Die ausbleibende Aufregung

Hölderlebach High II

Eigent­lich sind es unge­heu­er­li­che Ent­hül­lun­gen. Pro­gram­me – im dop­pel­ten Sin­ne, Soft­ware und groß ange­leg­te Über­wa­chungs­pro­jek­te – wie Prism, Tem­po­ra, XKeyscore tau­chen auf. Der Bun­des­nach­rich­ten­dienst koope­riert mit der NSA und über­gibt mas­sen­wei­se auf Vor­rat gespei­cher­te Meta­da­ten. Was wirk­lich pas­siert, ist hin­ter dem Nebel von Geheim­hal­tung und Ablen­kung nur zu erah­nen. Jeden­falls scheint es plau­si­bel zu sein, davon aus­zu­ge­hen, dass wir alle, die wir das Netz benut­zen, in einem weit grö­ße­ren Maß über­wacht wer­den, als dies bis­her ver­mu­tet wur­de. Grund­ge­setz hin oder her.

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Photo of the week: Tomato in the making II

Tomato in the making II

 
Wer mei­nem Blog folgt, weiß, dass ich einen klei­nen Bal­kon habe, und den durch­aus für gärt­ne­ri­sche Betä­ti­gun­gen nut­ze. Weil der Bal­kon wirk­lich klein ist, kommt da, selbst wenn, wie jetzt, die Hälf­te der Bal­kon­flä­che mit Blu­men­kis­ten voll­ge­stopft ist, nicht wirk­lich viel bei rum. (Und viel­leicht auch des­we­gen, weil ich mei­ne Toma­ten etc. zwar sehr regel­mä­ßig gie­ße, und auch gel­be Blät­ter und unnö­ti­ge Trie­be ent­fer­ne, aber mich nicht so sehr um den gan­zen Nähr­stoff­kom­plex küm­me­re). Neben Kar­tof­feln, die es auch die­ses Jahr gab (aus einer kei­men­den Kar­tof­fel wur­den meh­re­re erstaun­lich gro­ße Pflan­zen und letzt­lich konn­te ich eine gute Por­ti­on ern­ten), Son­nen­blu­men (sowie Laven­del am Küchen­fens­ter) und den lei­der wild wuchern­den, aber wenig Früch­te tra­gen­den Wald­erd­bee­ren aus dem letz­ten Jahr habe ich die­ses Jahr vor allem Toma­ten angepflanzt. 

Zum einen habe ich selbst die Rote Zora (pdf, S. 3) von Samen­fest Eich­stet­ten ange­pflanzt, vor allem des Namens wegen, zum ande­ren zwei Cock­tail­to­ma­ten­pflan­zen, die ich als Setz­lin­ge gekauft habe. Letz­te­re (oben im Bild, da noch grün) tra­gen ganz gewöhn­li­che rote Cock­tail­to­ma­ten, inzwi­schen wer­den auch die ers­ten davon reif. 

Und die „Rote Zora“? Die irri­tiert, weil sie schein­bar zwei ver­schie­de­ne Sor­ten Toma­ten trägt (mög­li­cher­wei­se ist es auch ein Virus o.ä., der die Pflan­ze irri­tiert). So sind die im oben ver­link­ten PDF abge­bil­de­ten läng­lich-eiför­mi­gen Früch­te zu fin­den, aber eben auch Toma­ten, die mit Rip­pen eher an Och­sen­herz erin­ne­ren – rund, aber sehr fal­tig. An ein- und der­sel­ben Pflan­ze, wenn ich das rich­tig sehe! (Oder es sind doch ein­fach Samen einer ande­ren Vari­tät mit in die Samen­tü­te gera­ten, und das mit der glei­chen Pflan­ze sieht nur so aus, weil die Toma­ten kreuz und quer über den Bal­kon ranken).

Auch wenn’s von der Men­ge her nicht extrem viel wer­den wird, fin­de ich es span­nend zu beob­ach­ten, wie aus einem Samen oder einer klei­nen Pflan­ze eine weit­aus­grei­fen­de, Frucht tra­gen­de gro­ße Pflan­ze wird (letz­tes Jahr war’s die Toma­te Dat­tel­wein, sehr zu emp­feh­len). Und ein biss­chen stolz bin ich auch auf mei­nen Mini­gar­ten auf dem Bal­kon. Einen grö­ße­ren Gar­ten wün­sche ich mir manch­mal – aber ich glau­be, wenn ich den hät­te (oder mich in der Rie­sel­fel­der Urban-Gar­dening-Sze­ne ein­brin­gen wür­de) wäre mir das schnell zu viel.

Belgische Verhältnisse? Oder doch eher NRW? Oder was?

