Besonders lange haben die Tulpen aus dem letzten Foto der Woche sich nicht gehalten. Was einerseits schade ist, andererseits die spannenderen Fotomotive bietet. Wie dieses hier.
Was im Kurzprogramm der AfD zur Landtagswahl in Baden-Württemberg steht
Es gibt selbst in grünen Kreisen den einen und die andere, die mehr oder weniger offen Sympathien zur AfD zeigen. Oft schwingt da Politikverdrossenheit und ein „es denen da oben mal zeigen“ mit. Und auch wenn die Hoffnung, dass Argumente hier helfen, begrenzt ist, erscheint es mir doch sinnvoll, vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg in einem Monat mal zu zeigen, was für einen Mist die AfD so behauptet. In eine ähnliche Richtung geht Kattaschas Lektüre des Langprogramms der AfD zur Landtagswahl in Baden-Württemberg.
Ich beschränke mich im Folgenden auf die auch in meinem Briefkasten gelandete „Kurzfassung des Wahlprogramms der AfD Baden-Württemberg zur Landtagswahl 2016«. Die übrigens gleich mit einer Lüge anfängt, insofern das auf der Titelseite abgebildete Neue Schloss zwar Sitz des Finanzministeriums ist, aber mit dem Landtag – um den es bei der Wahl am 13. März geht – nicht so richtig etwas zu tun hat. Über die einzelnen von der AfD zur Wahl gestellten Personen sage ich hier nichts, einiges dazu, welche Gestalten für die AfD antreten, findet sich hier.
Interessant finde ich, in was für einem Ausmaß die AfD in ihrem Kurzprogramm Verschwörungstheorien Raum gibt. Fakten spielen dabei keine große Rolle. Aber das ist ja ein bekanntes Schema: Es wird irgendeine Behauptung in die Welt geworfen, und wenn – z.B. in den Medien – eine sachliche Erwiderung dazu zu finden ist, dann ist das eben „Systempresse“ oder „Lügenpresse“, die versucht, die „Wahrheit“ zu verschleiern. Jede Widerlegung einer Behauptung wird so im richtigen Mindset nur zum Futter, um die Richtigkeit der Lüge zu bestätigen. Insofern wird auch der folgende Text bei Hardcore-Fans der AfD nicht zum Nachdenken führen – aber vielleicht bei einigen, die aktuell mit dem Gedanken spielen, bei der Wahl zu zündeln.
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Photo of the week: Orange/green I
Im Herbst 2015 gelesen – Teil II

Einige wenige der Bücher, die unten besprochen werden – viel liegt auf der Kindle-App, anderes steht schon im Regal …
Heute setze ich dann meinen von einigen Wochen geposteten Überblick darüber fort, was ich seit dem Sommer 2015 gelesen habe.
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Nachdem ich mit Among others die Autorin Jo Walton für mich entdeckt hatte, las ich mich weiter durch ihr Werk. Tooth and claw (2003), ein Jane-Austen-Familiendrama, nur mit Drachen, war nicht so ganz meines.
Begeistert hat mich My real children (2014) – die fiktive Doppelbiographie einer in den 1920er Jahren geborenen Engländerin, Patricia Cowan – zwei sich überlagernde Rückblenden über zwei erfüllte Leben, die in den 1940er Jahren an einem Bifurkationspunkt auseinanderlaufen und sich ganz unterschiedlich entwickeln. Wenn My real children in ein Genre gepackt werden müsste, wäre es der historische Was-wäre-wenn-Roman, allerdings hier aus der Perspektive von unten. Ob Kennedy ermordet wird oder nicht, findet nur im Hintergrund statt. Im Vordergrund zeichnet Walton den Weg Patricia Cowans zur gefeierten Reiseführer-Autorin, die in einem zunehmend geeinten Europa mit ihrer Partnerin und ihren Kindern zwischen Florenz und Großbritannien lebt, – und den Weg von Patricia Cowan, die nach einer unglücklichen Ehe zur lokalen Aktivistin für Frieden, Frauenrechte und den Erhalt des historischen Stadtkerns wird. Oder anders gesagt: ein Buch über die Ungleichzeitigkeiten des 20. Jahrhunderts aus biographischer Perspektive. (Leider gibt es keine deutsche Übersetzung – ich könnte mir vorstellen, dass das Buch auch außerhalb des Genres Anklang finden könnte …)
Photo of the week: Neon green
Immerhin das Moos leuchtet grellgrün, und manche Wiese tut das auch. Ich war dieses Wochenende grün unterwegs ‑in Hamburg tagte die Bundesarbeitsgemeinschaft Wissenschaft, Hochschule, Technologiepolitik (u.a. zum Austausch mit der Hamburger Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank, zur Debatte über den Imboden-Bericht zur Exzellenzinitiative, und zu einer ersten Ideenfindung für das Bundestagswahlprogramm 2017). Und dann ging’s mit einer kleinen Delegation von Hamburg nach Berlin, wir besuchten die BAG Energie, um über Fusionsforschung zu diskutieren. Was durchaus kontrovers, alles in allem aber erfreulich sachlich und niveauvoll stattfand. Und dann im Nachtzug wieder nach Freiburg zurück. Erholsam ist das nicht wirklich.



