Schlagwort-Archive: praxistheorie

Routinebruch

Veröffentlicht unter Digitales Leben, Kinder, Nachhaltiges Leben | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , ,  

Drawing

Wie schnell die Dinge doch vertraut werden! Und wie sehr sie, wenn sie denn praktisch sind, so in alltägliche Routinen und Praktiken eingebunden werden, dass der Umgang kein Nachdenken mehr erfordert.

Dass das so ist, fällt – eine alte Weisheit der Techniksoziologie – immer dann auf, wenn die eingeübten Routinen scheitern. Also latente Panik und Organisationsstress, weil morgen der öffentliche Nahverkehr in Freiburg bestreikt wird. Kein Schlafwandeln zur Straßenbahnhaltestelle, sondern die aktive Überlegung, wie ich bloß zum Bahnhof komme – und abends wieder weg davon. Aber der Anlass für diesen Text ist nicht der Streik der öffentlichen Dienste, so lästig wie nachvollziehbar er sein mag. Ein anderes Stück Technik tut nicht mehr: das Nexus 7, mein Tablet, gut eineinhalb Jahre ist es alt geworden.

Weiterlesen

Be the first to like.

»Heute bringst du aber mal den Spam runter, Schatz!«

Veröffentlicht unter Digitales Leben, Soziologisch gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , , ,  

Happy Kreuzberg

Große Rätsel können sich in alltäglichen Kleinigkeiten verbergen. Das ist einer der Gründe, warum mich Soziologie und verwandte Wissenschaften schon immer fasziniert haben: Warum machen andere das anders? Das ist doch komisch!

Ein Beispiel einer solchen Praxis, die das eigene Verhalten in Frage stellt, sind E-Mail-Accounts. Für mich ist ein E-Mail-Account etwas persönliches – einer Person zugeordnet, möglicherweise auch nur einem bestimmten Rollenaspekt einer Person (beruflich, privat, Ehrenamt …). Genauso, wie das eben auch bei Smartphones, Facebook- und Google-Accounts ist. Die einzige Ausnahme, die mir ad hoc einfällt, sind info@-Accounts von Organisationen; also Sammelpostfächer für eine bestimmte Art von Anfragen.

Nun gibt es aber immer wieder Menschen, die das anders sehen.

Weiterlesen

Einer Person gefällt dieser Eintrag.

Kurz: Der neue Herd

Veröffentlicht unter Analoges Leben, Soziologisch gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , , , ,  

Meine Eltern haben mir zum Geburtstag einen neuen Herd geschenkt. Der ist jetzt da, und glänzt, und dass er da ist, ist auch deswegen eine tolle Sache, weil beim alten nur noch zwei Platten richtig benutzbar waren.

Aber: Ich fremdle noch ein bisschen mit dem neuen Herd. Obwohl der neue wie der alte mit Glaskeramik arbeitet. Technologisch also nichts neues. Dennoch: ich fremdle. Und das hat – neben der Angst, die neue Makellosigkeit zu beeinträchtigen – viel mit Praxistheorie zu tun. Und mit dem, was je nach Theorierichtung als tacit knowledge, als implicit knowledge oder als embodied knowledge bezeichnet wird. Also »körperliches« Wissen über Handlungsvollzüge, das unterhalb aussprechbarer, expliziter Wissensbestände angesiedelt ist.

Klar: Es gibt eine Anleitung, in der steht, welche Einstellungen für Spiegelei und welche für das Kochen von Wasser richtig sind. Aber das ist es nicht. Beim alten Herd wusste ich – so ein Dreh mit dem Handgelenk, und nach einer gewissen Zeitspanne dann diese und jene Geräusche. Oder besser gesagt: Ich wusste das nicht. Es war einfach so. Jetzt ist es anders. Und das Scheitern dieser Erwartungen zeigt, wie eng gerade die technischen Artefakte in ihren Details mit den halbbewussten, halbautomatischen Handlungsvollzügen sozialer Praktiken verbunden sind.

Bald wird der neue Herd nicht mehr neu, sondern vertraut sein. Aber bis dahin zwingt er mich dazu, Handgriffe explizit zu tun, und immer wieder zu schauen, ob alles stimmt. Noch fremdle ich.

Be the first to like.

20.000 Tweets unter dem Meer

Veröffentlicht unter Digitales Leben | Verschlagwortet mit , , , , ,  

Shimmering lights II

Jetzt, genau in diesem Moment, erreicht mein Tweet-Zähler bei Twitter die magisch anmutenden 20.000. Ganz schön viel Gerede; und auch wenn »RTs« – also Wiederholungen der Tweets anderer Leute – und das kurze Hin und Her von Unterhaltungen im Pseudo-Chat-Stil dabei sind, bleibt das ziemlich viel, was ich in den letzten Jahren geschrieben habe, bei Twitter.

Weiterlesen

Be the first to like.

Zehn Thesen zum Thema Bio-Konsum

Veröffentlicht unter Nachhaltiges Leben | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , ,  

Apples and pears II

In letzter Zeit wabberte an verschiedenen Ecken und Enden ja immer mal wieder das Thema »Bio ist bäh« ins Licht der medialen Aufmerksamkeit. Sei es durch die Stanford-Studie, die keine Unterschiede beim Vitamingehalt feststellen konnte (und Pestizidbelastungen nicht berücksichtigte), sei es durch diverse genüsslich wiedergekäute Skandale und Skandälchen, sei es durch SPIEGEL-Kolumnisten, die der SPD das Karottenkuchenmilieu madig machen wollen. Und trotzdem halte ich es nach wie vor für sinnvoll, »bio« einzukaufen (und für »fair« gilt ganz ähnliches). Warum? Dazu zehn Thesen.

Weiterlesen

2 Personen gefällt dieser Eintrag.

Seite 1/5    1 2 3 4 5