Archiv der Kategorie: Gestaltungsfragen

Netzwerk sucht Knoten

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Letztlich war es Jan Schmidts Bericht über Visualisierungsmöglichkeiten für Netzwerke, der mich dazu gebracht hat, auch noch einen Account bei Facebook anzulegen. So ganz toll finde ich es noch nicht (sehr bunt, noch sehr amerikanisch: oder weiss jemand hier sein »Grad. School«-Jahr?), aber das kann ja noch werden.

Interessant auf jeden Fall die Möglichkeit einer API, die Drittanbieter-Anwendungen auf den Facebook-Daten laufen lassen kann.

Damit die Visualisierung des Kontaktnetzwerks auch einen Sinn macht, hier der Aufruf an alle LeserInnen des Blogs, die einen Facebook-Account haben oder haben wollen, und mich kennen, mich doch auch als »friend« hinzuzunehmen. Ganz so viele (wie etwa bei Xing/OpenBC), die ich kenne, scheinen allerdings noch gar nicht bei Facebook mitzumachen.

Übrigens: Wie schon bei Flickr (»Wechsel nicht möglich«) zeigt sich auch hier, dass eigentlich ein Metastandard für Web2.0-Netzwerke fehlt. Ich würde zumindest gerne mein »Xing-Netzwerk« (oder auch mein »Flickr-Netzwerk«) mit der Facebook-Benutzerdatenbank abgleichen können. Noch lieber wäre mir eine Architektur, die soziale Netzwerke und Applikationen komplett trennt.

Warum blogge ich das? Um andere darauf aufmerksam zu machen, dass ich jetzt auch bei Facebook zu finden bin – Lust, alle möglichen Kontakte dort von Hand (bzw. per eMail-Adress-Abgleich) zu suchen, habe ich nämlich nicht.

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Elite-Glanz

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Vor ein paar Wochen hatte ich mich über die vielfältigen Baumaßnahmen anlässlich des Freiburger Uni-Jubiläums ausgelassen. Aber es gibt auch andere Gründe, die Uni heraus zu putzen (nein, kein Schreibfehler …). Der Spiegel berichtet heute von Schönheitskuren in Konstanz (u.a. kommt der GHG-Vertreter Till Seiler zu Wort) und an den beiden Berliner Unis – Gemeinsamkeit: alle wollen Eliteuni werden. Will Freiburg auch – Konstantin Görlich hat schon vor einiger Zeit darauf hingewiesen, dass plötzlich auf dem Weg zur Elite neue Teppiche und Klimaanlagen aufgetaucht sind. Ich bin ja mal gespannt, wie beeindruckend diese Schönfärberei im Vorfeld für die GutachterInnen ist; aber da wohl alle Finalistinnen da mitmachen, kann im Nachhinein wohl kaum eine Aussage darüber getroffen werden. Warum mich das ganze an Nigeria-Spam erinnert, weiß ich auch nicht so genau (bei denen geht es darum, vorweg einen kleinen Teil einer großen Menge Geld zu zahlen, die hoffentlich vielleicht irgendwann in die andere Richtung fließen soll).

Warum blogge ich das? Dem Elite-Uni-Wettbewerb schaue ich als Sozialwissenschaftler eher skeptisch zu – und manche Blüten sind einfach einen Hinweis wert.

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Werbung: Parasit oder Symbiont? (Update)

Veröffentlicht unter Distinktion & Ästhetik, Gestaltungsfragen, Soziologisch gesehen, Wissenschaft | Verschlagwortet mit , ,  

Einige der Hausarbeiten, die in meinem Studium entstanden sind, liegen nicht nur auf meinem Server, sondern auch bei grin.de. Den Abrechnungen nach zu urteilen werden sie dort allerdings wesentlich seltener gelesen als die Dateien direkt bei mir. Gestern kam nun das Angebot von grin.de, eine dort liegende Hausarbeit als Buch zu veröffentlichen. Wobei Buch etwas übertrieben ist – es geht um etwa 40 Seiten in einer Print-on-Demand-Schriftenreihe beim GRIN-Verlag. Ich habe dann nach den Auswahlkriterien gefragt, und herausgefunden, dass es wohl keine gab (außer der Seitenzahl). Fazit: nö, dann lasse ich die Arbeit lieber frei zugänglich – wer sie lesen und zitieren möchte, ist mit einer URL bei mir auch nicht schlechter dran als mit einer bisher nicht etablierten Buchreihe eines Hausarbeitenvermarkters.

