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Altes aus Xanga, Teil XII

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Wednesday, January 07, 2004

No tea for australia

In der Newsgroup alt.fans.douglas-adams ist es guter Brauch, sich zu Weihnachten (echte!) Karten zu schicken. Diesmal habe ich den Briefen noch einen Beutel leckeren indischen Tee beigelegt. Der kam auch überall gut an – nur nicht in Australien … (siehe Links).

> Umschlag

> Brief


Monday, December 22, 2003

Google-Sammlung, Teil V

Pünktlich zum Winteranfang versinkt auch Google im Schnee …


Wednesday, December 17, 2003

Google-Sammlung, Teil IV

Google feiert das Fliegen

Google feiert das Fliegen mit Links zu den Wright Brothers


Sunday, December 14, 2003

Revolutionäres

Inzwischen ist auch der dritte Teil der Matrix-Trilogie in den Kinos. Erster Eindruck: ziemlich gewalttätig, aber deutlich besser als der zweite Teil. In der Etablierung einer durchaus eigenständigen Ästhetik knüpft Matrix Revolutions an den ersten Teil an. Die gewalttätigen Szenen sind (mal abgesehen von einigem eher in Richtung Horror tendierendem) durchkomponiert, rasant und passend exakt zum Soundtrack.

Was lässt sich sonst darüber sagen? Nach dem Besuch von Matrix II hatte ich geschrieben:

Prognosen für Matrix III: Wenn’s schlecht läuft, noch mehr Aktion, noch weniger Sinn hinter den Philosophielektionen, ein wundersamer Wandel des Musikstils fürs erste Drittel und ein Mensch und Mensch gewordene Maschine (Smith als Virus) beglückendes Happy End. Oder noch schlimmer: alles nur ein böser Traum oder (eXistenz) nur ein Computerspiel. Wenn’s gut läuft, kommt in der Synthese alles anders, Cyborgisierung, Machtkämpfe in der Matrix und Machtkämpfe in Zion, die zu neuen Allianzen führen. Die Entscheidungen sind längst gefallen.

Erfüllt hat sich beides. Es gibt einerseits einen neuen Musikstil und eine Massentanzszene (eine schick-scheußliche Edellatexdisko) im ersten Drittel, und die Philosophie (Liebe und Karma, und ganz viel Geraune über scheinbare Zufälle und Zusammenhänge) ist vielleicht doch nicht so tiefgreifend wie sie sein könnte. Und zum Thema Aktion siehe oben. Andererseits: Lösung nur in der Vereinigung von Mensch und Maschine (in den Kampfmaschinen Zions genauso wie in Neos Ende), Fraktionsbildung und Konstellationen in Matrix und Zion. Was richtig erscheint, kann auch falsch sein. Waffenstillstand im Kampf gegen den gemeinsamen Feind Virus Smith. Das ganze spannend dargestellt (wobei mir das genaue Ende der Matrix plotholeverdächtiges Kopfzerbrechen bereitet: läuft sie jetzt virusbefreit weiter, und was genau wird aus den horizontfüllenden Menschenfarmen – und aus den abtrünnigen Programmen?), in klare Symbole gegossen (der geblendete Seher etc.). Starke Frauen, tragische Tode, multikulturelle Botschaften. Aber eben auch: Gewalt. Letztlich aber leider doch klare Linien zwischen absolut gut und absolut böse. Und Neo als Messiasfigur, regenbogenstrahlend und glühend in den Himmel gehoben. So werden Religionen begründet.

Fazit: I & (wenn auch nicht dran herankommend) III sind stilbildend, II war schwächer. Insgesamt dürfte der Matrixmythos sich inzwischen ins kollektive Unbewusste eingegraben haben (siehe auch den Meatrix-Link unten, der schön damit spielt). Prognose: Das nächste in Richtung Matrix ist Zion als Setting für Vorabendserien a la Star Trek. Figuren und Weltenbuilding dafür gibt es mehr als genug.

> The Matrix
> The Meatrix
> Veriss in Telepolis

P.S.: Der andere Winterfilm – nein, nicht LOTR, sondern Findet Nemo – ist tatsächlich sehr niedlich und komisch, auch wenn er manchmal für meinen Geschmack etwas unentschieden zwischen zeichentrickartiger und realistischer CGI, zwischen Kinderfilm und Zitatensammlung für Erwachsene pendelt, und wenn ich das Merchandising sowie Werbeaktionen in Zoo-Geschäften so ungefähr exakt gegensätzlich zur Botschaft des Filmes finde. Am besten sind übrigens die Schildkröten.


