Immer Ärger mit der Digitalisierung, hier: DHL

Letz­ten Frei­tag bestell­te ich mit ein paar Klicks auf der Sei­te eines gro­ßen Spiel­zeug­her­stel­lers mit L ein inter­es­sant erschei­nen­des Bau­set. Beim Aus­fül­len des Adress­for­mu­lars bot der Brow­ser mir Aus­füll­hil­fen an. Manch­mal gibt es Fel­der „Stra­ße plus Haus­num­mer“, manch­mal sind das zwei Fel­der. Es kam, wie es kom­men muss­te: Im End­ef­fekt lan­de­te wohl kei­ne Haus­num­mer bei LEGO. Mir fiel das aller­dings weder beim Aus­fül­len der Fel­der noch in der Bestell­be­stä­ti­gung auf.

Mon­tag dann die freu­di­gen Mails von DHL: das Paket sei unter­wegs, es wür­de jetzt ver­sandt. So weit, so gut. Mal abge­se­hen davon, dass mein Wunsch­zu­stell­tag auf Mitt­woch fest­ge­legt wor­den sei. Das irgend­wann mal ange­ge­ben zu haben, dar­an konn­te ich mich nicht erin­nern. Am Diens­tag dann die nächs­te Mail: nein, eine Zustel­lung am Mitt­woch sei nicht mög­lich, es wer­de jetzt doch schon Diens­tag zuge­stellt. Diens­tag Abend hieß es dann

„Lei­der konn­ten wir sie unter der ange­ge­be­nen Adres­se nicht fin­den. Wir ver­su­chen es wei­ter. Soll­te die Zustel­lung nicht gelin­gen, müs­sen wir Ihr Paket mit der Sen­dungs­num­mer … lei­der an den Absen­der zurück senden.“

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Photo of the week: Dreisam after the rain

Dreisam after the rain IIIDreisam after the rain VIII
Dreisam after the rain XDreisam after the rain IX

 
Der letz­te Foto-der-Woche-Ein­trag fehl­te mal wie­der – des­we­gen gibt’s jetzt gleich vier Fotos auf ein­mal. Alle sind am 16. Juni auf­ge­nom­men – am Tag zuvor hat­te es hef­tig gereg­net. Die Drei­sam, unser Stadt-am-Fluss-Fluss, war ent­spre­chend voll, schnell und turbulent. 

Leseempfehlungen für den Sommer

Dass ich in den letz­ten Tagen kaum dazu gekom­men bin, mich um die­ses Blog zu küm­mern, hat auch etwas damit zu tun, dass ich eini­ge SF-Neu­erschei­nun­gen ver­schlun­gen habe. Die Art Bücher, bei denen am Ende Trau­rig­keit ein­setzt, weil das Buch zu Ende ist, und die Geschich­te doch eigent­lich noch wei­ter gehen könn­te. Falls also noch jemand was zum Lesen für den Som­mer sucht, ist hier viel­leicht etwas dabei.

Beson­ders emp­feh­len möch­te ich Semio­sis von Sue Bur­ke. Auf den ers­ten Blick ist das eine die­ser Geschich­ten von einem Gene­ra­tio­nen­raum­schiff, das auf einem Pla­ne­ten lan­det, um eine neue Kolo­nie zu grün­den. (Dass es von die­ser Sor­te Geschich­ten in den letz­ten Jah­ren eini­ge gab, mag mir nur so vor­kom­men. Viel­leicht hat es aber auch was mit dem Wunsch, die­sem Pla­ne­ten zu ent­kom­men, zu tun). Inter­es­sant wird die­ses Buch des­we­gen, weil wir – über meh­re­re Gene­ra­tio­nen hin­weg – der idea­lis­tisch gepräg­ten Kolo­nie dabei zuschau­en, wie sie zum einen ihre ganz eige­nen Regeln ent­wi­ckelt, für jede Gene­ra­ti­on immer wie­der neu. Zum ande­ren wird nach und nach klar, dass intel­li­gen­tes Leben in Pflan­zen­form durch­aus aggres­siv sein kann. Aber eben auch lern­fä­hig. Und nach und nach wach­sen einem die ganz unter­schied­li­chen Per­sön­lich­kei­ten ans Herz. 

Ein biss­chen ähn­lich hin­sicht­lich des Ein­füh­lens in wirk­lich frem­de Intel­li­gen­zen ist Child­ren of Ruin von Adri­an Tchai­kovs­ky, eine Art Par­al­lel­quel zu sei­nen Child­ren of Time. Die damals noch sehr fremd­ar­ti­gen intel­li­gen­ten Spin­nen sind uns jetzt nah – aber was pas­siert, wenn Tin­ten­fi­sche ganz getrennt und ver­teilt begin­nen, zu den­ken, und unter­be­wusst Raum­fahrt zu betreiben?

