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Grüne KandidatInnen im Netz – Baden-Württemberg (Update 2: Fragenkatalog Grüne Jugend)

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In ungefähr zehn Tagen findet die Listenaufstellung von Bündnis 90/Grünen Baden-Württemberg für die Bundestagswahl 2009 statt. Aktuell liegen 22 Bewerbungen vor (aussichtsreich sind so etwa acht Plätze). Hier nun ein Überblick darüber, wie weit die einzelnen KandidatInnen im Netz vertreten sind – in der Reihenfolge, wie die Bewerbungen bei der Landespartei aufgeführt sind. Web 2.0 bezieht sich hier erstmal auf Facebook und XING.

Kurz zur Methode: persönliche Website ist zuerst einmal die in der Bewerbung aufgeführte, wenn dort keine zu finden ist, habe ich Google bemüht. Blogs sind angegeben, soweit sie auf der jeweiligen persönlichen Website verlinkt sind oder anderweitig bekannt sind (oder wenn die persönliche Website als Blog angelegt ist). Wenn Blog und Website nicht identisch sind, ist das Blog zusätzlich verlinkt.

In Facebook und Xing habe ich jeweils die Suchfunktion bemüht (auch mit Namensvarianten). Im übrigen gilt: Fehler korrigiere ich gerne, Ergänzungen nehme ich gerne entgegen (am besten im Kommentarfeld).

Eine Liste aller Wahlkreiskandidaturen liefert übrigens die Website der BaWü-Grünen. Die dort vorhandenen Mini-Profile sind hier jedoch nicht mit aufgenommen.

Jetzt aber zur Liste:

Nr. Name Website Blog Web 2.0
BTW-1 Beate Müller-Gemmeke www.mueller-gemmeke.de nein Facebook
BTW-2 Alexander Bonde MdB www.alexbonde.de nein Facebook, XING
BTW-3 Kerstin Andreae MdB www.kerstin-andreae.de (Flash) nein nein
BTW-4 Andreas Roll nein nein nein
BTW-5 Uschi Eid MdB www.uschi-eid.de nein nein
BTW-6 Ingrid Hönlinger www.rahoenlinger.de (berufliche Site) nein nein
BTW-7 Biggi Bender MdB www.biggi-bender.de nein nein
BTW-8 Petra Selg www.petra-selg.de ja1 nein
BTW-9 Thomas Oelmayer MdL www.thomas-oelmayer.de nein nein
BTW-10 Sylvia Kotting-Uhl MdB www.kotting-uhl.de nein nein
BTW-11 Brigitte Schmid www.brigitte-schmid.de nein nein
BTW-12 Agnieszka Malczak www.malczak.de ja Facebook
BTW-13 Andrea Lindlohr www.andrea-lindlohr.de ja nein Facebook3
BTW-14 Fritz Kuhn MdB www.fritz-kuhn.de nein nein
BTW-15 Till Seiler www.till-seiler.de (Stand 2005) nein nein
BTW-16 Winne Hermann MdB www.winnehermann.de nein nein
BTW-17 Jörg Rupp www.joergrupp.de
www.schulpakete.de
ja XING
BTW-18 Bernhard Lehle www.geislinger-biergarten.de (berufliche Site) nein nein
BTW-19 Gerhard Schick MdB www.gerhardschick.net nein Facebook, XING
BTW-20 Memet Kilic www.memet-kilic.de
www.memet-kilic-gruene.de
ja1 nein
BTW-21 Florian Hassler nein nein Facebook
BTW-22 Cem Özdemir MEP www.oezdemir.de nein Facebook2

Anmerkungen
1. »Technisch« handelt es sich bei der Seite um ein Blog, es ist aber nicht klar, ob diese auch als Blog genutzt werden soll.
2. Es gibt eine Facebook-Seite über Cem Özdemir als »politician«, wie aktiv Cem daran beteiligt ist, ist mir nicht klar. Dem Augenschein nach wird sie zumindest aktiv betreut.
3. Seit 2.10.2008.

Fazit: Fast alle KandidatInnen haben eine Website, nur jeweils etwa ein Viertel ist entweder mit einem eigenen Blog oder – nicht in allen Fällen deckungsgleich – mit einem Profil bei XING oder Facebook vertreten.

Warum blogge ich das? Weil mich Andrea Lindlohrs Hinweis auf ihr Blog neugierig gemacht hat, wie das eigentlich bei den anderen KandidatInnen so aussieht.

Update (2.10.2008) Facebook bei Andrea Lindlohr ergänzt.

