Kurz: Degrowth-Erwartungen

20 Minu­ten vor Leip­zig ist die Degrowth-Kon­fe­renz fast erreicht. Was ich da will? Neben All­ge­mein­plät­zen wie „span­nen­des The­ma“ und „Net­wor­king“ fah­re ich hin, um …

… zusam­men mit Jen­ny Lay einen Vor­trag zu „Swap, share, expe­ri­ence“ zu hal­ten, bei dem wir Pra­xis­theo­rie nut­zen, um das trans­for­ma­ti­ve Poten­ti­al von urba­nen Gär­ten und Umsonst­lä­den zu unter­su­chen (Don­ners­tag nachmittag);

… über die Fra­ge zu dis­ku­tie­ren, wie IT und die Ent­kopp­lung von Wachs­tum und Res­sour­cen­ver­brauch zusam­men­hän­gen, und wel­che Rol­le dabei Com­mo­ning spie­len kann (Don­ners­tag vormittag);

… mehr dar­über zu ler­nen, wie Tech­nik und Degrowth zusammenpassen;

… und mir eine Mei­nung dar­über zu bil­den, ob Post­wachs­tum über­haupt eine sinn­vol­le Stra­te­gie ist, bzw. wie Trans­for­ma­ti­ons­sze­na­ri­en und Über­gän­ge aus­se­hen können.

Und ihr so?

Kurz: Die (Un-)Denkbarkeit eines commonistischen Smartphones

Klei­nes Gedan­ken­ex­pe­ri­ment im Vor­griff auf die Degrowth-Kon­fe­renz im Sep­tem­ber: Unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen wäre ein „com­mo­nis­ti­sches“ Smart­phone denk­bar? In der Nut­zung fällt mir eini­ges dazu ein, wie ein Smart­phone ver­wen­det wer­den kann, um eine zivil­ge­sell­schaft­li­che, nicht markt­för­mi­ge Öko­no­mie vor­an­zu­brin­gen; die erheb­li­che Abhän­gig­keit der Nut­zung von groß­tech­ni­schen Sys­te­men und kapi­ta­lis­ti­schen Infra­struk­tu­ren mal außen vor gelas­sen. Das lie­ße sich viel­leicht auch anders orga­ni­sie­ren. Aber wie sieht es mit der Her­stel­lung aus?

Hier bin ich sehr viel skep­ti­scher. Grob gesagt besteht ein Smart­phone aus: 1. Gehäu­se, 2. Chip­set, 3. Akku, 4. Bild­schirm und 5. Soft­ware. Das Gehäu­se lie­ße sich sicher­lich lokal und wenig vor­aus­set­zungs­reich fer­ti­gen und wäre damit anschluss­fä­hig an ver­schie­de­ne Vor­stel­lun­gen einer weni­ger arbeits­tei­li­gen Gesell­schaft. Die Soft­ware liegt zum Teil – dank Goog­le! – in offe­ner Form vor. Hier­auf kann auf­ge­baut wer­den. Aber bei Chips, Akku und Bild­schirm ist eine Kom­ple­xi­tät gege­ben, bei der ich nicht die Fan­ta­sie habe, mir vor­zu­stel­len, wie die­se Kom­po­nen­ten ohne Eco­no­mies of Sca­le, ohne tief­ge­hen­de Spe­zia­li­sie­rung und ohne glo­ba­le Arbeits­tei­lung her­ge­stellt wer­den sol­len. Und da stößt die Kom­pa­ti­bi­li­tät zwi­schen Com­mo­nis­mus und Smart­phone an Grenzen.

Wenn das so stimmt, lie­ßen sich dar­aus nun zwei Schlüs­se zie­hen: Ent­we­der, bestimm­te Tech­no­lo­gien – alles, wo IT drin­ne steckt – sind inkom­pa­ti­bel mit Vor­stel­lun­gen einer stär­ker regio­na­li­sier­ten, auf Tei­len statt auf Wachs­tum set­zen­den, tief nach­hal­ti­gen Wirt­schaft. Wer eine sol­che will, müss­te dann Ver­zicht auf die­se Pro­duk­te ein­pla­nen. Oder, anders­her­um: wenn es wei­ter Smart­phones etc. geben soll, müss­te geklärt wer­den, wie eine Schnitt­stel­le zwi­schen einer neu­en und einer alten Wirt­schafts- und Gesell­schafts­form aus­se­hen könnte.

