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#12von12 mal ausprobiert

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#12von12 Mai 2015Dass ich heute bei der Aktion #12von12 mitmachen will, ist mir erst spät am Morgen eingefallen – also um kurz vor 7 Uhr. Sonst wäre jetzt noch ein schönes Sommerstimmungsfoto vom Bahnhof zu sehen.

Um 6.43 Uhr bin ich in den einzig durchgehenden Zug des Tages eingestiegen, um nach Stuttgart zu pendeln. Wie jedes Mal hält der Zug irgendwo zwischen Freiburg und Lahr, um den ICE überholen zu lassen. Der ICE fährt in Freiburg später los, trifft aber in Karlsruhe wieder auf den IC. Deswegen das Überholmanöver, deswegen ein paar Minuten Standzeit, und deswegen ein Foto eines Kabelkanals neben den Gleisen. 

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Kurz: Vox populi im IC

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Im Zug von Stuttgart nach Freiburg nolens volens zwei bildungsbürgerlichen Paaren im Rentenalter zugehört. Zu allem eine gut gebildete Meinung, Einigkeit zählt mehr als Fakten. Waren im Museum, Herbert hat das ja gut organisiert mit der Bahnfahrt. »Grün-Rot redet mit Beamten«, so die Schlagzeile. Der Chor: unerhört, die Beamten zu benachteiligen, Bayern überträgt die Tariferhöhung ja auch zeitgleich. Der Schmid kann’s halt nicht. Schwenk zur Stadtpolitik, Rieselfelder Naturschutzgebiet soll nicht bebaut werden. Der Chor: Unerhört, wenigstens prüfen müsse man, sind ja Fachleute, die Stadtplanungsrentner, einfach aufheben, grüne Wiesen gibt es ja auch anderswo. Die Stadtbau baut hässliche Reihenhäuser, kriegt sie nicht verkauft, 700.000, kein Wunder, kann halt nicht rechnen, die Stadtbau. Der Zug hält fahrplanmäßig in Lahr, der Chor: Da hält der sonst nie, sicher ein Sonderstopp der Deutschen Bundesbahn für einen Bundestagsabgeordneten, genau. Und iih, die Läuse kommen wieder, fast wie 1946 ist es jetzt in den Schulen.

Die beiden grauen Paare amüsieren sich prächtig mit ihrer vertrauten und beschwingten Besserwisserei. Zur Not wird die Wikipedia zitiert. Wichtig ist nur, Recht zu behalten. Weil: alle anderen haben ja keine Ahnung, und böser Wille steckt eh dahinter …

Gefreut haben die vier sich dann, dass sie trotz Verspätung noch die Anstalt angucken können. Finanziert aus »Zwangsgebühren«. Auch wenn die früher besser war. (Und ich frage mich, was die wohl wählen …)

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Taschengeldgeschichten

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Zur Kindheit im vollendeten Kapitalismus gehört die Investition von Taschengeld in – aus Elternsicht eher schrecklichen – Plastikkruscht, gerne in Form von Sammelfiguren. R. hat gestern abend ausgerechnet, dass er sich zwei Figuren kaufen kann, und mir heute morgen extra noch mitgeteilt, dass wir doch bitte nach dem Kindergarten zum Discounter gehen sollen, um diesen Plan in die Tat umzusetzen. Gesagt, getan – ich hole R. vom Kindergarten ab, gemeinsam finden wir den Discounter (in dem ich sonst nie einkaufe), und auch der Aktionsbereich kurz vor der Kasse ist schnell lokalisiert. Ein hilfsbereites Kind informiert uns – die Figuren sind nicht ausgezeichnet – über Preise und Erwerbsstrategien, R. kauft seine beiden roten Figuren, packt sie schon auf dem Weg zum Fahrradanhänger aus und ist zunächst glücklich.

Es wird jetzt aber auch höchste Zeit, Z. vom Hort abzuholen. Also die Rieselfeldallee entlanggesaust – bis das muntere Spiel-Gebrabbel aus dem Anhänger jäh unterbrochen wird. »Papa, eine Figur ist weg!«

Ich halte am Straßenrand an, wir schauen im Anhänger nach, unter der Kuscheldecke, in R.s Jackentaschen. Da ist die Figur nicht. Und wirklich – der Anhänger hat an einigen Stellen Öffnungen, aus denen die Figur gekullert sein könnte. R. bleibt beim Rad (könnte ja gestohlen werden, meint er), ich gehe nochmal ein ganzes Stück zurück, angestrengt Ausschau haltend nach einer kleinen roten Plastikfigur. Finde aber keine. Den kommenden Wutausbruch schon vor dem inneren Auge, teile ich dies R. mit. Er ist traurig, nur die Ansage, dass ich den finanziellen Verlust zu teilen bereit bin, heitert ihn auf. Aber es hilft alles nichts, wir müssen weiter.

Kaum will ich los, sehe ich eine Sammelfigur im Straßendreck liegen. Grün, nicht rot, aber aus der gleichen Serie. Müssen gerade alle haben. R. ist glücklich über die grüne Figur. Ich denke, dass es doch eine Karmaverrechnung gibt – da wird sich dann wohl ein anderes Kind über R.s verlorene Figur freuen. Ausgleichende Gerechtigkeit, aber jetzt auf zum Hort.

Z. wartet schon, gemeinsam trödeln wir uns nach Hause. Am späten Nachmittag ist das ein langer Weg. Endlich in der Tiefgarage angekommen, das Rad verstaut, die Treppen zur Wohnung hoch, bleibt R. plötzlich stehen. Verdutzt präsentiert er uns – die rote, die verloren geglaubte Figur. Die wohl in den Ärmel gerutscht war. »Hatte ich die ganze Zeit in der Hand, ohne es zu merken«, meint R. dazu.

Morgen will er dann weitere Figuren kaufen. Ich hoffe, er hält sie gut fest.

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Photo of the week: Rieselfeld night II

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Rieselfeld night II

 
Schon ein paar Wochen her: Sichelmond, Venus und Mars gemeinsam am Himmel über dem Rieselfeld.

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Photo of the week: Night market

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Night market

 
Ich wohne nach wie vor gerne im Rieselfeld. Städtebaulich ist dieser Freiburger Stadtteil gelungen. Dazu gehört auch der Maria-von-Rudloff-Platz als einer der zentralen Plätze. Hier steht die Kirche (interessiert mich nicht so), hier ist das Stadtteilzentrum Glashaus, hier fährt die Straßenbahn ab, und ringsrum gibt es Geschäfte des täglichen Bedarfs. Zweimal in der Woche wird der Maria-von-Rudloff-Platz zum Marktplatz – Mittwoch nachmittags und Samstag vormittags gibt es einen inzwischen durchaus umfangreichen Markt mit regionalem Obst und Gemüse (auch in Bio), Brot, Käse, Honig, dem Holy Taco Shack und einem kleinen Kaffeemobil. Mag ich gerne. Jetzt kann’s Mittwochs auch schon mal dunkel werden. Vom Turnhallendach der Grundschule aus sieht der Markt dann fast schon weihnachtlich, auf jeden Fall heimelig aus. Schön, hier zu wohnen.

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