Schlagwort-Archive: eltern

Zwei Väter aufs Podest gestellt – und der Rest?

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Playhouse for R.

Die Großbäckerei »Mestemacher« vergibt seit elf Jahren einen Preis »Spitzenvater des Jahres« um gelebte partnerschaftliche Familienmodelle zu würdigen. Klingt erst einmal gut, ärgert mich aber. Und zwar aufgrund einer einfachen Rechenaufgabe:

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Kurz: Ferienzeit, Kinderzeit

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Die ersten vierzehn Tage der Sommerferien sind die Kinder überwiegend bei mir – sofern sie nicht gerade Ferienpassveranstaltungen haben oder bei den Großeltern übernachten. Keine Schule, kein Hort, kein Kindergarten, und dazu 35°C – das kann ganz schön heiß werden. Unser Tagesrhythmus hat sich deutlich nach hinten verschoben, das kleinere Kind ist vom Ferienprogramm her (gestern »Recyclinghof«, heute »Experimente«; am Baggersee waren wir auch schon) arg aufgeregt, das größere Kind hängt dagegen den halben Tag gelangweilt herum, bis es endlich ein Buch entdeckt, das es noch nicht gelesen hat. Ferien halt.

(Und ein Grund, warum ich gerade nicht so richtig viel Zeit und Muße finde, neben Haushalt und Essen und … noch zu bloggen oder intensiv (im Gegensatz zu mal schnell nebenher) in Facebook-Debatten einzusteigen. Auch wenn ich das jetzt, wo es endlich etwas kühler wird und die Kinder still im Bett liegen, doch versuchen möchte …)

((Der neue PC ist noch nicht da …))

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Kurz: Vereinbarkeit heißt Verzicht auf Perfektion

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In der ZEIT ist aktuell ein Text zu lesen, in dem zwei Väter sich beklagen. Weil … das wird nicht so ganz klar. Irgendwie klappt es nicht so richtig mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Kindern und Karriere. Sie fühlen sich schlecht, weil sie, wenn sie denn schon mal Zeit für das Kind haben, doch berufliche SMS schreiben, und überhaupt: Überforderung. Und dann: Ratlosigkeit.

Ich kann das zum Teil nachvollziehen. Ich bin die halbe Woche alleine für meine beiden Kinder zuständig, und trotz guter Betreuungsinfrastruktur und sozialem Netzwerk kann das ganz schön stressig sein. Aber gehört das nicht dazu? Die Entscheidung für Kinder war bei mir eine ziemlich bewusste. Und für mich war sie auch eine bewusste Entscheidung gegen Karriere um jeden Preis. Keine Ahnung, ob ich ohne Kinder an der Uni geblieben und dort die Wüste der Prekarität erfolgreich durchschritten hätte. Aber ich bin da, wo ich bin, mit einer bewusst auf 70 Prozent der »Normalarbeitszeit« angelegten Stelle im Politikbetrieb, die ich spannend finde, und die so einigermaßen gut genug bezahlt ist, um auch mit 70 Prozent finanziell über die Runden zu kommen. Da sind dann keine großen Sprünge möglich, ist halt so. Dass das arbeitsmäßig klappt, hat im übrigen auch was damit zu tun, dass ich zum Teil im Home Office arbeiten kann, dass meine Arbeitgeberin mir viel Flexibilität erlaubt – und dass meine Familienverpflichtungen eben auch ein guter Grund sind, um nicht an jedem Meeting teilzunehmen und an manchen Tagen sehr pünktlich zu gehen.

Verzicht auf Perfektion aber nicht nur auf der Karriereseite, sondern auch auf der Kinderseite: Kinder großzuziehen, ist, sollte, finde ich, Alltag sein. Familienarbeit heißt eben auch Kochen, Waschen, Putzen, Kinder ins Bett bringen, … und nicht nur: »Qualitätszeit«. Und gemeinsam anwesend zu sein heißt eben – meine ich – nicht, als Elternteil die Kinder ständig betüdeln zu müssen. Die sollen doch groß und selbstständig werden, nicht kleingehalten im Amüsierbetrieb. Sehe ich jedenfalls so, und das klappt auch halbwegs gut. Ob’s den Standards von ZEIT-Autoren entspricht, weiß ich nicht.

P.S.: Lesenswert zu dem Ganzen auch Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach, der zum Teil nochmal ein bisschen anders an die Sache herangeht, und gerade wegen Karriere – und den entsprechenden finanziellen Spielräumen – einen Weg gefunden hat, beides zu vereinbaren.

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Bildungswesen und andere Geister

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Classroom detail II

Jede und jeder kann was zum Thema Schule sagen, aus eigener Erfahrung, oder aus der Erfahrung der eigenen Kinder heraus. Bildungsreformen sind auch deswegen so schwierig. Das kriegen wir Tag für Tag mit, wenn im Landtag die langsame Einführung der Gemeinschaftsschule und die letztlich doch recht behutsame Reform des baden-württembergischen Bildungswesens auf der Tagesordnung steht. Selbst das führt schon zu heftigen Proteststürmen. Und eigentlich müsste es ja noch viel weiter gehen.

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Kinderarbeit wegen Schulferien

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Paper clip portrait

Zu den Dingen, die Eltern, deren Kinder erst in die Schule gekommenen sind, lernen müssen, gehört das Ferienproblem: Herbstferien, Weihnachtsferien, Faschingsferien, Osterferien, Pfingstferien, Sommerferien, da capo. Das kannte ich aus der Kindergartenzeit nicht. Und aus meinem gelebten Terminkalender ebenfalls nicht so ganz. Selbst rein rechnerisch und bei tatsächlicher Urlaubsnutzung dürfte es schwierig sein, all diese Wochen Schulferien mit Elternurlaub zu kombinieren. Dass es deswegen gilt, sich frühzeitig darum zu kümmern, was das Schulkind dann so tun könnte, habe ich noch nicht verinnerlicht. Ich lerne das mit dem Elternsein bei einem Schulkind ja erst noch.

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