Friday, October 31, 2003

Google-Kunst-Sammlung, Bd. III

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Altes aus Xanga, Teil VIII

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Saturday, February 15, 2003

Globale Demonstration

Heute scheint es die erste globale Demonstration gegeben zu haben – zeitversetzt fanden und finden heute weltweit Demonstrationen gegen den drohenden Irak-Krieg statt. Allein in Europa haben insgesamt etwa vier Millionen daran teilgenommen. Demonstrationen fanden aber auch in Australien, Russland, Afrika, Arabien, Indien und nicht zuletzt in Amerika statt. Ganz unabhängig davon, ob dieser massive Protest Erfolg haben wird oder nicht – was wir hier erleben, dürfte später – zusammen mit den auf einen Ort hin konzentrierten, aber global organisierten – Protesten von Seattle und Genua und mit den Solidaritätskundgebungen nach dem 11. September 2001 – als eine der ersten globalen Protestkundgebungen in die Geschichtsbücher eingehen. Die globale mediale Vernetzung über Massenmedien und Internet, die Verbundenheit und Abhängigkeit aller Dinge im politischen und wirtschaftlichen Bereich fangen an, Wirkung zu zeigen. Der drohende Irak-Krieg – Ironie der Geschichte – als Auswuchs des neuen us-amerikanischen Unilateralismus kann sich so als Katalysator auf dem Weg hin zu einer weltweiten politischen Tagesordnung, einer globalen Zivilgesellschaft und einer Stärkung der internationalen politischen Institutionen erweisen.

> CNN.com – Millions in Europe peace protests – Feb. 15, 2003


Thursday, February 06, 2003

Repeat

Ich weiss nicht, ob das anderen Leuten auch so geht. CD-Player haben ja des öfteren eine Repeat-Funktion. Und CDs sind gut eine Stunde lang, vielleicht länger, vielleicht kürzer. Radiohören seit der Kindheit sorgt dafür, sich nach etwa einer Stunde nicht mehr daran zu erinnern, welche Top-of-the-pop-ultra-chart-hits grade eben schon einmal liefen. CDs sind gut eine Stunde lang. Und mir passiert es immer wieder, dass die Repeat-Funktion meines CD-Players mich stundenlang mit einer Klangwolke umgibt. Musik ist Hintergrund, jedenfalls für mich. Das kann dann ruhig dieselbe sein. Elektronische Musik eignet sich besonders gut dafür, egal, ob Portishead oder schnelleres Zeug. Denn CDs sind gut eine Stunde lang.

Nie mehr Kino?

Keine Angst … auch wenn hier grade nichts steht, gehe ich doch auch weiterhin ab und zu mal ins Kino. Vor einigen Wochen beispielsweise in 19, einen japanischen Film mit äußerst unklarer Botschaft: Junger Student wird von – ein passendes Wort wäre vielleicht: Taugenichtsen – gekidnappt, Hals über Kopf und auf offener Straße. Eine Road-Movie-Tour über Japans Straßen und Automobile schließt sich an. Das Meer ist das Ende. Ziemlich gewalttätig, relativ sinnlos – beeindruckend aber die Ästhetik. Ein bißchen kam mir das ganze vor wie die Verfilmung einer leicht trashig angehauchten Modestrecke in einem Hochglanzmagazin. Interessante Farbpalette.

Eine schöne Überleitung wäre jetzt, zu behaupten, dass der Dogma-Film Open Hearts das genaue Gegenteil von 19 ist. Stimmt aber nicht wirklich, es gibt nämlich kaum eine Vergleichsbasis. Was fand ich an Open Hearts nett? Auch hier: die Ästhetik, Skandinavienhippieikeastyle. Die dänischen Umgangsformen. Und das irgendwie doch offene Ende. Oder auch nicht. Eine Geschichte über Leid und Liebe, kein klares Happy-End und ziemlich vieles, was zwischendrin zerbrochen ist. Trotzdem ein ziemlich schwer verdaulicher Film. Nebenbei bemerkt: Schön die augenzwinkernde Fastnichtverletzung der Dogma-Regeln (Musik aus dem immer vorhandenen Walkman, Vor- und Nachspann mit der Wärmebildkamera gefilmt, …).

Noch mehr Filme? Nur auf Video gesehen, was schade war: Die Liebenden des Polarkreises. Den Roman dazu konnte ich mir lebhaft vorstellen, und das ingeniöse Aufeinandertürmen von Zufällen, die am Schluss konsistent werden, hatte was. Melancholisch – und so verdammt nah am Happy End, aber dann doch immer wieder haarscharf dran vorbei. Literarisches Kino, wenn es so was gibt.

