Die Universität Siegen arbeitet mit der linken Rosa-Luxemburg-Stiftung zusammen – und erwartete von einem neuen Mitarbeiter die dazu passende politische Haltung. Auch wer an einem Siegener Promotionskolleg teilnehmen will, muss sich direkt bei der Stiftung bewerben.
Schreibt der Spiegel (in dem Fall der Unispiegel auf Spiegel-Online). Und regt sich mächtig auf. Ohne jetzt den konkreten Fall zu kennen, kommt mir das so seltsam gar nicht vor – auch die grün-nahe Heinrich-Böll-Stiftung oder die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung haben schon Promotionskollegs organisiert (und wohl auch finanziert), bei denen die Auswahl der Promovierenden durch die jeweilige Stiftung erfolgt. Dass es wenig Sinn macht, ein z.B. marxistisch ausgerichtetes Promotionsprogramm durch einen RCDSler koordinieren zu lassen, sollte auch dem Spiegel einleuchten (den Fall andersherum gibt’s ja nun leider auch).
Kurz gesagt: mir ist die Aufregung nicht so ganz klar. Schließlich ist die Uni zwar öffentlich finanziert, aber aus gutem Grund gibt es weiterhin die grundgesetzliche Freiheit von Lehre und Forschung. Darunter fällt dann auch die Möglichkeit, kritisch an Kapitalismus und Demokratie ranzugehen.









