Photo of the week: Stuttgart Hbf (blue)

Stuttgart Hbf (blue)

 
Die leer­ge­räum­te Hal­le des Stutt­gar­ter Haupt­bahn­hofs wird zumin­dest hübsch weih­nacht­lich illu­mi­niert – mal rot, mal grün, mal blau. Und über dem Rest der „Schlemmergrill“-Zeile schwebt jetzt eine Weihnachtskugel.

Stern der Nordermark

Letz­tes Jahr hat­te mei­ne Toch­ter sich einen selbst geschrie­be­nen Advents­ka­len­der gewünscht. Zum Glück nur für zwölf Tage, die ande­ren zwölf Tage war ihre Mut­ter dran. Dabei ist bei mir eine Geschich­te ent­stan­den, die irgend­wo zwi­schen Fan­ta­sy und Sci­ence Fic­tion chan­giert und für eine Kurz­ge­schich­te zu lang und für einen Novel­le zu lang­wei­lig gewor­den ist. Sprich: so ganz zufrie­den bin ich mit dem Ergeb­nis nicht. Nun denn – wer möch­te, kann den „Stern der Nor­der­mark“ jetzt hier lesen.

> Der Stern der Nordermark

Kurz: 2020

Noch ein paar weni­ge Tage, und dann springt der Jah­res­zäh­ler um auf 2020. Mehr noch als das Jahr 2000 (Y2K, für Ein­ge­weih­te) ist 2020 ein Jahr, das immer irgend­wann in der fer­nen Zukunft lag. 

Jetzt sind wir dort. 2020 noch vom Beginn des 21. Jahr­hun­derts zu reden, wäre schräg. Wir sind mit­ten­drin. In einer Zukunft, die beim ers­ten Hin­se­hen durch­aus apo­ka­lyp­ti­sche Züge auf­weist, und eher aus den düs­te­re­ren Wer­ken zu stam­men scheint: Kli­ma­kri­se, Arten­ster­ben, neue glo­ba­le Macht­ver­hält­nis­se, popu­lis­ti­sche und wenig demo­kra­tisch gesinn­te Regie­rungs­chefs in einer gan­zen Rei­he von Län­dern, die Ver­wirk­li­chung der Total­über­wa­chung in Chi­na, … Erst beim zwei­ten Hin­se­hen zeigt sich, dass es auch posi­ti­ve Ent­wick­lun­gen gibt: sin­ken­de Armut, stei­gen­de Bil­dungs­zah­len, der ver­netz­te Kos­mos. Wir sind (noch) nicht in einem lebens­feind­li­chen Bad­land ange­kom­men, die vir­tu­el­le Welt ist wei­ter­hin größ­ten­teils flach, und es gibt ziem­lich viel poli­ti­sier­tes Enga­ge­ment, ziem­lich viel Bewe­gung, und, ja, auch das: eine Ende men­schen­feind­li­cher Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten, die nicht mehr ein­fach so hin­ge­nom­men und gedan­ken­los repro­du­ziert werden. 

Viel­leicht ist es die­se Ungleich­zei­tig­keit, das Neben­ein­an­der von Kri­se und Kata­stro­phe auf der einen und Fort­schritt und Auf­klä­rung auf der ande­ren Sei­te, das die­se Jah­re kenn­zeich­net. Viel­leicht wird eines Tages in einer Geschich­te des 21. Jahr­hun­derts 2020 das Jahr sein, in dem „how dare you“ gewon­nen hat, in dem die Mensch­heit die Kur­ve gekriegt hat. Oder halt nicht.