> http://www.19-der-film.de/

> http://www.open-hearts.de/

> http://www.google.de/search?hl=de&ie=ISO-8859-1&q=die+liebenden+des+polarkreises&meta=


Friday, January 31, 2003 / (4. Januar 2003)

Wissenschaft braucht keine Religion!

In der Süddeutschen Zeitung erschien heute ein Essay, in dem Gesine Schwan dafür plädiert, Wissenschaft auf ein religiöses Fundament zu stellen. Weil mir das sehr seltsam erscheint – und eigentlich eher eines fundamentalistischen US-Präsidenten würdig, als einer ostdeutschen Hochschulrektorin – habe ich der SZ einen Leserbrief geschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Gesine Schwan macht zwei Fehler, wenn sie vorschlägt, die Wissenschaft müsse sich an der Religion orientieren. Zum einen übersieht sie, dass es »die Religion« nicht gibt, sagt uns aber leider nicht, warum sich ihrer Meinung nach Wissenschaft an einer wohl implizit mehr oder weniger christlichen Religion zu orientieren hat – und z.B. nicht an den ganz anderen Wertmustern des Hinduismus oder des Taoismus. Zum anderen begründet sie nicht, warum sie überhaupt Religion braucht, um einen außerwissenschaftlichen Ankerpunkt zu finden, an dem sich Wissenschaft orientieren soll. So löblich es sein mag, wenn dieser eben nicht im Geld (und sicherlich auch nicht in politischer Macht) zu finden ist, so wenig geht aus dem Essay hervor, warum nicht allgemeine ethische Grundlagen, Menschenrechte und dergleichen sich ebensogut oder nicht viel besser eignen als gerade Religion. Als Ungläubiger und Wissenschaftler scheinen mir hier private Erweckungsvorstellungen und gesellschaftliche Leitplanken verwechselt worden zu sein. Was schade ist.

Schöne Grüsse,
Till Westermayer, M.A.

> Süddeutsche Zeitung – Das zerstörte Tabu


P.S.: Nachtrag zum Eintrag vom 4. Januar: Die SZ hat meinen Leserbrief veröffentlicht …


Saturday, December 28, 2002

Something to keep watching …

(Ohne weitere Worte)

> DARPA Information Awareness Office programs

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Altes aus Xanga, Teil V

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Monday, October 07, 2002

Bahn nicht nett

In der taz von heute (07.10.2002) war ein halbseitige Farbanzeige der Deutschen Bahn AG geschaltet, in der für das neue Preissystem geworben wird. Die hat mich zu folgendem Brief an die Bahn animiert …

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der taz (die tageszeitung) von heute haben Sie auf S. 9 eine Anzeige mit dem Slogan »Seit Jahren kritisieren Sie unsere Preise. Warum machen Sie Ihre Preise nicht selbst?« geschaltet. Nette Idee – allerdings finde ich die Anzeige dann doch ziemlich frech und möchte Ihnen auch gerne erklären, warum. Kurz gesagt: Ich mache mir schon jetzt meine Preise selbst und bin mit dem alten Preissystem samt seiner Flexibilität ziemlich zufrieden. Wie das geht? Als Besitzer einer BahnCard senke ich mir die Preise gleich mal um 50%. Und wenn ich eine längere Reise plane (meistens bin ich nur für ein oder zwei Tage weg, leider genau die Zielgruppe, die Ihr neues System nicht vorsieht), dann nutze ich z.B. den Supersparpreis.

Sie nehmen mir also die Freiheit, mir meine Preise »selbst zu machen«. Indem Sie die für mich besonders wichtige Flexibilität aus dem Bahnpreissystem nehmen, und indem Sie die BahnCard auf 25% Ermässigung reduzieren. Finde ich nicht nett, und so zu tun, als seien die Kunden bisher dumm gewesen, finde ich auch nicht nett.

Schöne Grüsse,

Till Westermayer

P.S.: Übrigens bin ich mir ganz sicher, dass die Bahnpreise auch in 2003 noch heftig in der Kritik stehen werden. Denn grade auf kürzeren Strecken und im flexiblen Nutzungsbereich sind sie konkurrenzlos hoch. Ich werde weiterhin Bahn fahren – wäre aber sehr dankbar für eine andere Preispolitik (die nicht auf Frühfrühbucher und Großgruppen setzt), und für eine Strategie, die erstmal darauf setzt, die jetzigen Kunden zu halten statt neue dazuzugewinnen.

