Photo of the week: Blueberry (oder: Besuch des Wichtelpfads)

Blueberry

 
Letz­ten Mitt­woch haben wir end­lich mal den Wich­tel­pfad am Feld­berg erkun­det. Die­ser Hei­del­beer­busch ist einer von tau­sen­den, die wir dort gese­hen haben – an eini­gen hin­gen auch noch Beeren. 

Lovely homeWas ist der Wich­tel­pfad? Ein etwa zwei Stun­den dau­ern­der Rund­weg durch den Auer­hahn­wald auf dem Feld­berg. Mit Bus und Bahn gelingt die Anfahrt mit der Höl­len­tal­bahn bis Feld­berg-Bären­tal, von da geht es dann mit dem Bus 7300 bis zum „Feld­ber­ger Hof“ wei­ter. Dort kann im Haus der Natur ein kos­ten­lo­ser klei­ner Fly­er abge­holt wer­den. Der Pfad selbst beginnt hin­ter dem häß­li­chen Beton­kom­plex Feld­ber­ger Hof – zuerst muss noch ein beein­dru­cken­der Wip­fel­klet­ter­gar­ten umrun­det wer­den, dann geht’s mit den Wich­teln los.

The knowledgable gnomeDer Rund­gang erzählt die Geschich­te des Wich­tel­post­bo­ten, der dem Auer­hahn Anton einen Brief brin­gen möch­te, ihn aber nicht fin­den kann. Neben­bei wird eini­ges über das Leben von Auer­häh­nen und ‑hen­nen ver­mit­telt. Die Wich­tel­sta­tio­nen – etwa ein Wich­tel­wirts­haus oder eine Apo­the­ke – sind hübsch anzu­se­hen und detail­reich aus­ge­stal­tet*, und fügen sich har­mo­nisch in den Wald ein. Meist sind sie im Wur­zel­be­reich gro­ßer alter Bäu­me auf­ge­baut. Dane­ben gibt es eini­ge Sta­tio­nen, an denen nicht die Wich­tel die Haupt­rol­le spie­len, son­dern bei­spiels­wei­se der Drei­ze­hen­specht oder der Fuchs, und an denen weni­ger kogni­ti­ve als ande­re Ele­men­te (z.B. Klet­tern) eine Rol­le spielten.

Uns und Zora und Ras­mus (6 bzw. 3,5 Jah­re) hat der Pfad gut gefal­len und war ohne Ermü­dungs­er­schei­nun­gen begeh­bar. Geöff­net ist er im Som­mer­halb­jahr. Beson­ders schwie­ri­ge Klet­ter­tou­ren oder so gibt es nicht, wie schon im Pro­spekt beschrie­ben, ist er aller­dings nicht kin­der­wa­gen­taug­lich. Wei­te­re Infos: www.wichtelpfad.info.

Nähe­re Ein­bli­cke in den Pfad – aber auch ein paar Spoi­ler – gibt es in die­sem Foto­set, aus dem auch das Foto des Hei­del­beer­bu­sches oben stammt. 

* Ich habe mal (für die Lan­des­fors­ten Rhein­land-Pfalz) einen Teil der Öffent­lich­keits­ar­beit der dor­ti­gen Natur­päd­ago­gik auf die dort ver­mit­tel­ten Geschlech­ter­bil­der hin unter­sucht. Mit dem Blick könn­te ich mir auch beim Wich­tel­pfad Feld­berg noch eini­ge Ver­bes­se­run­gen vorstellen, …

Photo of the week: Lightning II

Lightning II

 
Die­ser Som­mer zeich­net sich ja nicht nur durch weni­ge, aber dafür beson­ders hei­ße Tage aus, son­dern auch durch regel­mä­ßi­ge Stark­re­gen­zei­ten. Mon­sun ist ver­mut­lich was ande­res, aber gewis­se Ähn­lich­kei­ten gibt es schon. Das da oben ist ein Teil eines neu­lichs nachts hier nie­der­ge­hen­den Som­mer­ge­wit­ters – da hat’s so sehr geblitzt, dass es sogar mir (mit viel Glück …) gelun­gen ist, einen Blitz foto­gra­fisch ein­zu­fan­gen. Neben­bei: Mir ist da noch­mal klar gewor­den, war­um das ent­spre­chen­de Teil am Foto­ap­pa­rat „Blitz­licht“ heißt. Auch belich­tungs­tech­nisch und so weiter.

