In letzter Zeit wabberte an verschiedenen Ecken und Enden ja immer mal wieder das Thema „Bio ist bäh“ ins Licht der medialen Aufmerksamkeit. Sei es durch die Stanford-Studie, die keine Unterschiede beim Vitamingehalt feststellen konnte (und Pestizidbelastungen nicht berücksichtigte), sei es durch diverse genüsslich wiedergekäute Skandale und Skandälchen, sei es durch SPIEGEL-Kolumnisten, die der SPD das Karottenkuchenmilieu madig machen wollen. Und trotzdem halte ich es nach wie vor für sinnvoll, „bio“ einzukaufen (und für „fair“ gilt ganz ähnliches). Warum? Dazu zehn Thesen.
Kurz: Geschlechtergerechte Sprache bei Grüns
Während meine Suppe abkühlt, noch ein paar Sätze zur geschlechtergerechten Sprache, wie sie bei Bündnis 90/Die Grünen verwendet wird – und wie nicht. Warum? Weil ich in letzter Zeit immer wieder auf seltsame Formulierungen stoße. Ob diese aus Unwissenheit oder Trollerei verwendet werden, sei einmal dahingestellt.
Falsch sind jedenfalls sowohl „MitgliederInnen“ als auch „GrünInnen“. „Das Mitglied“ hat kein Geschlecht und wird dementsprechend auch nicht mit einem großen I versehen. Und wir Grünen – der Grüne, die Grüne – werden durch ein angehängtes, falsches ‑Innen auch nicht schöner.
Richtig ist dagegegen, dass alle Personenbezeichnungen, die nicht geschlechtsneutral sind, „gegendert“ werden sollen. Den Hintergrund dafür erklärt Anatol Stefanowitsch viel besser, als ich es hier könnte. Das „gendern“ kann auf vielfältige Art und Weise geschehen:
- durch Paarformen („Freundinnen und Freunde“), in der gesprochenen Sprache üblich,
- durch die Verwendung neutraler Formen (die haben ihre eigenen Tücken), z.B. „Studierende“, „Wählende“, „Abgeordnete“, „Delegierte“
- durch das traditionell bekannte „Binnen‑I“, also ähnlich wie bei „iPhone“ ein Großbuchstabe mitten im Wort, der signalisiert, dass das zwei Wörter in einem stecken, etwa in „TierquälerInnen“ – so elegant nur im Plural verwendbar,
- durch neuere Symbole, etwa den „Gender Gap“ („Professor_innen“), oder durch das Gender-Sternchen („Köch*innen“). Bei beiden Symbolen ist die Idee, dass nicht nur zwei Geschlechter symbolisiert werden sollen, sondern auch jenseits davon stehende Geschlechterrollen.
- Und wer das alles blöd findet, und trotzdem nicht ausschreiben möchte, kann auch den Schrägstrich einsetzen, der aber mit „Frau als Anhängsel der männlichen Form“ konnotiert ist („Manager/in“).
So, und jetzt ist die Suppe kalt, und ich möchte nie wieder „GrünInnen“ irgendwo lesen, nur weil irgendwem nicht passt, dass wir eine feministische Partei sind.
Was wächst denn da? (Update)
Vor gut einem Jahr haben wir von einer Kindergartenfreundin von Z. einen Obstkern bekommen, den wir dann in die Erde gesteckt haben. Inzwischen ist daraus eine ansehnliche Pflanze gewachsen – nur was für eine, das ist unklar.
Hier ist die ganze, inzwischen etwa 40 cm hohe Pflanze zu sehen (nicht der Kaktus!):
Und hier der Trieb:
Bisher blüht die Pflanze nicht. Sie hat auffällig große (etwa 20 cm lang), „flaumig-wollige“ Blätter. Die Blätter fühlen sich fest an, sind grob gezackt und – das kann allerdings auch an fehlender Pflege liegen – rollen sich auf. Auf der Unterseite sind sie heller und haben große Adern, auf der Oberseite sind sie dunkelgrün und haben einen abwischbaren Flaum. Soweit ich das sehe, tritt bei Verletzungen keine Milch aus.
Es handelt sich nicht um: Apfel, Avocado (viel festere Blätter, dunkleres grün, Blätter wachsen versetzt und nicht in Büscheln), Artischocke, und wohl auch nicht um Pfirsich etc. oder um Kaki (Blätter sehen jeweils anders aus).
Der Kern war, wenn ich mich recht erinnere, relativ groß und eher zylindrisch als rund – ein bisschen wie ein Dattelkern. Da kann ich mich aber täuschen.
Hat irgendwer Ideen? (Dank schon mal an alle, die bisher auf Facebook und Twitter Tipps dazu gegeben haben).
Update: Das Rätsel ist wohl gelöst.
Photo of the week: Night moth II
Am 30.09. ein Foto von Wassersprengern in einem Stuttgarter Park zu zeigen, wäre ein bisschen taktlos gewesen. Deswegen gibt’s heute lieber diesen Nachtfalter, den ich vor einigen Wochen an meiner Wohnzimmerlampe gefunden habe – modisch durchaus zueinander passend. Ist dann aber wieder weggeflogen.
Vier Vorschläge zur Identitätskrise der SPD
Die Zeiten, in denen die SPD locker 40 Prozent holte, sind lange vorbei. In der Analyse führender Genossen – Manfred Güllner vom Institut forsa sei hier exemplarisch erwähnt, aber auch Sigmar Gabriel hat sich schon entsprechend geäußert – hängt das immer noch damit zusammen, dass so eine komische kleine Umweltpartei der SPD Ende der 1970er Jahre ihre Themen weggenommen hat. Plötzlich waren rauchende Schlote, rumpelnde Lastwagen und riesige Fabriken nicht mehr Insignien des sozialdemokratischen Wegs zum Paradies, sondern Pfuibäh. Identitätskrise! Eine Partei weiß nicht mehr, wofür sie steht.
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