Kurz: Analytischer Zentralismus

Ein Mit­glied mei­nes Kreis­ver­ban­des schrieb mir gera­de in einer Mail zum Landtagswahlkampf:

Wel­che Per­so­nen mit wel­chen The­men am meis­ten Stim­men brin­gen, wird ja hof­fent­lich von Pro­fis in der Par­tei ana­ly­siert und der Ein­satz der Pro­mis dann nach gründ­li­cher Ana­ly­se gesteuert. 

Also die Idee, dass irgend­wer pro­fes­sio­nell ana­ly­siert, mit wel­chem The­men­pa­ket in wel­chem Wahl­kreis am meis­ten Wech­sel­wäh­le­rIn­nen zu gewin­nen sei­en. Fin­de ich span­nend, weil wir das natür­lich nicht machen – allein schon des­we­gen, weil wir als Par­tei zu klein sind, um der­ar­ti­ge zen­tral ana­ly­tisch steu­ern­den Pro­fis beschäf­tig­ten zu kön­nen. Aber auch, weil es dem Geist der Par­tei wider­spricht, in der ja viel Wert auf Auto­no­mie der Orts- und Kreis­ver­bän­de gelegt wird, und in der es doch immer auch um ehr­li­che Poli­tik geht – und nicht um maß­ge­schnei­dert pro­fi­lier­te Werbung.

Span­nend fin­de ich das aber auch, weil da eben nicht nur die Ver­mu­tung mit­schwingt, dass der­ar­ti­ge Ana­ly­sen mög­lich sei­en, son­dern auch die Ver­mu­tung (die ich auch von ande­ren in ande­ren Kon­tex­ten immer wie­der höre), dass es einen rie­si­gen grü­nen Par­tei­ap­pa­rat gäbe. Dem ist – wie auch dem aktu­el­len Schräg­strich ent­nom­men wer­den kann – defi­ni­tiv nicht so. Wir machen’s sel­ber. Und die anderen?

Kurz: Wahlkampf 2.0 der Parteien

Wie der Wahl­kampf 2.0 der Par­tei­en wirk­lich aussieht:

CDU/CSU: Hmm, kei­ne Ahnung. Machen Wahl­kampf wie immer und wün­schen sich die „hei­le“ Welt mit der „hei­len“ Fami­lie zurück. Ist eh nicht die Ziel­grup­pe. Oder so. (Na gut: unbe­zahl­te Prak­ti­kan­tIn­nen pfle­gen die Pro­fi­le).

SPD: Fällt dadurch auf, dass die Behör­den­bü­ro­kra­tie im Wil­ly-Brandt-Haus mit allen inno­va­ti­ven Ansät­zen kol­li­diert.

FDP: Ver­steht dar­un­ter drei Mil­lio­nen SPAM-Emails (wirk­lich wahr!).

LINKE: Sie­he CDU/CSU.

PIRATEN: Spie­len Wahl­kampf als Aug­men­ted Rea­li­ty Game.

GRÜNE: Kom­mu­ni­zie­ren drei Tage lan­ge im Wahl­kampf­end­spurt, was das Zeug hält.

Kurz: Bei Twitter für grün werben (Update)

Ein klei­nes Ele­ment im grü­nen Wahl­kampf ist die Nut­zung der Pro­fil­bil­der bei Twit­ter, Face­book usw. für einen Wahl­auf­ruf. Die­se Idee fin­de ich prin­zi­pi­ell sym­pa­thisch. Mich stört aller­dings, dass dann die Per­son über­haupt nicht mehr zu sehen ist. Des­we­gen habe ich für Twit­ter den Dienst „Twib­bon“ genutzt, um einen Wahl­auf­ruf zu bas­teln, der noch ein biß­chen Gesicht übrig­lässt. Twib­bon legt dazu ein trans­pa­ren­tes Bild über den Twit­ter-Ava­tar (über Profile/History lässt’s sich wie­der rück­gän­gig machen). Ich habe ein biß­chen damit rum­pro­biert, dabei auch ein biß­chen Spam pro­du­ziert, weil Twib­bon bei jedem Bild­wech­sel eine Sta­tus­mel­dung in mei­nem Twit­ter-Account pro­du­ziert hat. Am bes­ten gefällt mir letzt­lich (neben selbst noch­mal genau ange­pass­ten Sachen) mein ers­ter Versuch:

twibbon

Wer das selbst für sei­nen oder ihren Twit­ter-Account nut­zen will: Ein­fach hier kli­cken und dann „Show my sup­port now“ aus­wäh­len. Twib­bon erhält dann über die Authen­ti­zie­rung von Twit­ter Zugriff auf dei­nen Account, fügt das grü­ne Wahl­eck zum Bild hin­zu und schreibt eine ent­spre­chen­de Sta­tus­mel­dung. Wie ver­trau­ens­wür­dig Twib­bon ist, muss jedeR mit sich selbst ausmachen. 

Dis­clai­mer: kein offi­zi­el­les Wahl­tool der Grü­nen – Nut­zung auf eige­ne Gefahr ;-)

Update: Falls jemand selbst etwas bas­teln will, oder für Face­book, Grava­tar etc. eine grö­ße­re Datei anle­gen möch­te: hier ein PNG mit trans­pa­ren­tem Hin­ter­grund im For­mat 250x250 Pixel mit dem Wahl­auf­ruf als „Schild“ links unten.

gruenwaehlen250x250-trans

Kurz: Umfrage zum TV-Duell

Ist das TV-Duell zwi­schen Kanz­le­rin und Vize­kanz­ler, das gleich beginnt (und das evtl. bei phoe­nix gestreamt , jeden­falls bei wahl.de mit­ge­schrie­ben wird), über­haupt irgend­wie von Bedeu­tung für den Aus­gang der Bun­des­tags­wah­len? Wer will, darf hier – und nur heu­te – dazu was sagen:

P.S.: Mein Fazit 1. War nichts. Fazit 2: „Die­ses neue Medi­um „Fern­se­hen“ über­zeugt mich nicht.“ Fazit 3. Schlie­ße mich Stef­fi Lem­ke an, die im ZDF dar­auf hin­ge­wie­sen hat, dass die The­men Umwelt und Bil­dung (und ich ergän­ze: Bür­ger­rech­te) kei­ne Rol­le gespielt haben – und dass die ein­zig sinn­vol­le Alter­na­ti­ve eben doch grün ist.