Zu den Dingen, die beim Fairphone 1 nicht so gut gelungen sind, gehört die Kamera. Aber manchmal, nur manchmal, da ist’s gerade das etwas unscharf-verwaschene, das ohne jeden Filter aus einem gewöhnlichen Herbstspaziergangsbild eines macht, das genau die richtige Stimmung wieder gibt. Wie hier, bei der Großen Kastanie im Naturschutzgebiet hinterm Rieselfeld, vor ein paar Tagen.
Autoverkehr im postfossilen Zeitalter ermöglichen
Das ist jetzt nicht ganz einfach. Ich selbst habe ja bewusst keinen Führerschein und setze für Mobilität auf so Dinge wie Straßenbahnen, Fahrräder, Zu-Fuß-Gehen und ICEs. Und ich bin Baden-Württemberger, lebe also in einem Land (und mache da auch noch Politik), in dem Unmengen an Steuermitteln und Arbeitsplätzen von der Autoindustrie samt Zulieferern abhängen. Und dann berichtet zum Beispiel Spiegel Online darüber, dass der Bundesverband der Grünen ein Enddatum für Autos mit Verbrennungsmotor setzen will. Und ich finde das auch noch gut.
Eigentlich ist es ja ganz einfach. Wir haben ein massives Problem damit, dass der CO2-Gehalt in der Atmosphäre immer weiter steigt. Das bedeutet: Heißere Sommer, höhere Durchschnittstemperaturen, schmelzende Gletscher und Pole, eine steigende Zahl an Unwetterereignissen. Die Ursachen dafür sind bekannt: die Treibhausgasemissionen aus Kraftwerken und aus dem Verkehr (in Deutschland nach der Energieerzeugung die zweitwichtigste Emissionsquelle). Und Öl ist irgendwann auch alle. Es gibt also eine Menge gute Gründe, warum motorisierter Individualverkehr in Zukunft eben nicht mehr mit Verbrennungsmotoren laufen sollte.
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Photo of the week: Sunflower series IV
Und weil Sonnenblumen immer gehen, selbst dann, wenn sie schon am Ende sind – was jetzt wirklich keine Allegorie auf den Zustand meiner Partei sein soll – zum Herbstanfang noch ein Bild aus dem goldenen Abendrot dieses Sonnenblumenstraußes. (Und eine Erinnerung für mich daran, dass ich irgendwann doch noch mal die Zeit finden sollte, um was hierzu und zu diversen anderen Dingen aus grüner Perspektive schreiben sollte …).
Kurz: Abgeklärter Fatalismus
Heute Nacht findet das erste Fernsehduell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump statt. Meine Sympathien sind klar verteilt, und ich hoffe, dass Clinton ein paar Punkte „macht“ – und dass die Wähler*innen im November eine kluge Entscheidung für eine okaye Präsidentin treffen, statt auf platten Populismus zu setzen. Auch wenn letzteres gefühlt und möglicherweise postfaktisch der Megatrend des Jahres 2016 ist. Und auch, wenn ich dem US-Wahlsystem so manchen Querschlag zutrauen würde (Gore vs. Bush, anyone?).
Obwohl ich Trump für eine massive Gefahr für den Weltfrieden und das planetare Klima halte, und obwohl ich denjenigen, die bei ihm Ansätze einer amerikanischen Spielart des Faschismus sehen, bis zu einem gewissen Grad recht geben würde, lässt mich dieser Wahlkampf seltsam kalt. Ich werde nicht mitten in der Nacht aufstehen, um beim Duell mitzufiebern. Vielleicht ist’s der Kontrast zu Obamas Pathos (bei gleichzeitigem Wissen darum, wie unvollständig das Programm hinter dem Pathos umgesetzt werden konnte), vielleicht auch die Distanz zum amerikanischen Kontinent und die lokale, europäische Problemdichte – jedenfalls drücke ich zwar Clinton die Daumen, schaue aber letztlich doch mit abgeklärtem Fatalismus auf diesen Wahlkampf.
Photo of the week: Fire sunflower
Ich drücke mal die Daumen für die Berlin-Wahl morgen – auch wenn ich befürchte, dass das grüne Wahlergebnis schlechter ausfällt als im Schnitt der Umfragen, und das von CDU und AfD besser.




