„Flechten sind symbiotische Systeme aus Algen und Pilzen“, erläutert die Wikipedia. Und bei näherer Betrachtung können sie sogar ganz hübsch aussehen. Oder sie eignen sich in Romanen, in denen der Mars „terraformt“ wird, dazu, die erste zaghafte Besiedelung mit irdischer Pflanzenwelt anzudeuten (wobei, wie die Wikipedia weiter ausführt, Flechten keine Pflanzen sind, sondern als mit Algen besiedelte Pilze gezählt werden). Außerdem lernen wir, dass Flechten langsam und langlebig sind. Faszinierend. (Und mit etwas Nachdenken würde mir jetzt vermutlich auch noch eine metaphorische Verwendung einfallen – irgendwas mit Netz, Blogs, re:publica oder so).
Blended Participation: Grüner Mitgliederentscheid gestartet
Während es bei der SPD „Das Wir entscheidet“ heißt, lautet das Leitmotiv des am 2. Mai 2013 gestarteten Mitgliederentscheids von Bündnis 90/Die Grünen „Hier bist Du entscheidend!“. Nach der Urwahl ihrer SpitzenkandidatInnen setzen die Grünen damit zum zweiten Mal einen Beteiligungsakzent im Vorfeld der Bundestagswahl 2013.
In Anlehnung an „blended learning“, also die Mischung von Online- und Offline-Anteilen in Kursen und Seminaren, kann dabei von „blended participation“ gesprochen werden. Statt wie beim „Virtuellen Parteitag“ alleine auf „online“ zu setzen, integriert der Mitgliederentscheid „klassische“ Formen der parteiinternen Meinungsbildung mit Online-Aspekten. In den einzelnen Phasen gibt es dabei unterschiedliche Akzentuierungen.
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Zum Abend des Tags der Arbeit
Jutta Allmendinger, Wissenschaftszentrum Berlin, spricht sich u.a. in der Brigitte dafür aus, die reguläre Vollzeitarbeitszeit auf 32 Stunden zu verkürzen. Ähnlich ein Aufruf diverser Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus dem Februar 2013 für die 30-Stunden-Woche.
Finde ich gut. Auch wenn eine Verkürzung auf 32 oder 30 Stunden gar keine ganz so revolutionäre Maßnahme ist – dem einen oder der anderen wird noch die Parole „35-Stunden-Woche“ der IG Metall aus den 1980er Jahren in Erinnerung sein, die dann in dieser Branche auch umgesetzt wurde. So groß sind die Differenzen nicht, auch wenn die reale Entwicklung in den letzten Jahren in eine andere Richtung gegangen ist.
Photo of the week: New green
Ich bin noch so in Parteitagsnachfolgelaune, dass es nur dieses Photo sein kann, heute. Apropos: Ist euch aufgefallen, dass das Grün der Delegiertenausweise und Stimmblöcke ein wenig weniger kräftig-knallig war als in früheren Jahren? Auch der Bühnenhintergrund war fast schon gelb statt grün (älteres Vergleichsfoto). Und die Baumwolltaschen der Europäischen Grünen Partei sind von einem so angenehmen Jutegrün, dass ich mir gleich eine mitgenommen habe. Kurzum: Darüber, wie grün Grüne sind, könnte irgendein Modeblog oder so durchaus auch mal schreiben.
Parteitagshangover
Die Programm-BDK ist vorbei, ich sitze im Zug nach Hause, und noch hält das gute Gefühl an: Wir haben ein realistisches, links akzentuiertes Programm beschlossen. Bei einer Enthaltung, das ist fast noch besser als ein Durchwinken mit 100 Prozent. Wir könnten morgen anfangen, das umzusetzen, und das Land würde ein besseres werden. Deutschland erneuern: ja, genau dafür haben wir jetzt eine richtig gute Blaupause. Und Claudia, Winfried, Katrin, Jürgen und Steffi haben uns ebenso wie die gelungene Schlussinszenierung mitgegeben, dass es sich lohnt, zu kämpfen.





