Ich bin der frische Wind, and you know it

79% II

Die Bewer­bun­gen zur Urwahl (pdf, Über­blick) lie­gen jetzt vor. Und neben Clau­dia, Kat­rin, Rena­te und Jür­gen bewirbt sich noch eine „Fuß­ball-mann-schaft an Trol­len“ (@machtoption). Oder sagen wir, unter Par­tei­freun­den, auch Tho­mas, Patrick, Nico, Roger Jörg, Alfred, Mar­kus, Fried­rich Wil­helm, Hans-Jörg, Franz, Wer­ner und Peter wol­len Spit­zen­kan­di­dat wer­den. Oder zumin­dest ihre 15 Minu­ten Auf­merk­sam­keit genie­ßen, so als dyna­mi­sches Basis­mit­glied mit Visio­nen. Ich bin über­zeugt – zwi­schen Tho­mas und Peter ste­hen eini­ge, die jahr­ein jahr­aus pla­ka­tie­ren und an Stän­den wir­ken. Die aber viel­leicht doch nicht ganz das For­mat zum bun­des­wei­ten Spit­zen­kan­di­da­ten haben. Ich über­le­ge ernst­haft, ob wir die Urwahl nicht mit einer Unter­stüt­ze­rIn­nen-Hür­de ver­se­hen sol­len. Ande­rer­seits: Den Pira­ten-Charme skur­ri­ler Bewer­ber (m.) haben wir jetzt auch öffent­lich doku­men­tiert. (Was fehlt? Die Bewer­bun­gen von Men­schen mit Amt und/oder Man­dat, denen ich den Job zutrau­en würde.)

Aus elf mach eins: der Basis­kan­di­dat, der die Her­zen der Basis im Sturm erobern wür­de, ist kein ande­rer als

Wer­ner-Wil­helm Austin-Reuthersberger

Und was steht so in Wer­ner-Wil­helms Bewerbungsschreiben?

„Ich bin der fri­sche Wind, and you know it“ weiterlesen

Photo of the week: Coral reef

Coral reef

 
Ich war am Sonn­tag – am letz­ten Docu­men­ta-Tag – auf der Docu­men­ta 13. Bzw. habe mei­ne Heim­fahrt von Ber­lin dazu genutzt, zumin­dest mal ein paar Stun­den im Karl­saue-Außen­ge­län­de her­um­zu­wan­dern, und mit anzu­schau­en, wie lie­gen­de, ste­hen­de, gehen­de und rad­fah­ren­de Men­schen Kunst­wer­ke bewun­dern. Mir wur­de vor­her gesagt, dass es sich ange­sichts der Viel­zahl an Wer­ken eigent­lich am ehes­ten lohnt, sich vor­her zu infor­mie­ren, und dann die anzu­steu­ern, die ganz beson­ders her­aus­ra­gend sind. Habe ich nicht gemacht, son­dern bin eher ziel­los gewan­dert. Eini­ges fand ich eher blöd, bei eini­gem – etwa dem Bio­ki­osk von AND AND AND – habe ich mich schon so ein biss­chen gefragt, was dar­an Kunst ist, ande­res wie­der­um – bei­spiels­wei­se die Bie­nen­kö­ni­gin in Pierre Huyg­hes unbe­nann­ter Gar­ten­in­stal­la­ti­on ist defi­ni­tiv groß­ar­tig. Gesamt­ein­druck: viel – auch poli­ti­scher – Geist der 1970er Jah­re, viel Natur, die Kunst macht, und Kunst, die Natur macht, und ins­ge­samt eine inter­es­san­te Stim­mung irgend­wo zwi­schen Hip­pie-Fes­ti­val und Museumsbürgertum.

Das gan­ze hät­te ich jetzt ger­ne mit Fotos der genann­ten Wer­ke illus­triert. Ich habe auch wel­che gemacht, die ich durch­aus gelun­gen fin­de. Aber wenn, das, was hier so dazu steht, was beim Foto­gra­fie­ren von drei­di­men­sio­na­len Kunst­wer­ken zu beach­ten ist, recht­li­cher­wei­se, nur halb­wegs stimmt, ist es gera­de­zu unmög­lich, Fotos von der Docu­men­ta 13 ins Netz zu stel­len. For­mal bräuch­te ich, wenn ich das rich­tig sehe, eine Ein­wil­li­gung der jewei­li­gen Künst­le­rIn und müss­te Nut­zungs­rech­te erwer­ben. Dann eben nicht. Und nach­dem ich mich jetzt infor­miert habe, kann ich auch schlecht so tun, als wüss­te ich das nicht.

