Archiv der Kategorie: Freiburg

»Instrument, die Disziplin aufrecht zu erhalten«

University tower, in rain
Turm, ohne Fahne

Genauer gesagt: die Universität Freiburg hat ihren Karzer wieder. Na gut, nur als Ausstellungsstück, nicht zur Nutzung für den oben genannten Zweck – dazu gibt’s inzwischen andere Mittel. Der scheidende Rektor vollbringt jedenfalls im Jubiläumsjahr den Kreisschlag zurück zum Beginn des letzen Jahrhunderts – die weiß-blaue Universitätsfahne weht wie 1911 wieder auf dem Turm des KG I, zur Besichtigung freigegeben. Die Zukunft scheint in der Vergangenheit zu liegen.

Warum blogge ich das? Update zu »Die Weisheit hat sich ein Haus gebaut«.

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Was ist Wissenschaft? Eine empirische Erhebung

Die letzten paar Tage gab’s Rummelplatz rund um die Uni. Genauer gesagt: die Wissenschaftsmeile, Höhepunkt der Festwoche (ich muss ja zugeben: je länger ich das Jubiläum jetzt tatsächlich mitkriege, desto skeptischer betrachte ich es). Jedenfalls hat die Wissenschaftsmeile einige Schattenseiten: die Rempartstraße und der Rotteckring sind gesperrt (gut so) – aber alles ist umzäunt, und die Umleitungsstrecke ist ziemlich halsbrecherisch. Und Festprogramm mit jeder Menge Musik und Getobe passt nicht so gut zu Klausuren, die gleichzeitig geschrieben werden.

Aber nehmen wir die Wissenschaftsmeile doch einfach mal ernst und schauen, was die offizielle Universität unter Wissenschaft versteht. Dabei ist es natürlich am besten, streng empirisch und quantitativ vorzugehen. Grundlage für die Erhebung bildet also die vergebene Standfläche:

Uebersichtsplan Wissenschaftsmeile
Offizieller Plan der Meile (Anklicken zum Vergrößern)
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550 Jahre Uni Freiburg, 30 Jahre u-asta (Update 2)

Die Universität Freiburg ist noch ein paar Monate lang 550 Jahre alt und feiert das kräftig, bis hin zum Straßenschild:

60 / 550
So steht’s ein bisschen schief in Günterstal

Gestern war der große Jubiläumseröffnungsfestakt mit allerei Prominenz. Ich war nicht da (in München tagte die BAG Wissenschaft, Hochschule, Technologiepolitik der Grünen, da hatte mich der Nachtzug hingebracht), und auch wenn ich da gewesen wäre, wäre ich wohl eher bei der Protestaktion auf der blauen Brücke gewesen als im Konzerthaus. Einer, der dabei war und das sowohl dem Bericht im »Sonntag« als auch diesem Fudder-Artikel zufolge ziemlich gut gemacht hat, war der u-asta-Vorstand Hermann J. Schmeh. Der wohl deutlich machte, dass ein wichtiger Grund für die 550-jährige Existenz der Uni die Studierenden sind, und dass weder die Jubiläumsfeierlichkeiten noch die derzeitige Hochschulpolitik da wirklich interessiert dran sind. Und seine Magnifenz (huch, der Tippfehler war jetzt keine Absicht, bleibt aber stehen) mit »liebe Menschen« anzureden, finde ich auch ganz gut (ich habe nur mal 1999 beim damaligen Wissenschaftsminister das »von« weggelassen).

