Was, schon wieder April? Und vor allem – schon wieder Frühling? Ich komme gerade nicht ganz hinterher damit, Fotos hochzuladen – die hier sind auch schon wieder ein paar Wochen alt, inzwischen blüht es hier im Viertel eher weiß als rosa. Und warm und sonnig ist es. Wobei mir auffällt, dass ich nichts dagegen hätte, wenn Jahre nur aus Frühling und Herbst bestehen würden. Winter ist für ein paar Tage ok, nervt dann aber eher. Und Sommer finde ich zu heiß, so generell gesehen. (Wobei Freiburg dafür vielleicht nicht der optimale Ort ist – typischerweise gibt’s hier einen rapiden Wechsel von „kalt“ zu „heiß“).
Nicht von dieser Welt
In den letzten Tagen sind mir zwei ganz unterschiedliche Bücher über den Weg gelaufen, die sich mit dem Großwerden von Kindern und Jugendlichen mit Asperger-Syndrom befassen. Dabei handelt es sich zum einen um The Quarry, das letzte Buch des zu früh verstorbenen schottischen Autors Iain Banks, und zum anderen um die Graphic Novel Schattenspringer, in die ich auf der Website der Autorin Daniela Schreiter hineinblättern konnte.
Routinebruch
Wie schnell die Dinge doch vertraut werden! Und wie sehr sie, wenn sie denn praktisch sind, so in alltägliche Routinen und Praktiken eingebunden werden, dass der Umgang kein Nachdenken mehr erfordert.
Dass das so ist, fällt – eine alte Weisheit der Techniksoziologie – immer dann auf, wenn die eingeübten Routinen scheitern. Also latente Panik und Organisationsstress, weil morgen der öffentliche Nahverkehr in Freiburg bestreikt wird. Kein Schlafwandeln zur Straßenbahnhaltestelle, sondern die aktive Überlegung, wie ich bloß zum Bahnhof komme – und abends wieder weg davon. Aber der Anlass für diesen Text ist nicht der Streik der öffentlichen Dienste, so lästig wie nachvollziehbar er sein mag. Ein anderes Stück Technik tut nicht mehr: das Nexus 7, mein Tablet, gut eineinhalb Jahre ist es alt geworden.
Kurz: Die Modelleisenbahn
Eine der netten Sachen daran, Kinder zu haben (und Eltern, die nichts wegwerfen ;-) …), ist es, Schätze aus der eigenen Kindheit wieder ans Licht zerren zu können. Zum Beispiel die Modelleisenbahn, mit der ich vor Jahrzehnten gespielt habe. Märklin H0, wobei mir das Landschafts- und Häuserbauen deutlich wichtiger war als der Zugverkehr, wenn ich mich richtig an diese Zeit erinnere. Die haben wir vor ein paar Tagen generationenübergreifend wieder aufgebaut; die lange Jahre vor sich hin rostende Lok wurde von meinem Papa wieder betriebsfähig gemacht, und auch die Schienen und der alte Trafo – Analogsteuerung – taten’s noch (na ja, mit ein bisschen Funkensprühen hier und da).
Ach ja, Fotos habe ich auch gemacht. Denen ist anzusehen, dass mein Jugendich Dinge gerne mal ein bisschen schief aufgeklebt hat; die Zeit hat das ihre dazu getan. Die ist in „Hügeln a.d.M.“ stehengeblieben, wo auch immer das liegen mag, und was auch immer in den 1950er-Jahre-Reihenhäuschen (die auch damals schon anachronistisch wirkten) so vor sich gegangen ist. Letzten Sonntag jedenfalls fuhr der Zug wieder.
Kurz: In der Sonntagsfalle
Ich schrieb gerade bei Twitter „Unzufrieden, weil unproduktiv.“ Andere antworteten darauf mit „zufrieden, weil unproduktiv“ – schließlich ist ja Wochenende. Stimmt. Dennoch stelle ich mir selbst gerne die Falle, mir für Sonn- und Feiertage, kinderfreie noch dazu, Großes vorzunehmen. Lange Texte zu schreiben, oder endlich mal den Keller aufzuräumen, oder …
Denn wann, wenn nicht am Sonntag, wäre Zeit dafür, all dieses Dinge anzugehen, die irgendwo zwischen Arbeits- und Haushaltsalltag unter der Woche keinen Platz finden? Denke ich. Und handle doch anders – schlafe endlich mal aus, lasse mich vom Internet unterhalten, lese Bücher fertig oder mache Spaziergänge. Und bin unzufrieden, weil unproduktiv, statt es zu genießen, nichts zu tun. Blöd, oder?



