Ich drücke mal die Daumen für die Berlin-Wahl morgen – auch wenn ich befürchte, dass das grüne Wahlergebnis schlechter ausfällt als im Schnitt der Umfragen, und das von CDU und AfD besser.
Kurz: Der Katalog als Zeitgeistmarker
IKEA ist so ein globaler Konzern, der Möbel verkauft. Naja, eigentlich verkauft der Konzern eher ein Image als Möbel. Und das Image hat nicht unbedingt viel mit der Realität zu tun, befürchte ich.
Was für ein Image? So eine hübsche skandinavisch-aufgeräumte Kuscheligkeit, in der kleine Wohnungen kein Problem, sondern eine mit Bravour meisterbare Stilherausforderung sind, in der multikulturell zusammengesetzte Patchwork-Familien-WG-Freundeskreise an hübsch dekorierten/improvisierten Tischen sitzen, mit Kindern irgendwo zwischen niedlich und frech, gerne auch mal kopfüber. Bisschen Grünzeug, bisschen Altbau, bisschen Post-Hippie-Bürgertum, bisschen Literatur im Regal, bisschen künstlerisch wertvolles Provisorium. Noch ein Hauch Nachhaltigkeitsgefühl und eine Prise globale Fairness dazu, fertig, trifft und passt. Werbung halt.
Dass die jährlichen, weltweit ähnlichen IKEA-Kataloge genau dieses Image verkaufen – genau das macht sie ja überhaupt erst ersehnenswert, jedenfalls interessanter als all das, was irgendwelche andere Möbelhäuser sich ausdenken, um ihren Kruscht zu bepreisen. Weswegen ich es etwas schade finde, dass der diesjährige Katalog sich wohl von dem neuen „Keine Werbung“-Schild am Briefkasten hat abschrecken lassen hat. Und wenig Verständnis für irgendwelche in der ZEIT erschienenen Verrisse habe.
Photo of the week: This year’s crop I
Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt: so ein kleiner Nordbalkon kann durchaus zur Tomatenproduktion genutzt werden. Ein paar Kartoffeln und Erdbeeren, Minze, Schnittlauch und Basilikum gab’s auch. Die Paprikapflanze hat sich entschieden, erst jetzt, Anfang September, überhaupt mal Früchte anzusetzen. Wenn’s so warm bleibt, wird das auch noch was. Aber so ganz zufrieden bin ich trotzdem nicht. Das betrifft zum einen die Pflanzen (was außer Tomaten könnte ich denn mal trotz wenig Platz probieren?), zum anderen die Frage, wie ich auf kleinem Raum viel Erde unterbringe. Hat jemand Erfahrung mit Hochbeeten (oder gar „Regalbeeten“) auf dem Balkon?
Der Rebell. Eine Miniatur
Der Rebell (seltener die R.-in); hat oder hatte Parteiämter oder Mandate inne; setzt seine Abweichung vom allgemeinen Kurs der Partei wohl in Szene. Über die Zeit wird das Löcken wider den Stachel zum bestimmenden Thema des Rebellen. Konstruktive Arbeit in der Partei kommt nur noch selten vor. Er wird nun in der Rolle des Rebells besetzt, etwa auf Talkshowsessel. Am Ende des medialen Spiels, kurz vor allgemeiner Ermüdung der auf den Rebellen fokussierten Aufmerksamkeit, kommt es manchmal zum eruptiven Austritt. Allerdings droht ohne Kontrastfolie schnell ein Verbrennen des Aufmerksamkeitswertes, das Interesse erlahmt, am Ende findet sich der Rebell als → einsamer Kämpfer im Schatten wieder.
Photo of the week: New finish, finished
Ich mag es ja, wenn das Licht durch die halb geschlossenen Jalousien Schattenmuster auf die Möbel wirft. Zum Beispiel auf diesen Stuhl, der einige Jahrzehnte alt und endlich wieder frisch – wenn auch nicht ganz professionell – gestrichen und mit neuer Sitzfläche an meinem Esstisch steht. Ein Großeltern-Erinnerungsstück.