Professionality
Foto vom u-lumni-Treffen, weitere hier

Dass Hermann ein unterhaltsamer Redner ist, hat er am Freitag abend deutlich gemacht. Da war ich noch in Freiburg, nämlich beim »U-lumni«-Treffen des u-asta in der Mensabar. Zu feiern gab es die 30-jährige Existenz des Freiburger u-Modells, d.h. der gut und manchmal ein bißchen informell funktionierenden politischen Struktur neben dem offiziell erlaubten Pseudo-AStA, die 1977 als Ersatz für die in Baden-Württemberg seit damals verbotenen verfassten Studierendenschaften eingerichtet wurde. Mit dabei waren AStA- und u-asta-Aktive aus ungefähr fünf Jahrzehnten, es gab ein paar nette Anekdoten und ziemlich viel gemeinschaftlichen Stolz darüber, dass das seit geraumer Zeit vor allem von den Fachschaften getragene (und von Grünen und manchmal auch anderen Linken mitunterstützte) u-Modell seit 30 Jahren gut funktioniert. Also ein bißchen Traditionsalternative zum und im offiziellen Jubiläumsprogramm – und auch ein bißchen Familientreffen (wobei die u-asta-Kinder, von denen es inzwischen auch ein paar gibt, größtenteils zuhause – bzw. beim Babysitter – blieben). Fotos werden nachgereicht. Ein paar Fotos gibt’s jetzt auch.

Ab Mittwoch wird das Jubiläum (das Große) dann per »Wissenschaftsmeile« auf die Straße getragen. Mal schauen, was das so gibt. Show scheint jedenfalls im Jubiläumsjahr nicht ganz unwichtig zu sein; substanzieller wird vielleicht der Zukunftskongress im September.

Warum blogge ich das? Als Beitrag zum großartigen Jubiläumsjahr.

Update: Konstantin Görlich vom u-asta schreibt ebenfalls was kritisches zum Jubiläum (und macht das sehr schön). Außerdem verlinkt er auf Hermanns Rede, was ich hiermit dann auch tue.

Update 2: Und dann verlinke ich doch einfach auch noch mal auf den Indymedia-Demobericht.

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Elite-Glanz

Vor ein paar Wochen hatte ich mich über die vielfältigen Baumaßnahmen anlässlich des Freiburger Uni-Jubiläums ausgelassen. Aber es gibt auch andere Gründe, die Uni heraus zu putzen (nein, kein Schreibfehler …). Der Spiegel berichtet heute von Schönheitskuren in Konstanz (u.a. kommt der GHG-Vertreter Till Seiler zu Wort) und an den beiden Berliner Unis – Gemeinsamkeit: alle wollen Eliteuni werden. Will Freiburg auch – Konstantin Görlich hat schon vor einiger Zeit darauf hingewiesen, dass plötzlich auf dem Weg zur Elite neue Teppiche und Klimaanlagen aufgetaucht sind. Ich bin ja mal gespannt, wie beeindruckend diese Schönfärberei im Vorfeld für die GutachterInnen ist; aber da wohl alle Finalistinnen da mitmachen, kann im Nachhinein wohl kaum eine Aussage darüber getroffen werden. Warum mich das ganze an Nigeria-Spam erinnert, weiß ich auch nicht so genau (bei denen geht es darum, vorweg einen kleinen Teil einer großen Menge Geld zu zahlen, die hoffentlich vielleicht irgendwann in die andere Richtung fließen soll).

Warum blogge ich das? Dem Elite-Uni-Wettbewerb schaue ich als Sozialwissenschaftler eher skeptisch zu – und manche Blüten sind einfach einen Hinweis wert.

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Straßenmusikzauber

Neulichs musste ich mal um fast schon Mitternacht bei sommerlichen Temperaturen auf meine Straßenbahn warten. Die Zeit ging aber extrem schnell vorbei, weil eine Straßenmusikgruppe tolle Musik machte (mit großem Publikum, Zugaben und allem, was eigentlich auf ein Livekonzert oder so gehört).

Heute sehe ich bei Fudder einen Artikel (mit Kurzvideo) mit der Überschrift »Zauberhafte Straßenmusik am Bertoldsbrunnen« – und ja, das sind sie. Genau das braucht Freiburg!

Warum blogge ich das? Aus purer Begeisterung.

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