Street sign

Je nach Umfra­ge­insti­tut hat Schwarz-Gelb der­zeit in den Umfra­gen eine eige­ne Mehr­heit oder nicht. Anders gesagt: Tages­form und Feh­ler­to­le­ranz ent­schei­den in den Umfra­gen über Top oder Flop. Wenn die CDU/C­SU-FDP-Regie­rung am 22.9. kei­ne eige­ne Mehr­heit bekommt, gibt es nach der­zei­ti­gem Stand drei rech­ne­ri­sche Optio­nen, die eine Kanz­ler­mehr­heit im Bun­des­tag mit sich brin­gen: Gro­ße Koali­ti­on CDU/CSU-SPD, eine Rot-Grün-Rote Koali­ti­on aus SPD, Grü­nen und LINKE oder Schwarz-Grün. Mög­li­cher­wei­se als vier­te rech­ne­ri­sche Opti­on auch CDU/CSU und LINKE – struk­tu­rell wür­de das zwar gut zusam­men­pas­sen, ist aber wohl noch unwahr­schein­li­cher als die ande­ren drei Möglichkeiten.

Sowohl die SPD als auch wir Grü­ne haben mehr oder weni­ger deut­lich eine Zusam­men­ar­beit mit die­ser CDU aus­ge­schlos­sen. Die Hür­den dafür, dass es hier erfolg­rei­che Koali­ti­ons­ver­hand­lun­gen gibt, sind sehr hoch (und ja, das gilt auch für die SPD, die nach der letz­ten gro­ßen Koali­ti­on ziem­lich zer­rupft dage­stan­den ist). Auch die aus mei­ner Sicht sinn­vol­le links-grü­ne Koali­ti­on ist unwahr­schein­lich, weil ins­be­son­de­re die SPD sie nicht möchte.

Was aber pas­siert dann, wenn all die­se Fest­le­gun­gen ein­ge­hal­ten wer­den, und CDU/CSU-FDP kei­ne Mehr­heit hat? 

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Kurz: Auf den Rahmen kommt es an

In den aktu­el­len Deutsch­land­trend wur­de ein klei­nes sta­tis­ti­sches Expe­ri­ment ein­ge­baut. Die Fra­ge nach der Zufrie­den­heit mit der Bun­des­re­gie­rung wur­de in drei Vari­an­ten gestellt (ich ver­mu­te, zufäl­lig ent­we­der so, so oder so). Und zwar wur­de ein­mal nach der Zufrie­den­heit mit der Bun­des­re­gie­rung, dann nach der Zufrie­den­heit mit der Regie­rung Mer­kel und schließ­lich nach der Zufrie­den­heit mit der CDU/C­SU-FDP-Bun­des­re­gie­rung gefragt. Je nach­dem sind 52, 56 oder nur 38 Pro­zent der Befrag­ten mit der Regie­rung zufrie­den. Ein schö­nes Bei­spiel für den Framing-Effekt: Je nach­dem, wie die Fra­ge gerahmt ist – all­ge­mein, auf die Per­son Mer­kel oder auf die Par­tei­en CDU, CSU und FDP zuge­schnit­ten – wer­den ande­re Erwar­tun­gen damit ver­bun­den, und reagie­ren Befrag­te anders.

Für den Wahl­kampf lässt die­ses inter­es­san­te Expe­ri­ment der ARD dem­nach nur einen Schluss zu: Machen wir die Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler aktiv dar­auf auf­merk­sam, dass eine Wahl von CDU, CSU und FDP (und der ent­spre­chen­den Kan­di­da­tIn­nen) tat­säch­lich dazu führt, dass CDU, CSU und FDP gewählt werden!

„Heute bringst du aber mal den Spam runter, Schatz!“

Happy Kreuzberg

Gro­ße Rät­sel kön­nen sich in all­täg­li­chen Klei­nig­kei­ten ver­ber­gen. Das ist einer der Grün­de, war­um mich Sozio­lo­gie und ver­wand­te Wis­sen­schaf­ten schon immer fas­zi­niert haben: War­um machen ande­re das anders? Das ist doch komisch!

Ein Bei­spiel einer sol­chen Pra­xis, die das eige­ne Ver­hal­ten in Fra­ge stellt, sind E‑Mail-Accounts. Für mich ist ein E‑Mail-Account etwas per­sön­li­ches – einer Per­son zuge­ord­net, mög­li­cher­wei­se auch nur einem bestimm­ten Rol­len­aspekt einer Per­son (beruf­lich, pri­vat, Ehren­amt …). Genau­so, wie das eben auch bei Smart­phones, Face­book- und Goog­le-Accounts ist. Die ein­zi­ge Aus­nah­me, die mir ad hoc ein­fällt, sind info@-Accounts von Orga­ni­sa­tio­nen; also Sam­mel­post­fä­cher für eine bestimm­te Art von Anfragen. 

Nun gibt es aber immer wie­der Men­schen, die das anders sehen. 

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