Diese Woche sind in Baden-Württemberg Schulferien, und auch der Parlamentsbetrieb läuft etwas langsamer – deswegen hatte ich vier Tage frei. Wie es sich so ergeben hat, war ich an diesen vier Tagen vor allem mit Technikkrams beschäftigt.
1. Digital Independence Day rückt näher
Einer meiner privaten Rechner läuft aus Gründen noch unter Windows 11 (der andere unter Linux Mint). Das integriert inzwischen Onedrive tief ins System, und ja, irgendwie ist es auch ganz praktisch, so eine Cloud, bei der ich dann auch in Esslingen (auf dem Linux-Rechner) auf Dateien zugreifen kann, die hier in Gundelfingen „liegen“. Aber mir gefällt weder die perspektivische KI-Integration noch der Cloud-Zwang noch die Richtung, in die Microsoft sich entwickelt. Insofern habe ich die Ferientage genutzt, meine Daten und Bilder in eine eigene managed Nextcloud zu verschieben. Das hat recht gut funktioniert (auch wenn’s ein paar Stunden gedauert hat), bis …
2. Nextcloud Desktop Client macht Sachen
… der Nextcloud Desktop Client sich heute auf die aktuelle Version 35.x aktualisieren wollte. Bzw. automatisch aktualisiert hat. Was dann dazu führte, dass der Desktop Client nicht mehr startete und die Dateisystemintegration/Synchronisation erstmal stoppte (wie hier von jemand anderem beschrieben). Workaround: deinstallieren, 34.x installieren und das automatische Update ausschalten. Dann ging’s wieder.
3. Alternativen zu Evernote?
Der Nextcloud-Bug war besonders ärgerlich, weil ich mich auch hingesetzt habe, und meine umfangreiches Evernote-Archiv (größtenteils eingescanntes Zeug, Ordner aus dreißig Jahren usw.) exportiert habe. Das geht bei Evernote nur Notizbuch für Notizbuch, und eine Synchronisation muss händisch vorgenommen werden. Tendenziell will ich weg von Evernote, nicht nur wegen dem Eigentümerwechsel hin zu Bending Spoons, sondern auch, weil mir da inzwischen zu viele Extra-Features (mit KI) etc. aufgetaucht sind. Gleichzeitig ist’s bequem, weil a. Cloud und von überall her zugreifbar und b. ich einen ganz guten Workflow etabliert habe (Brother ADS 4300N als Einzugsscanner, das Ergebnis landet dann direkt in der Inbox von Evernote).
Jedenfalls liegt eine aktuelle Kopie meines Evernote-Archivs nach einigen Stunden Rumklicken jetzt auf meiner Festplatte (in HTML plus PDF) und in der oben genannten Nextcloud. Gibt es einen Client, der (auf dem Desktop oder als Nextcloud-Integration) mit einer aus Evernote exportieren Ordner-Struktur sinnvoll umgehen kann? Auch im Sinne Suchfunktion? Dann wäre das vielleicht der Tropfen, der mich ganz wegbringt von dieser App.
4. Foto der Woche im digitalen Bilderrahmen
Daneben habe ich mich mit ganz anderen Dingen rumgeschlagen (bzw. an ganz anderen Dingen rumgebastelt). Wer mein Blog kennt, weiß, dass ich hier jede Woche ein „Foto der Woche“ veröffentliche. Wäre doch eigentlich was Schönes für den digitalen Bilderrahmen („Paperlesspaper“, basiert auf einem 7‑Farb-E-Paper; je nach Motiv und Erfolg der Rasterung sieht’s mehr oder weniger fotogen aus, was dort dargestellt wird). Der Bilderrahmen kann Websites einlesen und darstellen, und die Kategorien-Seite zum Foto der Woche zeigt die fünf neusten Fotos. Insofern eine einfache Lösung, um neben Wetter und Kalender auch das jeweils aktuelle Foto zu zeigen. Nur: ganz so hübsch ist ein auf 480 x 800 Pixeln gerendertes Blog nicht. Mit ein wenig CSS müsste das schöner darstellbar sein, dachte ich mir. War es dann auch, die Lösung war aber etwas komplizierter – auch, weil ich gelernt haben, dass aus Sicherheitsgründen moderne Websites extrem empfindlich sind, wenn es darum geht, Inhalte anderer Websites einzubetten und zu laden.
