Männer und Hausarbeit

Bei Hen­nig gibt es eine recht heiß­lau­fen­de Debat­te dar­über, ob es ein Pro­blem dar­stellt, wenn in Paar­be­zie­hun­gen Män­ner sich weni­ger an Haus­ar­bei­ten betei­li­gen als Frau­en, oder nicht. Nach­dem ich mich da inzwi­schen drei oder vier mal zu Wort gemel­det habe, will ich doch auch drauf verlinken:

> http://www.henningschuerig.de/blog/2006/07/23/neue-maenner-hat-das-land/

Wo kommen eigentlich die kleinen Grünen her?

In Aus Poli­tik und Zeit­ge­schich­te 41/2005 (Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung) wird unter ande­rem der Fra­ge nach­ge­gan­gen, wie Kin­der­hör­spie­le zur poli­ti­schen Sozia­li­sa­ti­on bei­tra­gen. Das Fazit des Autors, Gerd Stroh­mei­er, Uni Pas­sau:

„Äußerst bedenk­lich ist aller­dings, dass bei­na­he nur Umwelt­pro­ble­me the­ma­ti­siert bzw. ande­re Pro­ble­me, Bedürf­nis­se oder For­de­run­gen, z.B. der Wirt­schaft, gegen­über Belan­gen der Umwelt als abso­lut nach­ran­gig und unbe­deu­tend dar­ge­stellt wer­den und sich die „rich­ti­gen“ poli­ti­schen Posi­tio­nen grund­sätz­lich „links“ der poli­ti­schen Mit­te befinden.“

Oder anders gesagt: Hör­spie­le wie Bibi Block­berg und Ben­ja­min Blüm­chen ver­der­ben unse­re Jugend und trei­ben sie den Grün-Alter­na­ti­ven und Lin­ken in die Arme. Was kommt als nächstes?

> http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID4850212_TYP6_THE_NAV_REF_BAB,00.html
> http://concord.antville.org/stories/1239207/

Nach­trag: Die Ant­wort aus der Hörpsielstadt

„Wir sind links“

Die FR ent­deckt nach dem „Wir sind Papst“-Hype der BILD-Zei­tung die Lin­ke neu: http://www.fr-aktuell.de/ressorts/kultur_und_medien/feuilleton/?cnt=691271

Die fetten Jahre sind vorbei: Antiglobalistas vs. Alt-68er

Wie bei jedem gutem Film lässt sich der grund­le­gen­de Plot von Die fet­ten Jah­re sind vor­bei in weni­gen Sät­zen zusam­men­fas­sen. Jan und Peter sind Teil der Ber­li­ner Sze­ne und seit lan­gem gut befreun­det. Nachts machen sie „ihr Ding“, bre­chen als die Erzie­hungs­be­rech­tig­ten in Gru­ne­wäl­der Vil­len ein, um dort deut­li­che Spu­ren zu hin­ter­las­sen, und die Aus­sa­ge: Die fet­ten Jah­re sind vor­bei, du hast zuviel Geld – mach Dir mal Sor­gen! Jule zieht für ein Tagen bei den bei­den ein, weil sie aus ihrer Woh­nung gewor­fen wird – Miet­rück­stän­de und ein gro­ßer Schul­den­berg, der nur wütend machen kann. Bei einem Ein­bruch (soviel darf ver­ra­ten wer­den), bleibt den drei­en dann nichts ande­res übrig, als den über­ra­schend auf­tau­chen­den Besit­zer der Vil­la, Jus­tus Har­den­berg, zu ent­füh­ren. Wohin jetzt? Auf der Tiro­ler Berg­hüt­te ler­nen die vier sich näher kennen.

Hans Wein­gart­ners Film sind eigent­lich zwei Fil­me, die sich deut­lich in Stil und Atmo­sphä­re unter­schei­den. Der Wen­de­punkt ist die Fahrt nach Tirol. Vor­her ist der Film ein Film über die aktu­el­le anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Sze­ne, und hat hier ziem­lich genau hin­ge­schaut, zumin­dest was das Sty­ling angeht. Sozi­al­be­richt­erstat­tung. Die Fron­ten zwi­schen Gut und Böse sind klar ver­teilt, Möbel­rü­cken als revo­lu­tio­nä­rer Akt liegt nahe. Bis zur Fahrt nach Tirol ist der Film span­nungs­ge­la­den – von anfäng­li­chen Prü­ge­lei­en bei einer Demo und kur­zen Bli­cken ins Inne­re der Prot­ago­nis­tIn­nen über haut­na­he Ihr-da-oben-wir-da-unten-Wut bis zu den schon erwähn­ten Ein­brü­chen. Und dazwi­schen bahnt sich auch noch eine Drei­ecks­ge­schich­te an. Die­ser ers­te Teil dreht sich viel­leicht um die Fra­ge: „Ich wür­de ger­ne an was glau­ben und revo­lu­tio­när sein, aber es gibt ja kei­ne Jugend­be­we­gung mehr.“ 