> Presse-Information Personenverkehr


Thursday, October 03, 2002

Na sowas …

Ab und zu überkommt mich das Verlangen, mich dem Ego-Surfen (2) hinzugeben. Was ich dann meist auch tue. Dabei stößt mensch auf allerhand erstaunliches: Doppelgänger! Zitate meiner Hausarbeiten in anderen Hausarbeiten, samt ordentlicher Literaturangabe! Unterschriftensammlungen!

Oder aber auch die Tatsache, dass im letztes Jahr im November einen Beitrag in de.rec.sf.misc geschrieben habe, in dem ich mich über die Unmöglichkeit eines Universaltranslators ausgelassen habe (so wie in StarTrek) – und dass dieser Beitrag dann im »Netdigest« aufgenommen wurde: (Best of Netdigest – Monatlich die humorvollsten Beiträge des Usenet). Und weil’s so nett ist, wird der Beitrag hiermit von mir wiederveröffentlicht

From: till@tillwe.de (Till Westermayer)
Newsgroups: de.rec.sf.misc
Subject: Re: [Andromeda] Wer ist Trance Gemini
Date: 23 Oct 2001 18:15:00 +0200
Message-ID: <8BRS9iXdbzB@westermayer-74391.user.cis.dfn.de>

[23.10.01: Ochsensepp@t-online.de]

>Man braucht z.B. nur daran denken, daß der Text, den
>ich gerade hier tippe, nicht in dieser Form zum Server
>übertragen, sondern vorher in eine computergerechte
>Sprache digitalisiert wird. Auch eine Art von
>«Translator«. Allerdings mit der Einschränkung, daß hier
>kein bewußtes Verstehen des Textes notwendig ist.

Argl. Nein. Du verwechselst verschiedene semantische Ebenen (oder, um’s informationstechnisch auszudrücken: Protokollschichten). Natürlich hast Du recht, dass es keinen Unterschied macht, ob Information jetzt per Laser an/aus oder per Schall oder per Infraschall oder wie auch immer übertragen wird. Aber mal abgesehen davon, dass unser hypothetischer Universaltranslator dann auch noch ein gigantisches Feld an möglichen bedeutungstragenden Frequenzbereichen im elektromagnetischen Spektrum abdecken müsste, gibt’s folgendes Problem:

Ebene A Inhalte, Bedeutungen

Ebene B Grammatik, Syntax und Morpheme, Wörter

Ebene C Laute, Phoneme, Töne

Ebene D Schall / Frequenzbereich
(›bedeutungslose Information‹)

So mal irgendwie adhoc. Ein Universaltranslator zwischen einer bekannten und einer unbekannten Sprache muss nun folgendes leisten:

Auf Ebene D erkennen, was Information und was ›Rauschen‹ ist; welcher Frequenzbereich zur Informationsübertragung verwendet wird, welche Konfigurationen davon überhaupt Sinn ergeben. ((Als Beispiel, um’s deutlicher zu machen: Eine Textseite, auf der verschiedenenfarbige Schnörkel abgedruckt sind. Spielen die Farben der Schnörkel eine Rolle oder nicht? Oder geht es nur um die Form? Oder anderes Beispiel: im Chinesischen ist auch die Tonhöhe relevant, bei uns eher nicht …))

Wenn Ebene D geklärt ist, kommt Ebene C dran: Von wo bis wo geht ein Phonem (»ein Buchstabe«), wo fangen neue Wörter an? ((Das ist für die maschinelle Erkennung menschlicher gesprochener Sprache bis heute ein nicht ganz einfach zu lösendes Problem, weswegen z.B. bei Diktierprogramm relativ große Pausen zwischen Wörtern notwendig sind.
Plastischesbeispielwasgehörthierzuwelchemwortdazuundwoherweisstdu, dass der Anfang dieses Satzes richtig »Plastisches Beispiel: was gehört hier …« lautet und nicht »Plas Tisch Es bei Spielwasg! E Hörthier! …« ist?))