Einige Anmerkungen zum Andreae-Bauer-Papier

Tetris and the big mover I

Die Frei­bur­ger Bun­de­tags­ab­ge­ord­ne­te Kers­tin And­reae, die baden-würt­tem­ber­gi­sche Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin The­re­sia Bau­er, das Lan­des­vor­stands­mit­glied Dan­y­al Bayaz und eini­ge wei­te­re – zumeist in den Zen­tral­stel­len grü­ner Minis­te­ri­en täti­ge – real­po­li­tisch ori­en­tier­te Men­schen aus Baden-Würt­tem­berg haben in die­sem Som­mer die grü­ne Frei­heits­de­bat­te um ein wei­te­res The­sen­pa­pier ergänzt.

Vie­les an dem Papier fin­de ich rich­tig. Und wer es als Erb­schein für die FDP ver­steht, liegt falsch. Rich­tig fin­de ich ins­be­son­de­re die The­se, dass eine bestimm­te grü­ne Les­art einer auf Frei­heit ori­en­tier­ten Poli­tik gibt, die nicht nur aus den bür­ger­recht­li­chen und eman­zi­pa­to­ri­schen Wur­zeln der Par­tei her­ge­lei­tet wird, son­dern auch aus der schlich­ten, aber nichts­des­to­trotz wirk­mäch­ti­gen Tat­sa­che, dass indi­vi­du­el­le Frei­räu­me vor­aus­set­zungs­reich sind. 

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Unboxing: Fairphone

Unboxing Fairphone (mosaic)

Nach­dem mein altes Smart­phone Ende Mai den Geist auf­ge­ge­ben hat (genau­er gesagt: einen Wackel­kon­takt im USB-Bereich ent­wi­ckelt hat), habe ich dann nach eini­gem Über­le­gen ein Fair­pho­ne der zwei­ten Gene­ra­ti­on vor­be­stellt. Heu­te wur­de das Fair­pho­ne gelie­fert und in Betrieb genom­men. (Ich bin jetzt also auch unter­wegs wie­der stän­dig erreichbar).

Über die Fra­ge, wie fair das Fair­pho­ne ist, möch­te ich mich in einem wei­te­ren, noch zu schrei­ben­den Blog­bei­trag aus­las­sen. Heu­te geht’s erst­mal um das Ding an sich. 

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Plätze machen Städte

2014-wiese-statt-steinwüste

Frei­burg nennt sich ja manch­mal „Green City“. Je nach­dem, was genau unter „grün“ in die­sem Zusam­men­hang ver­stan­den wird, durch­aus zu Recht. Das Vau­ban-Vier­tel ist ein gelun­ge­nes sozi­al-öko­lo­gi­sches Expe­ri­ment, über das Rie­sel­feld lie­ße sich ähn­li­ches sagen, es gibt Rad­ex­press­we­ge, Stra­ßen­bah­nen, Tofu­brat­würs­te, Wind­rä­der, grü­ne Wahl­er­geb­nis­se, einen grü­nen OB und ein Milieu, das durch­aus schon in das ein­schlä­gi­ge Lied­gut Ein­gang gefun­den hat.

Wer durch die Innen­stadt geht, das Flair des Müns­ter­markts und die Hän­ge des Schwarz­walds bewun­dert, sieht davon aller­dings nicht unbe­dingt etwas. Oder, ganz stimmt das nicht: der Rott­eck­ring zwi­schen dem Stadt­thea­ter mit poli­ti­schem Anspruch, der Uni­ver­si­tät, die jetzt auf Nach­hal­tig­keit setzt, und dem neu­en Kris­tall­pa­last der Uni­ver­si­täts­bi­blio­thek ist für den Auto­ver­kehr gesperrt und wird noch nicht von den geplan­ten Stra­ßen­bahn­li­ni­en durch­kreuzt. Nur Fahr­rad­fah­re­rIn­nen und Fuß­gän­ge­rIn­nen que­ren – in Frei­burg-übli­chen Mas­sen den Platz.

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