Science Fiction und Fantasy im Mai 2026

Very little moon

Defi­ni­tiv weder Sci­ence Fic­tion noch Fan­ta­sy ist die ARTE-Doku, auf die ich auf­merk­sam gemacht wur­de, nach­dem ich auf Mast­o­don über mein Mai-Rab­bit­ho­le berich­tet hat­te. Das bestand, wie im neben­ste­hen­den Bild zu sehen, dar­in, in Brick­link Stu­dio viel Zeit damit zu ver­brin­gen, die typi­sche Archi­tek­tur von Städ­ten wie Kopen­ha­gen oder eben Ams­ter­dam in vir­tu­el­len Lego-Model­len nach­zu­bau­en. Das macht Spaß, weil anders als in rea­lem Lego a. viel Platz da ist (die aktu­el­le Datei mit über 140.000 Lego­bau­stei­nen bringt mei­nen PC dann aller­dings an sei­ne Gren­zen), b. die Model­le nichts kos­ten und c. modu­la­ri­sier­tes Bau­en ein­fach mög­lich ist. Jeden­falls führ­te das zu Tors­tens Hin­weis auf die lei­der nur noch bei You­tube und nicht mehr in der ARTE-Media­thek zu fin­den­de, drei­ein­halb­stün­di­ge Doku The Magni­fi­ci­ent Three: Ams­ter­dam – Lon­don – New York. Eigent­lich gar nicht mein Gen­re, aber dann doch ein sehr gut gemach­ter Blick auf die eng mit ein­an­der ver­wo­be­ne Geschich­te aus Kapi­ta­lis­mus, Reli­gi­ons­krie­ge, Städ­te­bau und Kolo­nia­li­sie­rung, die auch erklärt, war­um die drei Städ­te so aus­se­hen, wie sie aus­se­hen. Etwas diver­se­re Expert*innen hät­ten der Serie gut getan, aber das ist auch schon mein ein­zi­ger Kri­tik­punkt. Dan­ke also für die Empfehlung! 

Gele­sen habe ich natür­lich auch – unter ande­rem einen der dies­jäh­ri­gen Locus-Gewin­ner, näm­lich das sehr cute Comic­buch The Space Cat (2025) von Nne­di Oko­ra­for und Tana Ford. Die etwas außer­ir­di­sche Kat­ze Peri­wink­le erzählt von ihren Aben­teu­ern in den USA und in Nige­ria, und ret­tet neben­bei die Welt – es pas­siert also gar nicht so viel, trotz­dem eine sehr net­te Sache.

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Architektur im Kleinformat

Lego Botanical garden - XV

Ich gebe zu: ich gehö­re zu der Ziel­grup­pe, auf die Lego mit „18+“-Modellen und „Lego Ide­as“ zielt. Nach­dem die Kis­te fast ein Jahr bei mir rum­stand, habe ich im Janu­ar den Bota­ni­schen Gar­ten (Modell 21353) dann tat­säch­lich mal auf­ge­baut. Mit immer­hin 29 Papier­beu­teln, 463 Bau­schrit­ten und einer knapp 400 Sei­ten umfas­sen­den Anlei­tung nimmt der Auf­bau doch eini­ges in Zeit in Anspruch, hat aber auch etwa sehr meditatives. 

Building - I
Building - II
Building - III
Building - IV
Building - V

Ob das ein sinn­vol­ler Zeit­ver­treib ist, dar­über lässt sich sicher­lich treff­lich strei­ten. Man gibt recht viel Geld aus, und hat am Schluss ein Modell eines Gewächs­hau­ses im Regal ste­hen. Das aus mei­ner Sicht eini­ger­ma­ßen ansehn­lich ist, sonst hät­te ich es mir nicht gekauft. Und auch hier ist der Weg dahin natür­lich ein gro­ßer Teil des Ver­gnü­gens. Königs­klas­se wäre natür­lich der Bau ohne Vor­la­ge bzw. nach Her­um­ex­pe­ri­men­tie­ren im digi­ta­lem Lego-Desi­gner. Aber da bin ich (noch?) nicht, aktu­ell baue ich nach Anleitung.

Dabei sind mir zwei Din­ge auf­ge­fal­len. Zum einen die Lie­be zum Detail, die die­ses Modell kenn­zeich­net. Dazu gehö­ren die krea­ti­ven Lösun­gen, um eine Viel­zahl unter­schied­li­cher Pflan­zen dar­zu­stel­len, wie es sich für ein ordent­li­ches Gewächs­haus in einem botan­ti­schen Gar­ten gehört, und das halb­wegs rea­lis­tisch. Zahn­rä­der bil­den den Stamm einer Pal­me, Roll­schu­he in pink eig­nen sich als Blü­te, und so wei­ter. Zu die­ser Lie­be zum Detail gehö­ren auch Din­ge, die nur beim Auf­bau zu sehen sind, oder gut ver­steckt sind. So ent­hält das Modell zwei Frö­sche (einer davon im Kel­ler), ein Eich­hörn­chen, eine Rei­he von Vögeln (einer davon auf einem Nest unter dem Dach des Hau­ses) und einen Hasen, der einen Rosen­stock kahl­ge­fres­sen hat. Im Cafe ist ein Kuchen­buf­fet auf­ge­baut, und hin­term Haus läuft Was­ser aus einem Schlauch. Da ent­spin­nen sich sofort Geschichten.

