Etwas verspätet noch ein Foto der Woche – das hier zeigt die erste reife Himbeere in diesem Jahr auf meinem Balkon vor zwei Wochen. Seitdem sind jeden Tag ein paar Früchte zum Naschen reif – für Marmelade oder Kuchenbacken reicht es nicht, aber es ist trotzdem nett, die Zeit bis zu den ersten richtig reifen Brombeeren so überbrücken zu können.
Townscaper: Regelgeleitete Kreativität im Städtebau
Die Zahl der Computerspiele, die ich wirklich gerne mag, ist sehr begrenzt. In den letzten Tagen ist eines dazu gekommen, das komplett gewaltfrei ist. Ob Oskar Stålbergs Townscaper wirklich ein Computerspiel ist, oder vielleicht eher eine Meditation über den Zusammenhang zwischen Begrenzungen, Ästhetik und Kreativität, ist mir dabei noch nicht ganz klar. Dennoch lässt sich Zeit damit verbringen. Dabei entstehen dann Städte wie die oben gezeigte, die an Venedig erinnern.
Das Spielprinzip ist einfach: am Anfang steht eine scheinbar unbegrenzte Wasserfläche, unter der ein organisch geformtes Gitter liegt. An jedem Punkt dieses Rasters lassen sich per Mausklick Bauelemente platzieren, aufeinander stapeln oder löschen. Auswählbar ist die Farbe aus 15 vorgegebenen Farbtönen, wobei jede Farbe auch subtile Änderungen in der Gestaltung mit sich bringt. Mit der Maus lässt sich die 3D-Ansicht steuern.
Das ist alles. Alles weitere entscheidet ein ausgeklügeltes, aber vorgegebenen Regelwerk – schräges Dach oder Flachdach, Tür oder Fenster, Innenhof mit Begrünung oder Straßenfläche – all das hängt davon ab, welche Elemente in der Umgebung platziert sind. Beispielsweise wird eine von Häusern komplett umschlossene Fläche begrünt, wenn auch nur ein Haus fehlt, wird sie als Platz, Terrasse oder Flachdach dargestellt.
Aus dem Miteinander von hartem Regelwerk (das allerdings im Spiel auch erst entdeckt werden muss), einer ausgesprochen schönen Gestaltung der einzelnen Elemente und kleinen Details wie auffliegenden Tauben oder Schmetterlingen ergibt sich der Reiz dieses Spiels. Die Städte und Bauwerke, die so entstehen, haben eine durchgehende Ästhetik, können aber doch ganz unterschiedlich aussehen – und laden dazu ein, sich Geschichten dazu auszudenken.
Townscaper gibt es als Vorab-Version u.a. bei Steam, kostet dort etwa 5 €.
Photo of the week: Dark and light II
Kurz: „… zu achten und zu schützen …“
Ein bisschen mitgefiebert habe ich dann doch, heute morgen, als in einer Pressekonferenz der Entwurf für das grüne Grundsatzprogramm vorgestellt wurde. Damit erreicht der seit Anfang 2018 laufende Prozess für die Erstellung eines neuen grünen Grundsatzprogramms seinen vorletzten Schritt, mit vielen Konventen, Diskussionsveranstaltungen, einem breiten Beteiligungsprozess im Netz, einem Impulspapier und einem „Zwischenbericht“. – Vorletzter Schritt, weil jetzt – ganz final erst nach einer weiteren Phase der Beteiligung im Netz – klar ist, über was auf dem Bundesparteitag im November diesen Jahres in Karlruhe abgestimmt werden kann. Und mitgefiebert habe ich, weil ich an der Urfassung, dem Zwischenbericht, mitwirken durfte.
Für eine Bewertung des Programms (58 Seiten, 383 nummerierte Absätze) ist es noch zu früh. Was ich nach der Pressekonferenz und dem ersten Durchblättern sagen kann, ist aber sehr positiv. Mit gefällt der Werteteil sehr gut, der aus einer anthropozentrischen Perspektive – der Mensch in seiner Freiheit und Würde – unser ökologisches und emanzipatorisches Programm herleitet. Natur- und Klimaschutz nicht als Selbstzweck, sondern um Freiheiten für alle heute und in Zukunft lebenden Menschen auf diesem Planeten zu erhalten. Das ist der richtige Ansatz. Ebenso wichtig finde ich, dass an der Orientierung an planetaren Grenzen als harten Leitplanken für Politik festgehalten wurde, und dass zentrale Projekte eines grünen Zukunftsentwurfs sich im Programm wiederfinden – etwa die Idee einer Föderalen Republik Europa. Und nicht zuletzt gefällt mir, dass dieses Programm Fortschritt gegenüber offen ist, die Bedeutung von Wissenschaft und Technik würdigt und dabei eine gute Balance aus kritischer Begleitung und Freiheit findet. Neu hinzugekommen ist aufgrund der Corona-Krise ein Fokus auf Resilienz und Krisenfestigkeit; auch das über den Tag hinaus eine gute programmatische Ergänzung.
Das als allererster Blick in diesen frischen und nach vorne weisenden Programmentwurf. Ich bin gespannt auf die weiteren Diskussionen in der Partei – und darauf, wie dieser Entwurf die November-BDK übersteht.