Wenn auch C erfolgreich entschlüsselt ist (es geht natürlich hierbei nicht wirklich immer nur in eine Richtung: schon bekanntes Wissen auf den höheren Ebenen kann umgekehrt auch helfen, die weiter unten liegenden Ebenen zu entschlüsseln – wenn Du z.B. schon weisst, dass ›Tisch‹ und ›Es‹ korrekte Wörter (Ebene B!) sind, dann liegt die Interpretation »Plas Tisch Es bei Spielwasg!« natürlich nahe …), wenn also C erfolgreich entschlüsselt ist, geht es um B – einerseits um die Frage, welche Wörter und Wortbruchteile existieren, und andererseits um die Frage, nach welchen Regeln diese in welchen Formen wie aneinandergefügt werden dürfen. Wo hören Sätze auf, was sind Verben und Nomen (oder äquivalente Konzepte in anderen Denkschemata), etc. Auch dies ist ein relativ komplexes Gebiet, vor allem dann, wenn die Vermutung stimmt, dass Menschen eine genetisch verankerte Universalgrammatik verwenden, in der verankert ist, dass Dinge wie Suffixe, Präfixe, … möglich sind, und kulturelle Prägung nur noch darüber entscheidet, welcher Teil der Universalgrammatik aktiviert und welcher zurückgedrängt wird. Also, kurz gesagt, auch hier gibt es eine ganze Menge notwendiges Wissen und sehr viel Rätselraten.

Und nach D, C und B bleibt immer noch Ebene A. Du hast also als Universaltranslator erfolgreich erkannt, dass die Tonhöhe irrelevant ist, die Lautstärke aber sehr wichtig und dass auch die Geschwindigkeit, mit der etwas gesprochen wird (Frequenzbereich bis 140 KHz …) informationshaltig ist. Die in vage Symbole übersetzte Lautfolge »Plastischesbeispielwasgehörthier …« hast Du ebenfalls erfolgreich in die richtigen Wortbestandteile zerlegt und auch erkannt, was grammatikalisch was für eine Funktion hat. Als Ergebnis des DCB- Analyseprozess stehst Du jetzt als vor folgender Information:

»Plas (Verb, Vergangenheitsform weiblich) Tisch (Verweis auf) Es (Höflichkeitspartikel, weiblich) Bei (Namensbestandteil) Spielwasg (Amtsbezeichnung, weiblich)! E (Verb, Vergangenheitsform, plural) Hörthier (Amtsbezeichnung, männlich)!«

Jetzt musst Du nur erraten, dass »Plas« die Vergangenheit eines Verbs »plutschig« ist, was soviel wie »grüssen, küssen, umarmen, Sex haben mit, aufs innigste hassen« bedeutet, dass »Tisch« immer auf eine untergeordnete Person bezogen ist, die aber trotzdem (»Es«!) höflich behandelt wird, dass »Bei« ein häufiger Vorname ist und das »Spielwasg« ein Amt in der Religionsregierungsform dieser Wesen ist, dass ungefähr mit »Mätresse der zöibatär lebenden Hohenpriester/in« übersetzbar wäre, was natürlich nichts über die immense Bedeutung dieses Amtes aussagt.

Außerdem musst Du erraten, dass ›Ich‹ immer weggelassen werden kann beziehungsweise schon in der Vergangenheitsform »Plas« von »Plutschig« enthalten ist. Wenn Du dann noch errätst, dass »E« soviel wie »Bedauern, Sympathie haben mit, Verachten« bedeutet (eine Form des Verbs ›etschig‹), und dass »Hörthier« wörtlich zwar »Wasserträger der Mätresse« übersetzt wäre, aber seit zweihundert Jahren die Bezeichnung für einen Kreis von hohen Würdenträgern ist, die über den Umweg von platonischen oder auch andere Beziehungen mit der Mätresse der jeweils herrschenden Hohenpriester/in großen Einfluss auf die Regierungspolitik haben. Außerdem musst Du noch wissen, dass Gegenüberstellungen wie »so dass«, »aber«, … meistens einfach weggelassen werden – »das Gute und das Böse spricht für sich«

Sobald als die DCB-Anaylse vorliegt und die einfachen Ratespiele auf A gelöst worden sind (was dummerweise z.T. tiefreichende ethnographische und sozialwissenschaftliche Studien erfordert ), kann der Universaltranslator sich dranmachen, und folgenden Output generieren:

»(Ich) hatte (den auf Haßliebe aufbauenden selbstzerstörerischen) Sex, (der für die Arbeiterkaste unserer Spezies typisch ist,) mit der eigentlich verachtenswerten, aber natürlich sehr zu ehrenden Mätresse Bei, (aber) (ich) (bin jetzt in der Lage, daraus die Schlussfolgerung zu ziehen, dass) mein (mitleidig-verachtende) Mitgefühl dem Rat der Wasserträger zu gelten gehabt hätte.«

