Ich kann’s nicht lassen – schon wieder ein herbstlicher Baum als Foto der Woche. Aber das ist eben das, was im Herbst fotografiert werden kann. Bäume im Herbstlaub, Bäume im Nebel, Bäume im letzten Sonnenschein, demnächst dann Bäume im Schnee. Mir bleibt also gar nichts anderes übrig – und so zart im Nebelhimmel sieht ein Baum selten aus. Muss also sein. Schön finden, bitte!
Eine Frage nach der öko-digitalen Schnittmenge
In dem Venn-Diagramm oben steht links (falls jemand meine Schrift nicht lesen kann) „Umweltbewegung, Postwachstum, Degrowth …“. Das soll ein Milieu oder eine Szene beschreiben. Rechts steht „ ‚Netzgemeinde‘, Start-ups, Open Source, Open Data …“. Auch das soll, ebenso vage, eine Szene oder Bewegung definieren.
Mich interessiert jetzt, was in der Mitte steht. Klar, ich selbst würde mich da sehen, und ich kenne auch einige andere. Aber gibt es jenseits individueller Verortungen Themen, Initiativen, Unternehmen, Aktionen, die an Stelle des Fragezeichens passen? Da bin ich auf – gerne auch konkrete – Antworten gespannt.
Weltentraum
Zur Zeit stoße ich ständig auf den wunderschönen kleinen Film von Erik Wernquist, Wanderers.
Wanderers – a short film by Erik Wernquist from Erik Wernquist on Vimeo.
Die Planeten sind wortwörtlich die Wanderer, aber in diesem Film sind es auch wir Menschen, die zwergenklein vor den sieben Wundern des Sonnensystems stehen, die hier computertechnisch und dennoch originalgetreu nachgebildet wurden.
Photo of the week: Birch with garden chairs (and half a swimming pool)
Der November ist in wenigen Stunden zu Ende. Noch vier Wochen, dann ist auch das Jahr 2014 vorbei. Ein Jahr mit einigen Überraschungen und Verschiebungen der politischen Kontinentalplatten. Was da am Ende von übrig bleiben wird, werden wir sehen. Stärker als je zuvor – na, stärker als je zuvor seit 1989 und 2001, wenn ich mal nur meine eigene Lebenszeit nehme – habe ich jedenfalls den Eindruck, dass viele Institutionen bei weitem nicht so stabil und gewiss sind, wie sie scheinen. Der Pfeil des Fortschritts liebt Bananen. Ältere Verhaltensmuster wabern nach oben. Gleichzeitig verheißen die wackliger werdenden Verhältnisse, die aufbrechenden Gewissheiten auch, dass Veränderungen möglich sind. Aber um welchen Preis?
Kurz: Die Bitterkeit der Gegangenen
Die Bundesdelegiertenkonferenz in Hamburg habe ich per Stream (paar Mal reingeschaut), auf den sozialen Medien, aber auch im Pressespiegel und im Radio verfolgt. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Berichterstattung doch sehr vom Standpunkt der JournalistInnen abhängig ist. Ein und derselbe Parteitag erscheint da einmal als ohnmächtige Suche nach dem neuen Thema, als langweilig, als gelungene Zusammenführung der Partei und als erfolgreiche Bewährungsprobe der Parteispitze. Insgesamt, so mein Eindruck, ein guter Parteitag – mit der Agrarwende haben wir uns positioniert (und Toni Hofreiter sich), mit den Debatten um das Asylrecht (wie schon auf der baden-württembergischen Landesdelegiertenkonferenz mit der Auseinandersetzung um Winfried Kretschmanns Entscheidung ein Musterbeispiel dafür, wie strittige, emotionale Themen ernsthaft und mit Respekt behandelt werden können) und die Außenpolitik gezeigt, dass wir auch vor schwierigen Fragen nicht zurückschrecken. Mehr Biss – ja, das passt. Auch wenn’s nicht immer Äpfel sein müssen. Anders als andere Parteien – ich denke da an die Piraten – stehen Grüne auch dafür, in und mit der Auseinandersetzung zusammenzufinden, Zusammenhalt zu produzieren. Und das ist wichtig.
Interessant ist allerdings auch, wer welche Artikel und Kommentare teilte und wie bewertete. Boris Palmer zum Beispiel war zufrieden – kein Wunder; aber er lobte dann auch die Parteilinke für die ernsthafte Debatte. Alex Bonde teilte den Sieg Waziristans. Usw. – aber ich will jetzt gar nicht die ganze Riege der Realo-Männer aufzählen. Auf der anderen Seite, vor allem auf den Listen und in den Gruppen der grünen Linken, wurden eher die kritischen Berichte herausgezogen, geteilt und zustimmend bewertet. Prantl in der Süddeutschen und so. Auch das verwundert nur bedingt.
Etwas erschrocken, wenn auch ebenfalls psychologisch erklär- und erwartbar, bin ich über die Reaktion einer dritten Gruppe: die, die ausgetreten sind, oder die innerlich kurz davor stehen. Das sind in meinem z.B. Facebook-Bekanntenkreis gar nicht so viele. Dafür melden diese sich umso heftiger zu Wort. Goldwaage und schlipprige Rutschen sind ihre Instrumente, jede mißliebige Äußerung ist ein weiterer, lautstark bekundeter Beweis dafür, wie schlimm es um die Partei steht. Das Ende naht, noch besteht, so diese ProphetInnen, die Chance zur Umkehr. Wo andere Zusammenhalt und Gemeinsamkeiten sehen, wird hier nur Duckmäusertum und Verrat erkannt. Die bitteren Phantomschmerzen derjenigen, die gegangen sind, ohne anderswo anzukommen, und die denen, die sich anders entschieden haben, nun keinen Erfolg mehr gönnen. Professionell ist das nicht.