Teil II des Fil­mes fängt mit der unge­plan­ten und hilf­lo­sen Ent­füh­rung an. Danach „kön­nen wir nicht mehr zurück in unser altes Leben, soviel ist klar“. Aber was tun mit dem Ent­füh­rungs­op­fer? Die­ser Teil ist lang­sa­mer, theo­rie­ge­la­den. Lan­ge Gesprä­che am Küchen­tisch, und irgend­wann erzählt Har­den­berg von sei­ner revo­lu­tio­nä­ren Jugend im SDS. So inter­es­sant der Aus­tausch über die Gene­ra­tio­nen hin­weg sein kann: etwas muss pas­sie­ren. In der enge der Berg­hüt­te blüht die Drei­ecks­ge­schich­te auf, bis zum sinn­lo­sen Ende. Bei genaue­rem Hin­se­hen nicht ganz unschul­dig dar­an: Har­den­berg, habi­tu­ell zur K‑Grup­pen-Intri­ge ver­an­lagt. Der ers­te Schluss des Films ist erwart­bar, jeden­falls scheint es so. Doch das Sys­tem wird aus­ge­trickst, am Ende hängt ein Zet­tel da – man­che Men­schen ändern sich nie – und wer will, kann die­sen zwei­ten Teil des Films zusam­men­fas­sen zu „Wie kann ein Men­schen mit sol­chen Idea­len heu­te so ein Leben füh­ren?“ Es bleibt uns Zuschau­en­den über­las­sen, uns für „Fami­lie, Kin­der, Schul­den, Sicher­heit, Arbeit, Arbeit, Arbeit, CDU“ zu ent­schei­den, oder für den mäch­ti­gen Vor­wurf gegen die Alt-68er von den Kin­dern der Revo­lu­ti­on, der der Schluss­punkt des Fil­mes eben auch ist. 

Bei aller Schwarz-Weiss-Male­rei ist es dann auch die­se Unent­schlos­sen­heit, die sich bei genaue­rem Hin­se­hen durch den Film durch­zieht. Die kla­re, mora­li­sche Bot­schaft: „Revol­te ist rich­tig, die guten Ideen über­le­ben“ steht auf der einen Sei­te – und der Rück­schlag in Form der Auf­ar­bei­tung der nähe­ren Ver­gan­gen­heit (wie ja auch schon in der Serie an RAF-Fil­men der letz­ten Jah­re gesche­hen) auf der ande­ren. Jan, Peter und Jule trick­sen, wie gesagt, das Sys­tem aus. Nach dem Schluss kommt noch ein Schluss, hap­py Kapitalismuskritik.

Was lässt sich über die­sen stre­cken­wei­se dann doch theo­rie­lan­gen (aber in der Theo­rie teil­wei­se inter­es­san­te­ren), stre­cken­wei­sen in ein­fa­chen Kli­schees gehal­te­nen Film noch sagen? Auf­ge­fal­len ist mir der Stil: vie­les wirkt impro­vi­siert und zugleich sehr echt – von Jules kick­sen­dem Lachen über die Abgrün­de der all­täg­li­chen Revol­te bis zu den Türen der lin­ken WG. Hand­ka­me­ra­wa­ckeln, Brü­che zwi­schen Dun­kel­heit und Licht, ganz nor­ma­le Leu­te: all das trägt sicher­lich dazu bei. Ganz auf­schluss­rei­che wäre es viel­leicht, Die fet­ten Jah­re sind vor­bei mal mit Die Träu­mer, dem Film über das pri­va­te Leben im revo­lu­tio­nä­ren 1968er-Paris par­al­lel zu set­zen. Und sich Fra­gen dar­über zu stel­len, ob hin­ter den vor­der­grün­di­gen Ähn­lich­kei­ten von Jugend­be­we­gung, Revol­te und pri­va­tem Drei­eck nicht doch selbst in die­sen bei­den Kunst­wel­ten gra­vie­ren­de Unter­schie­de zwi­schen der Chan­ce zu nai­ver Kri­tik damals und der viel­fa­chen Refle­xi­ons- und Bre­chungs­not­wen­dig­keit des „Revo­lu­tio­nä­ren“ heu­te sicht­bar werden. 

http://www.diefettenjahre.de/ (nur mit Flash)

Nach­trag: auch in u‑as­ta-info #727 vom 2.12.2004, S. 7.

