Kurz besprochen: Slow

imageHeu­te hat­te der Film Slow von Sascha Sei­fert in Stutt­gart Pre­mie­re. Vor­ne­weg: So gro­ße Auf­nah­men von Schne­cken habe ich noch nie gese­hen. Schmat­zen­de Schne­cken, krie­chend dahin­glei­ten­de Schne­cken, Bäu­me erklim­men­de Schne­cken. Tote Schne­cken. Leben­de Schne­cken. Mit Haus und ohne, durch­sich­tig schim­mernd oder grell orange. 

Und dazwi­schen beein­dru­cken­de, beweg­te Natur- und Makro­auf­nah­men von Bee­ren, Pil­zen und aller­hand Getier, Auf­nah­men, denen die Tiefen(un)schärfe etwas mys­tisch-ver­zau­ber­tes mit­ge­ge­ben hat. Ich mag die­se Art der Makro­fo­to­gra­fie sehr. Das gan­ze arran­giert zu – wenn ich rich­tig mit­ge­zählt habe – zwölf Medi­ta­tio­nen aus dem schwä­bi­schen Regen­wald, jeweils ein­ge­lei­tet durch einen Gong­schlag und einem Zitat des bud­dhis­ti­schen Leh­rers Thích Nhãt Hanh (»Atme, läch­le, gehe langsam«). 

Mehr Text kommt in die­sem Film nicht vor, mehr Plot auch nicht. Das lässt Raum fürs Sel­ber­den­ken, für die unwill­kür­li­che Suche nach Mus­tern. Die meis­te Zeit über sind dabei Natur­ge­räu­sche zu hören – ab und zu gemischt mit CC-Musik (für mei­nen Geschmack: etwas unmo­ti­viert ein­ge­setzt). Der Film läuft 89 Minu­ten – das kann ganz schön lang wer­den, vor allem, weil Schne­cken ganz schön hek­ti­sche Tie­re sein kön­nen. Defi­ni­tiv Ent­schleu­ni­gung – aber manch­mal, für mei­nen Geschmack, etwas zu unent­schie­den zwi­schen Nah­ge­biets-Natur­film und medi­ta­ti­vem Fluß, in dem Ver­sen­kung mög­lich ist. Jeden­falls: ein ganz ande­res Film­for­mat, das auf der gro­ßen Kino­lein­wand erst rich­tig zur Gel­tung gekom­men ist.

Dis­c­lai­mer: Ich habe eine Frei­kar­te für die Pre­mie­re erhalten.

2 Antworten auf „Kurz besprochen: Slow“

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