Schlagwort-Archive: 1970er

Bürgerliche Werte – oder wie wir uns unsere WählerInnen vorstellen (Teil I)

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I. Anfänge

Das Schwäbische Tagblatt nimmt die Wahl von Fritz Kuhn zum Oberbürgermeister von Stuttgart zum Anlass für eine Archivrecherche über die grünen Anfänge in Tübingen in den frühen 1980er Jahren. Bündnis 90/Die Grünen heute sind nicht mehr DIE GRÜNEN von 1983. Die überwiegende Mehrheit der Parteimitglieder ist viel später eingetreten und hat ihre eigenen Ideen in die Partei hineingebracht. Aber viele derjenigen, die heute im Scheinwerferlicht stehen, haben sehr direkt mit diesen Anfängen zu tun. Deswegen glaube ich, dass es für eine Debatte über das grüne Verhältnis zum Bürgertum sinnvoll ist, sich noch einmal vor Augen zu halten, wie diese Partei damals aussah.

Vielleicht an dieser Stelle ein kleiner autobiographischer Einschub. Ich bin 1975 in Tübingen geboren. Meine Eltern waren in der neu gegründeten Partei in dieser Stadt aktiv, bis wir – da war ich etwa acht Jahre alt – nach Abschluss der Promotion meines Vaters wegzogen. Unistadt eben, akademisches Milieu.

Auch wenn ich keine direkten Erinnerungen an die ersten Jahre der Grünen habe, gibt es allein schon daher bei mir ein Gefühl biographischer Verbundenheit zu den grünen Anfängen.

Wer waren diese Leute, die damals die grüne Partei gegründet haben? Unzufriedene mit einer SPD, die die in sie gesetzten Erwartungen in einen wirklichen demokratischen, sozialen und ökologischen Aufbruch nicht erfüllt haben. Fritz Kuhn war mal Juso. Konservative, auch Rechte, denen der Schutz des Lebens wichtig war – und denen die neue Partei bald zu links war. Die Überreste von 1968 und Menschen aus den Bewegungen, die sich in den 1970er Jahren gegründet haben. Frieden, Frauen, Umweltschutz. ProtestantInnen, die aus ihrem Glauben heraus zur solidarischen Entwicklungspolitik und zur Eine-Welt-Bewegung gefunden hatten. In den ASten und K-Gruppen sozialisierte – Winfried Kretschmann und, ebenso, aber ganz anders, Reinhard Bütikofer. NaturwissenschaftlerInnen, die durch den blinden Fortschrittsglauben der herrschenden Lehre an den Hochschulen in die Politik gespült worden waren. EsoterikerInnen, für die Partei Selbsterfahrung war – oder ein Weg, um endlich einmal verschwörerisch Öffentlichkeit zu finden.

Kurz: In den Anfangsjahren war das wohl eine ziemlich wilde Mischung. Die sich in ihrer ganzen Vielfalt zusammengerauft hat, um den drängenden, konkreten Problemen der Zeit eine politische Stimme zu geben. Der Schutz der Lebensgrundlagen. Die atomare Bedrohung. Der Staat, der seine Bürgerinnen und Bürger nicht ernst nahm. Die erstarrte Gesellschaft grauhaariger Männer.

Was diese ganz unterschiedlichen Menschen zusammengebracht hat, war – neben den ganz konkreten Fragen, den Straßenbauten und Biotopen, den AKW-Standorten und Raketendepots – wohl zunächst einmal ein Zeitgeist, der in seiner Mischung aus Zukunftsangst und utopischer Hoffnung auf das Mögliche diametral zur offiziellen Haltung stand. Vielleicht ein Lebensgefühl.

Waren das schon Werte? Oder fanden die sich erst in der sich formierenden Partei (die auch mal den Slogan »nicht links, nichts rechts, sondern vorn« gut fand)? Selbst »basisdemokratisch – ökologisch – sozial – gewaltfrei« als Banner der Grundwerte war ja eigentlich nicht viel mehr als ein Kompromiss, ein Versuch mal aufzuschreiben, was alle so halbwegs teilen konnten, und was jede Einzelne dann doch anders betonte.