((Und jetzt musst Du natürlich noch wissen, dass die Dir gegenüberstehende Person eigentlich nur damit prahlen will, dass sie in einem relativ nahen, aber in der politischen Struktur diese Leute eher unwichtigen Verwandtschaftsverhältnis mit einem der Wasserträger steht, und dass sie das tut, weil damit traditionell Verkaufsgespräche begonnen werden. Und dass die richtige Antwort wäre: »(Ich) bedauere (aber bin eigentlich neidisch) zutiefst das schreckliche Schicksal des eigentlich verachtenswerten, aber natürlich sehr zu ehrenden Mitgeschöpfes, dessen Namen zu erfahren ich nicht würdig bin (obwohl) mein eigener Onkel einen der Wasserträger aufgefressen gehabt hätte (wenn er den jemals in der Hauptstadt Kramsnbdta gewesen wäre)«))

(((Also viel Spaß dabei, diesen Leuten zu erklären, warum sie sich in der nächsten halben Stunde der Förderation anschliessen müssen, wenn sie nicht ihren Planeten verlieren wollen und zu elendig behandelten Sklaven der Keineahnungwer werden)))

Fazit: Bisher ist es der KI nicht gelungen, einen wirklich funktionsfähigen Simultanübersetzer zwischen zwei bekannten gesprochenen Sprachen, die letztlich auf identischen biologischen Grundlagen beruhen, zu konstruieren. Durch fremde und unbekannte biologische und soziokulturelle Grundlagen ohne jede Vorarbeit wird dieses Problem nicht wirklich einfacher. Es wird also noch etwas dauern …

Gruss, Till


Wednesday, October 02, 2002

Drama im Kino: Nackt

Wer bei Namen wie Doris Dörrie oder Heike Makatsch eine Komödie erwartet, dürfte von Nackt enttäuscht sein. Statt dessen gibt es klassisches Drama, theaterlike. Wunderbar einprägsame Monologe und toll gedrechselte Wortspiele inklusive (habe mir leider keins gemerkt). Die Zahl der Darsteller ist relativ begrenzt, bis auf gelegentliche Wackelvideoerinnerungsrückblenden ist die Handlung ordentlich chronologisch und findet an – Bushaltestelle mitgezählt – drei Schauplätzen bzw. in drei Wohnungen (Hippieschick mit Zeltbett, IKEA-Brigitte-Buntheit a la junge Familie, nur ohne Kind, zurückhaltend-protziger Palast inkl. flächendeckendem Flachbildfernseher und toll in Szene zu setzenden Buntglastüren) statt. Sechs Freunde mit unterschiedlichen und unterschiedlich erfolgreichen Ideen, darunter zwei Paare und ein Ex-Paar, sechs Charaktereigenschaften von chaotisch-lieb bis kaltherzig und aufgedreht (und natürlich gilt: Geld verdirbt den Charakter), und eine Einladung zu einem Abendessen, zu dem eigentlich niemand will. Das Gespräch kommt auf Glück (nee, eigentlich nicht), Liebe und die Tatsache, dass angeblich Partner die Hände (und Körper) des anderen blind nicht erkennen können. Nach einigem Hin- und Her wird das ausprobiert, kriegt einen dramatischen Dreh und endet in menschlichen Abgründen. Und dann doch wieder beim Happy-End. Vordergründig jedenfalls.

> Nackt


Saturday, September 28, 2002

Wahlwerbung ist Wahlwerbung

Was lese ich heute in meiner Lieblingstageszeitung? Einen netten Kommentar zum Phänomen der Wahlwerbung – also der Werbung für was auch immer mit der Bundestagswahl –, der doch einige Gedanken aufnimmt, die ich mir da auch schon mal drüber gemacht habe. Neben den im Artikel zitierten Beispielen (klar, Lucky Strike lebt davon, auf aktuelle Ereignisse einzugehen) fand ich besonders die Lexus-Werbung auf Spiegel-Online faszinierend.

Wahlwerbung bei Spiegel online

Allerdings würde ich dem taz-Artikel nicht in allen Punkten zustimmen. Nicht in der eher genervten Grundstimmung, und nicht in der Analyse der Sinnlosigkeit einer solchen Werbung. Vielmehr scheint mir grade die Tatsache, dass Werbung Dinge wie Fußball-WMs, Bundestagswahlen etc. aufnimmt, dafür zu sprechen, dass Werbung selbst eben auch ein (etwas verkorkstes) Massenmedium ist, das nicht umhin kommt, neben längerfristigen gesellschaftlichen Trends und Grundstimmungen auch aktuelle Großereignisse als Rohmaterial für die eigene Aufmerksamkeitsmaximierung heranzuziehen. Und uns damit auch etwas über unsere Gesellschaft zu erzählen.

