Photo of the week: Frost-rimmed II

Frost-rimmed II

 
Ich hat­te mir ja gewünscht, dass die­ses Jahr lang­wei­lig wird. Lei­der scheint auch 2015 der Pratchett’sche Fluch „May you live in inte­res­t­ing times“ zuzu­schla­gen. Der Anschlag auf die Redak­ti­on der Char­lie Heb­do – den ich als Anschlag auf die Pres­se­frei­heit lese – und die fol­gen­den Ereig­nis­se haben mich scho­ckiert. War­um das so ist, wie das mit einer klei­ner wer­den­den Welt zusam­men­hängt, und war­um mich die­je­ni­gen irri­tie­ren, die jetzt anfan­gen, Mei­nungs­frei­heit (gegen­über dem Staat und gegen­über der Gesell­schaft) zu rela­ti­vie­ren, dar­über könn­te ich vie­le Wor­te ver­lie­ren, las­se es aber an die­ser Stel­le blei­ben. Für heu­te: Je suis Char­lie, je suis Ahmed, je suis juif.

In eigener Sache: Keine Panik!

VFX

Nach einem wun­der­bar son­ni­gen Sonn­tags­spa­zier­gang sehe ich mich in der Lage, der Tat­sa­che ins Auge zu bli­cken: Die­ses Blog ver­liert an Attraktivität. 

Zum einen geht die Zahl der Zugrif­fe deut­lich zurück, Flattr wirft nur noch Gro­schen ab, ähn­li­ches gilt für die VG Wort; auch die Zahl der Kom­men­ta­re sinkt rapi­de. Zum ande­ren habe ich das Gefühl, dass die The­men, zu denen ich wirk­lich inter­es­san­te Din­ge zu sagen hät­te, oft zu nah an mei­nem Job dran sind. Das führt zu einer gan­zen Gale­rie von Sche­ren im Kopf. Ein Bei­spiel: Gefühlt könn­te ich zu gro­ßen hoch­schul­po­li­ti­schen Ereig­nis­sen wie dem Hoch­schul­fi­nan­zie­rungs­ver­trag Per­spek­ti­ve 2020, der in weni­gen Tagen unter­zeich­net wird, zwar einen Arti­kel schrei­ben, in dem die damit ver­bun­de­nen Errun­gen­schaf­ten gelobt wer­den (und da gibt es in der Tat eini­ge), wür­de mich aber schwer damit tun, eine aus­ge­wo­ge­ne Ana­ly­se zu schrei­ben, in der auch kri­ti­sche Punk­te beleuch­tet wer­den. Also sage ich ten­den­zi­ell eher nichts dazu.

Gleich­zei­tig ist so ein Rück­blick am Anfang des Jah­res natür­lich auch eine gute Gele­gen­heit, noch­mal die Fra­ge zu stel­len, wer mein Blog eigent­lich liest (zum Teil weiß ich das – Ver­wand­te, Freun­de, Fol­lower, poli­tisch Nahe­ste­hen­de) und was die jewei­li­gen Erwar­tun­gen sind, und ob das Blog die­sen (noch) gerecht wird. Auch das möch­te ich hier­mit tun, nach wie vor besteht die Mög­lich­keit, Kom­men­ta­re zu hin­ter­las­sen. Und wer will, darf sich auch ger­ne per Mail oder auf ande­ren Wegen an mich wen­den. (Und ja, ich habe die­se Fra­ge vor einem hal­ben Jahr schon ein­mal gestellt – die Dis­kus­si­on dort gibt durch­aus eini­ge Hinweise). 

