Kurz: Mit dem Rucksack einkaufen

Eine gro­ße nord­rhein-west­fä­li­sche Zei­tung hat­te die­se Woche einen Arti­kel zum The­ma „Selbst­test: Ein­kau­fen mit dem Ruck­sack“. (Also, zu Fuß und ohne Auto.) 

Nicht als ein­zi­ger war mei­ne Reak­ti­on, als mir das in die Twit­ter-Time­line gespült wur­de, ein gro­ßes „Hä?“. Füh­rer­schein- und auto­los kau­fe ich seit eh und je so ein. Und freue mich, dass der Fuß­weg zum Bio­la­den genau­so kurz ist wie der zum EDEKA. Und wenn’s mal ein rich­tig gro­ßer Ein­kauf sein soll, Fami­li­en­fei­er oder so, dann leis­tet ein Fahr­rad­an­hän­ger gute Diens­te. Aber für den nor­ma­len Ein­kauf für ein paar Tage rei­chen Ruck­sack und eine zusätz­li­che Tasche gut aus.

Gilt übri­gens auch für grö­ße­re Din­ge – ziem­lich vie­le Möbel etc. habe ich mit dem Anhän­ger am Rad trans­por­tiert (ein paar weni­ge auch per Bus und Bahn …), ande­re lie­fern las­sen. Auch das geht ohne Auto. Und manch­mal fra­ge ich mich, ob Frei­burg nicht doch dem Rest der Repu­blik ein paar Jah­re vor­aus ist ;-)

Photo of the week: Golden grass III

Golden grass III

 
Neu­lichs dach­te ich ja, jetzt wür­de der Som­mer anfan­gen. Urplötz­lich, nach einem ver­reg­ne­ten Mai. Hit­ze, gol­de­nes Licht am Abend, all das. Aber dann war es doch nur das April­wet­ter des Jah­res 2019, und die­se Jah­res­zei­ten, die in will­kür­lich gewür­fel­ter Rei­hen­fol­ge von Tag zu Tag wechseln. 

Die Welt lässt sich ändern

Industrial idyll III

Es gibt jetzt ein paar Umfra­gen unter­schied­li­cher Insti­tu­te, in denen Grü­ne bun­des­weit vor CDU und CSU lie­gen. Das macht mir Mut – ich deu­te die­se Zah­len so, dass es eine gesell­schaft­li­che Mehr­heit dafür gibt, die Kli­ma­kri­se anzu­ge­hen und zu handeln. 

In gewis­ser Wei­se kul­mi­niert hier die Repo­li­ti­sie­rung der deut­schen Gesell­schaft seit dem letz­ten Jahr. See­brü­cke, Unteil­bar, Groß­de­mos, der Ham­ba­cher Wald – und Fri­days for Future. Plötz­lich wird wie­der über Poli­tik gespro­chen. Das Ende der Geschich­te liegt lan­ge zurück. Trump und Brexit-Groß­bri­tan­ni­en haben deut­lich gemacht, dass poli­ti­sche Mehr­hei­ten eine Rol­le spie­len, dass demo­kra­ti­sche Errun­gen­schaf­ten zer­brech­lich sind. Die Wahl­be­tei­li­gung steigt. Und solan­ge SPD und CDU/CSU nicht in der Lage sind, die­se Repo­li­ti­sie­rung ernst zu neh­men, mit der nun eben auch ein ganz ande­rer Stil, eine ganz ande­re Anspruchs- und Erwar­tungs­hal­tung Poli­tik gegen­über ein­her­geht, solan­ge bleibt es bei der Zer­stö­rung der Volksparteien. 

Aber wenn ich über die­sen Text geschrie­ben habe, dass die Welt sich ändern lässt, dann geht es mir nicht um Umfra­ge­mehr­hei­ten. Viel­mehr schrei­be ich ihn, weil die Kli­ma­kri­se eine emi­nent poli­ti­sche Fra­ge ist. Und ja: ich bin über­zeugt davon, dass die­se Fra­ge sich beant­wor­ten lässt. Viel­leicht braucht es dafür eine Anstren­gung wie bei der Mondlandung. 

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Kurz: Nach den Wahlen

Mit 20,5 Pro­zent bei einer bun­des­wei­ten Wahl zweit­stärks­te Kraft, in den gro­ßen Städ­ten selbst in Ost­deutsch­land ganz vor­ne, weit, weit vor­ne bei den Jung- und Erstwähler*innen: hier ist das Wort vom Wahl­er­folg mal kein Schön­re­den, son­dern trifft auf das grü­ne Ergeb­nis bei der Euro­pa­wahl zu. Und die Wel­le trägt auch bei den zeit­glei­chen Kom­mu­nal­wah­len hier in Baden-Würt­tem­berg: lan­des­weit Zuwäch­se, selbst in vie­len mit­tel­gro­ßen Städ­ten wie Wein­gar­ten, Emmen­din­gen oder Schwä­bisch Hall stel­len grü­ne die stärks­te Frak­ti­on, in den Hoch­bur­gen wie Hei­del­berg, Tübin­gen und Frei­burg sind Grü­ne im Stadt­rat sogar stär­ker als SPD und CDU zusammen. 

Kurz nach den ers­ten Pro­gno­sen am Wahl­abend hat­te ich auf Twit­ter geschrieben:

Und das gilt auch jetzt, zwei Tage spä­ter. Im Euro­päi­schen Par­la­ment, im Bund, in allen Län­dern, ins­be­son­de­re da, wo wir mit­re­gie­ren, und selbst­ver­ständ­lich auch in den kom­mu­na­len Ver­tre­tun­gen, in denen jetzt Grü­ne gestärkt wor­den sind. Wir müs­sen jetzt liefern.