Das ganze möchte ich aber zum Anlass nehmen, auf die 1999 entstandene Arbeit »Werbung & Medien: Ein parasitäres Verhältnis?« einmal an dieser Stelle hinzuweisen. Worum ging es da? Ich habe mir verschiedene Versuche angeschaut, Werbung systemtheoretisch zu fassen. Mein damaliges Ergebnis: Siegfried J. Schmidt betrachtet Werbung als Teilsystem der Wirtschaft, mit Niklas Luhmann kann sie dagegen als Programmbereich des Systems der Massenmedien betrachtet werden. Für beides gibt es gute Gründe, Luhmann passt systematisch eher. Wichtiger als die Teilsystemfrage erscheint die Frage struktureller Kopplungen. Und für das Verhältnis von Werbung und (anderen?) Massenmedien gilt:

»Werbung imitiert die Stile anderer Programmbereiche der Massenmedien und nutzt die von anderen Medien gesammelte Aufmerksamkeit, als Gegenleistung werden Zahlungen an andere Bereiche herangeleitet. Es wurde als ohne weitere Untersuchungen nicht entscheidbar offengelassen, ob dieses Verhältnis eher als parasitär oder eher als symbiotisch beschrieben werden kann. Um dies zu entscheiden, wäre eine detailliertere Betrachtung der Co-Evolution von Werbung und Wirtschaft genauso notwendig wie ein Blick auf die heutige strukurelle Kopplung beider Bereiche.« (Westermayer 1999).

Das ist übrigens nicht die einzige Hausarbeit, die ich zum Thema Werbung verfasst habe – ein Jahr später, also 2000, ging es dann um »Werbung in Theorien globaler Kommunikation – Von den 70er Jahren bis heute«. Hier wird westlich gestaltete Werbung in nicht-westlichen Gesellschaften als Ausgangspunkt für einige Gedanken zur kulturellen Globalisierung, zur Rolle von Massenmedien und zur Geburt von Hybriden gemacht.

Beide Arbeiten gibt es also weiterhin frei und umsonst – wer sich davon anregen lassen möchte, kann dies gerne tun. Was gar nicht geht, ist Copy and Paste – aber ich glaube, dass beide Arbeiten dafür auch etwas zu speziell sind.

Warum blogge ich das? Als Gegenprogramm zur totalen Vermarktung und zum Wissenschaftsmimikry – ich finde es gut, auch im Studium entstandene Arbeiten der Welt zur Verfügung zu stellen – aber die Form »Schriftenreihe« überzeugt mich dafür noch nicht.

Update: Inzwischen sind auch die Hinweismails zu meinen anderen drei bei GRIN eingestellten Arbeiten eingetroffen. Auch da ist mir die Variante, sie frei im Netz zur Verfügung zu stellen, aber lieber, als ein angebliches Buch, dass eh niemand liest und kauft, zu produzieren.

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Straßenmusikzauber

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Neulichs musste ich mal um fast schon Mitternacht bei sommerlichen Temperaturen auf meine Straßenbahn warten. Die Zeit ging aber extrem schnell vorbei, weil eine Straßenmusikgruppe tolle Musik machte (mit großem Publikum, Zugaben und allem, was eigentlich auf ein Livekonzert oder so gehört).

Heute sehe ich bei Fudder einen Artikel (mit Kurzvideo) mit der Überschrift »Zauberhafte Straßenmusik am Bertoldsbrunnen« – und ja, das sind sie. Genau das braucht Freiburg!

Warum blogge ich das? Aus purer Begeisterung.

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Heute im Briefkasten: Soundso

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Nicht Sound-so, sondern so-und-so. Also die neue, dritte Album-CD Soundso von Wir sind Helden. Die taz hatte sie schon gestern besprochen.

Mein erster Eindruck: Daumen hoch. Im Einzelnen heißt das: schönes Cover, Texte sind auch mit dabei, bei den Danksagungen fällt die unlängst erfolgte Familiengründung auf. Die zwölf Stücke klingen nach den Helden, da sorgt schon der charakteristische Gesang für, und diverse immer wieder auftauchende Melodiefragmente und Wiederholungsmuster. Trotzdem ist’s musikalisch noch ein bißchen mehr Mainstream geworden, was vor allem bei den nun rockiger gewordenen schnellen Stücken auffällt (bei der taz heißt das: »Die Rhythmen hüpfen weniger hektisch als früher, sondern rollen viel entspannter, und so ist eine leichte, luftige Popplatte entstanden.«). Dafür sind die Texte größtenteils wieder beim Politniveau der Reklamation angekommen (wenn ich das Booklet richtig verstehe, soll’s demnächst übrigens auch das Mitsing-Liederbuch der Helden geben) – insgesamt gefällt mir die Mischung aus Politik und Privatem besser als bei Von hier an blind.

Warum blogge ich das? Trotz Neue-Neue-Deutsche-Welle und tendenzieller Kommerzverträglichkeit (wenn bei den Texten weggehört wird) sind Wir sind Helden weiterhin eine meiner absoluten Lieblingsbands.

Update: Andreas Borcholt bei Spiegel online ist eher enttäuscht vom neuen Helden-Album. Und zwar, weil der Anspruch ganz hoch gehängt wird: »Denn eine bessere Band haben wir nun mal gerade nicht in Deutschland, das ist mal Fakt.« – da reichen dann drei wirklich tolle Nummern nicht aus.

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