Ich bin ja froh, dass mein Rad (nicht im Bild – zu sehen ist ein Teil der am Freiburger Hbf abgestellten Fahrräder) endlich wieder funktionsfähig ist. Auch wenn mein Kind sich heute schon darüber beklagte, dass wir „schon wieder“ mit dem Rad zu einem Ausflugsziel unterwegs sind.
Kurz: Ferienzeit, Kinderzeit
Die ersten vierzehn Tage der Sommerferien sind die Kinder überwiegend bei mir – sofern sie nicht gerade Ferienpassveranstaltungen haben oder bei den Großeltern übernachten. Keine Schule, kein Hort, kein Kindergarten, und dazu 35°C – das kann ganz schön heiß werden. Unser Tagesrhythmus hat sich deutlich nach hinten verschoben, das kleinere Kind ist vom Ferienprogramm her (gestern „Recyclinghof“, heute „Experimente“; am Baggersee waren wir auch schon) arg aufgeregt, das größere Kind hängt dagegen den halben Tag gelangweilt herum, bis es endlich ein Buch entdeckt, das es noch nicht gelesen hat. Ferien halt.
(Und ein Grund, warum ich gerade nicht so richtig viel Zeit und Muße finde, neben Haushalt und Essen und … noch zu bloggen oder intensiv (im Gegensatz zu mal schnell nebenher) in Facebook-Debatten einzusteigen. Auch wenn ich das jetzt, wo es endlich etwas kühler wird und die Kinder still im Bett liegen, doch versuchen möchte …)
((Der neue PC ist noch nicht da …))
Kurz: Ferienzeit – Zeit, Umzug der Datenhalden zu planen
Nachdem der Support für Windows XP endgültig ausgelaufen ist, Linux aus Gründen für mich keine Option darstellt, aber auch, nachdem der Umgang mit aktuellen Websites in den letzten Jahren immer qualvoller geworden ist und die 150 GB Festplatte periodisch voll laufen, ist es Zeit für einen neuen PC. Der alte war jetzt fast zehn Jahre im Dienst, den neuen habe ich heute bestellt. Dabei hatte ich mit einem Intel NUC geliebäugelt, der war mir dann allerdings letztlich in der Ausstattungsvariante, die ich gerne haben wollte, zu teuer, so dass es ein etwas größerer, langweiliger und nicht ganz so energiesparsamer anderer Mini-PC geworden ist. Immerhin kenne ich mich jetzt halbwegs mit Intels aktuellen Prozessorfamilien aus. Wie der neue PC sich macht, werde ich berichten, wenn er da ist.
Aktuell mache ich mir Gedanken, wie ich den neuen PC einrichten soll. Neben Grundsatzfragen (Erstmal Windows 7 oder doch gleich Windows 10 installieren, wo ich schon dabei bin? Microsoft Office oder doch LibreOffice trotz aller Unzufriedenheiten eine Chance geben?) stellt sich mir insbesondere die Frage, was ich mit den Datenhalden tun möchte, die sich so angesammelt haben. Datenhalden meint hier zum einen jede Menge Software, die ich irgendwann mal installiert und dann vergessen habe, zum anderen Daten, die bis 1995 zurückreichen – zwanzig Jahre alte Dokumente. Das kann manchmal ganz praktisch sein.
Bei der Software gibt es rund zwei Dutzend Programme, die ich weiterhin brauchen werde, und viel, was ich vorsichtshalber mal in Form von Installationsdateien aufbewahren werde. Das ist relativ einfach. Komplizierter sieht es bei den Dokumenten aus. Bisher habe ich bei Rechnerumzügen einfach alles auf den neuen Rechner kopiert (ganz besonders schlimm: Mailarchive! Fotos!). Den Anlass „neuer PC“ könnte ich jetzt aber auch dazu nutzen, mir Gedanken darüber zu machen, welche Äste meiner Ordnerstruktur ich weiterhin regelmäßig brauche und nutze, und welche maximal noch in einem „Archiv“-Pfad fortgeführt werden sollten. (Und dann sind dann noch die Kinder, die meinen Rechnern inzwischen nicht nur für Spiele nutzen – da fängt’s dann mit Accounts etc. an …). Ich weiß, was ich in diesen Sommerferien machen werde.
