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Das Blog von Till Westermayer – seit 2002

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Archiv: September 2007

Am Donnerstag und Freitag fand – zum 550. Jahrestag der Universitätsgründung der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg – ein »Zukunftskongress« statt, auch »Humboldt-Labor« genannt. Neben einigem Brimborium bestand der Kongress vor allem aus 12 thematischen Workshops, an denen sich die insgesamt etwa 300 TeilnehmerInnen beteiligen konnten. Zumindest der Workshop, an dem ich teilnahm (»Governance«), war eine positive Überraschung: sehr partizipativ ausgelegt, mit TeilnehmerInnen von der Studierenden bis zum designierten Rektor. Auch wenn letztlich inhaltlich nicht viel bei rauskam, wurde auf einer über den konkreten inhaltlichen Fragen liegenden Ebene klar, dass ein großes Bedürfnis danach da ist, über die traditionellen Gruppengrenzen hinweg Diskussionsforen und Netzwerke zu finden, und dass es auch einer großen Uni gut tut, wenn Vertrauen aufgebaut wird, um sowas zu ermöglichen. Inspirierend (wenn auch nicht immer meiner Wahrnehmung entsprechend) auch die grafischen Mitschriebe, die es zu jedem Workshop gibt. Die sind inzwischen auf der Website des Kongress zu finden und lohnen das flash-basierte Durchblättern (jedenfalls dann, wenn es sich bei dem oder der LeserIn nicht um Wissenschaftsminister Frankenberg handelt, der die letzten Sympathien durch eine absolut nicht zum Kongressklima passende, bornierte und arrogante Haltung in der Schlussrunde verspielt hat – sehr positiv und an den richtigen Punkten kritisch dagegen der amtierende Rektor Jäger und sein Nachfolger Vosskuhle).

Ein bißchen was zum Kongress gibt es auch bei Fudder (und in der BZ).

Warum blogge ich das? Obwohl ich eigentlich gerade keine Zeit habe, weil nicht nur Grüne solche Kongresse veranstalten können und weil mir das gruppenübergreifende Miteinander des Kongresses bisher an der Uni Freiburg oft gefehlt hat.

Update: Hier die offizielle Pressemitteilung der Universität zum Kongress.

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Garden cat

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Am Samstag hat der grüne Bundesparteitag sich mehr oder weniger überraschend für einen differenzierten, von einer nicht-militärischen Grundhaltung geprägten Antrag zum Thema Afghanistan entschieden – und gegen einen seltsam blutleeren Kompromiss zwischen Ja und Nein. Die etablierten Medien sehen die Grünen jetzt in der Krise. Ich war in Göttingen, fand das ganze durchaus spannend, war mir nach dem tosenden Applaus für Jörg Rupp und Robert Zion sicher, dass es für den BuVo nicht so ganz einfach wird, und finde das Ergebnis vor allem ein Zeichen dafür, dass Grüne innerparteiliche Meinungsbildung leben, sich nicht auf falsche Führungsfiguren stürzen und weiterhin in der Lage sind, unbequeme, aber durchdachte Beschlüsse zu fassen. Für einige in der Bundestagsfraktion war das – rechtzeitig vor den nächsten Listenaufstellungen – vielleicht ein »Warnschuss«. Ich denke da insbesondere an diejenigen, die jetzt nonchalant erklären, dass für sie völlig egal ist, was die Partei beschließt. Winni Nachtwei plädiert für eine Enthaltung der Fraktion bei der ISAF-Abstimmung – das zumindest erscheint mir die richtige Reaktion zu sein, statt einfach »weiter so« zu sagen.

Was die »große Presse« schreibt, ist also klar, was ich davon halte, vermutlich auch, aber was sagen die anderen?

Peter Albers lobt auf Remix-Generation die Basisdemokratie, und Daniel Mack
kritisiert ebenda das mediale Bild von GAU und Krise.

Bei Julia Seeliger gibt es angehängt an die Erläuterung ihrer Enthaltung im Parteirat zum Bundesvorstandsantrag eine ausführliche Debatte über den Realismus oder auch nicht des Ergebnisses.

Henning Schürig war nicht da, ist aber trotzdem mit dem Parteitagsverlauf eher unglücklich.

Und Thorsten Deppner (der gerne da gewesen wäre, aber nicht durfte), macht drauf aufmerksam, dass der Parteitagsbeschluss erstmal gelesen werden sollte, bevor er a. in Bausch und Bogen verdammt oder b. als Sieg des linken Fundamentalismus gefeiert wird.

Da war dagegen Linda Heitmann, die in ihrem Bericht die Atmosphäre des Parteitags gut einfängt.

Warum blogge ich das? Um dem weitgehenden medialen Einheitsbrei ein bißchen was entgegenzuhalten.

Update: Jetzt muss ich doch noch auf eines der »großen« Medien verlinken – Thomas Pany überlegt in Telepolis sehr klug, wie das eigentlich ist mit der Unfähigkeit, differenzierte Beschlussfassungen auch wahrzunehmen.

Update 2: Bei »GrünesFreiburg« finden sich jetzt auch Stellungnahmen von Johannes Waldschütz der das Ergebnis der BDK traurig findet und die mediale Wahrnehmung »Super-GAU« verteidigt nicht unerwartet findet.

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Blue 550 (oriental style)

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Durch die feuchtwarm-diesige Treibhausatmosphäre dieses Nachmittags habe ich es gerade erspäht: inzwischen haben auch die Straßenschilder nachgezogen. Mein Arbeitsplatz hat nämlich seine Adresse geändert – und das, ohne sich einen Millimeter zu bewegen. Statt »Werderring 6″ ist das Institut jetzt in der »Werthmannstraße 6″ zu finden. Die ist nach dem Caritas-Gründer Lorenz Werthmann benannt – mit katholischen Priestern habe ich sonst nicht so viel am Hut, aber keine Ahnung, wer oder was Werder war (aha: ein General, der Straßburg hat beschießen lassen). Da ist mir die Caritas dann doch lieber (schöner klingen tat der »Werderring« allerdings). Aber auch Herr Werthmann hatte wohl so seine kolonialen Schattenseiten.

Summer rain XII
Status quo ante (links) – in groß gerade so zu erkennen. Bezüglich des Wetters gilt: Abb. ähnlich.

Warum das ganze? Um der Universität zum Jubiläum einen »Platz der Universität« zu schenken. Und zwar im Ringtausch. Aus dem bisherigen »Werthmannplatz« wurde der »Platz der Universität«, und aus dem »Werderring« eben die »Werthmannstraße«. Und der »Platz der Universität«, an dem die in einen Glaspalast umzuwandelnde Universitätsbibliothek liegt, geht über in den »Platz der Alten Synagoge«. Beides soll demnächst irgendwann mal autofrei werden und dann städtebaulich umgestaltet werden. Irgendein grüner OB (oder wer auch immer) hat da allerdings den metropolen Hals zu voll gekriegt und will aus ziemlich viel Grün eine große graue Fläche machen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Warum blogge ich das? Um mich an den neuen Straßennamen zu gewöhnen.

Update:

Platz der Universität
Das Ziel des Ganzen: »Platz der Universität« als Adresse der Kollegiengebäude

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