Meine Lösung ist nun eine kleine HTML/Javascript-Datei, die Kategorienseite ganz altmodisch als IFrame einbindet und diese dann um ein Stylesheet ergänzt, das vor allem Dinge ausblendet – alles bis auf die Überschrift und das Bild des erstens Eintrags der Kategorienseite. Da beide Dateien in der selben Domain liegen, darf Javascript den eingebetteten Code verändern. Sobald das nicht der Fall ist, funktioniert diese Lösung nicht mehr. Und damit habe ich jetzt eine HTML-Datei, die von Paperlesspaper geladen werden kann, und die immer das aktuelle Foto der Woche zeigt.
5. Apropos Foto der Woche
Die Fotos der Woche werden in meinem Blog von meinem Flickr-Account aus eingebunden. Das klappt seit mehreren Jahren sehr gut. Heute ist mir allerdings aufgefallen, dass einige Fotos nicht mehr angezeigt werden – evtl. lag es daran, dass die von Flickr angeforderten Bilddateien zu groß waren (1600 Pixel). Durch den Einbettungscode für 800-Pixel-Bilder ersetzt, funktioniert es wieder.
6. Apropos E‑Paper
Neben diversen E‑Book-Lesegeräten und dem erwähnten Bilderrahmen fiel mir ein, dass in einer Schublade ja auch noch ein kleines altes 4,2″-Waveshare-Display liegt, das ich mal von einem Raspberry Pi aus angesteuert hatte. Mal zu gucken, ob es noch tut, erwies sich dann als längerwierige Angelegenheit: Hürde 1 war die Tatsache, dass ich den alten Pi nicht griffbereit irgendwo liegen hatte, und auf dem Pi 400 das Programm zum Ansteuern nicht installiert war. Gleichzeitig war bei Waveshare selber nur die Dokumentation für neuere Modelle zu finden. Das Python-Programm, um auf dem E‑Paper Bilder anzuzeigen, hatte ich noch, und das ließ sich natürlich auch auf den Pi 400 kopieren.
Hürde 2: mein Programm verwendet ImageTk, das wiederum ist bei Pillow/PIL inzwischen? unter Debian? standardmäßig nicht eingebunden. Nach langem Rumprobieren: es gibt ein Modul python3-pil.imagetk, das sich über sudo apt install python3-pil.imagetk installieren lässt. Damit lief dann zumindest mal der Grafikteil des Programms.
Auf der anderen Seite, Hürde 3, hat sich bei dem neueren Pi 400 auch einiges bei GPIO verändert. Nicht nur, dass die Pins über Kopf stehen, sondern auch in Python ist inzwischen gpiozero das System, mit dem GPIO angesteuert wird, nicht mehr ältere Libraries. Der Code für andere, neuere Waveshare-Displays zeigte mir, wie ich diesen Teil meines Programms anpassen musste (warum der CS-Pin nicht funktioniert und im Code entsprechende auskommentiert ist, erschließt sich mir nicht).
Dann ging es, Hürde 4, nur noch darum, das Display korrekt anzuschließen. Gesagt, getan, aber da passierte nichts. Nach x Fehlversuchen ohne Erfolg fiel mir irgendwann auf, dass eines der Kabel gar nicht am richtigen GPIO-Pin hängt (warum auch immer, …). Das korrigiert, erweckte das Display dann zum Leben – also zu zwei Dritteln, ein Drittel funktionierte nicht mehr und ließ sich nicht ansprechen.
7. Internet of Tubes
Last but not least habe ich Zeit verbracht mit dem Internet – mit dieser Sandbox und mit diesem SimCity-wir-bauen-ein-Netz-Spiel.