Altes aus Xanga, Teil IX

Satur­day, March 22, 2003

20032003: Demobilder und Deutschland


20.03.03 – Kund­ge­bung vor dem Stadt­thea­ter Freiburg


20.03.03 – Trans­pa­ren­te und Schil­der des u‑asta

Am Tag X (20.03.2003) gab es in Frei­burg eine gro­ße Schü­le­rIn­nen­de­mo mit­tags und eine Demo am nachmittag/abend, von der die Bil­der hier sind. Fotos von bei­den Demos gibt es unter indy­me­dia ger­ma­ny | Tag X in Frei­burg – Tau­sen­de auf der Stra­ße [Bil­der] | 20.03.2003 22:24 im Netz.

Auch am 22.03. fand wie­der eine gro­ße Demons­tra­ti­on statt (ca. 5.000) Leu­te. Lei­der habe ich davon noch kei­ne Bil­der im Netz gese­hen; wenn ich wel­che fin­de, lin­ke ich hier viel­leicht auch drauf.

Bemer­kens­wert bei der heu­ti­gen Demo: eine kur­ze Unter­bre­chung am Sie­ges­denk­mal und eine – ich wür­de sagen – Kom­mu­ni­ka­ti­ons­gue­ril­la-Akti­on, die in der For­de­rung ende­te, das Denk­mal (für den deut­schen Sieg über Frank­reich irgend­wann) inner­halb der nächs­ten 48 Stun­den abzu­rei­ßen. Da und auch an vie­len ande­ren Stel­len der Demo war eine anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche, anti­staat­li­che Stim­mung deut­lich spür­ba­re. Und auch: Rot/grün wird nicht abge­nom­men, dass die Frie­dens­po­li­tik der letz­ten Wochen ernst gemeint war. Es wird nicht genug getan, eigent­lich müss­te jetzt der NATO-Aus­tritt folgen. 

Ins­be­son­de­re aus dem Umfeld von KTS und Attac Frei­burg kommt immer wie­der die For­de­rung, die Kri­tik am Irak-Krieg mit einer all­ge­mei­nen Kri­tik an kapi­ta­lis­ti­schen Demo­kra­tien zu ver­bin­den – die wür­den eben immer Krie­ge füh­ren, und das sei auch ganz klar, und gar nicht inner­halb des Sys­tems zu verhindern. 

Ich weiss noch nicht so genau, was ich davon hal­ten soll – dass kapi­ta­lis­ti­sche Demo­kra­tien jed­we­der Art mit einem rie­si­gen Geflecht tat­säch­li­cher oder ein­ge­bil­de­ter Sach­zwän­ge ein­her­ge­hen, ist mir auch klar. Auf der ande­ren Sei­te glau­be ich, dass eine kapi­ta­lis­ti­sche Demo­kra­tie doch irgend­wie eini­ger­ma­ßen glo­bal ver­träg­lich, sozi­al, öko­lo­gisch und dau­er­haft fried­lich sein kön­nen müss­te. Refor­mis­ti­scher Irr­glau­be, Blind­heit oder eine prag­ma­tisch über­form­te Hoffnung?


Fri­day, March 21, 2003

Theater on the news

Mei­ne Lieb­lings­news­grup­pe („news­froup“) alt.fan.douglas-adams ist zur Zeit dabei, etwas ziem­lich neu­ar­ti­ges zu tun: anläss­lich des 25-jäh­ri­gen Jubi­lä­ums der ers­ten Aus­strah­lung der Radio­fas­sung des Hitch­hi­ker gui­des to the gala­xy wird das Radio­script auf­ge­führt – und zwar im Inter­net-Dis­kus­si­ons­fo­rum. Der Link unten ver­weist auf den Beginn des Threads – afda proud­ly pres­ents The Hitchhikers’s Gui­de to the Gala­xy (the newsfroup)

> Goog­le-Suche:

P.S.: Ein gänz­lich damit unzu­sam­men­hän­gen­des The­ma ist natür­lich der inzwi­schen offen aus­ge­bro­chen drit­te Golf­krieg – auf den Frie­dens­de­mos ges­tern in Frei­burg waren unglaub­lich vie­le Leu­te (10.000 Schü­le­rIn­nen blo­ckier­ten mit­tags die Stra­ße, ca. 6.000 bis 8.000 Leu­te stan­den ges­tern abend auf dem Rott­eck­ring und hör­ten sich eine etwas lang­wie­ri­ge Kund­ge­bung an), und ich hof­fe, die vie­len Pro­tes­te welt­weit und auch im Netz machen den Kriegs­füh­ren­den zumin­dest deut­lich, dass weder das Völ­ker­recht noch die Bevöl­ke­rung die­ses Pla­ne­ten auf ihrer Sei­te sind.