Zum ande­ren fin­de ich es fas­zi­nie­rend, wie weit Lego (und ähn­li­che Bau­sys­te­me) archi­tek­to­nisch gekom­men ist. Damit mei­ne ich, dass hier eben nicht ein­fach Klöt­ze auf­ein­an­der gesta­pelt wer­den, son­dern mit einer Rei­he von tech­ni­schen Knif­fen Din­ge nach­ge­baut wer­den wie Wen­del­trep­pen oder gro­ße Glas­fens­ter mit Säu­len und Rund­bö­gen, und das alles aus rela­tiv her­kömm­li­chen Ele­men­ten. Es gibt ein Fun­da­ment, der Boden ist gefließt, die Bee­te im Gewächs­haus sind von geschwun­ge­nen Mau­ern umfasst, und über dem Ein­gang fin­den sich Zier­ele­men­te, die recht „echt“ wirken.

Als klei­ner Ersatz für eine ech­te vik­to­ria­ni­sche Glas­haus-Oran­ge­rie im Gar­ten (wür­de ich auch ger­ne neh­men) macht sich der bota­ni­sche Gar­ten im Regal jeden­falls ganz gut, und passt auch halb­wegs zu der Buch­hand­lung, die dort schon steht. Viel mehr Platz für gro­ße Model­le – Dino­sau­ri­er­ske­let­te, ein Mond­lan­der und die ISS sind auch noch da – ist aller­dings nicht mehr. Inso­fern ist Zurück­hal­tung angebracht. 

Photo of the week: Dinosaurs meet Apollo

Dinosaurs meet Apollo

 
Gemein­sam mit den Kin­dern Lego-Model­le auf­bau­en (hier: prä­his­to­ri­sche Kno­chen, links, und die Mond­lan­de­fäh­re der NASA, rechts), kann schön sein. Kann aber auch dazu füh­ren, dass es unent­wegt Streit gibt, wer jetzt wel­che Teil­schrit­te aus­füh­ren darf, und ob der Tyran­no­sau­rus Rex (nicht im Bild) genau­so viel wert ist wie der Pter­an­o­don, oder ob das unge­recht, unfair und über­haupt gemein ist, wenn das eine Kind das eine und das ande­re das ande­re auf­baut. Mit etwas Glück bleibt für mich auch noch ein biss­chen Lego-Bas­te­lei, hey, ist ja schließ­lich mein Hobby …

Immer Ärger mit der Digitalisierung, hier: DHL

Letz­ten Frei­tag bestell­te ich mit ein paar Klicks auf der Sei­te eines gro­ßen Spiel­zeug­her­stel­lers mit L ein inter­es­sant erschei­nen­des Bau­set. Beim Aus­fül­len des Adress­for­mu­lars bot der Brow­ser mir Aus­füll­hil­fen an. Manch­mal gibt es Fel­der „Stra­ße plus Haus­num­mer“, manch­mal sind das zwei Fel­der. Es kam, wie es kom­men muss­te: Im End­ef­fekt lan­de­te wohl kei­ne Haus­num­mer bei LEGO. Mir fiel das aller­dings weder beim Aus­fül­len der Fel­der noch in der Bestell­be­stä­ti­gung auf.

Mon­tag dann die freu­di­gen Mails von DHL: das Paket sei unter­wegs, es wür­de jetzt ver­sandt. So weit, so gut. Mal abge­se­hen davon, dass mein Wunsch­zu­stell­tag auf Mitt­woch fest­ge­legt wor­den sei. Das irgend­wann mal ange­ge­ben zu haben, dar­an konn­te ich mich nicht erin­nern. Am Diens­tag dann die nächs­te Mail: nein, eine Zustel­lung am Mitt­woch sei nicht mög­lich, es wer­de jetzt doch schon Diens­tag zuge­stellt. Diens­tag Abend hieß es dann

„Lei­der konn­ten wir sie unter der ange­ge­be­nen Adres­se nicht fin­den. Wir ver­su­chen es wei­ter. Soll­te die Zustel­lung nicht gelin­gen, müs­sen wir Ihr Paket mit der Sen­dungs­num­mer … lei­der an den Absen­der zurück senden.“

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