Allerdings ist diese Vielfalt zugleich eine grüne Stärke – noch heute. Im aktuellen gültigen Grundsatzprogramm von 2002 (pdf) werden dementsprechend die linken und liberalen, wertkonservativen und solidarischen Wurzeln der ökologischen Partei beschworen, wird aber auch dargestellt, wie sich aus dieser Heterogenität heraus eine gemeinsame politische Identität »grün« entwickelt hat. Wer möchte, kann diese Identität unter Begriffe wie sozial-ökologisch, nachhaltig, generationengerecht, zukunftsorientiert stellen. Gleichzeitig bleiben die Wurzeln in ihrer Breite, die trotz der zahlenmäßig geringen Größe der Partei weitgehende diskursive Anschlussfähigkeit herstellen. Volkspartei en miniature, aber mit klaren Inhalten. Vielfalt, bei der es übrigens, nebenbei gesagt, überhaupt nicht schadet, diese auch immer wieder öffentlich sichtbar zu machen – nicht zuletzt personell.

Im Teil II. geht’s weiter mit Werten, Lagern und Milieus.

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Piraten als Bewegung: die 1970er im Remake?

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Seventh sky horse III

Die ehemalige Geschäftsführerin der Piraten, Marina Weisband, gab vor kurzem dem ZEIT-Magazin ein Interview, in dem sie sich über ihre Außenseiter-Schulerfahrungen ausgelassen hat. Meine erste Reaktion auf dieses Interview war sowas wie »Mutig, da sagt mal eine, wie das für viele in der Schule ist« (und meine heimliche Vermutung wäre die, dass eine Meinungsumfrage unter Nerds, ja vielleicht auch eine unter eher links-alternativ politischen Aktiven, eine überdurchschnittliche Menge ähnlicher Erfahrungen zu Tage fördern würde. Aber das mag ein Effekt meiner privaten Filter-Bubble sein).

Julia Seeliger hat darauf anders reagiert, und inzwischen hat sie ihre Kritik am Interview (und einer dahinter vermuteten Haltung) auch ausformuliert. Sie pickt einen digitalen Kritikkanal der Piraten (»SolidFeedback«) heraus und schreibt: Weiterlesen

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Kurz: Welche DVDs für Vorschulkinder?

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1970s/1990s/2010sIch muss erst einmal gestehen: Ich habe keinen Fernseher. Zum DVD-Schauen dient bis auf weiteres der im Bild rechts dargestellte Original-Commodore-Amiga-Monitor aus den spätern 1980ern oder frühen 1990ern. Auch die Mutter meiner Kinder ist weitgehend ohne Fernseher groß geworden. Damit stellt sich verstärkt eine zentrale Frage: Nämlich die, mit was meine beiden Kinder (im Kindergarten- bzw. Vorschulalter) zum Beispiel an Tagen wie diesen (alle ziemlich krank …) medial beschäftigt werden können.

Bisher greife ich dazu vor allem auf das zurück, was ich selbst kenne. Z.B. Bullerbü. Oder die Rappelkiste* (die ich interessanterweise als Kind selbst manchmal eher »gruselig« fand). Oder – auf dem Smartphone – auf den kleinen Maulwurf. Wenige Versuche in gegenwärtiges Kinderfernseh-Terrain verliefen nicht so, dass ich sie ohne weiteres wiederholen wollte. Ein Kinderfilm muss nicht mit x Schnitten in der Minute daherkommen, und darf ruhig einen gewissen Realismus haben.

Damit die große Frage: Was wäre denn das 2012er-Äquivalent zur Rappelkiste? Was schauen eure Kinder so an? Oder muss ich bei meiner eigenen Vergangenheit und den damit verbundenen Sozialisationsidealen bleiben?

* Sehr cool fand ich ja – beim mit den Kindern gucken – die Folge zum Thema »Vom Zusammenleben«, in der völlig selbstverständlich eine WG aus drei Erwachsenen und drei Kindern auftaucht.