Genug der Gene­ra­tio­nen­raum­schif­fe und frem­den Lebens­for­men. Ein ande­rer Trend sind Deep-Tech-Dys­to­pien, irgend­wie das Cyber­punk der 2020er Jah­re. Neben Cory Doc­to­rows Wal­ka­way (und sei­ner Novel­len-Samm­lung Radi­cal­i­zed) passt auch das gera­de erschie­ne­ne Ste­al­ing Worlds von Karl Schroe­der gut zu die­sem Trend. Nach Trump und Kli­ma­kri­se sind die USA ein ver­trau­ens­lo­ses Land am Abgrund. Dafür gibt es über­all Sen­so­ren und Über­wa­chungs­tech­nik. Das scheint gutes zu haben, wenn es etwa um eine glo­ba­le Block­chain zur Über­wa­chung von Umwelt­pro­ble­men geht, führt aber auch dazu, dass es gar nicht so ein­fach ist, unter­zu­tau­chen. Aug­men­ted Rea­li­ty a la Goog­le Glass ist weit ver­brei­tet, und letzt­lich ist es eben­so ein Spiel, den Über­wa­chungs­ka­me­ras aus­zu­wei­chen, wie es ein Spiel ist, zer­fal­le­ne Häu­ser wie­der auf­zu­bau­en. Oder steckt mehr dahinter?

(Etwas weni­ger Deep-Tech, aber auch near future in einer sehr glo­ba­len und diver­sen Welt: Eliza­beth Bears Novel­le In the House of Arya­man, a Lonely Signal Burns, eine Art Detektivgeschichte.)

Schon etwas älter und nicht so glaub­wür­dig, aber nichts­des­to­trotz span­nend zu lesen, ist ein ande­res Unter­gangs­sze­na­rio für die USA. In Robert Charles Wil­sons Juli­an Com­stock. A Sto­ry of the 22nd Cen­tu­ry lan­den wir in einem Land, das sich mehr nach 19. Jahr­hun­dert als nach Zukunft anfühlt, mit Feu­dal­her­ren und einer strik­ten Klas­sen­ge­sell­schaft, einer gera­de eben begin­nen­den Wie­der­ent­de­ckung der Indus­tria­li­sie­rung (im Post-Öl-Zeit­al­ter), einer alles domi­nie­ren­den Kir­che und radi­ka­len Intel­lek­tu­el­len und Bohe­mi­ans … Wie gesagt, beson­ders glaub­wür­dig fin­de ich den völ­li­gen tech­no­lo­gi­schen Ver­fall nicht, aber inter­es­sant ist das allemal.

Ach ja, indus­tri­el­le Fan­ta­sy: Micha­el Swan­wick beschreibt in The Iron Dragon’s Mother Faery nach der Indus­tri­al Revo­lu­ti­on, aus der Sicht einer Dra­chen­pi­lo­tin, die nach ihrem ers­ten Flug uneh­ren­haft ent­las­sen wer­den soll – und auf der Flucht ganz unter­schied­li­chen Geschich­ten und Gestal­ten begegnet. 

Last but not least habe ich Kame­ron Hur­ley für mich ent­deckt. Ihre Light Bri­ga­de spinnt aus­ge­hend von Bea­men-als-Waf­fe eine Nicht-ganz-Mili­ta­ry-SF; viel­leicht ist’s auch ein Kom­men­tar zu Hein­leins Star­ship Tro­o­pers. Fas­zi­nie­ren­der fand ich The Stars Are Legi­on, eine sehr eige­ne Geschich­te über bio­tech­no­lo­gi­sche Raum­schiff­wel­ten, Gebär­fä­hig­keit und Machtspiele.

Photo of the week: Opfinger See, again

Opfinger See, again

 
Einer der gro­ßen Vor­tei­le dar­an, im Rie­sel­feld zu woh­nen, ist die Nähe zum Opfin­ger See. Mit dem Fahr­rad sind’s maxi­mal 20 Minu­ten. Und der See ist groß genug, dass es auch an war­men Tagen rich­tig schö­ne Fle­cken gibt, die nicht völ­lig über­lau­fen sind. Und manch­mal ist es regel­recht leer am See, an Werk­ta­gen mor­gens oder nach­mit­tags beispielsweise.