Manchmal überrascht mich mein inzwischen wieder begrünter Balkon. Zum Beispiel mit einer Ringelblume, die im Spätherbst noch ein bisschen geblüht hat – und jetzt durchaus prachtvoll damit wieder angefangen hat. Genauso wie die Strohblumen. Ist halt alles durcheinander, irgendwie.
Kurz: Niedrige Verbrauchswerte

Ich bin ja immer sehr gespannt, wenn Mitte des Jahres die Vorjahresabrechnung der Elektrizitätswerke Schönau kommt. Diesmal habe ich mich ganz besonders gefreut: mein Stromverbrauch 2012/2013 ist auf 1225 kWh gesunken, so dass ich eine Rückerstattung bekommen habe. Dass der relativ niedrig ist, hat sicherlich auch etwas damit zu tun, dass ich viel Zeit in der Bahn bzw. in Stuttgart verbringe. Für eine ehrliche Bilanz müsste das mit reingerechnet werden. Aber auch Energiesparlampen (die ich, wenn sie kaputt gehen, nach und nach durch LEDs ersetzen will), eine neue Waschmaschine und eine Orientierung an geringen Verbrauchswerten bei Bildschirmen, PCs und so weiter dürften dazu beigetragen haben. Vermutlich ist der größte Verbraucher in meinem Haushalt der schon etwas ältere kleine Kühlschrank. (Und ob es nicht bei der nächsten Abrechnung zu steigenden Werten kommt, weil ständig irgendwelche Gadgets oder Ladegeräte in Steckdosen stecken, bleibt abzuwarten …)
Ich poste das jetzt aber eigentlich nicht, um zu zeigen, wie toll Energiesparen im Haushalt geht (und die Sinnhaftigkeitsdebatte wäre angesichts der Tatsache, dass es sich bei Schönau um 100 % erneuerbare Stromquellen handelt, auch noch mal zu führen), sondern weil die EWS in die diesjährige Abrechnung eine nette Grafik gepackt haben. Ob das freiwillig ist, oder ob das jetzt alle machen müssen, weiß ich nicht. Aufgetragen (siehe oben) sind jedenfalls Stromverbrauchsquartile in Bezug auf die bundesdeutschen Haushalte verschiedener Größe. Je nachdem, was als Vergleichsmaßstab herangezogen wird (ein Erwachsener und zwei Teilzeitkinder ergibt einen, hm, rechnerischen Zweipersonenhaushalt?) liege ich am oberen Ende eines „guten“ oder oder sogar am oberen Ende eines „sehr guten“ Durchschnittsverbrauchs. Das heißt aber: so ungefähr drei Viertel aller Haushalte, wenn nicht noch mehr, haben einen deutlich höheren Stromverbrauch. Was – und das ist jetzt mein eigentlicher Punkt – erklärt, warum meine persönliche Wahrnehmung der Strompreisfrage (ob ich jetzt 30 oder 40 Euro pro Monat zahle, macht nicht so den riesigen Unterschied aus) nicht zur öffentlichen Wahrnehmung passt.
Darüber nachzudenken, was aus dieser Erkenntnis jetzt für umweltpolitische Schlüsse zu ziehen sind, überlasse ich vorerst den geneigten LeserInnen.
Zivilgesellschaft, transformative Wissenschaft, und was die Netzgemeinde damit zu tun hat
Das Bild, dass ich von der re:publica 14 habe, ist sicherlich verzerrt, nehme ich sie doch nur durch den Filter der sozialen Medien wahr, in denen Menschen aus meinem weiteren Umfeld das eine oder andere darüber schreiben. Aus dieser verzerrten, vermittelten Wahrnehmung heraus gewinne ich den Eindruck, dass doch vieles ähnlich ist wie 2013, und dass meine Entscheidung, dieses Jahr nicht zum „Klassentreffen des Internets“ – zum Treffen der digitalen Klasse? – zu fahren, daher so falsch nicht war.
Ich war dennoch heute in Berlin, allerdings ganz woanders, nämlich bei einer Tagung der ForschungsWende, bei der es um mögliche neue Allianzen zwischen Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft ging. Ich will jetzt gar keinen Tagungsbericht abliefern, aber vielleicht sind ein paar Worte zum Kontext notwendig:
Photo of the week: Zen egg
Ja, ich weiß, Ostern ist längst vorbei (und dieses Ei längst gegessen), aber ich musste es doch in mein Foto-der-Woche-Set packen. Und irgendwie passt es ja auch zum 1. Mai und zu den Mythen, die mit Beltaine in Verbindung gebracht werden. Der dieses Jahr sehr regnerisch ausgefallen ist.
Apropos 1. Mai: Ich finde es extrem schade, dass die Stadt Freiburg es geschafft hat, aus den verschiedenen Erster-Mai-Feierlichkeiten im Grün etwas zu machen, bei dem ich vorher zweimal überlege, ob ich mit Kindern hingehe. (Und es dann, halb aufgrund des Wetters, halb aufgrund der – ähem – Gefahrenlage, gelassen habe.)
Flucht vom Planeten Erde
Anatol Stefanowitsch regte sich heute über, sagen wir mal, die technikbezogene Oberflächlichkeit der Menschheit auf. Also, dass z.B. sehr viel mehr Geld in Smartphoneschnickschnack fließt als in z.B. die bemannte Raumfahrt. Ich fasse seine Tweets mal zusammen:
Wir könnten längst auf dem Mars sein. Stattdessen lesen wir atemlose Nachrichten von einer Firmenzentrale namens „Spaceship Campus“. Und zwar der Firmenzentrale eines Konzerns für Unterhaltungselektronik, nicht etwa für Raumfahrt.
Dumm nur, dass diese Firmenzentrale längst Stahl‑, Glas- und Betonschrott sein wird, wenn uns klar wird, dass wir auf der Erde festsitzen. (Bzw., unsere Nachkommen, die dann zum Trost mit Bergen unseres Elektronikmülls spielen können.)
Aber viel wichtiger: Das neue iPhone, es wird vielleicht ein gekrümmte Display haben! Gekrümmt! Ist Wissenschaft nicht wundervoll?
Ich konnte dann nicht anders, als ihm zu widersprechen. Nicht, weil ich die Frage der Displaykrümmung des neuen iPhones besonders wichtig fände, sondern weil ich die Besiedlung anderer Planeten für ein ziemlich utopisches Vorhaben halte. Also für eines, das sich gut für – literarische – Utopien eignet (und natürlich noch viel besser für (New) Space Opera), das mir aber als Rettungskonzept für das Überleben der Menschheit doch höchst ungeeignet erscheint.