Gewit­ter fin­de ich nicht nur an und für sich inter­es­sant, son­dern auch in ihrer kul­tu­rel­len Ein­bet­tung. Heu­te ist das ja längst nicht mehr der Blit­ze schleu­dern­de Thor, (und auch nicht die Fran­ken­stein-Ener­gie­quel­le), son­dern eher ein ästhe­ti­sches Ereig­nis. In Deutsch­land gibt es jähr­lich 1,5 bis 2,5 Mio. Blit­ze – mit laut Wiki­pe­dia jähr­lich durch­schnitt­lich drei bis sie­ben Todes­op­fern (vor der Erfin­dung des Blitz­ab­lei­ters wohl meh­re­re hun­dert). Also nach wie vor Ästhe­tik mit Gru­sel­fak­tor – eben im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes ein Himmelsschauspiel.

So geht’s auch

Balance, too

Weil ich das ab und zu gefragt wer­de, wie wir das machen, woll­te ich mal was dazu auf­schrei­ben. Was machen? Die Ver­ant­wor­tung für zwei Kin­der zwi­schen zwei Erwach­se­nen, die kein Paar mehr sind, so auf­tei­len, dass es allen dabei gut geht. Nicht als Patent­re­zept, und ohne jede Garan­tie – wer weiß, wie das irgend­wann bei uns aus­sieht -, aber viel­leicht als Anregung.

Kurz zum Hin­ter­grund: Vor etwa einem Jahr haben A. und ich uns nach eini­gen Jah­ren Zusam­men­sein getrennt (wer etwas sucht, fin­det auf mei­nem Blog auch einen län­ge­ren Ein­trag dazu). Wir haben das gemein­sa­me Sor­ge­recht für unse­re bei­den Kin­der, und waren uns dann schnell einig, dass wir das auch wei­ter­hin gemein­sam aus­üben wol­len, und dass wir kein Lebens­mo­dell wol­len, bei dem eine Per­son sich um die Kin­der küm­mert und die ande­re dafür Geld und Wochen­en­den gibt/kriegt.

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Photo of the week: On a search for the falling star X

On a search for the falling star X

 
All­mäh­lich kom­me ich mit dem, was ich so foto­gra­fie­re, an die Gren­zen mei­ner guten alten Canon EOS 300D (mit Stan­dard­ob­jek­tiv). Neu­lichs zum Bei­spiel habe ich ver­sucht, die Per­sei­den* nicht nur zu sehen (was mir gelun­gen ist), son­dern auch foto­gra­fisch fest­zu­hal­ten. Was nicht geklappt hat. Und auch die übri­gen Lang­zeit­be­lich­tun­gen (hier: 17 Sekun­den) aus die­ser Nacht – wie das Bild oben – sind zwar ganz hübsch, aber doch sehr ver­rauscht gewor­den. Es wird auch schön sicht­bar, wie rot die Wel­len­län­ge der Nacht ist. 

Was es noch zu sehen gibt: der gro­ße Wagen, einen Satel­li­ten oder viel­leicht auch ein Flug­zeug und den vagen Hauch einer Stern­schnup­pe.

Eini­ge der Bil­der in die­sem Stream hat übri­gens ein „Bot“ kata­lo­gi­siert: die Grup­pe „astro­me­try“ bie­tet dies an; ein Com­pu­ter­pro­gramm ver­sucht, die Ster­ne in einem Bild zuzu­ord­nen. Ob die Zuord­nun­gen aller­dings stim­men, kann ich nicht nach­prü­fen – gera­de bei dem Bild oben sind auch ein paar Licht­re­fle­xe als Ster­ne kate­go­ri­siert worden …

* Den Sternschnuppen„regen“ im August – fak­tisch waren es so fünf oder sechs Schnup­pen, die ich (inmit­ten der städ­ti­schen Beleu­tung) gese­hen habe.

Die Sache mit dem Ehegattensplitting

Laut Medi­en­be­rich­ten will Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Kris­ti­na Schrö­der zur Gleich­stel­lung von homo­se­xu­el­len Part­ner­schaf­ten bei­tra­gen, indem das Ehe­gat­ten­split­ting dafür geöff­net wer­den soll. Klingt erst­mal gut, wird aber von ihr selbst gleich wie­der rela­ti­viert. Es gehe ihr um den Erhalt kon­ser­va­ti­ver Wer­te, heißt es, und das glau­be ich ihr durch­aus. Es geht ihr, zuge­spitzt, um die Ret­tung der Ehe vor dem Feminismus.

