Schlagwort-Archive: innerparteiliche demokratie

Piraten: Ablauf des SMV-Scheiterns

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Im Februar hatte ich mich länger über mögliche Vor- und Nachteile der von den Piraten geplanten ständigen Mitgliederversammlung (SMV) ausgelassen. Mein damaliges Fazit:

Eine ständige Mitgliederversammlung könnte ein mutiger Schritt sein. Ob es den Piraten gelingt, hier soviel Mut aufzubringen, dass andere Parteien ein gutes Modell kopieren werden, bezweifle ich. Den tatsächlichen Einfluss (aka Macht) eines Tools wie SMV scheinen mir die Piraten deutlich zu überschätzen […]

Heute haben die Piraten auf ihrem Bundesparteitag über die Einführung einer SMV abgestimmt, die letztlich knapp die satzungsändernde Mehrheit verfehlte – was erwartungsgemäß zu Unkerufen und Abgesängen führte. Ganz am Schluss des Parteitags wurde dann noch eine recht weitreichende Urabstimmungsordnung angenommen, die auch elektronische Abstimmungen erlaubt. Nur hat’s niemand mitgekriegt.

Ich habe das alles nur auf Twitter verfolgt, und nicht im Stream, hatte aber den Eindruck, dass auch das relativ komplexe Abstimmungsverfahren auf diesem Parteitag etwas damit zu tun hatte, dass die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit letztlich verfehlt wurde. Deswegen möchte ich in diesem Text – mit Blick in Protokolle, Geschäftsordnung und Antragsbuch (übersichtlich hier) der Piraten – aufdrösseln, worüber wann und wie eigentlich abgestimmt wurde.

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Das Rätsel SPD – eine Verfahrensfrage

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Concentric II

Wie bei uns eine Idee den Weg ins Wahlprogramm findet, habe ich 2010 mal ausführlicher aufgeschrieben. Kurz gesagt: Es gibt den Wahlprogrammentwurf des Bundesvorstands, es gibt Änderungsanträge dazu (von Gliederungen, Bundesarbeitsgemeinschaften oder 20 einzelnen Mitgliedern), und weil das sehr viele werden können – diesmal 2600 – laufen diese durch eine Antragskommission, die schaut, was (modifiziert) übernommen werden kann, was durch andere Anträge erledigt ist, und was kontrovers abgestimmt werden muss.

Heute hatte die SPD ihren Bundesparteitag zum Wahlprogramm. Irgendwie lief der Stream nicht bei mir, und dann hatte es auch noch schönes Wetter, das ich dann lieber draußen genossen habe, statt den Genossen zuzuschauen. Über Twitter habe ich ein paar Schnippsel Parteitag mitgekriegt: Lange Reden, Claudia war auch da, und Peer Steinbrück hat nochmal betont, dass er Kanzler werden will – ist ja heutzutage keine Selbstverständlichkeit. Ach so: Und diverse Meldungen der Form »der Antrag XYZ aus BaWü wurde gegen das anderslautende Votum der Antragskommission doch ins Programm aufgenommen«. [Nachtrag: Inzwischen hat sich dieses Rätsel gelöst, siehe ganz unten.]

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Einige Anmerkungen zur Aufstellung der Bundestagswahlliste in Baden-Württemberg

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Democratic monumentalism III

Wer kandidiert eigentlich, und warum? Oder warum nicht?

Bei der Urwahl für die Spitzenkandidaturen waren es vier Personen mit Chancen, gewählt zu werden, und ein Fußballteam aus elf Männern, bei denen absehbar war, dass die Ergebnisse unterhalb von drei Prozent liegen würden. Was sich heute bewahrheitet hat.

Interessant ist hier, dass zwar zahlenmäßig sehr viel mehr Männer als Frauen antraten, aber eine echte Konkurrenz in erster Linie zwischen den Frauenplätzen stattfand. Interessant, weil es zwar auch etwas über Absprachen aussagt, und darüber, wie »Niederlagen« gesehen werden, vor allem aber auch darüber, wer sich was zutraut. Und wer sich wie einschätzt.

Bei der Landeslistenaufstellung zur Bundestagswahl 2013 kandidieren bis dato 41 Personen. Gewählt wird am ersten Dezemberwochenende – ich gehe davon aus, dass diese Liste bis dahin noch wachsen wird. In Baden-Württemberg gibt es 38 Wahlkreise. Das heißt, schon jetzt sind es nicht nur diejenigen, die direkt in einem Wahlkreis von der Basis gewählt worden sind, sondern auch andere, die ihre Bewerbung eingereicht haben. Weiterlesen

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Wer hat denn nun gewonnen?

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BDK 09 - 19

Steffi Lemke machte es überhaupt nicht spannend – nach zwei Sätzen dazu, dass Transparenz und Demokratie die Gewinner dieser Urwahl seien, kam dann auch das Ergebnis: Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin sind unsere beiden SpitzenkandidatInnen. Nicht meine Wahl, aber unbestritten die Wahl der Partei. Und da ist mir ein von der Basis verordnetes Team aus @JTrittin und @_KGE_ allemal lieber als ein unter sich ausgeklüngelter Peer Steinbrück.

Schade nur, dass die Chance, dass Grüne den Kanzler oder die Kanzlerin nach der Bundestagswahl 2013 stellen werden, trotz wieder ein bisschen gestiegener Umfragewerte wohl nicht allzu groß ist.

Jürgen und Katrin stehen in der Tat für die Breite der Partei. Für eine Bundestagswahl ist das gut, denke ich. Was es für unsere Programmatik und die Weiterentwicklung unseres Selbstverständnisses bedeutet, werden wir sehen.

An dieser Stelle auf jeden Fall schon einmal einen herzlichen Glückwunsch an die beiden SpitzenkandidatInnen!

Aber war das ganze ein überraschendes Ergebnis? Weiterlesen

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Ich bin der frische Wind, and you know it

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79% II

Die Bewerbungen zur Urwahl (pdf, Überblick) liegen jetzt vor. Und neben Claudia, Katrin, Renate und Jürgen bewirbt sich noch eine »Fußball-mann-schaft an Trollen« (@machtoption). Oder sagen wir, unter Parteifreunden, auch Thomas, Patrick, Nico, Roger Jörg, Alfred, Markus, Friedrich Wilhelm, Hans-Jörg, Franz, Werner und Peter wollen Spitzenkandidat werden. Oder zumindest ihre 15 Minuten Aufmerksamkeit genießen, so als dynamisches Basismitglied mit Visionen. Ich bin überzeugt – zwischen Thomas und Peter stehen einige, die jahrein jahraus plakatieren und an Ständen wirken. Die aber vielleicht doch nicht ganz das Format zum bundesweiten Spitzenkandidaten haben. Ich überlege ernsthaft, ob wir die Urwahl nicht mit einer UnterstützerInnen-Hürde versehen sollen. Andererseits: Den Piraten-Charme skurriler Bewerber (m.) haben wir jetzt auch öffentlich dokumentiert. (Was fehlt? Die Bewerbungen von Menschen mit Amt und/oder Mandat, denen ich den Job zutrauen würde.)

Aus elf mach eins: der Basiskandidat, der die Herzen der Basis im Sturm erobern würde, ist kein anderer als

Werner-Wilhelm Austin-Reuthersberger

Und was steht so in Werner-Wilhelms Bewerbungsschreiben?

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