Fri­day, March 07, 2003

Der Staat, der nie war

Eigent­li­ches ist es eine abgrund­tief trau­ri­ge Geschich­te, die hin­ter Good Bye, Lenin! steckt. Alex‘ Mut­ter wacht nach einem Herz­in­farkt und vier Mona­ten aus dem Koma auf, jede Auf­re­gung soll ver­mie­den wer­den, das könn­te ihrer Gesund­heit scha­den. Dum­mer­wei­se wacht sie in auf­re­gen­de Zei­ten hin­ein auf: die letz­ten Mona­te der DDR als eigen­stän­di­gem Staat, kurz vor der Wie­der­ver­ei­ni­gung. Sohn Alex beschließt, alles zu tun, um jede Auf­re­gung zu ver­mei­den und holt sie aus dem Kran­ken­haus in ihr Schlaf­zim­mer in der Plat­ten­bau­woh­nung. Dort ist noch alles so, wie es frü­her mal war. „Hier hat sich ja gar nichts verändert.“ 

Dass das auch so bleibt, ist eine immer umfang­rei­cher wer­den­de Auf­ga­be für Alex. Krach mit sei­ner Schwes­ter (liiert mit einem Bur­ger-King-Bra­ter) und sei­ner Freun­din, der Kran­ken­schwes­ter Lara, die er am Kran­ken­bett sei­ner Mut­ter ken­nen­ge­lernt hat, ist vor­pro­gram­miert. Alex jagt nach Gur­ken­glä­sern und insze­niert FDJ-Geburts­tags­ständ­chen und Besu­che der Par­tei­lei­tung mit Ori­gnal-Prä­sent­korb. Als sei­ner Mut­ter lang­wei­lig wird, und sie fern­se­hen will (den aus ihr Zim­mer zu ver­las­sen, ist ihr streng ver­bo­ten) greift er auf die Unter­stüt­zung sei­nes neu­en Kol­le­gen Den­nis zurück, der sich als Film­ma­cher pro­fi­lie­ren möch­te. Die Aktu­el­le Kame­ra erklärt, wie­so ein Coca-Cola-Trans­pa­rent am Hoch­haus neben an zu sehen ist.

Aber es pas­siert in die­ser freund­li­chen, nie­mals bös­ar­ti­gen Komö­die noch mehr. Der Wes­ten dringt unauf­halt­sam in den All­tag ein. Immer abstru­ser wer­den die Erklä­run­gen. Aber immer mehr wird damit das durch das Fern­se­hen und die von Alex erfun­de­nen Kar­ten­häu­ser ver­mit­tel­te Bild der DDR zu dem eines Staa­tes, der nie exis­tiert hat, den sich Alex‘ Mut­ter aber immer gewünscht hat. Eine DDR, die auf die Ein­ga­ben ihrer Bür­ge­rIn­nen reagiert. Die so attrak­tiv ist, dass sie die Gren­zen für West­ler öff­net. In der Leis­tungs­druck und Kon­kur­renz drau­ßen bleiben.

Good Bye, Lenin! über­zeugt auf bei­den Ebe­nen. Als Komö­die, die nie nur auf die Lacher aus ist, und die mit ihrem Per­so­nal mit­fühlt, die auch Wei­nen zulässt. Aber auch als lei­se Uto­pie einer DDR, wie sie viel­leicht 1989 hät­te ent­ste­hen kön­nen: Sozia­lis­mus mit freund­li­chem Ant­litz. Auch im Film kommt der 3. Okto­ber 1990 vor. Aber zumin­dest für Alex‘ Mut­ter hat das Feu­er­werk eine ganz ande­re Bedeu­tung, ein wie­der­ver­ei­nig­tes Deutsch­land jen­seits der kapi­ta­lis­ti­schen Zwän­ge. Was wäre, wenn? Auch hier sind Trä­nen viel­leicht ange­bracht, wer weiß.

Nicht zuletzt soll­te viel­leicht erwähnt wer­den, dass die Bil­der teil­wei­se ziem­lich gran­di­os sind und die Stim­mung der Wen­de­zeit gut ein­fan­gen. Fas­zi­niert – das muss ich unbe­dingt noch sagen – hat mich auch der Vor­spann, der die schöns­te Ani­ma­ti­on häß­li­cher real­so­zia­lis­ti­scher Post­kar­ten ent­hält, die ich je gese­hen habe.