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Der schmale Grat der SPD

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Gerhard Schröder in the shadows

Irgendwann ist dann die SPD aufgewacht und hat festgestellt, dass diese komische Kellner-Partei ihr bedrohlich nahe rückt, in den Umfragen. Was also tun? Am besten nach der Butter schnappen, die auf dem Tablett der grünen Kellner liegt. Da ist zum Beispiel das Thema Volksentscheid. Was SPD-Chef Gabriel hier völlig richtig sagt: es wäre längst an der Zeit, mehr direkte Demokratie auch auf Bundesebene zuzulassen.* Schön und bequem aber auch, dass er den schwarzen Peter hier der Bundesregierung zuschieben kann. Überhaupt: es scheint bei der SPD gerade beliebt zu sein, nach Volksentscheiden zu rufen – beim sozialdemokratischen Wackelprojekt Stuttgart 21, und – wenn es ein Thema ist, zu dem die Massen gerade auf die Straße strömen – dann eben auch zum Atomausstieg.

Soweit ok. Dann aber sagt Gabriel in eben diesem oben zitierten Interview auch Dinge, die ich eher haaresträubend finde. Von Volkspartei und Volksentscheid geht’s da nämlich zu Volkes Meinung, sprich der beliebten Übung »Sarrazin kritisieren, aber man darf ja mal sagen, dass …«. Zwischen den Zeilen tun sich hier Abgründe auf in eine Partei nicht der Arbeiterklasse, sondern der verunsicherten Milieus »kleiner Leute«. Und da fallen dem SPD-Chef plötzlich lauter Dinge zur Stärkung der »Sicherheitsgefühls« ein, bei denen einem das Gruseln kommen kann:

Aber natürlich müssen wir auch fordern. Egal ob Deutscher oder Ausländer: Wer seine Kinder nicht regelmäßig und pünktlich in die Schule schickt, dem schicken wir die Polizei vorbei und der zahlt auch empfindliche Bußgelder – auch dann, wenn er Hartz-IV-Bezieher ist. Wer auf Dauer alle Integrationsangebote ablehnt, der kann ebenso wenig in Deutschland bleiben wie vom Ausland bezahlte Hassprediger in Moscheen.

Volkserziehung durch das großzügige (und großmäulige) Verteilen von Watschn? Bessere Bildung für alle durch Polizei und »empfindliche« Bußgelder (statt z.B. durch Schulsozialarbeit, bessere Schulen, Stadtteilpolitik, …)? Die Idee der »Gastarbeiter« mit Rückkehrzwang im neuen Gewande statt Einwanderungspolitik? Großzügiges Rauswerfen?

In der Apologie eines Gabriel-Fanboys bei Twitter klingt das dann so:

»Das Sicherheitsgefühl der Deutschen ist auch etwas, vor dem man Respekt haben muss.« (Sigmar Gabriel) – Innere Sicherheit ist ein sozialdemokratisches Kernthema, bzw. sollte eines sein. Die »kleinen Leute« sind auf Sicherheit angewiesen. Regeln und Gesetze gibt es nicht zum Spaß. Die müssen durchgesetzt werden. Ohne Sicherheit bringt Freiheit nichts. Die SPD muss wirklich dankbar sein, dass sie einen Vorsitzenden wie Sigmar Gabriel hat.

Provokation gelungen – aber was da durchschimmert an Glauben an den starken Staat, an die Gefährdung der Öffentlichkeit durch Toleranz und an nicht zuletzt einem seltsamen Rechtstaatsbewusstsein – also bitte! Natürlich sind Gesetze, die nicht durchgesetzt werden, sinnlos; das macht aber noch nicht jedes Gesetz, nur weil es im formal richtigen Verfahren beschlossen wurde, auch politisch sinnvoll und klaglos mitzutragen!

Wenn ich diese Randbeobachtungen zusammennehme, und meinen Eindruck ein bißchen zuspitze, dann kommt dabei das Bild einer SPD als Partei heraus, die an Volksbegehren und Volksentscheiden eigentlich nur den Populismus von »Volkes Stimme« gut findet; die noch immer daran zu knabbern hat, vor etwa hundert Jahren vom damaligen bürgerlichen Establishment als vaterlandslose Gesellen bezeichnet worden zu sein, und die in der Krise dann fast schon reflexhaft versucht, patriotischer und volkstreuer aufzutreten als sonst wer. Es könnte ihr ja sonst jemand einen Vorwurf machen.