Die CDU dazu zu brin­gen, sich ein klei­nes biss­chen pro­gres­si­ver zu zei­gen, indem sie die letz­ten Schrit­te zur Gleich­stel­lung der ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft mit der Ehe macht, ist nicht schlecht (und kann als spä­ter Erfolg unter ande­rem der dies­be­züg­li­chen Initia­ti­ven von Vol­ker Beck gese­hen wer­den, bei deren nament­li­cher Abstim­mung diver­se CDU-MdBs sich vor ihrem Gewis­sen ziem­lich blamierten).

Aber: Eigent­lich müss­te es dar­um gehen, den Ana­chro­nis­mus einer staat­li­chen Sub­ven­ti­on der Allein­ver­die­ner­ehe ganz abzu­schaf­fen. Ehe­gat­ten­split­ting bringt dann etwas, wenn ein Part­ner in einer Ehe oder Part­ner­schaft deut­lich mehr ver­dient als der ande­re. Das allei­ne ist schon ein­mal schwie­rig, weil in den meis­ten Fäl­len zufäl­li­ger­wei­se die Frau in einer hete­ro­se­xu­el­len Ehe die­je­ni­ge ist, die weni­ger ver­dient. Zur Not lie­ßen sich hier auch ent­spre­chen­de Sta­tis­ti­ken auskramen. 

In gleich­ge­schlecht­li­chen Part­ner­schaf­ten lie­gen die Ein­kom­mens­ver­hält­nis­se ver­mut­lich ähn­li­cher – eine Öff­nung hier hat also in vie­len Fäl­len mehr einen sym­bo­li­schen als einen mate­ri­el­len Wert.

Ehe­gat­ten­split­ting heißt, Anrei­ze dafür zu set­zen, dass Men­schen hei­ra­ten (weil es sich ja steu­er­lich lohnt), und es heißt, staat­li­che Anrei­ze für unglei­che Ein­kom­mens­ver­hält­nis­se in der Ehe (oder eben auch der Part­ner­schaft) zu set­zen. Also: das deut­sche Part­ner­schafts­mo­dell der 1950er Jah­re am Leben zu erhalten.

Eine Abschaf­fung des Ehe­gat­ten­split­tings wür­de nicht bedeu­ten, dass es kei­ne Ein­kom­mens­un­ter­schie­de – und damit erheb­li­che mate­ri­el­le Ungleich­hei­ten – in Part­ner­schaf­ten mehr geben wür­de. Aber es wür­de einen wich­ti­gen Anreiz dafür weg­neh­men. Das Geld könn­te dann bei­spiels­wei­se in eine tat­säch­li­che För­de­rung von Kin­dern und Fami­li­en jeder Art gesteckt werden.

Wenn Schrö­der sich in der CDU damit durch­setzt, das Ehe­gat­ten­split­ting für ein­ge­tra­ge­ne Part­ner­schaf­ten zu öff­nen, ret­tet sie ihr Fami­li­en­mo­dell und ver­län­gert die Lebens­zeit eines gesell­schaft­li­chen Ana­chro­nis­mus. Inso­fern glau­be ich, dass zu viel Begeis­te­rung über die­sen Vor­stoss sei­tens pro­gres­si­ver Kräf­te nicht ganz die rich­ti­ge Reak­ti­on ist.

Dis­clai­mer: Eine Abschaf­fung des Ehe­gat­ten­split­tings zuguns­ten höhe­rer Kin­der­leis­tun­gen wür­de dem von mir geleb­ten Fami­li­en­mo­dell (unver­hei­ra­te­te hete­ro­se­xu­el­le Part­ner­schaft mit Kin­dern, inzwi­schen Tren­nung, aber wei­ter­hin gemein­sa­me Kin­der­er­zie­hung) zu Gute kom­men. Inso­fern könn­te es sich bei die­sem Blog­bei­trag um Kli­en­tel­po­li­tik in ganz eige­ner Sache han­deln. Aller­dings zeigt ein Blick auf die Sta­tis­ti­ken, dass weder getrennt auf­wach­sen­de Kin­der noch unver­hei­ra­te­te Eltern heu­te völ­li­ge Aus­nah­me­fäl­le sind.

P.S.: Zum The­ma Wir­kung und Unge­rech­tig­kei­ten des Ehe­gat­ten­split­tings (aus einer Pro-Ehe-Sicht) ist die­ser ZEIT-Arti­kel von Eli­sa­beth Nie­jahr sehr lesens­wert. Dan­ke an @Krrrcks für den Hinweis.