> GOOD BYE, LENIN! – Ein Film von Wolf­gang Becker (lei­der etwas überfrachtet!)


Sun­day, March 02, 2003

NO WAR

Wer wis­sen will, was ich am Sams­tag gemacht habe: mit vier- bis fünf­tau­send ande­ren auf er Euro­pa­brü­cke zwi­schen Kehl und Straß­burg rum­ge­stan­den, Luft­bal­lons mit Frie­dens­tau­ben zum Hori­zont geschickt und Leu­ten wie Kon­stan­tin Wecker, Franz Alt, einem Sän­ger aus San Fran­cis­co und einer Sän­ge­rin aus Bra­si­li­en zugehört. 

Was war nett an der Demo? Doch ziem­lich vie­le Leu­te, ab und zu auch mal Son­nen­schein, eine bun­te Mischung. Inter­es­sant: Mer­chan­di­sing-Stän­de am Rand …

Was war nicht so toll? Die gerin­ge Prä­senz von Grü­nen (Les Verts waren gut sicht­bar mit vie­len Fähn­chen, aus Baden-Würt­tem­berg waren zwar auch eine gan­ze Men­ge Grü­ne auf der Demo, aber wer die nicht kann­te, wuss­te das nicht. Die Tat­sa­che, dass sich das Pro­gramm doch ziem­lich in die Län­ge zog (unge­fähr vier Schluss­wor­te hin­ter­ein­an­der, danach dann noch Ter­min­hin­wei­se). Und viel­leicht auch das Miss­ver­hält­nis zwi­schen dem eher jun­gen bis mitt­le­ren Durch­schnitts­al­ter der Demons­trie­ren­den und der Demo­folk­lo­re des offi­zi­el­len Programms. 

> Yahoo! Nach­rich­ten – Sad­dam Hus­sein und der Irak-Kon­flikt – Deutsch-fran­zö­si­scher Pro­test gegen Irak-Krieg


Wed­nes­day, Febru­ary 19, 2003

Wie realistisch sind Science-Fiction-Filme?

Dem neu­en Z‑Punkt-News­let­ter habe ich den Hin­weis auf den unten­ste­hen­den Link zu Josh Cal­ders Futu­rist Movies Web­site ent­nom­men. Und die hat es in sich – ein ein­drucks­vol­les, inter­ak­ti­ves Essay, in dem sich Cal­der meh­re­ren Dut­zend neue­ren und älte­ren Sci­ence-Fic­tion-Fil­men annimmt (u.a. Gat­ta­ca, Fifth Ele­ment, Star Trek und Star Wars, Mino­ri­ty Report, Inde­pen­dence Day, …) und die­se aus Sicht eines Zukunfts­for­schers bewer­tet: Wie wahr­schein­lich ist die dort dar­ge­stell­te Zukunft, wann könn­te sie erwar­tet wer­den, was lässt sich über ein­zel­ne Tech­no­lo­gien sagen, wo macht der Film Kom­pro­mis­se um der Sto­ry oder der Ver­markt­bar­keit Wil­len? Eini­ge The­men (Außer­ir­di­sche, künst­li­che Intel­li­genz, Klo­nen) wer­den dar­über hin­aus im Rah­men eigen­stän­di­ger „Notes“ diskutiert.

Wenn eine mei­ner Lieb­lings­the­sen stimmt, dass Sci­ence Fic­tion näm­lich ein Gen­re ist, das qua­si lite­ra­ri­sche Tech­nik­fol­gen­ab­schät­zung betreibt und in einer engen Wech­sel­wir­kung damit steht, was Wis­sen­schaft­le­rIn­nen für mach­bar hal­ten – Wech­sel­wir­kung meint dabei: bei­de Rich­tun­gen! –, dann ist Cal­ders Web­site eine nicht zu unter­schät­zen­de Res­sour­ce für Men­schen, die pri­vat oder beruf­lich Tech­nik­dis­kur­se unter­su­chen. Denn mehr noch als Sci­ence-Fic­tion-Roma­ne sind Sci­ence-Fic­tion-Fil­me – mit all den dar­aus resul­tie­ren­den Kon­se­quen­zen – in den letz­ten 30 Jah­ren im gesell­schaft­li­chen Main­stream ange­kom­men. Futu­rist­Mo­vies bie­tet eine mit schar­fem Auge vor­ge­nom­me­ne Ana­ly­se die­ses gesell­schaft­li­chen Diskurses.

> Pro­jec­tions: a futu­rist at the movies