Damit aber zu den Details des Attrak­ti­vi­täts­rück­gangs – und aus die­sem Anlass auch zu ein paar Über­le­gun­gen zum Medi­um Blog. (Und als Bonus für alle, die kei­ne Lust auf Sta­tis­ti­ken haben: ganz am Ende des Bei­trags fin­det sich noch eine Lis­te mit Bei­trä­gen aus 2014, die ich ger­ne zum Lesen empfehle …)

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Photo of the week: Water flowing and sparkling V

Water flowing and sparkling V

 
Auch im Jahr 2015 mache ich mit mei­nen Fotos der Woche wei­ter – allein schon als Selbst­dis­zi­pli­nie­rungs­maß­nah­me, unab­hän­gig von schwan­ken­den Lese­ten­den­zen regel­mä­ßig was in mein Blog zu stel­len. Denn zwi­schen Fotos müs­sen ja auch Tex­te ste­hen. (Wer alle Fotos sehen will, fin­det sie hin­ter die­sem Kate­go­rien­link).

Und dass Was­ser fast wie eine Wun­der­ker­ze fun­keln kann, wenn’s nur rich­tig foto­gra­fiert wird, passt ja auch.

Kurz: Willkommen im Jahr des Hoverboards

Ver­mut­lich wird uns das The­ma in ein paar Tagen völ­lig zum Hals raus­hän­gen, aber natür­lich ist es eine net­te Sache, wenn ein halb­wegs popu­lä­rer Film aus der Kind­heit die­ser Gene­ra­ti­on im Jahr 2015 spielt. Und das eben jetzt ist. Die Rede ist selbst­ver­ständ­lich von Back to the future II aus dem Jahr 1989. Da lie­gen Ver­glei­che mit der heu­ti­gen Gegen­wart nahe. Auch wenn die Vor­stel­lung, dass die Haupt­auf­ga­be von Sci­ence Fic­tion dar­in lie­gen könn­te, Erfin­dun­gen vor­her­zu­sa­gen eher ein Fehl­schluss ist. Klar ver­sucht Sci­ence Fic­tion, eine halb­wegs rea­lis­ti­sche Zukunft dar­zu­stel­len – aber eben meist doch als Hin­ter­grund, vor und mit dem Din­ge pas­sie­ren, und nicht als rai­son d’etre des Gen­res. Für pop­kul­tu­rel­le Vari­an­ten von Sci­ence Fic­tion gilt dies erst recht.

Trotz­dem hal­te ich es nicht für unwahr­schein­lich, dass in den nächs­ten zwölf Mona­ten irgend­je­mand funk­ti­ons­fä­hi­ge Hover­boards ent­wi­ckeln wird. Oder zumin­dest sowas ähn­li­ches. Nicht nur, weil es einen ent­spre­chen­den Crowd­fun­ding-Auf­ruf gab, son­dern auch des­we­gen, weil es ein nice-to-have-Gim­mick aus einem Film ist, der einer jetzt in die Mid­life Cri­sis kom­men­den Gene­ra­ti­on gut bekannt ist. Das Kon­zept ist da und anschluß­fä­hig im Dis­kurs ver­an­kert, es fehlt nur das rea­le Pro­dukt. 2015 könn­te also – fast schon als selbst­er­fül­len­de Pro­phe­zei­ung – zum Jahr des Hover­boards wer­den. (Und anders als bei z.B. flie­gen­den Autos wäre es eine Erfin­dung mitt­le­ren Maßes, die ohne groß­ar­ti­ge neue Infra­struk­tu­ren etc. auskommt …)

Die Fra­ge, wie Sci­ence Fic­tion und tat­säch­li­che Inven­ti­ons-/In­no­va­ti­ons­prak­ti­ken zusam­men­wir­ken, und ob es mehr als ein pop­kul­tu­rel­les Hin­ter­grund­rau­schen ist, das bei­de Wel­ten ver­bin­det, fin­de ich ganz unab­hän­gig davon, ob die Hover­board-Pro­phe­zei­ung nun erfüllt wird oder nicht, nach wie vor inter­es­sant. Oder, augen­zwin­kernd umge­dreht: Wer im Jahr 2042 ger­ne 3D-Flug-Fuß­ball als Trend­sport­art eta­blie­ren möch­te, soll­te jetzt einen erfolg­rei­chen SF-Film in die Kinos bringen.

P.S.: Der Guar­di­an hat deut­lich umfang­rei­che­res A‑Z der Ver­glei­che zwi­schen 2015a und 2015b.

P.P.S.: Und das.