Photo of the week: R. erklärt, was mit dem Holz gemacht wurde
Gestern haben hier die Sommerferien angefangen. Und auch wenn die Kita noch ein paar Tage länger auf hätte, heißt das für uns: Die Kindergartenzeit für R. ist jetzt zu Ende, im Herbst geht es in der Schule weiter. Das ist schon ein Einschnitt – schließlich war R. jetzt einige Jahre vormittags wie nachmittags jede Woche in der städtischen Kita gewesen, anders als seine ältere Schwester, die nur vormittags (im Waldkindergarten) war.
Zum Abschied gab es unter anderem den Portfolio-Ordner mit nach Hause (sowas hätte ich gerne aus meiner eigenen Kindergartenzeit), und beim Durchblättern wird noch einmal deutlich, wie vielfältig die Projekte waren, und wie sehr sich die ErzieherInnen individuell um jedes Kind gekümmert haben. Auch, wie viel den Kindern zugetraut wurde. Apropos Projekte: Ein Alleinstellungsmerkmal der Kita Rieselfeld sind die Kunstprojekte (einen Eindruck geben die Fotos aus 2013, 2014 und 2015).
Ab Herbst dann also Schule – das wird anders, und ich bin gespannt, wie R. damit klarkommen wird.
Kurz: Flexible Arbeit und der Achtstundentag
Vielleicht verzerrt mein persönlicher Erfahrungshintergrund (Akademiker, bisher an der Uni und in der Politik tätig) hier meine Wahrnehmung, aber ich finde die Forderung der Arbeitgeber, vom Achtstundentag abzurücken, zumindest in Teilen nachvollziehbar.
Die Forderung taucht ja im Kontext der Digitalisierungsdebatte auf, aber eigentlich ist Digitalisierung hier nur ein Bestandteil eines größeren und schon seit einigen Jahrzehnten laufenden Trends, der unter der Überschrift „Flexibilisierung der Arbeit“ steht. (Und auch die Debatte um den „Arbeitskraftunternehmer“ passt hier hervorragend …). Letztlich geht es um eine Veränderung dessen, was als „Arbeitskraft“ auf dem Arbeitsmarkt gehandelt wird: Weg vom Zurverfügungstellen physischer und psychischer Arbeitskraft für definierte Zeiträume – da machen gesetzliche Regulierungen der Arbeitszeit viel Sinn – hin zur weitgehend eigenverantwortlichen Erbringung bestimmter Ergebnisse mit weiten Spielräumen hinsichtlich Arbeitszeit, Arbeitsort und verwendeter Methoden und Kompetenzen. Formal zumindest weiterhin angestellt, aber mit einem Charakter von Arbeit, der einige Gemeinsamkeiten mit Alleinselbstständigen aufweist.
Digitale Werkzeuge erleichtern diese Entkopplung – und tragen dazu bei, dass die Nachfrage nach der zweiten Art von Arbeitskraft steigt, und dass bestehende Berufsbilder transformiert werden. Dieser Prozess ist durchaus ambivalent – steigende Autonomie und steigende Freiräume auf der einen Seite, unfreiwillige Verantwortungsübernahme und die Gefahr der räumlichen und zeitlichen Entgrenzung von Arbeit auf der anderen Seite. Auch hier bleibt politische Regulation notwendig – an die Stelle des starren Achtstundentages treten für diese Berufe und Branchen jetzt Monats- und Jahresarbeitszeitkonten, Kernzeitdefinitionen und Regeln zur Begrenzung der Erreichbarkeit, um gern in Kauf genommene Selbstausbeutung zu verhindern.