> taz 28.9.02 Schwarzkirsche Stoiber


Tuesday, September 24, 2002

Zur Bundestagswahl

Rot-grün hat in einer Zitterpartie gesiegt – und statt mit einer kleineren Fraktion wegen kleinerem Bundestag sind die Grünen sogar besser als beim letzten Mal vertreten. Jetzt hoffe ich nur, dass sich dieses neue grüne Gewicht auch in mehr grün in der Regierungspolitik äußert.

Was gibt’s noch zu sagen? Erstaunlich finde ich, dass unter den vielen Neulingen in der grünen Fraktion jetzt doch einige sind, die aus der Grünen Jugend (bzw. der Grün-Alternativen Jugend) kommen. Grietje Bettin und Matthias Berninger sind ja schon länger dabei – aber auch Kerstin Andreae (die hier in Freiburg 25% der Zweitstimmen geholt hat, das bundesweit beste Ergebnis, im Stadtgebiet sind’s sogar 28%), Alex Bonde (BaWü, Listenplatz 10) und natürlich Anna Lührmann (Hessen, Listenplatz 5, 19 Jahre) kommen aus der Grünen Jugend.

> Junge Abgeordnete bei Bündnis 90/Die Grünen im Überblick
> Zahlen zur Wahl
> Noch viel mehr Zahlen beim Bundeswahlleiter

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Altes aus Xanga, Teil III

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Saturday, August 24, 2002

Börse und Politik ist eh das gleiche …

So ungefähr seit der letzten Bundestagswahl gibt es den Versuch, das Wahlergebnis nicht politisch durch Meinungsumfragen, sondern ökonomisch durch eine Börse vorherzusagen. Die Idee dahinter ist, dass Menschen Entscheidungen, die für sie mit realen Geldgewinnen oder Verlusten verbunden sind, sehr viel ernsthafter und realistischer treffen als bloße Meinungsäußerungen. Auch wer die CDU und die FDP nicht leiden kann, aber glaubt, dass sie gewinnen werden, wird deren Aktien kaufen.

Die Wahlbörse (»Wahl$treet«) läuft diesmal in Kooperation mit diversen Zeitschriften-Websites, die aber untereinander ein und den selben Markt verwenden. Unten ist der Link auf das Angebot der ZEIT angegeben, weil die am schicksten aussehen (wer’s mehr börsianerisch haben will, kann sich ja mal das Handelsblatt ansehen; die sind auch beteiligt).

Egal, was mensch davon halten mag, getreu neoliberaler/rational-choice-Ideologie auch politische Wahlhandlungen ökonomisch zu simulieren – interessant ist es auf jeden Fall, und ein bißchen Wahrheit scheint auch hinter der dahinterstehenden Theorie zu stecken – jedenfalls war der Gesamtfehler bei der letzten Bundestagswahl kleiner als der Fehler der meisten Umfragen. Und meinen Einsatz habe ich in der letzten Woche auch schon um 25 Cent erhöhen können

Kleiner Nachtrag: Insgesamt habe ich – sage und schreibe! – einen Gewinn von 36 Cent oder so machen können. Und mich damit auf Platz 1400 oder so platziert …


Saturday, August 17, 2002

Mecklenburg

Auch wenn hier auch sonst nicht so viel los ist: die letzten Wochen war noch weniger los, weil ich Urlaub in Mecklenburg gemacht habe: Bei der Sommerschule des fzs und dann noch ein paar Tage an der Ostsee. Inkl. Regen, Erkältung, Sonnenschein und Sonnenbrand.

Noch ein Film: Hundstage

Wer diesen Film gesehen hat, wird ihn nicht mehr vergessen, gleich, ob er ihn geliebt oder gehasst hat. Corriere della Sera (laut Website)

Erst hatten wir ja gedacht, dass Hundstage – viel mit Vorfeldlorbeeren bedacht etc., benannt nach dem Wetter im August – ein passendes Gegenstück zum realen Augustwetter (Regen) sein könnte. Weil aber nette kleine Programmkinos eben insbesondere auch klein ist, wurde das erstmal nichts. Ausverkauft. Am nächsten Tag war das Wetter dann besser, wir sind aber trotzdem in den Film reingegangen, übrigens wieder ausverkauft.