Mit einer gewissen Berechtigung ließen sich sogar Schröders Agenda-2010-Reformen diesem Reflex zuordnen: nur ja die Regierungsfähigkeit beweisen, klar machen, dass »man« eine richtige Partei ist – also ob das nach über hundert Jahren irgendwer bezweifeln würde. Aber der Minderwertigkeitskomplex scheint tief zu sitzen, so tief, dass es immer dann, wenn es wichtig wäre, schwierig wird, an die verschütteten emanzipatorischen und letztlich auch liberalen Grundströmungen der deutschen Sozialdemokratie heranzukommen. Die setzt dann lieber auf Nummer sicher, auf Sicherheit, auf Einheit, auf Einigkeit, auf Recht – aber selten auf Freiheit.

Zu diesen Reflexen passt es dann auch, wenn die SPD in Nordrhein-Westfalen zur Minderheitenregierung getragen werden musste, und anderswo lieber Stabilität und CDU-Regierende in Kauf nimmt, statt sich für progressive Koalitionen zu öffnen.

Damit sind wir beim zweiten Trauma, dem der späten 1960er und 1970er Jahre, als die progressive Linke dann andere Orte gesucht und gefunden hat, es gar gewagt hat, sich als Partei zu formieren. Auch das zu überwinden scheint bei der SPD ein Prozess zu sein, der nur sehr langsam zu einem Abschluss kommt. Und die gesellschaftlichen Veränderungen, die seit den 1970er Jahren stattfinden, scheinen auch noch immer nicht wirklich begriffen worden zu sein, von den SozialdemokratInnen.

Ich glaube nicht, dass die SPD als Partei bald Geschichte sein wird. Als dominante gesellschaftliche Strömung hat sie ihre Blütezeit längst hinter sich; die Wahl in Schweden ist da nur ein i-Tüpfelchen. Ob sie es schafft, sich als Partei, die etwa ein Viertel der Stimmen auf sich vereinen kann, wirklich neu aufzustellen? Oder schleppt sie sich weiter, öltankergleich?

Warum blogge ich das? Aus Sorge um eine Partei, die wir dann doch zum Regieren brauchen.

* Was mich dabei allerdings auch irritiert: das es mal wieder nur darum gehen soll, richtig zu erklären, was als richtige Politik erkannt wurde, und Gabriel den Volksentscheid nicht als Partizipationsinstrument, sondern als Druck, Politik zu erklären, begründet.

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Lautes Nachdenken über den Wandel vom technikscheuen zum technikaffinen Ökolebensstil

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Mobile Sunsail

Wissenschaftlich beschäftige ich mich ja u.a. mit dem Technikgebrauch in Nachhaltigkeitsmilieus. Eine Frage, die mich dabei immer noch vor Rätsel stellt (bzw. mich motiviert …), ist der (scheinbare?) Wandel der prinzipiellen Haltung zu Technik bei »Ökos«.

Eike Wenzel schreibt dazu:

Neo-Ökos sind technikaffin

Ich habe in den Jahren 2002 und 2003 am Zukunftsinstitut damit begonnen, über diese »neuen Ökos« zu forschen. Was uns damals beschäftigte, war ein Wertewandel, der sich auf vielen Märkten und auf vielen gesellschaftlichen Ebenen festmachen ließ: Menschen bewegten sich aus ideologischen Nischen und Milieus heraus. Spätestens Ende der 1990er Jahre konnte die Frage, was ist politisch links und was ist rechts nicht mehr beantwortet werden. Die Menschen ließen sich nicht mehr in Milieus festschreiben, sie brachten dafür aber eine starke Sehnsucht nach verlässlichen Werten zum Ausdruck. Auffällig war auch, dass die neuen Ökos Technik anziehend finden und es nicht – wie die Altökos aus den Bürgerbewegungen der 1980er Jahre – zu Teufelszeug und Anti-Natur erklärten.

