Ich mag ja Sonnenuntergänge. Und dramatische Wolkenberge.
Photo of the week: Fessenheim-Demo XXI
Ziemlich spontan bin ich heute doch zur Kundgebung vor unserem maroden Nachbarschafts-AKW Fessenheim mitgefahren. Mit der Entscheidung bin ich durchaus zufrieden – statt des angekündigten Regens bestes Demowetter, habe viele nette Leute getroffen, und bei den Reden gelernt, dass die aktuelle Anti-AKW-Front neben der Frage, ob Fessenheim jetzt endlich stillgelegt wird, wie es Hollande versprochen hat, insbesondere dort liegt, wo es darum geht, ob die EU Hinkley Point C subventioniert oder nicht. Kurzum: ein netter Demotag (auch wenn der Anlass, der 29. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe, alles andere als nett ist). Aus Freiburg sind fünf von Greenpeace organisierte Busse hingefahren, insgesamt waren es wohl so an die 3500 Menschen aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz jeden Alters.
Ach ja, Fotos habe ich auch gemacht – das komplette Demo-Foto-Set steht bei Flickr.
P.S.: SWR-Bericht.
Kurz: Vox populi im IC
Im Zug von Stuttgart nach Freiburg nolens volens zwei bildungsbürgerlichen Paaren im Rentenalter zugehört. Zu allem eine gut gebildete Meinung, Einigkeit zählt mehr als Fakten. Waren im Museum, Herbert hat das ja gut organisiert mit der Bahnfahrt. „Grün-Rot redet mit Beamten“, so die Schlagzeile. Der Chor: unerhört, die Beamten zu benachteiligen, Bayern überträgt die Tariferhöhung ja auch zeitgleich. Der Schmid kann’s halt nicht. Schwenk zur Stadtpolitik, Rieselfelder Naturschutzgebiet soll nicht bebaut werden. Der Chor: Unerhört, wenigstens prüfen müsse man, sind ja Fachleute, die Stadtplanungsrentner, einfach aufheben, grüne Wiesen gibt es ja auch anderswo. Die Stadtbau baut hässliche Reihenhäuser, kriegt sie nicht verkauft, 700.000, kein Wunder, kann halt nicht rechnen, die Stadtbau. Der Zug hält fahrplanmäßig in Lahr, der Chor: Da hält der sonst nie, sicher ein Sonderstopp der Deutschen Bundesbahn für einen Bundestagsabgeordneten, genau. Und iih, die Läuse kommen wieder, fast wie 1946 ist es jetzt in den Schulen.
Die beiden grauen Paare amüsieren sich prächtig mit ihrer vertrauten und beschwingten Besserwisserei. Zur Not wird die Wikipedia zitiert. Wichtig ist nur, Recht zu behalten. Weil: alle anderen haben ja keine Ahnung, und böser Wille steckt eh dahinter …
Gefreut haben die vier sich dann, dass sie trotz Verspätung noch die Anstalt angucken können. Finanziert aus „Zwangsgebühren“. Auch wenn die früher besser war. (Und ich frage mich, was die wohl wählen …)
Photo of the week: Dead tree water III
Dieses Foto ist gestern westlich des Opfinger Sees entstanden (dessen Kiosk-Seite/Südende übrigens gerade mit Badestrand und allem drum und dran umgestaltet wurde). Ob da ein Biotop entstehen soll, oder ob eine Senke angesichts des in den letzten Tagen doch eher ungemütlichen Wetters zugelaufen ist, weiß ich nicht. Tote Bäume, die im Wasser stehen, haben aber einen gewissen ästhetischen Charme. Der mich dann zum Fotoapparat greifen ließ.
Kurz: Die Abstimmung
Als Bürger Freiburgs bin ich ja dazu aufgerufen, nächsten Sonntag über die Unterstützung der Stadt für ein neues SC-Stadion im Wolfswinkel – zwischen Flugplatz, ehemaliger Mülldeponie und zukünftiger Uni-Fakultäts-Erweiterung – abzustimmen.
Fußball interessiert mich nicht. Auch deswegen tue ich mich mit der Abstimmung schwer. Ich verstehe, dass der Wolfswinkel der einzige in Frage kommende Standort für einen Neubau ist, und dass es wohl eine gewisse Notwendigkeit dafür gibt. Ob das Finanzierungsmodell tragfähig ist, kann ich nicht beurteilen.
Letztlich schwanke ich zwischen Nicht-Zur-Wahl-Gehen und Zustimmung. Letzteres fast schon aus Trotz heraus – der Overkill an immer neuen Plakaten und Anzeigen der StadiongegnerInnen um „Freiburg lebenswert“ und die Flugsportfreunde gefällt mir überhaupt nicht, und je populistischer deren Argumente werden, desto näher liegt für mich das „Ja“.



