ist das mit der diskursiven Dominanz des »Ökos« gar nicht so weit weg, wenn über Grüne gesprochen wird.

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Routinebruch

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Drawing

Wie schnell die Dinge doch vertraut werden! Und wie sehr sie, wenn sie denn praktisch sind, so in alltägliche Routinen und Praktiken eingebunden werden, dass der Umgang kein Nachdenken mehr erfordert.

Dass das so ist, fällt – eine alte Weisheit der Techniksoziologie – immer dann auf, wenn die eingeübten Routinen scheitern. Also latente Panik und Organisationsstress, weil morgen der öffentliche Nahverkehr in Freiburg bestreikt wird. Kein Schlafwandeln zur Straßenbahnhaltestelle, sondern die aktive Überlegung, wie ich bloß zum Bahnhof komme – und abends wieder weg davon. Aber der Anlass für diesen Text ist nicht der Streik der öffentlichen Dienste, so lästig wie nachvollziehbar er sein mag. Ein anderes Stück Technik tut nicht mehr: das Nexus 7, mein Tablet, gut eineinhalb Jahre ist es alt geworden.

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