(Ich habe mal an die Docu­men­ta 13 geschrie­ben, wie die das sehen – viel­leicht gibt es ja auch eine gene­rel­le Nut­zungs­er­laub­nis der D13-Wer­ke. How knows. In den Aus­stel­lungs­ge­bäu­den ist das Foto­gra­fie­ren erlaubt, wenn kein Blitz und kein Sta­tiv ver­wen­det wer­den – sagt aber noch nichts dar­über aus, wie es mit der Frei­flä­che und vor allem mit der wei­te­ren Ver­wen­dung von Bil­dern der Kunst­wer­ke so aus­seht. Lang lebe das Urhe­ber­recht im digi­ta­len Zeitalter.)

P.S.: Ein auf dem Feld­berg gefun­de­ner Pilz.

Kurz: Linke, LINKE und Netzpolitik

Am Sams­tag bin ich beim Kon­gress Netz für alle von Rosa-Luxem­burg-Stif­tung und LINKE im Bun­des­tag in Ber­lin, und darf dort mit Ste­phan Urbach, Tere­sa Bücker und Hali­na Waw­zy­ni­ak über „E‑Democracy: Betei­li­gung für alle oder Spiel­zeug für neue Eli­ten?“ dis­ku­tie­ren. Im Vor­feld dazu hat mich ges­tern Mar­cus Mei­er für das Neue Deutsch­land inter­viewt (des­sen Kolum­ne Lin­ke, Wis­sen­schaft und Tech­nik übri­gens eine durch­aus lesens­wer­te Fund­gru­be darstellt). 

Das Inter­view gibt es in zwei Fas­sun­gen – die kur­ze Print­ver­si­on (hier online) und die lan­ge Online-Fas­sung. Was ich da so sage, ist als zen­tra­le Aus­sa­ge (über grü­ne Netz­po­li­tik) viel­leicht das hier:

Wir sind tech­nik-affin, aber nicht tech­nik-opti­mis­tisch. […] Wir sehen, da ändert sich etwas. Wir sehen ins­be­son­de­re auch die Chan­cen, die das Inter­net mit sich bringt. Wir sind aber rea­lis­tisch. Das Netz als gro­ße Uto­pie – das ist nicht unseres. 

Und zur LINKEN:

Ach, es gibt ja durch­aus brauch­ba­re netz­po­li­ti­sche Inhal­te bei der LINKEN. Aber momen­tan wirkt die Par­tei auf mich nicht so, als sei sie in der Netz­de­bat­te ange­kom­men. Das Bild der LINKEN bestim­men ande­re. Per­so­nen, die netz­po­li­ti­sche Inhal­te glaub­haft ver­kör­pern, sehe ich nicht. 

Und wo ich gera­de dabei bin: Eben­falls heu­te setzt sich Tobi­as Schwarz aka @isarmatrose aus­führ­lich mit der netz­po­li­ti­schen Flü­gel­fra­ge aus­ein­an­der und geht dabei auch im Detail auf mei­nen ers­ten Ent­wurf für ein Mani­fest für lin­ke, grü­ne Netz­po­li­tik ein. Was ich durch­aus inter­es­sant finde.

Photo of the week: Blueberry (oder: Besuch des Wichtelpfads)

Blueberry

 
Letz­ten Mitt­woch haben wir end­lich mal den Wich­tel­pfad am Feld­berg erkun­det. Die­ser Hei­del­beer­busch ist einer von tau­sen­den, die wir dort gese­hen haben – an eini­gen hin­gen auch noch Beeren. 

