Kurzer Hinweis, dass ich heute bei der schnuckelig kleinen #evotecon18 in Erfurt über den Virtuellen Parteitag (der im Jahr 2000 stattfand und 2001 das Thema meiner Magisterarbeit war) und Online-/Offline-Beteiligung bei Bündnis 90/Die Grünen vorgetragen habe. Die Folien können auf SlideShare angeschaut werden, wenn ich dazu komme, schreibe ich auch noch ein bisschen ausführlicher etwas dazu.
Photo of the week: And suddenly, snow XIV
Schnee liegt hier zwar keiner mehr, nachdem es ein oder zwei Tage im Februar noch einmal welchen hatte, aber eisig kalt (und sternklar) ist es. Und das alles wegen der Polarluft und den Temperaturanomalien rund um den Nordpol.
Kurz: Merkels Minister*innen
Inzwischen hat Angela Merkel die CDU-Minister*innen für die mögliche Neuauflage der Großen Koalition vorgestellt, und es ist doch einiges anders, als vorher spekuliert wurde. Insgesamt beweist das Personalpaket, dass Merkel weiterhin über ein ausgeprägtes strategisches Geschick verfügt – das fängt bei Noch-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer aus dem Saarland als Generalsekretärin der CDU an und endet nicht bei der Einbindung von Jens Spahn in die Kabinettsdisziplin. Auch die Frauenquote ist positiv hervorzuheben.
Eine Personalie aber irritiert mich, weil ich sie nicht einordnen kann. Das ist die designierte neue Bildungsministerin Anja Karliczek. Die Bundestagsabgeordnete aus Nordrhein-Westfalen (nein, keine „Frau aus dem Osten“, wie BILD noch vor ein paar Tagen vermutete) war bisher im Finanzausschuss tätig und kommt aus einem als Familienbetrieb geführten Traditionshotel. Von ihrer Ausbildung her ist Karliczek Bankkauffrau, Hotelfachfrau und hat ein berufsbegleitendes BWL-Studium abgeschlossen.
Bildungs- oder wissenschaftspolitisch ist sie mir bisher nicht begegnet. Eine Promotion (Schavan) oder eine Professur (Wanka) sind aus meiner Sicht keine Voraussetzungen, um Bildungsministerin zu werden – Theresia Bauer zeigt das in Baden-Württemberg sehr erfolgreich. Aber gewisse Berührungspunkte zum Feld halte ich doch für sinnvoll, und seien sie aus der politischen Tätigkeit heraus erwachsen, etwa als Fachsprecherin für das Themenfeld. Eine gute Minister*in muss aus meiner Sicht Dinge einschätzen können (dazu ist fachliche Expertise notwendig) und politisch durchsetzungsfähig sein. Letzteres kann ich bei Karliczek nicht beurteilen, für ersteres sehe ich bisher keine Indizien.
Insofern bin ich gespannt und auch etwas besorgt, welches Gewicht Bildungs‑, Forschungs- und Wissenschaftspolitik in der zukünftigen Bundesregierung einnehmen wird – erst recht, weil dieses Feld oft (meiner Meinung nach – Wissensgesellschaft, Innovationsland, … – zu Unrecht) als eines angesehen wird, das politisch nicht zentral ist, und in dem weder große Konflikte zu erwarten noch große Meriten zu ernten sind. „Hier kann mal experimentiert werden.“
(Andere Meinung, durchaus lesenswert: Georg Löwisch in der taz)
Photo of the week: Fractals in a tree
Zu dem Bild hier fällt mir ein, dass es früher – als Monitore noch schwarz und grün waren – in der damals von meinen Eltern abonnierten Heftreihe Spektrum der Wissenschaft eine Zeit lang eine Kolumne gab, in der Algorithmen beschrieben wurden. Zum Teil habe ich dann versucht, das – mehr oder weniger erfolgreich ‑nachzuprogrammieren. Besonders beeindruckt hat mich eine Kolumne über Lindenmayer-Systeme und Pflanzen als fraktale Geometrien (die mit der Beschreibung der zum damaligen Zeitpunkt noch völlig utopischen, fremdartigen, aber natürlich wirkenden Pflanzenwelt eines computergenerierten Hobbit-Films eröffnete, wenn ich mich richtig erinnere). Heute können Computergrafikprogramme sowas – und echte Bäume zeigen auch gerne mal ihren fraktalen Charakter.
Einmal Modul tauschen
Letzte Woche ging meine Waschmaschine kaputt. Ein penetrantes Piepsen, voller Stopp mitten im Vollwaschprogramm. Fehlermeldung E63. Was das bedeutet? Das Internet meint „Verbindung zur Steuerungseinheit unterbrochen“. Klingt nicht gut – und mit ziemlich genau fünf Jahren ist das Gerät so alt auch noch nicht.
Nach mehreren Anläufen (Website auf dem PC unbedienbar, Website auf dem Handy liefert kryptische Fehlermeldung, Hotline braucht eine auf der Innenseite der Tür aufgeklebte Nummer und informiert mich immerhin darüber, wie die Notentriegelung funktioniert) bekomme ich einen Servicetermin.
Heute war dann der Techniker mit zwei Koffern da. Einer mit Werkzeug, einer mit Notebook, Minidrucker und Kartenlesegerät. Erst tat die Maschine so, als sei sie völlig in Ordnung. Erst als der Testwaschlauf schon durch war, tauchte dann doch wieder E63 auf. „Den Fehler kannte ich bisher nicht“, sagt der Techniker, schaut in der Datenbank auf dem Notebook nach: Lösungsweg zur Problembehebung ist der Austausch des Steuerungsmoduls.
Ich gebe zähneknirschend mein Einverständnis, der Techniker öffnet die Waschmaschinenabdeckung, baut – mit etwas Mühen – eine Platine aus und setzt eine neue ein. Halber Neupreis der Waschmaschine, zahlbar direkt per EC-Karte, Rechnung kommt heute abend, wenn er den Vorgang vom Notebook überspielt hat, per E‑Mail.
Kommentar meines Kindes: Kann ja sein, dass Waschmaschinen 20 Jahre halten – Computer, auch in Waschmaschinen verbaute Minicomputer, sind halt nach fünf Jahren Schrott …
(Und die Moral der Geschichte: eine richtig smarte Waschmaschine hätte mir vielleicht ein „unbekannter Fehler – Techniker rufen“ in die App gebeamt, statt „E63“ im Display anzuzeigen. Eigentlich brauchen würde ich aber keine smartere Maschine, sondern eine dumme: drei bis vier Programme zur Auswahl plus Start/Stop würde mir völlig reichen.)