Update 2 (5.10.2008) Hat zwar nicht direkt was mit Web 2.0 & Politik zu tun (oder vielleicht doch, weil erst elektronische Medien es so einfach machen, sowas zu verbreiten), aber interessant ist die Aktion der Grünen Jugend BaWü doch, Fragen an alle KandidatInnen gestellt zu haben und jetzt die Antworten zu veröffentlichen (gefunden bei Agnieszka).

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Windkraft und tote Fledermäuse (Update: BZ)

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Baden-Württemberg ist in Bezug auf Windenergie sehr weit hintendran. So wurden rund um Freiburg gerade einmal zwei Standorte für Windkraftanlagen genehmigt – drei Räder am Schauinsland und vier auf dem Roßkopf. Letztere gerieten vor einigen Jahren heftig in die Debatte, weil dort relativ viele tote Fledermäuse gefunden wurden – die dann von WindkraftgegnerInnen schnell als Motiv für einen Generalverdacht verwendet wurden (weitere: »Lärm«, »Landschaftsverschandelung« und »Vogeltod«). Entsprechend genervt klingt die damalige Pressemitteilung des BUND; in der Presse ging es bis hin zum Verdacht, dass da jemand absichtlich tote Fledermäuse unter die Roßkopf-Rotoren legt, um der Windkraft zu schaden.

Wind power
Die vier Windräder auf dem Roßkopf

Jetzt gibt es eine Studie in einem biologischen Fachmagazin (SpOn berichtet), der zufolge es weniger Zusammenstöße zwischen Rotor und Fledermaus sind, die diese umbringen, sondern vielmehr innere Verletzungen aufgrund des sich am drehenden Windrad schnell verändernden Luftdrucks. Das klingt ziemlich plausibel – und ist insofern auch eine gute Nachricht für Freunde regenerativer Energien, als damit eine Ursachenbekämpfung möglich ist.

Statt also Windräder pauschal zu verurteilen, lassen sich mit Untersuchungen wie dieser sachgerechte Kriterien für Standorte und Einsatzfaktoren entwickeln. Dazu muss dann allerdings auch die – in Baden-Württemberg leider bisher nicht gegebene – prinzipielle Bereitschaft da sein, Windenergie auch tatsächlich einzusetzen und zu fördern.

Warum blogge ich das? Weil ich es schade finde, dass rationale Argumente schnell missbraucht werden. Der oben verlinkte Spiegel-Artikel, in dem aus der Ursachenerklärung, warum Windkraftanlagen für Fledermäuse gefährlich sein können, gleich globale Ökosystem-Bedrohungen herbeizitiert werden, ist dafür ebenso ein Beispiel wie das Auftreten mancher LobbyistInnen für erneuerbare Energien, die hinter jedem Gegenargument gleich eine Industrieverschwörung sehen. Nachhaltig und konstruktiv ist beides nicht.

Update: (27.8.2008) Der Vollständigkeit hier noch der Link auf den gestrigen BZ-Artikel, netterweise im Volltext auch für Nicht-AbonnentInnen abrufbar.

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Kurz: Baden-Württemberg auf dem Weg in den Überwachungsstaat?

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May 1st, Vheise news berichtet, dass es bezüglich der Novelle des Polizeigesetzes für Baden-Württemberg zu einiger Einigung zwischen den beiden Regierungsparteien CDU und FDP gekommen sei. Dieses Polizeigesetz hatten u.a. die baden-württembergischen Grünen heftig kritisiert (u.a. mit der Möglichkeit, Protestemails zu verschicken; interessant auch die Dokumentation der Anhörung der Grünen Landtagsfraktion (pdf, 88 Seiten)).

Laut heise soll die FDP sich insofern durchgesetzt haben, dass es keine Online-Durchsuchungen und kein Abhören von Gesprächsinhalten zu präventiven Zwecken geben wird. Videoüberwachung soll je nach »Gefährdungslage« möglich sein. Dagegen scheint die Massenerfassung von Autokennzeichen ebenso weiter möglich zu sein wie die enge Zusammenarbeit von Polizei und Verfassungsschutz, zwei weitere grüne Kritikpunkte.

Positiv zu werten ist die hörbare Unzufriedenheit des Landespolizeipräsidenten. Trotzdem kann ich mir angesichts des Zustands der FDP im Land kaum vorstellen, dass sie mehr als die zwei, drei genannten »Zuckerle« herausholen konnte. Die Linie, der Polizei mehr Überwachungskompetenzen einzuräumen, die die CDU im Land ganz offen vertritt, führt jedenfalls in die falsche Richtung. Nach der Sommerpause kommt der Gesetzentwurf in den Landtag – meine Prognose: aus grüner Sicht wird es weiterhin (und zu Recht) einiges daran zu kritisieren geben (oder die FDP ist ausnahmsweise mal besser als ihr Ruf).

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