Lovely homeWas ist der Wich­tel­pfad? Ein etwa zwei Stun­den dau­ern­der Rund­weg durch den Auer­hahn­wald auf dem Feld­berg. Mit Bus und Bahn gelingt die Anfahrt mit der Höl­len­tal­bahn bis Feld­berg-Bären­tal, von da geht es dann mit dem Bus 7300 bis zum „Feld­ber­ger Hof“ wei­ter. Dort kann im Haus der Natur ein kos­ten­lo­ser klei­ner Fly­er abge­holt wer­den. Der Pfad selbst beginnt hin­ter dem häß­li­chen Beton­kom­plex Feld­ber­ger Hof – zuerst muss noch ein beein­dru­cken­der Wip­fel­klet­ter­gar­ten umrun­det wer­den, dann geht’s mit den Wich­teln los.

The knowledgable gnomeDer Rund­gang erzählt die Geschich­te des Wich­tel­post­bo­ten, der dem Auer­hahn Anton einen Brief brin­gen möch­te, ihn aber nicht fin­den kann. Neben­bei wird eini­ges über das Leben von Auer­häh­nen und ‑hen­nen ver­mit­telt. Die Wich­tel­sta­tio­nen – etwa ein Wich­tel­wirts­haus oder eine Apo­the­ke – sind hübsch anzu­se­hen und detail­reich aus­ge­stal­tet*, und fügen sich har­mo­nisch in den Wald ein. Meist sind sie im Wur­zel­be­reich gro­ßer alter Bäu­me auf­ge­baut. Dane­ben gibt es eini­ge Sta­tio­nen, an denen nicht die Wich­tel die Haupt­rol­le spie­len, son­dern bei­spiels­wei­se der Drei­ze­hen­specht oder der Fuchs, und an denen weni­ger kogni­ti­ve als ande­re Ele­men­te (z.B. Klet­tern) eine Rol­le spielten.

Uns und Zora und Ras­mus (6 bzw. 3,5 Jah­re) hat der Pfad gut gefal­len und war ohne Ermü­dungs­er­schei­nun­gen begeh­bar. Geöff­net ist er im Som­mer­halb­jahr. Beson­ders schwie­ri­ge Klet­ter­tou­ren oder so gibt es nicht, wie schon im Pro­spekt beschrie­ben, ist er aller­dings nicht kin­der­wa­gen­taug­lich. Wei­te­re Infos: www.wichtelpfad.info.

Nähe­re Ein­bli­cke in den Pfad – aber auch ein paar Spoi­ler – gibt es in die­sem Foto­set, aus dem auch das Foto des Hei­del­beer­bu­sches oben stammt. 

* Ich habe mal (für die Lan­des­fors­ten Rhein­land-Pfalz) einen Teil der Öffent­lich­keits­ar­beit der dor­ti­gen Natur­päd­ago­gik auf die dort ver­mit­tel­ten Geschlech­ter­bil­der hin unter­sucht. Mit dem Blick könn­te ich mir auch beim Wich­tel­pfad Feld­berg noch eini­ge Ver­bes­se­run­gen vorstellen, …

Imperfekt Nr. I

Merry lettuce snails IV

In den letz­ten Tagen dach­te ich mehr­mals: Dazu soll­te ich jetzt aber was blog­gen. Und hab’s dann doch beim Tweet belas­sen. Und jetzt gera­de konn­te ich mich nicht ent­schei­den, was einen gan­zen Blog­ein­trag Wert wäre und was nicht. Also, viel­leicht mal was Neu­es aus­pro­bie­ren – mei­ne Tweets der letz­ten Tage durch­fors­tend das eine oder ande­re noch­mal her­vor­he­ben und kom­men­tie­ren. Gedacht als Expe­ri­ment mit even­tu­el­ler Fortsetzungschance.

In die­ser Aus­ga­be: Urhe­ber­rechts­fach­ta­gung, Län­der­rat, die neue alte Medi­en­wir­kungs­de­bat­te (D‑Demenz), Bio­le­bens­mit­tel, Sci­ence-Fic­tion-Fil­me als Opern, feh­len­de Apps für Kin­der, die Arbeits­zei­ten von Wis­sen­schaft­le­rIn­nen, grü­ne Strö­mun­gen im Netz, die Zukunft mei­nes Zei­tungs­abos, links-femi­nis­ti­sche Bezie­hun­gen und die Grü­ne Jugend.

„Imper­fekt Nr. I“ weiterlesen