Kurz zusammengefasst: es ist heiß in Österreichs Vororten. Seltsame und wahrscheinlich doch leider ziemlich normale Menschen tun seltsame Dinge, sind gewalttätig, haben Sex, oder beides, oder keins von beidem, oder nerven einfach nur. Angeblich suchen sie nach Liebe. Und das ganze zieht sich ziemlich lange (zwei Stunden), beginnt mit einem ziemlich abrupten Anfang und endet ebenfalls sehr abrupt. Einen Plot im klassischen Sinne – gibt’s eher nicht, oder? Anna und der Alarmanlagenvertreter, das könnte vielleicht ein Plot sein. Trotzdem passiert viel: All das alltäglich-schlimme Verhalten, das eben auch im wirklichen Leben vor allem nervt. Mich jedenfalls.

Passend zum österreichischen O-Ton und zum Titel (der ist unstrittig gelungen) könnte der Film vielleicht noch knapper zusammengefasst werden: Er macht einen narrisch.

Soll heißen: Es ist qualvoll, ihn anzuschauen. An einigen Stellen war ich kurz davor, rauszugehen. Jedenfalls hoffte ich zumindest, dass diese Stellen bald vorbei sind, was sie meistens nicht waren.

Das alles muss nicht heißen, dass Hundstage schlecht ist. Nur sehr anstrengend eben, zu dokumentarisch, um Kunst zu sein, und zu schlimm, um nur dokumentarisch zu sein. Nah dran, und damit – und nicht so sehr durch die sichtbareren Tabubrüche – im echten Wortsinn schockierend. Jedenfalls keine Unterhaltung, auch wenn einige der unterhaltsameren Stellen in ihrer Lachen-im-Hals-Steckenbleiben-Komik an Deix erinnerten. Letztlich also ein etwas unschlüssiges: Was ist dieser Film dann?

Der Corriere della Sera hat wohl recht: Den Film vergisst niemand so leicht. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich ihn nicht lieber doch manchmal vergessen würde. Verdrängung? Therapie? Wenn der Alltag wirklich so ist, dann ist er jedenfalls schlimmer, als ich mir das bisher meistens vorgestellt habe.

> Website


Wednesday, July 17, 2002

Neulichs im Kino: Lilo & Stitch

Die Botschaft, dass Familien zusammenhalten müssen und für einander einstehen sollen, kann leicht als typisch Disney abgetan werden, auch in ihrer imaginär-hawaiianischen Verpackung, sponsored by the tourist authority of Hawai‹i.

Die Familie in diesem Fall besteht allerdings aus einem kleinen Mädchen, das von der Welt nicht verstanden wird, ihrer noch gar nicht so großen Schwester, die sich um sie kümmern muss, deren Freund und einem kleinen außerirdischen Monster. Nicht ganz so typisch, oder? Eine galaktische Präsidentin reiht sich nahtlos in die Ankunft im heute ein. Und wenn dann – ohne zuviel vorwegzunehmen – der Mafiatyp vom Jugendamt und zwei Aliens zu Wahlonkels (oder -tanten, das ist bei dieser strichförmigen Lebensform nicht so klar) werden, dann ist da zwar die süße Happy-End-Botschaft, dass es was bringt, zusammenzuhalten – von der WASP-Moralität Disneys ist aber wenig übrig geblieben. Insofern ist Lilo & Stitch ganz schön zeitgemäss.

Natürlich ist es auch möglich, die ganze Story als einen Zähmungs- und Domestizierungsprozess von Kindern und Monster(chen) zu lesen: aus Lilos Fotos dicker Menschen am Strand werden alle Stationen eines typisch amerikanischen Familienlebens, aus Stitchs Wunsch, Großstädte niederzureißen, wird Spaß im Haushalt. Aber trotzdem bleibt selbst in den letzten Minuten des Films der Eindruck, dass hier widerspenstige Potenziale übrig sind, und außerdem macht es einfach viel mehr Spaß, den Film als einen zu lesen, der davon erzählt, dass weder Monster noch kleine Mädchen immer brav sein müssen, dass die Welt der Arbeit eine der Zwänge ist und so weiter. Meine Empfehlung: Angucken!

> Website zum Film, Flash


Saturday, July 06, 2002

Was passiert hier eigentlich?

Nicht’s großartiges, nur ein Hinweis darauf, dass Marcus Hammerschmitt im weBLOGging die aktuelle Variante der Internet-Utopie ausgemacht hat. Und dazu was in Telepolis geschrieben hat.

> Jeder ist Chefredakteur

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