Wenzel stellt das hier als Tatsache dar; auch die mir zugänglichen Marktforschungsstudien (z.B. »Typologie der Wünsche«) bestätigen, dass beispielsweise Oft-KäuferInnen von Produkten mit Öko-Labels eine positivere Haltung zu Technik haben als Nicht-KäuferInnen. Trotzdem finde ich diesen Wandel sehr überraschend. Und habe eine Reihe von Thesen/Fragen dazu:

  1. Stimmt der berichtete Wandel in der Haltung zu Technik? Damit verbunden z.B.:
    • Lassen sich »Ökos« 1975 und »Ökos« heute überhaupt sinnvoll vergleichen?
    • Sind dass die (im Kern) gleichen Menschen, die ihre Einstellung geändert haben?
    • Oder sind es zwei ganz disparate Gruppen?
    • Was ist machen die 1975er-Ökos dann heute?
  2. Wie war die Haltung in den 1970er / 1980er Jahren zu Technik?
    • Stimmt das überkommende Klischee der »Technikfeinde«? (vgl. Huber 1989/Technikbilder)
    • Lässt sich das auf Technik allgemein übertragen, geht’s nur um »technische Rationalität«, oder um ganz bestimmte Technologien?
    • Wie passt die »approriate technology«-Bewegung in dieses Bild? (Z.B. die Aneignung/Erfindung von Windrad und Sonnenkollektor …)
  3. Wie sieht es heute aus?
    • Gibt es milieu-einheitliche Technikhaltungen?
    • Oder sind Technikstile tatsächlich domänenspezifisch und nicht auf Lebensstile zurechenbar?
    • Sind die »Ökos« tatsächlich so technikfreundlich, wie das in der Marktforschung aussieht – oder geht’s wieder nur um bestimmte Technologien?
    • Oder muss zwischen »Ökos« und »Ökos« (aka LOHAS) unterschieden werden?
  4. Und wenn es tatsächlich einen Wandel in der Haltung zu Technik gab (Bsp.: Fritz Kuhn 1984 vehement gegen die Überwachungstechnologie und Arbeitsvernichtungstechnologie ISDN – heute positioniert sich die grüne Fraktion ganz anders) – woran lag’s?
    • Tatsächlich ein Prozess des Wertewandels – und wenn ja, warum (z.B. Abbau kognitiver Dissonanzen zwischen Techniknutzungspraktiken und Einstellung – also Technikaffinität wieder besseren Wissens; oder unterschiedliche Aneignungspraktiken)?
    • Ausdifferenzierung verschiedener Sichten auf verschiedene Technologien?
    • Demokratischere und »bessere« Technik (z.B. PC als verteilte Machtressource; vgl. auch die von Wenzel zitierten Überlegungen zum Zusammenhang zwischen Counterculture und Cyberculture)?
    • »Verbürgerlichung« und »Entidealisierung«/«Entideologisierung« des Milieus?
    • Beobachten wir einen laufenden Kampf um diskursive Positionierungen?

Solche und ähnliche Fragen schwirren mir gerade im Kopf rum. Wenn jemand was dazu sagen möchte, egal ob Alltagsbeobachtung, Meinung oder Hinweis auf wissenschaftliche Literatur – ich nehme das gerne auf und freue mich auf eine Diskussion dazu.

Warum blogge ich das? In der Hoffnung auf crowdsourcing und um die Chance zum lauten Nachdenken zu nutzen.

Nachtrag: Oder etwas zugespitzer (und vielleicht diskussionsanregender): Waren bzw. sind »Ökos« skeptisch bezüglich (neuer) Technologie? Und warum?

Nachtrag 2: Falls jemand Ideen zu Zeitreihendaten hat, die sowohl Umwelthandeln/Umwelteinstellungen oder Indikatoren für Milieuzugehörigkeit als auch Einstellungen zu Technik in über die letzten 30 Jahre vergleichbarer Form hätten, nehme ich Hinweise gerne entgegen!

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