Normalerweise nehme ich den durchgehenden 6:46-Zug ab Freiburg, um nach Stuttgart zu kommen. Dann bin ich etwa um 9 Uhr dort. Wenn es noch früher sein muss, gibt es noch zwei Züge davor, jeweils mit Umsteigen in Karlsruhe. Normalerweise jedenfalls. Aktuell sieht der Fahrplan morgens anders aus. Das führte dazu, dass ich in Karlsruhe übernachtet habe, um rechtzeitig um 8 Uhr in Stuttgart sein zu können – und das wiederum bot dann beim Warten auf den Zug Gelegenheit für dieses Foto, auf dem die Bögen des Karlsruher Hauptbahnhofs zur Geltung kommen. (Lustigerweise fahren hier zwei IC fast gleichzeitig nach Stuttgart ab – der, der schon dasteht, kommt allerdings erst deutlich nach dem, der noch kommt, in Stuttgart an – schuld sind die unterschiedlichen Streckenführungen über Mühlacker bzw. über Bruchsal.)
#12von12 im November 2015
Schön an dem Format 12 von 12 finde ich ja den Einblick in unterschiedliche Alltage, der dadurch entsteht. Bei mir beispielsweise war heute ein ziemlich normaler Stuttgartarbeitstag. Der fängt im Dunkeln und mit dem üblichen Frühstück im Zug an. Anfangs, in Freiburg, ist der Zug noch ziemlich leer, ab Karlsruhe gibt es dann nur noch Stehplätze.
Photo of the week: Bike-a-lot II
Zen des Pendelns
Regelmäßiges Pendeln mit der Deutschen Bahn ist eine gute Übung in Gelassenheit. Zwei oder dreimal in der Woche zweieinhalb Stunden in die eine Richtung und zweieinhalb Stunden in die andere Richtung zu fahren, heißt auch, dass das oft Zeit ist, in der nichts wirklich sinnvolles geschieht. Ja, die lässt sich mit Twittern, mit dem Lesen eines Buches oder mit Arbeit überbrücken.
Manchmal. Manchmal auch nicht. Es gibt Tage, an denen im Zug sitzen einfach nur bedeutet, zu warten. Ohne etwas sinnvolles tun zu können. Und das übt die Gelassenheit und das Vertrauen darin, irgendwann anzukommen.
Photo of the week: Railway night II
So überschlägig gerechnet habe ich 2012 rund 500 Stunden in Zügen verbracht, mal arbeitend, mal frühstückend, mal ein Buch lesend, oft twitternd und manchmal auch nur gelangweilt in die Luft starrend. Und an mehr als hundert Tagen habe ich diesen Bahnhof hier betreten. Pendlerschicksal. (Und ab und zu frage ich mich, was sich ändern würde, wenn Baden-Württemberg ein eigenes Land wäre, vergleichbar der Schweiz, wenn dann Südbaden ein eigenes Bundesland wäre, und wie viel der Berliner bzw. Stuttgarter Zentralismus so ausmacht, politisch gesehen).





