Monatsarchive: August 2010

Zehn Sätze zum Landtag in Schleswig-Holstein

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Das Wahlrecht in Schleswig-Holstein hat seine Tücken. Die haben dazu geführt, dass es bei der Landtagswahl im September 2009 drei nicht ausgeglichene Überhangmandate für die CDU gab – die letztlich die aktuelle schwarz-gelbe Regierung dort ermöglichen. Heute hat das Landesverfassungsgericht verkündet, dass diese Situation verfassungswidrig ist.

Verwundert bin ich allerdings – und da bin ich wohl nicht der einzige – über zweierlei. Darüber, dass zur Lösung der Misere Neuwahlen kommen sollen – und darüber, dass diese erst in zwei Jahren stattfinden müssen. Dass das Wahlgesetz geändert werden muss, um hier Klarheit und Verfassungsmäßigkeit zu schaffen, leuchtet mir ein. Dass das eine gewisse Zeit braucht, auch. Aber zwei Jahre sind doch etwas lang dafür – genauso gut hätte das Gericht provisorische Ausgleichsmandate vergeben können, um eine Situation herzustellen, in der die Stimmenverhältnisse im Landtag Schleswig-Holstein dem Wahlergebnis entsprechend. Das wäre allerdings das sofortige Ende der schwarz-gelben Mehrheit gewesen. So dauert es noch maximal zwei Jahre – und wenn bei einigen doch noch die politische Vernunft durchschlägt, geht’s vielleicht auch schneller.

Nachtrag: Die Urteile (1, 2) bei Wahlrecht.de (als pdf).

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Photo of the week: Seepark/Portrait landscape I

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Seepark/Portrait landscape I

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Buch da!

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Nach den Waldbesitzerinnen und den »zwei Herzen der Forstwirtschaft« kann ich stolz (und ein wenig erleichtert* …) die dritte** große Projektveröffentlichung in diesem Jahr ankündigen – seit gestern ist der Abschied vom grünen Rock gedruckt und erhältlich.

Der Sammelband informiert über die Ergebnisse aus dem Projektverbund »wa’gen« (Waldwissen und Naturerfahrungen auf dem Prüfstand Gender-Analyse in der Waldinformations-, Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit sowie Entwicklung von Gestaltungsansätzen, 2005-2008), einer Kooperation zwischen dem Institut für Umweltstrategien, Umweltplanung (Lüneburg) und dem Institut für Forstbenutzung und Forstliche Arbeitswissenschaft (Freiburg).

Über die Inhalte informiert der Klappentext am besten, deswegen zitiere ich den jetzt einfach, statt nochmal neu was zu formulieren:

Forstverwaltungen und ihre waldbezogene Bildungsarbeit befinden sich in Deutschland derzeit in einem Reformprozess. Unter den Vorzeichen betriebswirtschaftlicher Optimierung und der Öffnung gegenüber neuen Zielgruppen stehen alte Traditionen zur Debatte. Ist mit dem Abschied vom „grünen Rock“ der forstlichen Uniform ein Aufbruch verbunden? Der Forschungsverbund wa‹gen (Waldwissen & Gender) hat im Rahmen des BMBF-Programms »Nachhaltige Waldwirtschaft« danach gefragt, wie Natur- und Geschlechterbilder im »Waldwissen« zusammenkommen, welche Herausforderungen und Chancen für die waldbezogene Umweltbildung damit verbunden sind, und wie Waldwissen, Organisationsreformen und die traditionelle Organisationskultur der »Männerdomäne Forstverwaltung« ineinander greifen.
Aus der allen AutorInnen gemeinsamen Geschlechterperspektive heraus werden anhand von Fallbeispielen Themen wie das Naturverständnis, die »unsichere« Professionalisierung der Umweltbildung, die historischen Mechanismen des Frauenausschlusses aus dem Forstdienst und die laufenden Reorganisationsprozesse beleuchtet. Damit versteht sich Abschied vom grünen Rock als Beitrag zur Suche der Forstorganisationen nach zukunftsfähigen Antworten auf die gegenwärtigen Umbrüche.

Wer sich für die Zukunft der Forstverwaltungen aus einer der beschriebenen zwei Perspektiven – Geschlechterverhältnisse in Forstorganisationen bzw. in der waldbezogenen Umweltbildung – interessiert, wird dem Band auf jeden Fall was abgewinnen können. Einiges dürfte aber auch darüber hinaus interessant sein.

Von mir sind (neben der Mitarbeit an der Einleitung) drei Texte, an denen ich beteiligt war – da geht es um das Ineinandergreifen von forstlichen Geschlechterverhältnissen und organisatorischem Wandel generell (»Staatliche Forstverwaltungen im Wandel: Organisationsreform und Geschlecht«) bzw. am Fallbeispiel Rheinland-Pfalz (»Fallbeispiel: Geschlechterverhältnisse in einer deutschen Forstverwaltung«, mit Sabine Blum) bzw. in einem Zwischenruf*** um die Zusammenhänge zwischen Geschlecht, Organisation und Profession (mit Marion Mayer).

Weitere Informationen beim Verlag (oekom), bestellbar u.a. bei amazon.

Bibliographische Angaben: Maria Hehn, Christine Katz, Marion Mayer, Till Westermayer (Hrsg.): Abschied vom grünen Rock. Forstverwaltungen, waldbezogene Umweltbildung und Geschlechterverhältnisse im Wandel. München: oekom. 230 Seiten, 34,90 Euro. ISBN 978-3-86581-131-8.

* Erleichtert vor allem deswegen, weil mit dem Abschlussband ein letzter großer Brocken anderer Aktivitäten aus dem Weg zu meiner Diss. geräumt ist …

** Es gibt auch noch ein Buchmanuskript zu einem Projekt, das von 2002 bis 2005 gelaufen ist, und an dem ich beteiligt war … mal schauen, ob und wann das dann tatsächlich seinen Weg in die Öffentlichkeit findet.

*** Zwischenruf: eine aus meiner Sicht innovative Form, die wir zweimal in das Buch gepackt haben – jeweils zwei AutorInnen unterhalten sich darin über ihre Buchtexte und arbeiten Querbezüge heraus.

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Gut Ding will Weile haben: zur Zivildienstdebatte

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Angesichts der aktuellen Debatte um Wehrpflicht, Zivildienst und (freiwillige) soziale Dienste ist mir eingefallen, dass ich mich ja vor einiger Zeit auch schon mal politisch damit auseinandergesetzt hatte. Und zwar in Form eines gemeinsam mit Alex Bonde – damals noch Grüne-Jugend-Vorstand und nicht MdB – in der Zeitschrift der Grün-Alternativen Jugend Baden-Württemberg (die ganz früher mal Bitter Lemon und – wohl erst ein paar Jahre später – dann Zitro hieß). Leider kann ich grade nicht recherchieren, wann und in welcher Form genau der Artikel erschienen ist – der Text mit der Forderung nach einem »freiwilligen Solidaritätsjahr« ist jedenfalls vom Juli 1996, also ziemlich genau 14 Jahre alt. (Nebenbei: das Gedächtnis ist eine rätselhafte Sache – der Text ist von Alex und mir, bis gerade eben war ich aber fest überzeugt davon, dass wir das damals als Streitgespräch gemacht hatten – und nicht in (seltener) Einigkeit. War aber wohl so.)

Wer also lesen will, und schauen, ob die Argumente von 1996 heute noch stimmen, kann hier klicken.
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Photo of the week: Sonnwendfeuer XI

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Sonnwendfeuer XI

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